Rosemary Sutcliff: "Das Hexenkind"

Das Buch "Das Hexenkind" von Rosemary Sutcliff handelt von einem Jungen, der die wunderbare Gabe besitzt, Menschen zu heilen.

Lovel lebt seit seiner Geburt vor elf Jahren, nachdem ihn seine Mutter verlassen hat, mit seiner Großmutter in einem kleinen Dorf in England. Lovels mageres Gesicht wirkt unter seinem dunklen Haar klug und hellwach und immer freundlich. Keiner der anderen Dorfbewohner macht sich die Mühe, dieses Gesicht zu betrachten. Sie sehen ihn nur als Missgestalt, weil er mit einer buckligen Schulter und einem kürzeren Bein hinkt und aussieht wie ein Vogel mit gebrochenem Flügel.

Nach dem Tod seines Vaters ist seine Großmutter, die selbst als Kräuterhexe bezeichnet wird, die einzige, die zu ihm steht und ihn beschützt. Als sie stirbt, wird er aus dem Dorf verjagt, weil alle denken, er habe ihre Tiere verhext. Er läuft davon und flüchtet in den tiefen Wald. Tag für Tag wird er träger und müder. Am Ende seiner Kräfte angelangt, legt er sich irgendwo auf die Erde.

Eines Morgens erwacht er und findet sich in einem langen, schmalen Raum mit hohen Fenstern wieder. Überall stehen Betten mit Strohsäcken darauf, wie seines. In der Mitte des Raumes öffnet sich dieser zu einer kleinen Kapelle. Lovel befindet sich in einem Kloster. Zwei Mönchen reden über ihn. Lovel hat die Augen geschlossen. Die Mönche beraten darüber, ob sie den Jungen wieder zurückschicken sollen oder im Kloster behalten, wo er ihnen nützlich sein könnte. Sie entscheiden sich für letzteres und Lovel bleibt im Kloster in New Minster.

Die ersten Jahre wird Lovel nur von einer Arbeit zur anderen geschickt und hat keine feste Stelle. Er macht Dreckarbeiten, wovor sich die anderen drücken. Man behandelt ihn unfreundlich und rücksichtslos.

Eines Tages kommt ein Gast zu Besuch ins Kloster. Es ist Rahere, der Hofnarr des Königs. Er bekommt das schönste Zimmer und wird bestens bedient. Lovel möchte ihn unbedingt sehen. Er schleicht sich in das Nazareth-Zimmer, wo Rahere sich aufhält. Dieser entdeckt ihn natürlich und bittet ihn hinein. Rahere ist gleich sehr nett zu Lovel, redet mit ihm und schenkt ihm Aufmerksamkeit und Respekt. Nach einiger Zeit reitet Rahere weiter, ohne sich zu verabschieden. Er hat jedoch Lovel versprochen, irgendwann zurückzukehren.

Es vergehen Monate und Lovel verschafft sich im Kloster Anerkennung und Lob, indem er einen verletzten Hund rettet und ihn gesund pflegt. Er bekommt jetzt die Verantwortung für den Kräutergarten übertragen, denn er interessiert sich sehr für Heilkräuter und deren Anwendung.

Nach fünf Jahren taucht Rahere erneut im Kloster auf. Er ist ein armer, alter Mann geworden und wird jetzt nicht mehr im Nazareth-Zimmer, sondern in einer alten Scheune untergebracht. Er erzählt Lovel, er wolle eine große Kirche in Smithfield und ein Krankenhaus errichten, um kranken Menschen zu helfen und bittet Lovel, mit ihm zu gehen. Lovel stimmt zu.

Das Krankenhaus wird gebaut und Lovel engagiert sich sehr bei der Pflege und Heilung der Bedürftigen und Kranken. Er erzielt große Erfolge mit seinen Heilkräutern und findet hier eine Lebensaufgabe, die ihn erfüllt und glücklich macht.

 

Die englische Originalausgabe mit dem Titel "The Witch's Brat" erschien erstmals bei Oxford University Press 1970. Das Buch wurde aus dem Englischen von Elisabeth Epple übersetzt.

Fast alle Figuren sind frei erfunden. Nur Rahere, der Hofnarr des Königs, soll wirklich gelebt haben und in Smithfield begraben sein.

Mir persönlich gefällt das Buch sehr gut, da es sehr lehrreich ist. Es zeigt, dass man einen Menschen nicht nach seinem äußeren Erscheinen beurteilen soll.

 

Marie Rott  (8d)                                                                  zurück zur Übersicht