Karlhans Frank: Süchtig nach Satan - Steil ist der Weg aus der Hölle

"Leicht rutscht man hinein, aber steil ist der Weg aus der Hölle"... Das muss Sarah schmerzhaft und am eigenen Leib erfahren. Karlhans Frank erzählt die Geschichte der 15jährigen von ihrer Aufnahme in die Gruppe des selbsternannten Satanspriester Markus bis zu dem Punkt, an dem sie erkennt, dass sie keinen Satan braucht, um glücklich zu sein.

Sarah fühlt sich von ihrer Mutter und ihrem religiösen Vater allein gelassen. Da kommen ihr Markus und seine Satansjünger gerade recht. Am Anfang noch unentschlossen, dann aber mit immer größerer Überzeugung, stürzt sie sich in den Satanskult. Sie klaut die Kerzenkasse in der Kirche und schändet eine Bibel, um in die Gruppe der Satanisten aufgenommen zu werden. Fortan heißt sie für diese Haras, was rückwärts gelesen Sarah bedeutet, und geht nachts mit Markus und seinen Jüngern auf den Friedhof, wo sie Gräber verwüsten, Tiere töten und deren Blut trinken und wo schließlich, um sie komplett zu einem "Kind Satans" zu machen, auch ihre Entjungferung stattfindet.

Doch an Halloween wollen die Satanisten ein ungetauftes Baby zu Tode quälen. Dirk soll das Baby besorgen, da in seiner Nachbarschaft vor kurzem eine Türkin ein Baby bekommen hat. Zusammen mit Zora, die schon früher aus dem Satanskreis ausgestiegen ist, will Sarah versuchen, dies zu verhindern. Die beiden klauen das Baby, bevor Dirk es in die Finger bekommt. Zora und Sarah bringen das Baby zu Sarahs Oma, die sich um das kleine Mädchen kümmert, während Sarah in der Schule und Zora auf der Arbeit ist. Die Zeitungen sind voll davon und alle denken, dass die Satanisten ihre Finger im Spiel und das Baby entführt haben, doch die sind natürlich vollkommen ahnungslos. Bei einer nachmittäglichen Versammlung in Markus' Zimmer kommt der die Nachforschungen leitende Kommissar Safranski, schreibt sich alle Namen und Adressen auf und bestellt sie für den nächsten Tag ins Präsidium. Dort werden sie ausgefragt, doch das Baby bleibt verschwunden. Doch immer, wenn einer der Satanisten sich auf der Straße oder sonst wo blicken lässt, werden sie mit kalten Blicken verfolgt. Die Eltern bekommen Drohbriefe von der Bevölkerung. Sarahs Eltern nehmen sie schließlich aus ihrer alten Schulte und sie zieht zu ihrer Großmutter und geht dort auf die Gesamtschule. Doch Sarah und Zora ist klar, dass sie das Baby nicht behalten können. Die Kleine wird gebadet, ihre Kleider gewaschen und dann wird sie in einer großen Tasche zu ihrer Mutter zurückgebracht. Zora und Sarah kommen ohne Strafe davon, doch tief in ihrer Seele sind sie stark angekratzt. Aber beide haben etwas gelernt: "Leicht rutscht man hinein, aber steil ist der Weg aus der Hölle."

Meine eigene Stellungnahme:

Mir persönlich gefällt der elliptische Stil des Buches nicht. An manchen Stellen sind keine vollständigen Sätze, z.B. "Sarah gehört dazu. Aber nicht ganz.". Außerdem zeigt das Buch in keiner Hinsicht die wirklichen Gefühle Sarahs. Es werden immer nur körperliche Symptome beschrieben: Ihr ist schlecht (o.ä.). Aber es wird nie beschreiben, was sie wirklich fühlt. Auch die anderen Figuren des Buches werden kaum mit ihren Gefühlen deutlich. In einem Satz wird erzählt, wie sie in den Satanskreis gekommen sind und in einem Satz wird am Ende gesagt, was mit ihnen passiert. Außerdem ist der Satanskult, um den es in dem Buch geht, eigentlich kein wirklicher Satanismus, sondern zum größten Teil ein selbsterfundener Kult. Um ein wirklich gutes Buch zu schreiben, sollte man sich gerade bei solchen Themen genau informieren, eventuell bei ehemaligen Satanisten oder anderen, die sich wirklich mit diesem Thema befassen. für das Buch scheint mir nicht gut genug recherchiert worden zu sein.

 

Lisa Külzer                                                                  zurück zur Übersicht