Sternfeldaufnahmen sind Bilder, auf denen auf denen ein größerer Teil des Himmels
abgebildet wird, ein Bildfeld vergleichbar mit dem, was man mit bloßem Auge sieht.
Die Motive sind dabei Sternbilder, Milchstraße, eventuell auch Konstellationen von
Mond, Planeten und Sternen.
Erste Aufnahmen ohne Nachführung
Kurzanleitung
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Kassiopeia bei 8 Sek. Belichtungszeit (Ausschnitt) |
Für die Aufnahme der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne reichen einfachste Mittel:
Ein Stativ und eine Kamera mit Selbstauslöser.
- Befestige die Kamera auf einen Stativ und richte sie auf die gewünschte Himmelsgegend
aus
- Brennweite 50mm bis 35mm, bezogen auf Kleinbildformat (Zoom: 1-fach)
- Belichtungzeit: 8 Sekunden
- Blende möglichst 2,8
- ISO 200, bei digitaler Spiegelreflexkamera ISO 800
- Entfernungseinstellung möglichst auf manuell umschalten und auf unendlich einstellen
- Prüfe, ob im Menü der Kamera die Rauschunterdrückung aktiviert ist
- Selbstauslöser aktivieren
- ... und den Objektivdeckel nicht vergessen
- sanft auslösen
Detailinformation
Das Ergebnis des beschriebenen Verfahrens ist erstaunlich. Ohne Nachführung verwischen
die Sterne allerdings nach einigen Sekunden zu Strichen, man spricht von Strichspuraufnahmen.
Von diesem Moment an wird dann nur noch der Hintergrund heller, denn das Licht der
Sterne wird ja nicht mehr im gleichen Bildpunkt gesammelt. Eine bekannte Strichspuraufnahme
ist die des Himmelsnordpols. Es ist schön zu sehen, wie die Sterne um den Polarstern
kreisen, der fast das Zentrum der Bewegung darstellt. Wenn keine Striche zu sehen
sein sollen, muss man kürzer belichten, gerade so lange wie das Licht des Stern
auf ein Pixel des Fotochips fällt.
Diese Zeit kann mit folgender Formel berechnet werden:
t = 86400 * p / (2 * pi * f * cos( d ))
t = Zeit in Sekunden
p = Pixelgröße in mm
pi = 3,14...
f = tatsächliche Brennweite in mm, nicht umgerechnet auf Kleinbildformat
Beispiel: Eine digitale Spiegelreflexkamera mit 6 Megapixel hat einen Pixeldurchmesser
von 0,0078mm. Mit einem Normalobjektiv von 35mm Brennweite ergibt sich für eine
Aufnahme am Himmelsäquator eine theoretische maximale Belichtungszeit von 2,6 Sekunden.
Die Sterne sind werden jedoch nicht exakt punktförmig und man schaut sich das Bild
am Bildschirm wahrscheinlich nur mit einer Auflösung von 1280x960 Pixeln an, das
ist kaum mehr als 1 Megapixel. Allein dadurch ergibt sich eine Verlängerung von
Wurzel(6) = 2,4. In der Praxis kann man also die berechnete Zeit mit drei multiplizieren.
Bei nicht-Spiegelreflexkameras ist der Chip und damit die Pixelgröße kleiner, aber
auch die Brennweite verringert sich im gleichen Verhältnis.
Damit ergibt sich folgende Faustregel für Aufnahmen mit digitalen Kameras ohne Nachführung.
Als Brennweite gebe ich die auf Kleinbildformat umgerechnete Brennweite an, bei
60 Grad Deklination verdoppelt sich sich Zeit.
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50 mm |
8 Sekunden |
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75 mm |
5 Sekunden |
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200 mm |
2 Sekunden |
Es ist bemerkenswert, wie weit man mit derartig kurzen Belichtungszeiten kommt.
Bei einer Kleinbildfilm-äquivalenten Brennweite von 50mm und Blende 2,8 erreicht
man folgende Grenzhelligkeiten:
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Canon IXUS 950 |
6x8mm |
400 |
15 sec |
5m |
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Minolta Dimage |
10x14 mm |
200 |
15 sec |
6m |
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Pentax *ist DS |
16x24 mm |
200 |
15 sec |
7m |
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Pentax *ist DS |
16x24 mm |
800 |
15 sec |
8,5m |
Im Kapitel "Deep Sky" ist beschrieben wie man Digitalaufnahmen addieren kann. Das
bedeutet: man kann zum Beispiel 5 Bilder zu je 8 Sekunden kann man zu einem Bild
addieren, das beinahe einem Bild mit 40 Sekunden Belichtungszeit entspricht. Damit
kann man also ohne Nachführung noch deutlich weiter kommen, allerdings ist bei etwa
einer Minute Schluss, weil das Überlagern zu mühselig wird. Jedes Bild muss ja vor
der Addition ein wenig verschoben werden, damit es passt und keine Strichspur entsteht.
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