In der Erzählung "Im Tal der donnernden Hufe" von Heinrich Böll geht es um drei Jugendliche, die pubertäre Probleme haben. Die Geschichte spielt in den fünfziger Jahren des 20.Jahrhunderts an einem heißen Sommertag in der kleinen Stadt „Zischbrum“, die an einem großen Fluss liegt, nämlich dem Rhein.
Der Leser lernt als
erstes den Jungen Paul kennen, der sich in einer Kirche befindet und beichten
will. Es ist nämlich Samstag, der Beichttag. Eine Reihe von Leuten hat sich in
einer Schlange vor dem Beichtstuhl aufgestellt. Paul ist mittendrin, jedoch rückt
er nicht nach vorne, sondern läuft an den anderen vorbei, beobachtet sie und
beurteilt sie sogar nach dem Geruch, den sie ausströmen. Besonders hat es ihm
eine junge Frau angetan, die nach Lavendel riecht. Er muss dabei auch an andere
Frauen denken. Dabei ist ihm jedoch nicht wohl, sondern ihn quält sein Gewissen,
weil das ständige an "Frauen denken" eine Sünde ist, wie die Kirche sagt.
Griff ist nun auch
zum Selbstmord bereit. Bevor Paul geht, sprechen sie von einem Mädchen namens
Mirzowa, einem Zettel mit einem Bild und mit Bemerkungen über sie. Beide hatten
diesen Zettel von einem Mitschüler erkauft. Es muss etwas Abfälliges drauf
stehen, denn Griffs Mutter war empört gewesen, als sie den Zettel zufällig
gefunden hatte.
Im zweiten Kapitel lernt
der Leser das Mädchen Mirzowa kennen. Es ist bei sich alleine zu Hause. Die Mutter hat die
Tochter eingesperrt, damit sie nicht ausreißt, denn sie soll am Abend zu ihrem
Vater nach Wien reisen. Das Mädchen hat Langeweile und vertreibt sich die Zeit,
indem es sich die nähere und fernere Umgebung mit einem Fernglas betrachtet. Plötzlich
hat sie ihren ehemaligen Spielkameraden Paul im Blick, der über die Terrasse in
die Wohnung eindringt. Sie sieht sein verzweifeltes Gesicht. Da erinnert sie
sich an das Erlebnis, das sie vor einigen Jahren mit ihm hatte. Sie bemerkte,
dass er während er mit ihr spielte, ständig auf ihre Brust starrte. Sie dachte
sich nichts Böses dabei und zeigte sie ihm. In diesem Moment kam Pauls Mutter
dazu und schrie auf, als sie das sah. Da wusste sie, dass es falsch gewesen war.
Seitdem wurde abfällig über sie geredet. Sie durfte nicht mehr mit Paul
spielen. Während ihre Gedanken kreisen, sieht sie weiter durch das Glas und
beobachtet, wie Paul eine Schublade aufbricht und eine Pistole herausholt. Sie
ist so erschrocken, dass sie laut seinen Namen ruft.
Er kommt und
klettert zu ihr auf die Veranda. Beide sind sehr verlegen, zeigen aber durch
ihre Blicke, dass sie sich mögen. Sie erzählen sich gegenseitig, dass sie
beide die Stadt verlassen werden. Sie sagt im, dass sie ihn beobachtet hat. Er
berichtet ihr von den Zetteln über sie. Sie weiß davon, klärt ihn aber auf ,
dass alle Behauptungen nicht wahr seien, auch nicht das gemalte Bild von ihr. Er
glaubt ihr, denn der Junge, der den Zettel verfasst hat, ist in
seinen Augen ein
großer Lügner. Sie ist froh darüber und erzählt ihm, wie sie immer
angefeindet wird, ganz gleich welche Sachen sie anzieht. Auch das Männer sie
belästigen, ihr schlechte Wörter nachrufen, die sie aber nicht versteht. Sie
kann an ihrem Körper nichts Schlechtes entdecken, erfährt jedoch, dass Paul es
als Sünde ansieht, wenn man sich in seinen Gedanken zu viel damit beschäftigt.
Er fühlt sich als ein sehr sündiger Mensch, der darunter leidet, dass er sich
sogar erschießen will. Sie versteht es nicht, denn sie ist nicht katholisch.
Doch sie erinnert ihn, dass die Kirche den Selbstmord als die schlimmste Sünde
ansieht, deshalb soll er die Pistole wegtun. Sie ist auch traurig, dass er einen
Frauenkörper als etwas Sündiges ansieht. Sie ist sogar bereit, ihm die Brust
noch einmal zu zeigen, aber er dürfe mit keinem Menschen darüber reden. Er
willigt ein, beide haben zunächst Angst voreinander, doch dann finden beide
nichts Abstoßendes dabei, sondern empfinden es als etwas Schönes. Beide sind glücklich und
wollen sich wiedersehen, wenn sie zurückkehren sollten. Er versprich ihr, bevor
er geht, am Abend an der Schranke zu stehen, wenn ihr Zug vorbeifährt und in die
Luft zu schießen. Er ist nicht mehr traurig. Wenig später kommt die Mutter des
Mädchens. Im Gespräch kommt heraus, dass die Mutter sehr traurig ist , ihre
Tochter nach Wien zu schicken. Aber sie meint, es sei besser, um dem Klatsch über
sie in der Stadt aus dem Weg zu gehen. Die Mutter bringt ihre Tochter zum
Bahnhof. Der Abschied ist ganz kurz, weil die Mutter Angst hat, die Fassung zu
verlieren. Paul und sein Freund stehen am Bahnübergang. Er schießt in die
Luft. Beide freuen sich und winken sich noch zu, bis der Zug verschwindet.
Heinrich Böll ist 1917 in Köln geboren.
Nach dem Abitur absolvierte er eine Lehre als Buchhändler. Danach wurde er
bald eingezogen und machte den 2.Weltkrieg von Anfang bis Ende mit (1939-1945).
Er kehrte danach in seine zerbombte Heimatstadt zurück, wo er bis zu seinem Tode
1985 fast immer lebte. 1972 bekam er den Nobelpreis für Literatur.

Böll will in seinen Erzählungen und Romanen
den Leser auf Missstände seiner Zeit aufmerksam machen, damit er selbst
kritisch die Zustände betrachtet und versucht, sie zu bessern. In seinen
Kurzgeschichten und Romanen behandelt er insbesondere die Kriegszeit. In
seiner sechsjährigen Soldatenzeit erlebte er soviel Entsetzliches und Schlimmes, dass er nach dem Krieg
ein
entschiedener Kämpfer gegen den Krieg wurde (ein Pazifist).
Sein zweites großes
Thema ist dann die Nachkriegszeit. Hier zeigt er in seinen Erzählungen
und Romanen, wie schwierig es war, wieder ein normales Leben zu führen. In
seinen späteren Werken kritisierte er die Oberflächlichkeit der Menschen, die
Ungerechtigkeiten sowie die Heuchelei. Er
forderte eine menschliche Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben
sollten. Aber er wies nicht nur in seinen Werken auf Gefahren hin, sondern er
demonstrierte auch öffentlich gegen Wiederbewaffnung, Autoindustrie und vieles
mehr..
Ebenso setze er sich für verfolgte Schriftsteller ein, die ihre Werke aus
politischen Gründen nicht veröffentlichen durften oder selbst sogar verfolgt
wurden.