Elektrischer Stuhl
Der Elektrische Stuhl ist der Versuch einer technikgläubigen Zeit, Hinrichtungsmethoden
zu 'modernisieren' und
zu 'humanisieren' - sofern dies überhaupt möglich ist.
Erstmalig wurde der elektrische Stuhl im August 1890 im Staat New York eingesetzt.
Der Verurteilte
muß sich zur Vollstreckung auf einen hölzernen Stuhl setzen,
auf dem er mit acht Lederriemen festgeschnallt wird.
Dann werden ihm die Augen verklebt, damit ihm diese nicht aus den Höhlen
treten.
Auf das entblößte Bein wird eine Elektrode in Form einer Kupferplatte
angebracht.
Die zweite Elektrode wird dem Delinquenten in Form eines Kupferhelmes aufgesetzt.
Beide Elektroden sind mit einem Stromgeber verbunden.
Nach einem Zeichen des Gefängnisdirektors legt der Henker den Schalthebel
um und ein Stromstoß
von 2000 Volt jagt durch den Körper des Todeskandidaten.
Nach 50 Sekunden wird die Spannung auf fünfhundert Volt zurückgenommen
um anschließend wieder zweimal auf 2000 Volt erhöht zu werden.
Die ganze Prozedur dauert etwa drei Minuten.
Anschließend wird das Opfer zur Autopsie in einen Nebenraum gebracht.
Von einer humanen Hinrichtungsmethode kann hier sicherlich nicht die Rede
sein.
Oftmals dauert der Todeskampf mehrere Minuten.
Bei einigen Hingerichteten trat der Tod erst im zweiten oder dritten Anlauf
ein.
William Vandiver beispielsweise wurde im Oktober 1985 ganze
17 Minuten lang hingerichtet, erst nach 17 Minuten und fünf Stromstößen
a 2000 Volt trat der Tod ein.
Der Gerichtsmediziner Ingo Wirth schildert den Hergang einer Exekution:
'Wenn der Verurteilte unter Strom steht, zerfließen seine Augäpfel
in denn Höhlen oder quellen heraus.
Die Herzkammern flimmern, manchmal bleibt das Herz auch sofort stehen. Die
Atemmmuskulatur wird gelähmt.
Im Gehirn kommt es zu Blutungen, es weicht stellenweise auf. Aus dem Körper
steigt Rauch und schlagen Funken,
manchmal lodern auch kleine Flammen, die die Haare in Brand setzen. Der Verurteilte
kann Exkremente,
Sperma und Speichel verlieren.
Vereinzelt findet sich bei der Leichenöffnung Speisereste in der Luftröhre,
weil erbrochener Speisebrei eingeatmet wurde.
Die inneren Organe werden so heiß, dass sich der Gerichtsmediziner an
ihnen die Finger verbrennen würde,
wenn er die Leiche direkt nach der Hinrichtung öffnet.
Die 'Illustrirte Zeitung' berichtete nach der ersten Hinrichtung am 6. August
1890:
'Der Schilderung von Augenzeugen zufolge bot die Hinrichtung selbst ein wahrhaft
gräßliches Schauspiel dar.
Nach dem ersten elektrischen Schlage versteifte sich der Körper,
und die anwesenden Ärzte erklärten, daß der Tod eingetreten
sei, ...
als sich Lebenszeichen bemerkbar machten. Der elektrische Strom wurde daher
von neuem geschlossen ...
Erst nach der dritten, vier Minuten langen Anwendung des Stromes erfolgte
der Tod ...
In der amerikanischen Presse haben diese Ergebnisse der neuen elektrischen
Hinrichtungsmethode einen
solchen Sturm der Entrüstung hervorgerufen, daß die Wiederabschaffung
derselben wohl außer Zweifel steht.'
Hier irrte die 'Illustrirte Zeitung'.
Enthauptung
Die Enthauptung nimmt unter den Hinrichtungsarten eine Sonderstellung ein,
da es sich um eine Methode 'der blutigen Hand' handelt.
Im Gegensatz zu den in der Vorzeit populären Hinrichtungen 'zur gesamten
Hand'
wird hier der Tod durch eine einzige Person,
dem Henker, herbeigeführt.
Im alten Rom war das Beil das bevorzugte Instrument zur Enthauptung, i
m Mittelalter setzte sich nach und nach das Schwert durch.
Enthauptet zu werden war in der Regel Adeligen und hohen Bürgern vorbehalten.
Die Hinrichtung wurde dabei
wie ein öffentliches Schauspiel inszeniert.
Im Gegensatz zum Galgen befand sich der Richtplatz im Herzen der Stadt, meist
auf dem Marktplatz,
wo zahlreiche Schaulustige zusammenströmen konnten. Trommler,
Pfeifer und Trompeter sorgten für das 'Rahmenprogramm'.
Der Delinquent betrat das Blutgerüst, legte seine Oberbekleidung ab,
kniete vor einem Sandhaufen nieder und begann zu beten.
