Klaus Kordon: Tage wie Jahre (II)

Im zweiten Teil der Trilogie von Klaus Kordon geht es um einen zehnjährigen Jungen namens Frank, der mit seiner Mutter und seinem Stiefvater im sowjetischen Teil Berlins wohnt.

Frank sitzt mit seinem besten Freund Kalle in Herrn Mucks Friseurladen und wartet darauf, dranzukommen. Normalerweise geht er gerne zu Herrn Muck, denn diese andere Welt, in die er sich versetzt fühlt, gefällt ihm. Trotzdem besucht er den Laden oft nur mit gemischten Gefühlen, denn Herr Muck verpasst allen Kindern immer den gleichen Harrschnitt: halblang, Fasson. Bis jetzt hat Frank immer nur genickt, wenn Herr Muck gefragt hat :" Wie immer ?" Heute jedoch will er protestieren. Er will einen Igel. Denn so kann ihn Herr Karusseit, sein Klassenlehrer, nicht an den Haaren aus der Bank ziehen, wenn Frank mal wieder unaufmerksam ist. Es war Franks Idee und er hat die ganze Klasse dazu überredet, das gleiche zu tun. Nachdem Frank und Kalle fertig sind, gehen sie noch ein Stück zusammen nach Hause. An der Stelle, an der sich ihre Wege kreuzen, verabschieden sie sich und Kalle bedankt sich dafür, dass Frank ihm den Friseur bezahlt hat. Kalles Mutter hat nicht genug Geld, denn Kalle hat noch sieben Geschwister.

An Herrn Bessels Schuhgeschäft trifft er Hotte, der gerade von der Arbeit kommt. Hotte erzählt ihm, dass sie einen Arbeitsstreik gemacht hätten, weil sie nicht genügend Lohn bekommen. Mittlerweile sind sie an Hottes Wohnung angekommen und Frank geht alleine weiter. Als er zu Hause ankommt, hört er Herrn Karusseit bei seiner Mutter. Jetzt weiß er, dass er entgültig sitzen bleibt. Leise geht er in sein Zimmer und sieht nach seinen Fröschen, Fischen, Eidechsen, Mäusen und nach seiner Schlange. Dann hört er Schritte. Seine Mutter kommt. Die Mutter sieht seine neue Frisur, sagt aber nichts. Frank hatte recht. Er bleibt sitzen. Aber seine Mutter schimpft nicht einmal. Sie schaut ihn nur vorwurfsvoll an.

Am nächsten Tag in der Schule hat der Igel die gewünschte Wirkung und Herr Karusseit ärgert sich sehr. Nach der Schule geht Frank oft zu Kalle, so auch heute. Bei Kalle wissen sie nicht, was sie machen sollen. Also entschließen sie sich, ein bisschen mit der S-Bahn zu fahren. Als sie am Bahnhof ankommen, stellen sie fest, dass kein Schalter in Betrieb ist. Für Frank ist alles klar - die S-Bahner streiken. Sie entschließen sich zu laufen. Sie laufen gerade an den Gleisen entlang, als sie auf einmal bemerken, dass von hinten eine Bahn kommt - und sie fährt auch noch in ihre Richtung! Sie stellen sich auf die Gleise, bis die Bahn hält und steigen ein. Als sie aussteigen, sehen sie schwarze Rauchwolken am Alexanderplatz. Interessiert laufen sie los, halten sich - kaum angekommen - jedoch im Hintergrund. Die Leute demonstrieren für freie Wahlen. Das Feuer interessiert sie jedoch nicht. Als nichts weiter passiert, gehen sie zum Potsdamer Platz. Auf dem Weg begegnen sie einer Reihe russischer Soldaten in Begleitung einiger Panzer. Frank hat Angst. Auf dem Potsdamer Platz ist schon eine größere Menge Menschen versammelt. Als die Panzer kommen, bücken sich einige Leute und schmeißen Steine nach ihnen. Frank und Kalle lassen sich einfach mitreißen. Sie erleben noch viel auf dem Potsdamer Platz und als Frank zu Hause ankommt, fällt ihm seine Mutter erst einmal in die Arme. Sie hatte erfahren, wo sich ihr Sohn aufhält und hatte sich sehr um ihn gesorgt. Sie macht ihm etwas zu essen und schickt ihn dann ins Bett. Morgen muss er nach Westberlin, um Medikamente für seine Mutter, die immer kränker wird, zu kaufen.

Die nächsten Tage verbringt Frank zu Hause oder in der Schule. Er hat keine Zeit, sich mit Kalle zu verabreden, denn er muss sich um die Mutter kümmern, der es immer schlechter geht. Als Frank einmal von der Schule nach Hause kommt und nach seinen Tieren gucken will, erschrickt er. Alle sind weg. Nur die leeren Terrarien stehen noch am selben Platz. Das war bestimmt Onkel Willi, denkt sich Frank. Auf dem Hof findet er nach langem Suchen nur die Kröte Timur. Er entschließt sich, ihr die Freiheit zu schenken und bringt sie zum nächsten Teich. Als er nach Hause kommt, kann er die Mutter nicht finden. Er geht zu Onkel Willi und der sagt ihm, dass die Mutter ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Sie ist zusammengebrochen und liegt jetzt auf der Intensivstation. Drei Tage später stirbt die Mutter und fünf Tage danach wird sie beerdigt.

Mir persönlich hat das Buch gut gefallen. Man kann sich sehr gut in Frank hineinversetzen, deshalb fand ich es auch besonders traurig, als seine Mutter starb. Man sollte jedoch erst den ersten Teil der Trilogie lesen, da alle Teile sehr zusammen hängen. Es werden viele Fremdwörter genannt, die jedoch im Anhang erklärt werden. Ich habe schon mehrere Bücher von Klaus Kordon gelesen und fand sie alle gut.

 

Corinna Romig (7a)                                                                 zurück zur Übersicht