Wie fokussiert man am besten, wenn man eine digitale Spiegelreflexkamera am Teleskop
angeschlossen hat? Das Problem dabei ist ja, dass man kein "Live"-Bild hat und so
während
des Drehens am Fokussierrad die beste Stellung herausfinden kann. Man kann nur Probeaufnahmen
machen und sieht hinterher das Ergebnis, wobei die Luftunruhe zum Zeitpunkt des
Probeschusses das Ergebnis verfälscht. Nach vielen Versuchen bin ich auf eine Methode
gestoßen, die folgende Vorteile hat:
Die Fokussierhilfe beruht auf der bekannten Doppellochblende und nutzt zusätzlich Interferenzerscheinungen aus. Die Öffnung des Teleskops wird dabei durch eine Blende verdeckt, die zwei möglichst weit voneinander entfernte Löcher enthält. Wenn nicht genau fokussiert wird, erzeugen die beiden Löcher nach dem Prinzip der Lochkamera zwei etwas unscharfe Bilder des Sterns, die grob betrachtet fast punktförmig sind. Bei genauer Fokussierung verschmelzen die beiden Abbilder zu einem einzigen Abbild des Sterns. Dabei ist es allerdings schwierig, den Fokus auf den Punkt zu treffen, da die beiden Bilder sich in der Nähe des Fokus schon überlappen und die Luftunruhe sich bemerkbar macht.
Verwendet man nicht runde, sondern quadratische Löcher, kommen hilfreiche Interferenzerscheinungen hinzu: Statt eines runden Fleckes sieht man kreuzförmige Abbildungen des Sterns, die ziemlich stabil gegenüber der Luftunruhe sind. Nimmt man zwei quadratische Löcher, die um 45 Grad gegeneinander gedreht sind, dann sind die Interferenzmuster ebenfalls entsprechend verdreht und es ist kinderleicht, sie exakt auf den Punkt zu zentrieren. Als Material sollte man wegen der nächtlichen Feuchtigkeit Kunststoff wählen. Die abgebildete Lochblende ist der Deckel eines 10-Liter-Eimers, der genau auf meinen 10-Zöller passt. Die Quadrate sind knapp 4 Zentimeter groß. Beim Ausschneiden muss man beachten, dass der Spiegeldurchmesser kleiner ist als der Tubusdurchmesser. |
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