Pompei (NA), die antike römische Stadt

ItalienPompei (N40.751°/E14.495°, deutsch: Pompeji) ist eine kleine Stadt am Golf von Neapel in Italien. Sie liegt direkt am Fuß des Vulkans Vesuvio (Vesuv), 190km süd-östlich von Rom, 20km süd-östlich von Napoli (Neapel), 15km nord-östlich von Sorrento (Sorrent) und 25km nord-westlich von Salerno.
  Pompei, Forum mit Vesuv
Pompei ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der römischen Zivilisation und zeigt uns heute, wie vor 2000 Jahren das alltägliche Leben, die Kunst, die Sitten und die Berufe waren. Im Jahre 79 n.Chr. brach der Vesuv aus und Pompei wurde von einer etwa 5-8 Meter hohen Ascheschicht bedeckt. Unter dieser Ascheschicht blieb uns deshalb die Stadt bis zum heutigen Tage erhalten.


Die beiden folgenden kleinen Geschichten erzählen von Kaiser Nero, der das römische Reich ab 54 n.Chr. regierte:

64 n.Chr. brannte Rom. Bis heute ist unklar, warum dieser Brand ausbrach. Die antiken Quellen widersprechen sich hier. Lediglich der Schriftsteller Sueton, ein erklärter Feind Neros, gibt Nero die Schuld, während Tacitus objektiver ist und von einem Gerücht spricht. Brände gab es in Rom immer wieder.
68 n.Chr. starb Nero mit 31 durch Selbstmord. Seine Nachfolger waren Vespasian (69-79) und Titus (79-81).


Im Jahre 79 n.Chr. wurden Pompei und die Nachbarorte Herculaneum (heute Ercolano) und Stabiae durch eine gewaltige Vesuv-Eruption vernichtet. Und das spielte sich damals wie folgt ab:

Die erste Explosion machte den verstopften Krater wieder frei. Man muss sich das so vorstellen, als ob von einer Sektflasche der Korken wegfliegt. Eine riesige Rauch-, Staub- und Bimssteinwolke bildete sich. Gipsabdrücke von 79 n.Chr. umgekommenen Pompejanern Diese Masse wurde etwa 15km hoch geschleudert. Als die heißen Bimssteine und die Asche Pompei erreichten, erstickte der größte Teil der Bevölkerung an Gasen. Die weiteren Explosionen sorgten schließlich dafür, dass die Stadt unter einer 5-8 Meter dicken Ascheschicht begraben wurde. Innerhalb von 19 Stunden, so schätzt man, wurden 4 km³ Material herausgeschleudert.

Die Bewohner des benachbarten Herculaneums traf ein ganz anderes Schicksal: Durch günstige Windverhältnisse gelangten keine giftigen Gase in den Ort und die Bewohner wollten auf das Meer flüchten.Auf dem Meer fand aber starkes Seebeben statt (Erdbeben auf dem Wasser, hohe Wellen...). Deshalb konnten die Leute nicht in ihre Boote und sie mussten sich am Strand verstecken. Mit dem Vulkanausbruch kamen sehr schwere Regenfälle, und die Asche an den Hängen des Vulkans bildete sich zu einer riesigen Schlammlawine, die Herculaneum und seine Bewohner bis zu 20 Meter unter sich begrub.


Im Jahre 1748 begannen die Ausgrabungen. Unter einer meterhohen Ascheschicht kam im Laufe der Jahre eine ganze Stadt zum Vorschein. Man fand mehrstöckige öffentliche Gebäude, Tempel, unzählige Läden und Tavernen (Gastwirtschaften). Und auch die Einrichtungen in den Häusern und Geschäften und die Plakaten an den Wänden geben uns ein faszinierendes Bild von dem damaligen Alltag.

Es gibt herrschaftliche Patriziervillen und auch bescheidene Häuser, in denen mehrere Familien wohnten. Die Wohnstätten der Bauern hingegen sind um den Garten oder ein kleines Feld herum angelegt. Am Stadtrand liegen die "Lupanari", die als Freudenhäuser für Matrosen und Leute auf der Durchreise dienten.
In den Häusern sind Möbel, Hausrat, Silber- und Goldgegenstände, Werkzeuge, Geschirr, Bronze- und Tonlampen und Essen jeder Art erhalten geblieben. Außerdem findet man Schmiedewerkstätten, Lebensmittel- und Gemüsegeschäfte und Theken für den Getränkeausschank.

Silen-Gesicht aus Casa dei VettiiBemerkenswert sind die einmaligen Malereien. Ohne diese Funde in Pompei wüssten wir heute nicht so viel über die römischen Malereien. Reichhaltig ist auch die Dokumentation zur Bauweise und zur Entwicklung der Wohnhäuser. Die ausgegrabene Stadt stellt also ein außergewöhnliches historisches Zeugnis der römischen Zivilisation dar; die Erinnerung an die Vergangenheit.

Und obwohl man nun schon 250 Jahre lang die Stadt ausgräbt, hat man noch nicht alles freigelegt. In den heutigen Tagen steht jedoch der antiken Stadt ein zweiter Untergang bevor: Wegen leeren Staatskassen kann das Kulturdenkmal Pompei nicht richtig erhalten werden - es zerfällt langsam.

ich  © Juni 1998  Tanja Bug  email to Tanja Bugtanja002@arcor,de   Stand: 01.01.2005   Seiten-Statistik (seit Januar 1999) - 12066
http://home.arcor.de/tbug/italia/pompei.htm


  ... und noch ein Tipp:   Wandertour von Pompei über Vàlico di Chiunzi an die Amalfische Küste