DSLR-Timer
Mit dem DSLR Timer kann man Serien von Langzeitbelichtungen für digitale Spiegelreflexkameras vom Laptop aus steuern. Speziell in der Astrofotografie macht man ja oft Serien von Aufnahmen mit 3 bis 5 Minuten Belichtungszeit. Das kann mit DSLR-Timer komfortabel erledigt werden. Ich steuere mit diesem Programm meine Pentax *ist DS und meine Canon EOS 20D. Auch mit anderen Modellen dürfte es keine Probleme geben. 

Die bei digitalen Kameras mitgelieferten Programme zur Fernsteuerung vom PC sind aber nur für Belichtungszeiten bis 30 Sekunden gedacht (Belichtungseinstellung M). Für die verwendung in der Astronomie ist das meistens zu kurz. Dann habe ich einige Freeware-Programme ausprobiert - aber die waren mir nicht benutzerfreundlich genug. Meistens konnten sie auch die Adresse meines PCMCIA-Parallelports (FED8) nicht verwenden. Also habe ich schließlich selbst ein Programm zur Kamerasteuerung geschrieben.

Mit DSLR-Timer können sowohl Einzelaufnahmen als auch Serienaufnahmen durchgeführt werden. Die Steuerung der Kamera erfolgt über die serielle oder parallele Schnittstelle des Computers. Als Kameraeingang dient der Eingang für den Fernauslöser, also nicht der USB-Eingang.

DSLR-Timer bietet folgende Funktionen:

  • Einzelbildaufnahme (Start - Stopp). Einzelbildaufnahmen hauptsächlich zur Prüfung der Einstellungen 
  • Serienaufnahme. Das ist die Hauptfunktion des Programms 
  • Belichtungszeiten pro Bild von 1 Sekunde bis 1 Stunde
  • DSLR-Timer berücksichtigt, ob in der Kamera Spiegelvorauslösung und Rauschunterdrückung aktiv ist und eine vorgegebene Zeit, die zum Speichern benötigt wird.
  • Pause-Funktion zum Anhalten und Fortfahren der Serie: Das aktuelle Bild wird wie geplant beendet. Vor dem Auslösen des Folgebildes wird gewartet. In diesem Zustand kann man Einstellungen ändern oder die Akkus tauschen. Anschliessend kann die Serie fortgesetzt werden 
  • Anzeige der Gesamtrestzeit einer Serie, also der restlichen Zeit für Aufnahmedauer, Rauschunterdrückung, Spiegelvorauslösung und Speichern
  • Anzeige der Uhrzeit, zu der die Serie beendet sein wird. Dadurch kann man ohne Kopfrechnen zwischendurch weggehen und pünklich am Ende der Serie wieder zurückkommen
  • Kamerasteuerung über Parallelport. Es können die Ports LPT1 bis LPT3 oder eine beliebige Portadresse eingegeben werden. Dies ist wichtig bei der Verwendung von PCMCIA-Adaptern, die nicht die Standardportadressen verwenden.
  • Man kann einstellen, über welchen PIN des Parallelports man die Kamera steuert. Es wird nur das Bit für den gewünschten PIN benutzt. Die anderen PINs können von anderen Programmen verwendet werden, dadurch kann der gleiche Port zum Beispiel gleichzeitig für Webcam Langzeitbelichtung benutzt werden
  • Steuersignale über seriellen Port: Rts oder lx200. Bei Verwendung des lx200-Protokolls kann die Kamera über die Montierung angesteuert werden. Das spart etwas Kabelsalat, erfordert jedoch eine spezielle Verbindungselektronik, die man bei Rajiva findet    
    

Für die Verbindung von Laptop oder PC mit der Kamera wird ein spezielles Kabel benötigt. Dieses Kabel kann man entweder kaufen oder für ein paar Cent selbst basteln. Der Grundgedanke dabei ist, mit Hilfe eines Transistors oder Optokopplers einen Kontakt zu schließen und so den Kabelauslöser zu simulieren. Für den Bau dieser Kabel gibt es im Internet reichlich Anleitungen, die ich hier nicht wiederholen möchte. Ich hatte sowohl mit der Transistorschaltung als auch mit dem Optokoppler Erfolg.
Einige Links zum Bau des Kabels findet man am Ende dieser Seite.

DSLR Timer ist Freeware und kann frei und kostenlos verwendet werden. Die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Insbesondere warne ich davor, eine Kamera falsch an einen Port anzuschliessen, da sie dabei zerstört werden kann.
System-Voraussetzungen: Windows XP oder Vista, .NET 2.0

Download DSLR-Timer

 

Installationshinweis: Entpacke die Zip-Datei in einen Ordner. Setup.exe ausführen.

