Sucherbeleuchtung
 |
|
Die beleuchtete Taukappe am 8x50 Sucher |
 |
|
Im Detail: links am Schutzbügel sieht man die rote LED |
Zum Anvisieren der Sterne gibt es verschiedene Sucher mit ihren Vor- und Nachteilen.
Sehr schön sind die einfachen Leuchtpunktsucher. Da sie nicht vergrößern und kein
Licht sammeln, wird das Ziel allerdings nicht sehr genau angepeilt und man kann
nur deutlich sichtbare Sterne einstellen. Damit sind sie prima verwendbar, wenn
man ein großes Bildfeld hat (DSLR) und mit Goto-Steuerung vom angepeilten Referenzstern
zum Deep-Sky-Objekt schwenken kann.
Auf der anderen Seite gibt es Sucher mit Linsen, die Licht sammeln und vergrößern.
Da das Sammeln des Lichts vom Objektivdurchmesser abhängt, ist 8x50 vorzuziehen
gegenüber 6x30. Diese Sucher haben in der Brennebene des Okulars ein Fadenkreuz,
mit dem man das Objekt sehr genau einstellen kann. Damit ist es kein Problem, auch
schwächere Objekte so einzustellen, dass sie auch im kleinen Bildfeld einer Webcam
erscheinen. Ein Nachteil der Konstruktion ist, dass gerade bei sehr dunklen Nächten
das Fadenkreuz nicht mehr erkennbar ist. Außerdem beschlägt die Objektivlinse nach
einiger Zeit.
Die Eigenbau-Lösung der beiden Probleme besteht in einer Taukappe, die durch eine
eingebaute Beleuchtung das Fadenkreuz sichtbar macht:
Zunächst baut man sich aus dünner Pappe oder Kunststofffolie eine Taukappe, die
man auf den Sucher stecken kann. An der Vorderseite der Taukappe befestigt man eine
rote Leuchtdiode, so dass sie mitten vor dem Objektiv ist. Keine Angst: sie ist
beim Schauen durch den Sucher nicht zu erkennen, da sie viel zu nah am Objektiv
ist. Vielmehr hellt sie den Hintergrund gleichmäßig gerade soweit auf, dass das
Fadenkreuz erkennbar ist (Feldbeleuchtung). Ein fester Drahtbügel verhindert, dass
die Leuchtdiode unbeabsichtigt aus der optimalen Position gebracht wird. Als Stromversorgung dient ein 9V-Akku,
der über einen Schalter und einen Widerstand (100 kOhm) an die LED angeschlossen
wird. Die simple Elektronik wird in ein Gehäuse verpackt und mit Silikon an der
Taukappe befestigt. Als Betriebsanzeige kann man noch eine zweite LED am Gehäuse
befestigen. Damit diese etwas heller ist, kann man sie über einen Widerstand von
2 kOhm anschliessen. Anstelle der Festwiderstände kann man natürlich auch Trimpotentiometer
verwenden, um die Helligkeit komfortabel einstellen zu können. Als Gehäuse verwende
ich ein verschließbares Kästchen, dass vorher als Behälter für Schrauben diente.
|
Das Ergebnis ist in den folgenden Abbildungen dargestellt:
- Bei nicht ganz dunklem Himmel ist das Fadenkreuz noch erkennbar. Die Feldbeleuchtung
bleibt ausgeschaltet
- Bei optimal dunklem Himmel wird es schwierig, das Fadenkreuz zu erkennen
- Die Feldbeleuchtung hellt bei schwarzem Himmel den Hintergrund soweit auf, dass
das Fadenkreuz erkennbar wird
 |
 |
 |
|
Aufgehellter Himmel |
Dunkler Himmel ohne Feldbeleuchtung |
Dunkler Himmel mit Feldbeleuchtung |
Material:
- 2 Leuchtdioden
- 1 Widerstand 100kOhm, je nach Geschmack auch größer oder kleiner
- 1 Widerstand ca. 2 kOhm
- 1 Gehäuse
Die Einzelteile kann man zum Beispiel bei Reichelt Electronic beziehen.
Polsucherbeleuchtung
Auf ähnliche Weise kann man auch eine Beleuchtung für den Polsucher selbst bauen.
Dazu öffent man die Verkleidung der Montierung und bringt eine rote Leuchtdiode
in den Strahlengang des Polsuchers, also vor seine Objektivlinse. Den Strom kann
man direkt an der Strombuchse abzapfen und über einen Vorwiderstand die LED anschließen.
Ein Schalter ist in diesem Falle nicht notwendig, da der Stromverbrauch von etwa
1 Milliwatt sehr gering ist.
|