Christine Nöstlinger: Maikäfer flieg!
Christine Nöstlingers "Maikäfer flieg!" ist ein Buch über die Freundschaft in schweren Zeiten.
Christel, ein achtjähriges Mädchen, lebt in Wien im Bezirk Hernals. Die Geschichte spielt in der Zeit von 1944 bis ungefähr 1945.
Regelmäßig gibt es in Wien Fliegeralarm. Im Luftschutzkeller wartet Christel mit ihrer Familie auf die Entwarnung. Das Mädchen ist bereits an die Schrecken des Krieges gewöhnt. Sie wohnt mit ihren Eltern, der älteren Schwester und den Großeltern im gleichen Haus. Der Vater ist noch im Krieg.
Durch einen Bombenangriff wird das Haus zerstört. Die Küche ist nur noch zur Hälfte da und ein Zimmer, das übrig blieb, hat einen dicken Riss in der Decke. Die Gerüchte um die Ankunft der Russen verstärken sich. Nazi-Anhänger fliehen, unter ihnen auch die reiche Frau von Braun. Christels Familie darf auf deren leerstehende Villa aufpassen. Oma und Opa bleiben im alten Haus. Auch die Schwiegertochter von Frau von Braun zieht mit ihren zwei Kindern Gerald und Hildegard in die Villa ein. Die unterschiedlichen Villenbwohner kommen gut miteinander aus.
Die Kinder genießen ihre Freiheit und zur Schule müssen sie auch nicht. Während des Krieges gibt es nur wenig zu essen, doch die Kinder finden in einer verlassenen Villa Gläser mit eingewecktem Obst und Fleischgerichten. Ein
Schatz in der damaligen Zeit.
Eines Tages kommt es zum Einmarsch russischer
Soldaten. Auch in die Villa von Frau von Braun quartieren sie sich ein. Die Angst der Bevölkerung vor den Russen ist groß, doch Christels Familie wird von ihnen in Ruhe gelassen. Christel lernt den Koch des russischen Truppenteils näher kennen. Er heißt Cohn und sie beginnt sich mit ihm anzufreunden. Christel liebt den hässlichen, kleinen Koch mit der dicken
Brille. Sie wird für ihre Freundschaft gehänselt, aber sie liebt ihn auf ihre Art, weil er ein Soldat ohne Gewehr und Pistole ist. Seine Uniform besteht nur noch aus Lumpen und er hat so gar nichts an sich, was mit dem Krieg zu tun hat. Cohn erzählt ihr viel aus seiner Heimatstadt Leningrad und Christel erzählt von ihrer Oma, die sie nun nicht mehr sehen kann wegen der
russischen Soldaten überall.
Eines Tages versteckt sich Christel in Cohns Pferdewagen, als er wegen seiner kaputten Brille in die Stadt muss. Er bringt sie zu den geliebten Großeltern. Am nächsten Morgen wird sie von ihrem Vater abgeholt. Cohn ist als Deserteur zu Unrecht verhaftet worden. Nach Abzug der Russen zieht die Familie wieder nach Wien zurück. Christel ist darüber nicht glücklich...
Zur Autorin:
Christine Nöstlinger wurde am 13. Oktober 1936 in Wien geboren, im Bezirk Hernals. Ihr Vater war Uhrmacher und ihre Mutter Kindergärtnerin. Zu ihrem Vater hatte Christine immer ein sehr gutes Verhältnis. Sie besuchte das Gymnasium
und machte ihr Matura (so heißt das Abitur in Österreich). Zuerst wollte Christine Malerin werden, aber dann studierte sich Gebrauchsgrafik. Einige Jahre arbeitete sie in diesem Beruf, bis sie den Journalisten Ernst Nöstlinger heiratete und zwei Töchter bekam. Heute lebt sie abwechselnd in Wien und auf einem Bauernhof in Niederösterreich. Zum Schreiben kam
Christine Nöstlinger, weil es ihr zu Hause mit den beiden Kindern langweilig war: Sie begann einfach damit, ein Kinderbuch zu malen und zu schreiben.
Eine ganze Reihe ihrer Geschichten hat Christine Nöstlinger selbst illustriert und bei einigen anderen Büchern stammen die Bilder von ihrer Tochter, die ebenfalls Christine heißt.
Berühmte Jugendbücher von ihr sind: Wir pfeifen auf den Gurkenkönig; Wie ein Ei dem anderen; Zwei Wochen im Mai.
Persönliche Einschätzung:
Mir gefällt das Buch "Maikäfer flieg!", weil die Hauptperson, das 8-jährige Mädchen, keine Angst vor dem Krieg zeigt. Es freundet sich mit dem russischen Soldaten an. Eine Freundschaft, die es unter der ständigen Bedrohung des Krieges und dem Kampf im täglichen Leben eigentlich gar nicht
geben kann. Dieses Buch macht Hoffnung und zeigt, dass manchmal nur Kinder in ihrer naiven, kindlichen Art vorurteilsfrei Freundschaften knüpfen können.
Die autobiographisch beeinflusste Geschichte war interessant zu lesen, manchmal sehr witzig, da auch öfters etwas Lustiges darin passierte.
Eva-Maria Kramer (7a)
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