Heidi Hassenmüller: Majas Macht
Schlank, gut aussehend, intelligent und der Schwarm aller Jungenträume zu sein - wohl der Traum aller dreizehnjährigen Mädchen. Kein Thema, über das sich Maja Sorgen machen muss, oder doch?
Denn kurz nach ihrer ersten Regel schwillt ihre Oberweite wie ein Luftballon an und auch ihr Po wird zu einer scharfen Kurve. Und das ausgerechnet Maja - immerzu schlank, zart und perfekt. Einfach etwas besonderes. Mit fünf Jahren konnte sie schon schreiben und lesen und war der ganze Stolz ihrer Eltern. Doch jetzt findet sie sich nur noch fett und hässlich, ihre monatliche Menstruation findet sie widerlich und fühlt sich machtlos über ihren Körper.
Aber nicht nur bei Maja liegen Veränderungen vor, auch ihrem Vater geht es nicht besonders gut. Seine vielen Überstunden machen es ihm nicht sehr leicht und wofür das ganze? Aus Angst, dass man ihm einen Jüngeren vor die Nase setzt und er seinen Job verliert. Genauso wie Maja will er nicht sehr viel essen, doch nicht weil er sich dick und unattraktiv fühlt. Es ist eher sein Bauch, der ihm in letzter Zeit sehr zu schaffen macht. Zum Arzt gehen will er auch nicht. Allmählich werden seine Bauchschmerzen schlimmer und er wird praktisch gezwungen zum Arzt zu gehen. Nun stellt sich heraus: In ihm wächst ein Krebsgeschwür heran. Kurze Zeit später ist Majas Vater ans Bett gefesselt. Heilungschancen gibt es keine mehr, dafür ist es zu spät. So muss Maja Tag für Tag mit ansehen, wie ihr Vater mit dem Tod kämpft. In dieser Phase hilft sie besonders im Haushalt mit, um ihrer Mutter weitere Belastungen abzunehmen, wobei man hinzufügen muss, dass sie noch nie die Faulste war. Ihr kleiner Bruder ist ein Spätentwickler: Mit zwei Jahren war er immer noch feucht. Er bekommt schnell Wutanfälle und kann sich sehr schlecht konzentrieren, er wird in dieser Zeit bei seinem besten Freund Peter bleiben.
Nach etwa drei Monaten langer Qual stirbt Majas Vater. In dieser Nacht schließt sich ihre Mutter in das Totenzimmer mit ihrem verstorbenen Mann ein. Und Maja? Diese steht die ganze Zeit im dunklen und kalten Flur und klopft einige Zeit wie eine Verrückte an die Tür. Doch keinen Laut von ihrer Mutter. Einsam und verletzt setzt sie sich auf die Treppe und wartet dort bis zum nächsten Morgen. Endlich kommt ihre Mutter heraus. Sie sieht so aus wie immer, keine Spur von Kummer. Beim Vorbeigehen ihrer Tochter sagt sie nur kühl: ,,Du kannst dich jetzt von deinem Vater verabschieden."
Und so beginnt eine schreckliche Phase für Maja. Sie fühlt sich immer dicker und allein. Bald auch schon hat sie sich eine bestimmte Anzahl von Kalorien vorgesetzt, jeden Tag nur 500 kcal. Wo sie vorher zwei Äpfel gegessen hat, isst sie jetzt nur noch einen halben Apfel. Maja rechnet ihre Mahlzeiten genau aus, sie isst sogar den ganzen Tag gar nichts, um beim Abendessen nur ein bisschen mit zu essen. So dass ihre Mutter bloß keinen Verdacht schöpft, doch das würde ihr auch so gelingen. Denn ihre Mutter hat sich sehr verändert! Sie achtet gar nicht mehr auf Maja, kaum als sie ihrem Bruder Leonard einen Computer gekauft hat, ist sie überzeugt von seiner neuen Gabe. Inzwischen hat sich Maja bei einer Größe von 1 Meter und 70 Zentimeter auf regelrechte 60 kg abgemagert, dabei aber ständig im Kampf gegen den Hunger. Doch jedes Mal wenn ihr Magen wieder anfängt zu knurren, denkt sie immer: ,,Ich bin stärker!" Schließlich findet sie, dass sie immer noch zu fett ist und beschließt die Prozedur weiter zu begehen. Um noch mehr abzunehmen, geht Maja von nun an jeden Morgen vor der Schule Zeitung austragen. So geht es eine Weile weiter, bis sich ihre Sportlehrerin Frau Mattowich ernsthafte Sorgen um sie macht. Im Krankenzimmer zwingt sie Maja auf die Waage und sieh an - 51 kg. Maja ist ganz aus dem Häuschen, stolz auf sich selbst betrachtet sie ihren Körper und denkt, sie müsste noch weiter abnehmen. Frau Mattowich informiert umgehend Majas Mutter und diese - völlig erstaunt - schickt sie dann zum Doktor. Dieser gibt Maja nach der Untersuchung einen Zettel mit einigen Symptomen, da Maja immer beteuert, es gehe ihr gut. Wenn diese verschiedenen Symptome mehr als fünf Mal vorkämen, sei sie magersüchtig. Maja sieht sich den Zettel an und steckt ihn zunächst weg, doch am Abend nimmt sie ihn noch einmal heraus und kreuzt an. Elfmal sind die genannten Symptome bei ihr zugetroffen und Maja beginnt sich einige Gedanken machen.
War das der entscheidende Akt?
Wird Maja Hilfe suchen oder nimmt sie weiter ab?
Wenn ihr es wissen wollt, lest das Buch doch einfach selbst!!!
Dieses Buch von Heidi Hassenmüller erzählt eine Geschichte von einem Mädchen, das abnimmt, weil sie sich nicht mehr beachtet fühlt. Von Tag zu Tag wird sie immer dünner und hat am Ende gar nicht gemerkt, dass sie ernsthaft krank ist. Deshalb wurde dieses Buch wahrscheinlich als eine Warnung an alle jungen Mädchen geschrieben. Nicht zu vergessen die Knaben, denn auch immer mehr Jungs mageren sich ab. Dabei laufen die meisten nur der Mode nach, da schlank sein, sehr in der Mode liegt.
So nehme ich dieses Buch mit sehr großer Begeisterung entgegen. Ich finde es sehr altersgemäß und es hat mich selbst zum Nachdenken gebracht, wie Magersucht heutzutage zu einer der häufigsten Krankheiten bei Jugendlichen gehört. Also nie vergessen: Es nützt nichts, sich abzumagern für einen hübschen boy oder sich irgend etwas aufzuschlitzen, weil es beruhigt. Denkt lieber an eure Gesundheit und lauft nicht den neusten Trends hinterher, denn irgendwann wird auch dies aus der Mode sein!!!!
Bengisu Dogan (7a)
zurück zur Übersicht
|