Irina Korschunow: Er hieß Jan
Zur Autorin:
Irina Korschunow ist in Stendal geboren. Sie hat Germanistik in Göttingen studiert und lebt heute in München. Sie hat einige Kinderbücher und drei Jugendbücher geschrieben. Die Titel der Jungendbücher sind: 'Die Sache mit Christoph' , 'Ein Anruf von Sebastian' und das Buch 'Er hieß Jan'. Zurzeit schreibt sie aber Bücher für Erwachsene.
Inhalt:
Das Buch 'Er hieß Jan' von Irina Korschunow spielt in der Zeit des Zweiten Weltkrieges.
Es wird die Geschichte der 17- jährigen Regine erzählt. Der Vater kommt im Krieg um. Die Mutter von Regine ist alleinerziehend und sehr arm. Die Familie kann sich kaum etwas leisten. Um Geld zu verdienen, sammelt Regines Mutter getragene Pullover und strickt aus der alten Wolle neue Kleider.
Als Regine an ihrem Geburtstag wieder einmal zum Gärtner Steffens gehen soll , um Sachen zu tauschen, lernt sie dort den polnischen Zwangsarbeiter Jan kennen. Weil sie aber bis dahin eine überzeugte Nationalsozialistin ist, hält sie Jan für einen 'Untermenschen' , mit dem sie nichts zutun haben möchte. Regine erzählt dem immer betrunkenen Steffens während des Besuches von ihrem Geburtstag. Er läd Regine und Jan zu einem Gläschen Schnaps ein. So lernen sich Regine und Jan doch näher kennen und es beginnt eine Liebesgeschichte, in deren Verlauf Regine ihre nationalsozialistisch geprägte Einstellung verliert.
Beide treffen sich nachts heimlich in der Scheune, in der Jan wohnt. Dort reden sie miteinander über ihre Alltagsprobleme.
Eines Tages jedoch kommt das heimliche Treffen nicht mehr zustande.
Ein Unbekannter, der von dem Treffen erfahren hat, verrät das Liebespaar an die Gestapo. Beide werden festgenommen.
Regine bekommt als Strafe das Haar geschoren und wird als 'Polenhure' bezeichnet. Sie soll ins Gefängnis. Was mit Jan passiert, erfährt man nicht.
An dem Tag, als sich Regine im Gefängnis meldet, ist wieder einmal Fliegeralarm.
Deshalb wird sie nicht im Gefängnis aufgenommen. Um sich in Sicherheit zu bringen, flüchtet Regine zum Henningshof, der 18 km entfernt liegt.
Dort wird sie von Gertrud und deren Mutter, der Bäuerin des Henningshofes, aufgenommen. Auf dem Hof wohnt auch noch Maurice, ein französischer Kriegsgefangener. Die drei verstecken Regine in einem kleinen Zimmer.
Sie darf nicht hinaus. Regine beschäftigt sich also mit Gedichten und mit der Chemie, denn sie möchte - wie ihre Lehrerin - einmal das Fach Chemie studieren.
In ihrem Zimmer denkt Regine zurück an ihre Mutter und ihren Vater. Sie denkt an ihre Erlebnisse und mit ihren Gedanken werden viele Erinnerungen wieder wach.
Regine denkt an ihren Geburtstag, an dem sie Jan kennenlernte. Auch damals war gerade wieder Fliegeralarm. Und Regine erinnert sich an die Weißkopfs, eine sehr edle und reiche Familie, die einmal gefragt hatte, ob sie mit dem Sohn der Weißkopfs private Tanzstunden nehmen wolle. Das war für Regine eine besondere Ehre.
Regines Mutter hatte ihr extra aus Gardinen ein Kleid genäht und Regine denkt zurück, dass der Sohn der Weißkopfs in sie verliebt war.
Als beide am Abend, bevor er wieder in den Krieg ziehen mußte, einen Spaziergang machten, wollte er Regine zum Abschied küssen. Sie wies ihn jedoch ab.
Am nächsten Abend kam dann die Nachricht , dass er tot sei.
Viele weitere Dinge gehen Regine in ihrem kleinen Zimmer durch den Kopf. So erinnert sie sich daran, dass ihre Eltern, als sie noch klein war, zu den Großeltern gezogen waren, weil sie kein Geld hatten. Regines Vater hatte seine Arbeit verloren.
Die Großmutter war nicht besonders nett zu ihrer Enkelin. So empfand es jedenfalls Regine. Vor allem legte die Großmutter großen Wert darauf, dass alles stets aufgeräumt war. Regine war jedoch als kleines Kind noch nicht so ordentlich.
Die Großeltern hatten einen großen Garten und Regine mußte bei der Pflege helfen.
Einige Jahre später fand der Vater von Regine eine Arbeitsstelle in einer Fabrik und die Familie zog wieder in eine eigene Wohnung.
Der Großvater war Schreiner und baute die Möbel für die neue Wohnung .
Bald darauf starb er.
Regine muß noch einige Zeit mit ihren Erinnerungen in dem kleinen Zimmer leben, doch das schicksalhafte Leben soll für sie noch weitergehen.
Die Bäuerin, die sie so gut aufgenommen hatte, stirbt. Auch deren vier Kinder kommen ums Leben.
Regine ist zum Ende des Weltkrieges froh, dass sie es überlebt hat.
Sie denkt immer noch an Jan und fragt sich, ob er wohl noch lebt und wie es ihm geht.
Maurice hatte ihr zwar gesagt, dass es noch andere hübsche und nette Jungen gäbe, aber Regine will nur ihren Jan wiedersehen.
Ob es ihr gelingt...?
Meine Einschätzung:
Die Erzählung erzählt sehr eindrucksvoll das Leben der Menschen während des Zweiten Weltkrieges. Sie zeigt, dass die Menschen viele Schicksalsschläge erleiden mussten. So auch Regine.
Zunächst wird sie von ihrem Geliebten Jan - aus politischen Gründen - getrennt. Dann muss sie sich verstecken und lernt Maurice, Gertrud und die Bäuerin kennen. Aber auch von ihm wird Regine getrennt.
Ihre Eltern haben nicht viel Geld, Regine wechselt mehrfach die Wohnung und ist schließlich alleine auf sich gestellt.
Sie meistert jede Lebenssituation, in der Hoffnung, dass sie einmal ihren Jan wiedersehen kann.
Ich finde das Buch sehr ansprechend .
Es ist jedoch stellenweise schwer, den Inhalt zu verstehen, da die Autorin zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit in den Erzählungen wechselt.
Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und zeigt, wie gut die Menschen heute im allgemeinen leben.
Julia Finkenauer (7a)
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