 

Freeware-base Winload- Softwaredownloadportal

 

Versionen:

 

1.09 - 30.12.2011: Kleine Verbesserungen, automatische Versionsprüfung

1.06 - 02.09.2010: Dunkles Layout

1.04 - 12.04.2009: Fehlende inpout32.dll im Installationspaket ergänzt

1.03 - 29.04.2008: mit französischer Übersetzung. Sprachauswahl gemäß Windows

Einzelaufnahme

 

Nach Drücken des Startbuttons wird die Aufnahme ausgelöst und die Zeit hochgezählt. Nochmaliges Drücken stoppt die Aufnahme und die Zeit wird wieder heruntergezählt, in der Annahme, daß die Kamera die Zeit für die Rauschunterdrückung benötigt. Wenn keine Rauschunterdrückung aktiviert ist, kann man durch nochmaliges Drücken die Zeit auf null stellen.

 

Serienaufnahme

 

Man stellt die Anzahl Aufnahmen und die Belichtungszeit ein. Außerdem sollte man eine Zeit zum Speichern vorsehen, denn es kann zu Problemen kommen, wenn eine weitere Aufnahme ausgelöst wird, während die vorherige noch gespeichert wird. Wenn in der Kamera Rauschunterdrückung eingeschaltet ist, wird nach der Aufnahme eine gleichlange Belichtung mit geschlossenem Verschluss durchgeführt. Dieses Dunkelbild wird dann von der eigentlichen Aufnahme subtrahiert. Damit der Timer das berücksichtigt, muss man in diesem Fall das Kennzeichen Rauschunterdrückung markieren.  

 

Spiegelvorauslösung

 

Die Spiegelvorauslösung (Spiegelverriegelung) bewirkt, dass die Aufnahmedauer um zwei Sekunden verlängert wird (jedoch nicht die Zeit für Rauschunterdrückung). Das Kennzeichen sollte markiert werden, wenn die Kamera auf zwei Sekunden Spiegelvorauslösung eingestellt ist. Bei der Pentax *ist DS stellt man dazu den Selbstauslöser auf zwei Sekunden ein. Bei der Canon EOS 20D aktiviert man die Spiegelverriegelung und den Selbstauslöser. Wichtig: Das Programm triggert die Spiegelvorauslösung nicht aktiv durch einen eigenen Impuls an, sondern die Kamera muss das durch eine entsprechende Einstellung selbst machen. 

 

Hinweis zum Speichern der Bilder

 

DSLR-Timer dient zum Auslösen der Kamera, indem es den Kabelfernauslöser simuliert. Das bedeutet, dass die Bilder auf der Speicherkarte in der Kamera abgespeichert werden. Wenn man möchte, dass die Bilder zum Computer übertragen werden, muss man die Kamera zusätzlich mit einem USB-Kabel anschließen und die Verbindungssoftware des Kameraherstellers starten. Zumindest mit der EOS 20D können die Bilder dann auf der Festplatte abgespeichert werden. Bei der Canon EOS 20D muss man dazu das EOSViewerUtility und EOS Capture starten, auch wenn man mit EOS Capture keine Aufnahmen auslöst. Mit der Pentax *ist DS ist mir das noch nicht gelungen. Der Pentax Remote Assistant fängt zwar an, das Bild herunterzuladen, aber er bleibt dann hängen.   

 

Wenn die Kamera nicht wie erwartet auslöst ...

 

Hier gibt es zwei typische Fälle: die Kamera löst gar nicht aus oder sie löst immer sofort aus, wenn man sie mit dem Laptop verbindet.

In diesem Fall sollte man prüfen:

  1. Ist überhaupt der richtige Port eingestellt? Der Parallelport hat 25 PINs, der serielle hat 9 PINs.
  2. Bei Parallelport: stimmt die Portadresse? Bei meinem PCMCIA-Paralleport Adapter wird zwar ein LPT3-Port angezeigt, im Gerätemanager von Windows sieht man jedoch, dass als I/O-Adresse nicht die Standardadresse 03BC sondern FED8 benutzt wird. - In diesem Fall muss man im Timer als Port LPTx einstellen und die Adresse eingeben.
  3. Wird der richtige PIN des parallelen Anschlusses angesteuert? Man findet ihn in den Eintellungen (Schraubenzieher-Button hinter Port). Gegebenenfalls muss man den Anschlussstecker aufschrauben um nachzusehen, welcher benutzt wird - oder man probiert einfach.

 

Ein anderer Fall: Die Kamera löst die ersten Bilder wie erwartet aus und dann nicht mehr. Dieses Problem konnte ich durch einen kleineren Vorwiderstand am Optokoppler oder Transistor lösen.

 

Links mit Informationen zum Bau eines Verbindungskabels

 

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