Gila Almagor: „Der Sommer von Aviha“

In dem Jugendroman „ Der Sommer von Aviha“ von Gila Almagor werden die Gefühle eines jungen Mädchens namens Aviha in einem Sommer beschrieben, in dem viel passiert und der Aviha noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Aviha ist sehr in sich gekehrt und behält ihre Gefühle lieber für sich. Sie ist schauspielbegabt und phantasievoll. Aviha lebt die meiste Zeit in einem Kinderdorf. Ihr Vater war schon bei ihrer Geburt tot und ihre Mutter ist oft sehr krank und kommt deshalb nur selten zu Besuch. Sie leidet an einer Depressionskrankheit. Als Aviha erfährt, dass ihre Mutter wieder krank geworden ist, wird im Kinderdorf gerade eine Vorführung für ein großes Fest einstudiert. Da Aviha sehr begabt ist und auch gut singen kann, bekommt sie die Hauptrolle. Sie soll einen Wanderburschen spielen und auch ein Lied singen. Das Mädchen ist darüber sehr glücklich. Doch als die Aufführung näher rückt und die Kostüme ausgegeben werden, ist sie enttäuscht. Denn Aviha bekommt als Wanderbursche nur ein paar alte Lumpen übergehängt und einen Stock in die Hand gedrückt. So will sie sich dem Publikum natürlich nicht zeigen. Aviha rechnet nicht damit, dass ihre Mutter zur Aufführung kommt. Als sie nun doch kommt, schämt sich Aviha noch mehr und bekommt bei ihrem Lied keinen Ton heraus.

Ihre Mutter entdeckt, dass Aviha Läuse hat und regt sich sehr über die Sitten im Kinderdorf auf. Die Mutter nimmt Aviha mit sich in ihr Dorf, die Moschawa. Zuhause angekommen, schneidet die Mutter ihr eine Glatze. Aviha ist darüber sehr traurig und wagt sich damit kaum noch auf die Straße. Die nächste Zeit verbringt Aviha damit, die Wäschepakete der Kunden ihrer Mutter, die Näherin ist und die Sachen der Kunden flickt, bei diesen abzuliefern. Als sie einmal zu Frau Abrahamson geht, um etwas abzuliefern, hört sie im Hausflur eine wunderbare Melodie. Sie ist sehr fasziniert von dieser Melodie und will um jeden Preis bleiben und dieser schönen Musik weiter lauschen. Dass Frau Abrahamson ihr nicht gleich das Geld geben kann und daher Aviha in das Musikzimmer schickt, aus dem die Musik kommt, kommt ihr gerade gelegen. Maja, Frau Abrahamsons Tochter, hält dort nämlich gerade ihre Musikstunde mit einigen Mädchen ab. Sie sind alle sehr fein angezogen und lachen über Avihas Glatze. Maja kann wunderbar Klavier spielen. Sie ist sehr nett zu Aviha und lobt sie auch, als sie eine phantasievolle Geschichte über ein Bild erzählt, das über dem Klavier hängt.

In vielen Nächten redet Aviha mit ihrem Vater, der schon vor ihrer Geburt tot war. Zu ihm hat sie Vertrauen, obwohl er tot ist. Doch das einzige, was sie von ihm hat, ist ein Bündel alter Fotos, die sie einmal bei ihrer Mutter gefunden hat. Das verschweigt sie dieser aber, da ihre Mutter so gut wie nie über den Vater redet. Als sie sich eines Nachts wieder einmal die Fotos anschaut, bemerkt sie im Hintergrund des Bildes einen Schrank, den sie irgendwo schon einmal gesehen hat. Sie erinnert sich daran, dass vor ein paar Tagen neue Mieter in das Haus in der Nachbarschaft eingezogen sind. Aviha hatte die Möbelpacker beim Ausladen der Möbel beobachtet. Und unter diesen Möbeln war unter andern dieser gewisse Schrank. Sie denkt darüber nach, ob zwischen ihr und diesen Leuten vielleicht eine Verbindung bestehen könne. Die Kinder aus der Nachbarschaft nennen Aviha wegen ihrer Glatze „kahler Kohlkopf“. Das ärgert Aviha zwar, aber noch mehr ärgert sie, dass die Leute ihre Mutter abfällig  „Partisanische“ nennen. Und das nur, weil sie eine Nummer auf dem Arm tätowiert hat. Dabei weiß Aviha, dass ihre Mutter sehr tapfer war, als sie mit den Partisanen gegen die Deutschen gekämpft hat. Eine richtige Heldin war sie für die Partisanen. Sie hat einen Zug der Deutschen in die Luft gesprengt und war in einem Konzentrationslager, woher sie auch die Nummer auf dem Arm hat, konnte aber fliehen.