Im Anschluß fesselten ihm die Henkersknechte die Hände auf dem
Rücken und schnitten ihm die Nackenhaare.
Der Richter und sein Henker standen noch Abseits und sahen dabei zu.
Nach dieser Prozedur betrat dann auch der Henker das Blutgerüst,
stellte sich hinter dem Verurteilten und legte seinen Mantel ab,
unter dem sich das Schwert verbarg. Von dem Opfer wurde erwartet, daß
er seinen Kopf aufrecht hielt.
War er dazu nicht mehr in der Lage,
wurde er von den Henkersknechten an den Haaren hochgehalten.
Nachdem der Henker zugeschlagen hatte,
präsentierte er den an den Haaren hochgehaltenen Kopf der Menge und fragte
den Richter,
ob er wohl gerichtet habe. Der Richter bejahte diese Frage und sprach damit
den Henker von der Blutschuld frei.
Ursprünglich wurde der Kopf danach noch - als Relikt eines alten Opferrituales
- auf eine Stange gesteckt.
Diese Hinrichtungsart ging aber nicht immer ohne Pannen von statten.
Oftmals wollte der Kopf nicht beim ersten Schlag rollen und der Henker mußte
mehrfach zuschlagen.
Daher wurde seit der französischen Revolution das Fallbeil eingesetzt.
Erschießen
Die Erschießung ist eine typische Hinrichtung zur 'gesamten Hand',
d.h. eine Gemeinschaft muß sich an der Durchführung beteiligen.
Auf diese Weise kann die Blutschuld auf alle Teilnehmer verteilt werden.
Oft wird ein Gewehr nur mit Platzpatronen geladen,
damit sich jedes Mitglied des Erschießungskommandos einreden kann,
dass sein Schuß vielleicht nicht der tödliche gewesen sei.
Ertränken
Das Ertränken ('Säcken') war eine typische Frauenstrafe, da man
die Wassergeister,
denen das Opfer übergeben werden sollte, für weiblich hielt.
Die Verurteilte wurde entkleidet und gefesselt ins Wasser gestoßen und
mit langen Stangen nach unten gedrückt.
Der anschließende Todeskampf dauerte bis zu drei Minuten. Die wichtigste
Voraussetzung war ein fließendes Gewässer,
da man davon ausging, daß nur fließendes Wasser die Übeltäterin
und deren befleckte Ausstrahlung mitnahm.
Bei den alten Römern wurde die Verurteilte zusammen mit einem Affen,
einer Schlange, einem Hahn und einer Katze in einen Sack gesteckt.
Diesen Tieren kam eine magische Bedeutung zuteil, die heute vergessen ist.
Dieses römische Ritual wurde später in Deutschland übernommen.
Da es jedoch schwierig war, Affen oder Schlangen aufzutreiben, wurden nur
Bilder der Tiere in den Sack gesteckt.
Opfer dieser Hinrichtungsmethode wurden hauptsächlich Mörderinnen,
insbesondere Kindsmörderinnen und Giftmischerinnen.
Das 'Säcken' wurde endgültig von Friedrich dem Großen abgeschafft.
Erwürgen
Bei dieser Hinrichtungsart wird der Delinquent an einem Pfahl gebunden. Der
Henker legt ihm eine Eisenklammer,
die Garotte, an und zieht die Schraube zu, bis sein Opfer erstickt. Diese
qualvolle Methode wurde u.a.
in Spanien bis Anfang der 70er Jahre angewandt.
Überlebende bezeichnen diese Tötungsart als besonders grausam, sie
erlitten Todesangst und Erstickungsnot.
Felsensturz
Durch den Sturz von einer steilen, hohen Felsenklippe (in Rom der Tarpejischer
Felsen) soll der
Verurteilte den Unterweltgöttern übergeben werden.
Im alten Rom war diese Methode nur freien Bürgern vorbehalten und wurde
vorwiegend auf Hochverräter angewandt.
Vor dem eigentlichen Sturz wurden die Delinquenten noch ausgepeitscht, um
das Übel aus ihnen auszutreiben.
Gehenkt, Geschleift und Gevierteilt
Bei dieser als 'göttliche Schlachterei' bezeichneten, entsetzlichen Hinrichtungsform
wurde das Opfer gehenkt,
von seinen Eingeweiden befreit und gevierteilt. Die Viertel wurden nach Norden,
Süden,
Osten und Westen der Stadt gesandt und in ungeweihtem Boden begraben.
Gibbet
Irons
Nach dem Tod am Galgen wurden Straßenräuber und Räuber in
Eisenkäfige gesteckt und vermoderten dort als Warnung an andere.
Guillotine
"Der Mechanismus wirkt wie ein Blitz, der Kopf rollt, der Mensch ist
nicht mehr." (Dr. Guillotin)
Obwohl er sie nicht erfunden hatte, wurde die Guillotine wurde nach dem französischen
Arzt Joseph Ignace Guillotin benannt.
