Franz Führmann: "Das Nibelungenlied"

Das Nibelungenlied ist  eines der wichtigsten Heldenepen der deutschen Literatur. Es wurde im 12. Jahrhundert von einem unbekannten Dichter in Versform auf Mittelhochdeutsch verfasst. Das Buch lebt nicht von der Spannung, ist allerdings allein wegen seiner Bedeutung in der deutschen Literatur absolut lesenswert. Die Nibelungennot handelt von dem tapferen Helden Sigfrid, welcher im ersten Teil der  zweiteiligen Sage hinterlistig ermordet wird. Im zweiten Teil  geht es um Kriemhild, seine Frau, die Sigfrids Ermordung mit dem Untergang des mächtigen Geschlechts der Burgundenkönige rächt.

Sigfrid, ein Held, der schon in vielen Kämpfen seine Tapferkeit bewiesen hat, lebt in Niederlanden am Rhein. Eines Tages hört er von der schönen Kriemhild, welche mit ihren drei Brüdern Gunther, Gernot und Giselher in Burgunden, zu Worms am Rhein lebt .Er beschließt eines Tages, dorthin zu reisen und Kriemhild zu freien. Da seine Taten, unter anderem der Sieg gegen den Drachen und seine Unverwundbarkeit, bekannt sind, wird er herzlichst empfangen. Einige Tage später kommt eine Botschaft ins Land, die verkündet, dass Lüdeger und Lüdegast das Land der Burgunden mit Krieg überziehen wollen und um seine Treue und Freundschaft zu beweisen, besiegt Sigfrid die Angreifer und verweilt noch länger im Schloss. Bei einem Feste, das bald daraufhin stattfindet, begegnet er zum ersten Mal Kriemhild und ist sofort von ihrer Schönheit angetan. So verspricht ihm Gunther, es sei ihm gestattet, sie zur Frau zu nehmen, wenn Sigfrid ihm helfe, Brünhild, eine stolze, schöne und sehr starke Walküre, die jeder Bewerber in einem Wettkampf besiegen müsse, zu erwerben. Beide machen sich auf den Weg zu ihr und gleich bei ihrer Ankunft wird alles zum Wettkampf vorbereitet. Mit Hilfe Sigfrids, der mit seiner Tarnkappe, welche er bei dem Zwerg Alberich erworben hat, unsichtbar hinter Gunther tritt, besiegen sie schließlich Brünhild und treten zusammen mit ihr die Heimreise an. Dort angekommen findet auch bald die Hochzeit der beiden Recken statt. Da Gunther vorgegeben hatte, Sigfrid sei nur sein Dienstmann, kommt es in der Nacht zu einem Konflikt zwischen Gunther und seiner Gemahlin, da diese wissen will, was es mit der Hochzeit von Kriemhild auf sich habe. Als Gunther sich ihr nähern will, wird er von ihr an einem Nagel an der Wand aufgehängt. Wieder löst Sigfrid das Problem mit seiner Tarnkappe. Schließlich ziehen Sigfrid und Kriemhild nach Niederlanden und als sie dort ankommen, erhält Sigfrid die Herrschaft über das Land. Bald darauf bekommt Kriemhild ein Kind. Auch Brünhild und Gunther bekommen einen Sohn. Die Zeit vergeht und auf Brünhilds dringenden Wunsch hin, lädt Gunther die beiden ein. Als Kriemhild und Brünhild zur Versperzeit zusammen sitzen, kommt es zum Streit, der später beim Kirchgang damit endet, dass Kriemhild ihr aus Stolz, Leichtsinn und Angeberei die Wahrheit erzählt. Obwohl sich Sigfrid bei Brünhild und bei Gunther wegen des Verhaltens seiner Frau entschuldigt, meint Hagen, ein treuer Vasall Gunthers, dieses Benehmen müsse gerächt werden und so schmiedet er einen Mordplan: Er gibt vor, Lüdeger und Lüdegast wollten wieder Krieg und so bittet er um Sigfrids Hilfe. 

Aus Angst, Sigfrid könne etwas zustoßen, vertraut Kriemhild Hagen Sigfrids verwundbare Stelle an, wo ihm beim Baden im Drachenblut, welches die Haut hörnern macht, ein Blatt hingefallen war. Unter dem Vorwand, dass Lüdeger und sein Bruder doch keinen Krieg mehr wollten, veranstaltet man eine Jagd, bei der Sigfrid, während des Trinkens aus einer Quelle, von hinten von Hagen hinterhältig erstochen wird. Dieser sinkt schließlich tot zu Boden. Kriemhild, bereits von Alpträumen geplagt, findet am nächsten Morgen Sigfrid tot vor ihrer Tür. Auch eilen sofort Sigfrids Vater mit seinen Mannen ins Land, welches sie allerdings ohne Kriemhild verlassen, da diese beschlossen hat, bei ihren Verwandten zu bleiben. Da Hagen Angst hat, Kriemhild könnte mit dem freigiebigen Verschenken des Nibelungenhortes, eines riesigen Schatzes, den Sigfrid erworben hatte, große Scharen in ihrem Dienste gewinnen und er dies als gefährlich für die Burgunden ansieht, stiehlt er den Schatz und versenkt ihn eines Nachts im Rhein. 

Hier beginnt der zweite Teil des Heldenepos: Kriemhilds Rache. Eines Tages kommt es dazu, dass der mächtige Hunnenkönig Etzel um die Hand Kriemhilds anhält, da seine Frau vor kurzer Zeit verstorben ist. Nach langem Überreden Rüdegers, einem sehr treuen Boten und Dienstmann des Etzel, willigt die vom Rachegedanken besessene Kriemhild ein. Viele Jahre später lädt Kriemhild ihre Verwandten zu einem Fest nach Ungarn ein, um Rache an ihrem verstorbenem Mann zu nehmen. Erfreut durch die Ankunft ihrer Verwandten, berichtet sie ihren Dienstmännern, welches Leid ihr angetan wurde.

Trotz erstmaligem Zögern stürzen beide Geschlechter bei einem Fest aufeinander. So nimmt das Unglück seinen Lauf und unschuldige Männer sterben, so wie Rüdeger und  Giselher. Am Ende sind unter den wenigen Überlebenden Hagen, Gunther und Etzel mit seinem Ergebenen Hildebrand übrig. Auf den Befehl Kriemhilds werden Hagen und ihr Bruder Gunther getrennt eingesperrt. Dann begibt sie sich zu Hagen und sagt, wenn er bereit sei, ihr den Schatz zurückzugeben, so wolle sie ihm das Leben lassen. Auch nachdem Kriemhild mit dem Kopf Gunthers zurückkommt, will er nichts sagen und so findet er ebenfalls seinen Tod durch Kriemhild. Etzel ist des Anblickes Leid und Hildebrand zieht sein Schwert und tötet sie, da er Hagen rächen will, denn er meint, nicht einmal Hagen habe den Tod durch die Hand einer Frau verdient. In Blut und Tränen, mit dem Tod an etlichen Unschuldigen, geht das Fest zu Ende.

Marion Schullerus (8d)                                                                   zurück zur Übersicht