Die Geschichte des “volkseigenen Beats” beginnt wahrscheinlich im Jahr 1964 mit den legendären Sputniks und dem Franke-Echo-Quartett.
Diese beiden Gruppen bestimmten - was Musik für junge Leute angeht- wesentlich die Programme der Medien in diesen Anfangsjahren des DDR - Beats. Aber aus dem Beat wurde Rock und da kamen die Puhdys . Sie machten die Musik die junge Leute hören wollten. Der Rundfunk der DDR wurde auf sie aufmerksam und mit dem Titel “ Türen öffnen sich zur Stadt ” begann 1971 ein neues Kapitel des DDR - Beats. Es gab aber nicht nur die Puhdys. Sie waren die Spitze eines Eisberges.
Überall fanden sich junge Leute zusammen und gründeten Rock-Gruppen, erst als Amanteur-Gruppen und manche machten die Musik zu ihren Beruf. Allerdings war es nicht so einfach in der DDR Musik zumachen. Jede Gruppe musste sich einer “Einstufungskommision” vorstellen. Diese Kommission entschied über Auftritt oder nicht Auftritt. In der Mitte der 70er Jahre bis zum Ende der 70er Jahre fanden in jedem Dorf, in jeder Stadt wo es Tanzsäle gab am Wochenende sogenannte
Jugendtanzabende statt. Es entwickelten sich die verschiedensten Musikstile. Von Hardrock ( Berluc , Prinzip ) über “sinfonischen” Rock ( electra ) Blues ( Stefan Diestelmann , Hansi Biebel ) bis hin zur Popmusik ( Ute Freudenberg , Veronika Fischer ). Viele der Gruppen blieben aber nur in der DDR bekannt. Nur einige schafften es auch über die grenzen der DDR hinaus bekannt zu werden. Einige durften auch im nicht sozialistischen Ausland auftreten
(ende der 70er Jahre Puhdys , Karat , Kreis ). Nachteilig für die Entwicklung der Rockmusik war die Abgrenzung zum Westen. Die Gruppen hatten fast keine Gelegenheit sich direkt mit der internationalen Musikszene zumessen. Ein Beispiel dafür ist das in den Jahren von 1965-1980 bei Amiga (einzig Plattenfirma der DDR für populäre Musik) in der Rubrik Beat/Rock ca.175 Lp’s erschienen , davon waren 34 Lp’s von westlichen
Künstlern. Von offizieller Seite wurde versucht eine eigene sozialistische Rockmusik zu erschaffen. Allerdings hatte dieser Versuch bei den Jugendlichen keinen richtigen Erfolg. In den aufkommenden Diskotheken spielte die Rock- und Popmusik der DDR fast keine Rolle, es fehlte ihr die “Tanzbarkeit”. Am beliebtesten und am erfolgreichsten waren die Rockballaden z.B. von Karat , Lift , Karussell . Wenn man sich die Schallplatten heute auflegt nach ca. 30 Jahren
stellt man fest die Musik ist gar nicht mal so schlecht und so manche Erinnerung an “alte Zeiten” wird wieder wach. Manchmal fragt man sich: Wo sind die vielen guten DDR-Gruppen geblieben? Im Radio hört man sie selten, CD’s Mangelware und Auftritte? |