Die Mutter merkt gar nicht, dass über sie geredet wird, da sie meist sehr abwesend und in Gedanken versunken ist. In dem Lebensmittelgeschäft, in dem sie immer einkaufen, ist ein Ventilator, der die Mutter immer nervös macht. Auch das Gedränge stört sie. Deswegen schauen sie alle Leute immer an, wenn sie das Geschäft betritt. Als nun eines Tages Herr Ganz, der Familienvater der neuen Leute, in das Geschäft kommt, stellt der Besitzer ihn gleich allen Leuten vor. Doch Herr Ganz schaut nur Avihas Mutter an. Aviha sieht eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Herrn Ganz und ihrem Vater. Sie ist sich jetzt sicher, dass es eine Verbindung zwischen Herrn Ganz und ihrem Vater geben muss. Sie freundet sich mit Mascha, Herrn Ganz’ Tochter, an. Herr Ganz besucht Avihas Mutter jetzt sehr oft und unterhält sich mit dieser. Irgendwann merkt Aviha, dass Herr Ganz nicht ihr Vater sein kann. Denn als sie ihn aus der Nähe betrachtet, hat er überhaupt keine Ähnlichkeit mehr mit ihrem Vater.

Eines Tages sieht Aviha wieder die Mädchen zu Maja in die Musikstunde gehen. Aviha möchte auch hingehen, doch Maja lässt sie nicht herein, unter dem Vorwand, sie sei nicht schön angezogen. Aviha wird aggressiv und es kommt schließlich zu einem Streit, bei dem Aviha Maja schwer an den Augen verletzt, sodass diese ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Aus Schuldgefühlen versteckt sich Aviha und kehrt erst am Abend wieder heim zu ihrer Mutter, die sehr enttäuscht ist, dass ihre Tochter so etwas gemacht hat. In der folgenden Nacht redet Aviha wieder mit ihrem Vater in Gedanken. Sie kauert sich in ihrem Bett zusammen und nimmt eine für die Füße schmerzhafte Stellung ein. Sie beschließt, diese bis zum Morgen nicht zu ändern. Am Morgen findet ihre Mutter sie so dort vor. Avihas Füße sind blau und angeschwollen. Ihre Mutter findet die Fotos, ist aber nicht böse. Sie massiert ihr die Füße, bis sie wieder Gefühl in sie bekommt.

Maja muss wahrscheinlich an den Augen operiert werden. Jeden Morgen bringt Aviha Maja Blumen ins Krankenhaus. Sie entschuldigt sich bei Maja und die beiden freunden sich an. Doch die Kinder aus der Nachbarschaft schikanieren Aviha und machen ihr das Leben schwer. Aviha entwickelt eine ungeheure Aggressivität und geht sehr gewaltsam mit den Kindern um. Schließlich verbietet Majas Mutter Aviha, ihre Tochter zu besuchen. Dabei weiß diese ja nicht, wie gut sich die beiden verstehen. Als Maja heimkehrt und sie wieder sehen kann, feiert sie ein großes Fest. Alle aus dem Dorf sind eingeladen, nur Aviha und deren Mutter nicht. Aviha soll im Dorf zur Schule gehen und nicht zurück in das Kinderdorf gehen. Doch plötzlich kehrt die Krankheit der Mutter zurück und alles verändert sich schlagartig.

In diesem Buch wird ein Sommer eines Mädchens beschrieben, in dem dieses sehr viel erlebt und auch sehr viele Erinnerungen hat. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es nicht nur äußere Handlung zur Darstellung bringt, sondern auch viel innere Handlung gestaltet. Das Buch  ist sehr bewegend und man kommt ins Nachdenken beim Lesen und nach der Lektüre. Ich denke, die Autorin Gila Almagor hat in ihrem Buch ihr eigenes Schicksal in Aviha beschrieben. Denn wie Aviha ist Gila Almagor Israelitin. Ihr Vater war bei ihrer Geburt auch schon lange tot und sie lebte in verschiedenen Kinderheimen. Mit 15 Jahren verließ sie diese und ging alleine nach Tel Aviv.

 

Romina Kwidzinski (8d)

                                                   

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