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| AUSGANGSSITUATION |
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Menschen haben unterschiedliche Erfahrungen. Menschen sind eben nicht gleich. Darum weisen wir anfangs gleich darauf hin, dass wir weder urteilen noch verallgemeinern möchten. Die hier angeführten Perspektiven stellen auch gar keinen Anspruch auf Vollständigkeit - sondern im Gegenteil – sind einzelne Ergebnisse welche wir aufgrund persönlichen Erfahrungsaustauschs erhielten und können daher nur ein kleinen Ausschnitt dieses umfangreichen Themas enthalten. Trotzdem sollen die Punkte anregen und auffordern noch mehr über diese Themen zu sprechen. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme unter dem Motto: deine Meinung ist gefragt! |
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Auf dieser Seite:
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AFRO-ÖSTERREICHER/IN Nichtweiße Menschen in Österreich machen leider nur
allzu häufig die Erfahrung, dass sie nicht selbstverständlich als
dazugehörig gelten und oft nicht gleichberechtigt sind. Selbst wenn sie
österreichische Staatsbürger/innen bzw. in Österreich geboren sind,
werden diese Menschen all zu oft doch als Fremde betrachtet im eigenen
Land. Auf der Straße, im Lokal werden sie mit immer wiederkehrenden Fragen konfrontiert. Jedoch steht hinter diesen Fragen häufig gar nicht Unwissenheit oder Neugierde sondern die Fragenden haben meistens bereits ein festes Bild von Afrika, welches sie bestätigt haben wollen.
Artikel von www.afrika.net |
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So begegnet man auch Afro-europäischen Kindern und Jugendlichen mit Vorurteilen und Klischees. Es besteht zum Beispiel häufig die Ansicht, dass Schwarze Kinder in Sport oder Musik und Tanz besonders gut sind. Nicht berücksichtigt wird dabei oft, dass diese Menschen Talente auch in ganz anderen Bereichen vorweisen können. In Kinderbüchern werden Schwarze Menschen selten als Mitmenschen in Österreich dargestellt. Die Spielzeugproduktion trägt ihren Teil bei um veraltete Klischees aufrecht zu erhalten. Schwarze Menschen, oft mit exotischem Gewand dargestellt, häufig noch mit dem Klischee der Sklaven und Sklavinnen oder gar Menschenfresser behaftet, welche im Dschungel bekämpft werden müssen. Während hingegen weiße Kinder sich als kleine Eroberer, Pioniere und Forscher erleben dürfen. Tagein tagaus bekommen sie Hautfarbenrassismus zu spüren. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus - subtil oder direkt - stellen für diese Kinder eine permanente Bedrohung dar. Das Gefühl ständig beobachtet zu werden zählt zu einem weiteren großen Stressfaktor und der Wunsch nicht mehr oder so viel aufzufallen wächst. Die Kinder müssen viel Kraft aufbringen um diskriminierende Erlebnisse zu verarbeiten. In der TAM TAM Kindergruppe, am Familiennachmittag, sind wir daher bemüht die Kinder im Aufbau eines positiven Selbstbildes zu unterstützen, sie zu stärken und ihnen durch die TAM TAM Gruppe zu zeigen, dass sie mit ihren Erfahrungen und Erlebnissen nicht alleine da stehen. |
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GESCHLECHTSSPEZIFISCHE FÖRDERUNG
Ziel = positives, starkes Selbstbild
Aus persönlichen Gesprächen haben wir erfahren, dass zum Beispiel einige Mädchen beginnen die Sonne zu meiden damit ihre Haut nicht dunkler wird. Nicht die braune Haut wird als schön empfunden, sondern die hellbraune Haut. Das europäische Schönheitsideal zu hinterfragen und den afrikanischen Teil des Ich’s als schön zu akzeptieren, könnte daher ein Teil dieser Gruppenarbeit werden. Sexismus und Rassismus gehen oft Hand in Hand. Bereits 10- jährige Mädchen können davon betroffen sein. Die Gruppe soll die Möglichkeit bieten Erlebnisse mit anderen Mädchen zu besprechen, Erfahrungen auszutauschen und zu sammeln, Rollenspiel, u.v.m. um so stärkende Mechanismen zu entwickeln zu können. Wir wünschen uns daher eine eigene TAM TAM
Mädchengruppe.
Ziel = positives, starkes Selbstbild
Im täglichen Leben werden Schwarze Männer oft mit negativen Bildern behaftet, welche durch die Medien noch verstärkt werden. Auch hier ist es uns ein Anliegen, unsere TAM TAM Jungen am Familiennachmittag in der Entwicklung eines positiven Selbstbildes durch einen männlichen Kinderbetreuer zu unterstützen. Immer mehr Männer nehmen aktiv an Erziehungsfragen teil. Trotz dieser Bemühungen fehlt häufig „der Mann“ in den öffentlichen Bereichen wie Kindergärten und Schulen. Ein großer Vorteil wäre es wenn ein Afrikanischer bzw. Afro-europäischer Mann diese Gruppe leiten würde. Für unsere Jungen würde dieser Mann eine wichtige Identifikationsfigur darstellen. Insbesondere Familien mit AlleinerzieherInnen würden eine eigene TAM TAM Bubengruppe sehr begrüßen. |
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= „zweite Geburt“
Die praktischen Lebenserfahrungen eines Menschen haben enorme Rückwirkungen auf dessen Entwicklung. Folglich hängt diese Entwicklung von den Widerständen, die ihnen Gesellschaft und Kultur, Psyche und Familie entgegensetzen, ab. Viele Psycholog/innen sind davon überzeugt, dass die Pubertät die prägendste Phase des Lebens ist. In dieser Zeit entdecken Jugendliche ihre Persönlichkeit und die Möglichkeit an sich selbst zu arbeiten. Suchen aber auch nach neuen Gruppen, in denen sie Halt finden, nach Idolen, nach Gleichgesinnten, mit denen sie sich verbünden können. Die Wichtigkeit eines eigenen Jugendzentrum für TAM TAM Kinder steht daher außer Frage. |
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Schwarze Kinder werden bereits durch die bloße Existenz ihrer Schwarzen Eltern in ihrer Identität bestärkt. Bei bikulturellen Ehen sind Kinder herausgefordert beide Teile ihrer ethnischen und kulturellen Herkunft in einer Person zu integrieren. Die Fragen "Woher komme ich? Oder wohin gehöre ich?" lasten immer schwer auf Kinder aus alleinerziehenden Familien. Aufgewachsen, vielleicht als einziges schwarzes Kind in einer oft durchwegs weißen Gesellschaft, fehlt hier jegliches Vorbild. Diese Kinder haben keinen Bezug zur Herkunftskultur des afrikanischen Elternteiles - sondern leben nur die der österreichischen. Hier entsteht der große Widerspruch, denn von außen werden sie als Fremde bezeichnet. Hinzukommt, dass diese Menschen sogar oft unbewusst die subtilen Rassismen der weißen Gesellschaft übernehmen oder/und sich bewusst von den Schwarzen Menschen abgrenzen. Hier ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln, das seine Stärke weder aus Abgrenzung noch aus Vereinnahmung zieht, ist ein Augenmerk von TAM TAM. Wir sind daher auch sehr bemüht am Familiennachmittag Alleinerzieher/innen zu stärken.
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