Galaxien und Gasnebel

1. Aufnahmen vorbereiten

2. Deepsky-Aufnahmen

3. Nachbearbeitung

4. Galerie Nebel

5. Galerie Galaxien

 

Bis jetzt haben wir Aufnahmen mit einigen Minuten Belichtungszeit gemacht. Dies reicht sehr gut für die Abbildung von Sternen und Sternhaufen. Aber es gibt noch schwächere Objekte, die längere Belichtungszeiten erfordern: Galaxien und Gasnebel. Hier geht es um Belichtungszeiten von etwa 15 Minuten bis über eine Stunde. Außerdem sind die Objekte nicht sehr groß, es geht also um Brennweiten von 300mm (Teleobjektiv) bis 1200mm (Teleskop).  

 

Vorbereitungen

 

Der Hantelnebel (M27), Aufnahme mit Webcam, 250x20 sec

Aufnahmeverfahren

 

Bei diesen Objekten stößt man auf folgende Probleme:

 

  • Die Objekte sind mit bloßem Auge nicht sichtbar, also schwierig einzustellen
  • Die Nachführung muß sehr exakt sein, damit es nicht zu Strichspuren kommt
  • Windböen können zu Verwackeln des Bildes führen, die Gefahr steigt mit der Aufnahmedauer und Brennweite

 

Im Gegensatz zur chemischen Fotografie ist man bei digitalen Aufnahmen nicht darauf angewiesen, die Gesamtbelichtungszeit in einem Stück durchzuführen. Vielmehr ist man dazu übergegangen, mehrere kürzere Belichtungen zu machen und nachträglich mit einer geeigneten Software zu addieren. Wie lang die Einzelbelichtungen gemacht werden können, hängt von der Nachführgenauigkeit ab. Diese hängt von der Qualität der Montierung ab und ob man zusätzlich per Fadenkreuz oder Autoguiding nachführt. Man sollte auf jeden Fall prüfen, wie lang man ohne zusätzliche Nachführung belichten kann, also: wie lange kann man belichten, damit noch etwa 50% der Bilder scharf werden. Bei meiner Montierung sind das etwa 30 Sekunden. Ich mache zur Zeit keine weitere Nachführung, weil mir das zu umständlich ist. Um auf eine Stunde Belichtungszeit zu kommen, muss ich also 120 Bilder addieren. Das ist mit heutigen PCs kein Problem mehr. Da ich 50% Auschuss habe, muss ich also etwa 240 Aufnahmen machen. Die Brutto-Aufnahmedauer mit einer DSLR beträgt dafür etwa 2 Stunden, denn zur Aufnahmedauer kommt ja noch die Zeit für den Dunkelbildabzug. Mit einer modifizierten Webcam geht es schneller weil der Dunkelbildabzug später gemacht wird.   

 

Aufnahmegeräte


Geeignete Kameras sind digitale Spiegelreflexkameras für Langzeitbelichtungen modifizierte Webcams und natürlich spezielle CCD-Kameras für Astrofotografie. Am preiswertesten ist eine modifizierte Webcam.

Brennweite (mm) Kamera Bildbreite (Minuten) Bildhöhe (Minuten) Motiv z.B.
300 DSLR 270 180 Andromedanebel
500 DSLR 160 110 Orionnebel
1200 DSLR 67 45 M33
1200 Webcam 10,3 7,7 Hantelnebel


Vorbereitungen am Tag


Mit Hilfe eines Planetarium-Programms sollte man sich über die Aufnahmebedingungen informieren:

  • Wann endet die astronomische Dämmerung?
  • Wann ist Mondaufgang bzw. Monduntergrang? Bei Mondlicht sind keine Langzeitbelichtungen möglich.
  • Welche Objekte sind sichtbar und wann kulminieren sie? Bei der Höchststellung gelingen die Aufnahmen am besten, da der Weg des Lichts durch die Atmosphäre am kürzesten ist.
  • Wie kann ich das Objekt am Himmel finden?
  • Wie groß ist das Objekt? Mit dieser Information kann man über Brennweite und Kamera entscheiden. 

 

Außerdem sollte man den Wetterbericht lesen:

 

  • Windstärke
  • Cirrus
  • Wolken
  • Windrichtung (Ostwind bringt meistens trockene Festlandsluft)

 

Mit diesen Informationen spart man abends wertvolle Beobachtungszeit und ist vor Überraschungen einigermaßen sicher.

 

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