Dieser hatte 1789 angesichts häufiger Pannen bei den Hinrichtungen
durch das Schwert vor der Nationalversammlung eine schnelle,
schmerzlose Tötungsart gefordert. Der Verbrecher, so Dr. Guillotin, soll
enthauptet werden;
das soll ausschließlich mittels einer mechanischen Vorrichtung geschehen.
Diese Vorrichtung soll aus zwei aufrecht stehenden Pfosten bestehen,
welche an der Innenseite gerillt und an der Spitze durch einen Querbalken
verbunden sind.
Eine scharfe, in den Rillen laufende,
halbmondförmige Klinge wird durch ein Seil an der Spitze der Maschine
befestigt. Wird das Seil gelöst,
durchtrennt die Maschine den Hals des Delinquenten,
der auf einem Brett am Boden der Guillotine festgebunden wurde.
"Sie spüren nicht den leisesten Schmerz, höchstens einen ganz
kurzen Hauch über den Nacken"
(Dr. Guillotin)
Anfangs
erntete er nur Gelächter. Erst nach mehreren vergeblichen Anläufen
wurde am 3. Juni 1791
deren Einführung durch die Nationalversammlung beschlossen.
Neun Monate später stellte der hochverschuldete Staat sieben Millionen
Livres zum Bau der Guillotine zur Verfügung.
Nachdem das Gerät im Frühjahr 1792 an zwei Leichen ausprobiert worden
war,
wurde der Raubmörder Pelletier das erste Opfer dieser Köpfungsmaschine.
Ihre Berühmtheit erlangte die Guillotine durch ihren exzessiven Einsatz
im Laufe der französischen Revolution.
In den Jahren 1793-94 fiel das Fallbeil bis zu sechzigmal am Tag.
Einen traurigen Rekord mit 200 Hinrichtungen an einem Tag hält die Stadt
Toulon.
Insgesamt forderte die Guillotine während der Revolution 40.000 Menschenleben.
Das prominenteste Opfer war Ludwig XVI. Er starb 9 Monate nachdem er die Guillotine
eigenhändig verbessert hatte,
indem er das halbmondförmige Fallbeil durch ein schräges ersetzte.
Als Richtplätze dienten große Plätze in den Städten,
die Publikumsaufmärsche erlaubten.
Nach vollzogener Hinrichtung wurde der Menge der Kopf gezeigt,
da der eigentliche Tötungsvorgang - das Fallen der Schneide - aufgrund
der hohen Geschwindigkeit kaum sichtbar war.
Zeitzeugen berichteten von Strömen von Blut, die die Luft verpesteten.
Seit der Einführung der Guillotine streiten sich Ärzte und Wissenschaftler,
ob der abgetrennte Kopf sofort das Bewußtsein verliert oder noch eine
Weile weiterlebt.
Zeitgenössische Beobachtungen berichten von mimischen Bewegungen oder
Sprechversuchen der abgetrennten Schädel.
Der Kopf der Charlotte Corday, welche den Gewalt predigenden Revolutionär
Marat erstochen hatte,
soll sogar rot angelaufen sein,
nachdem sie von dem Henkersknecht vor den Augen der Menge geohrfeigt wurde.
Kritiker hielten die Guillotine für die grausamste Hinrichtungsart,
da der abgetrennte Kopf seine eigene Hinrichtung beobachten könne.
Der Pariser Chirurg Prof. Sue sagte 1795 aus, das mehrere französische
und ausländische Beobachter überzeugt sind,
daß der Guillotine-Tod wegen seiner Gewaltsamkeit und Dauer einer der
schrecklichsten sei.
Der Arzt Johannes Wendt beobachtete bei Versuchen mit den Köpfen Enthaupteter,
dass diese die Augenlider schlossen,
wenn er seine Hand auf die Augen zuschnellen ließ oder den Kopf mit
den Augen ins grelle Sonnenlicht hielt.
Der französische Arzt Beaurieux schrieb 1905, daß ein Kopf kurz
nach seiner Hinrichtung die Augen öffnete,
nachdem er ihn mit seinem Namen angesprochen hatte.
Die heutige Wissenschaft geht davon aus, dass 3 Minuten nach der Enthauptung
die Großhirnzellen sterben und nach
etwa 8 Minuten der individuelle Tod eintritt.
Allerdings verliert der Hingerichtete innerhalb von 10 Sekunden nach Fall
des Beiles
das Bewußtsein und freigesetzte Substanzen, welche die Nervenenden besetzen,
verhindern jegliches Schmerzempfinden.
Allerdings ist diese Meinung nicht einhellig. Der Neurologe Prof.
Kornhuber hält ein bewußtes Empfinden des abgetrennten
Schädels für durchaus glaubhaft, da der Hirntod nicht von einer
Sekunde auf die andere eintrete sondern erst nach
einem gewissen Zeitraum, der bis zu einer Minute dauern kann.
Durch die Unterbrechung der Blutzufuhr und die Durchtrennung des Rückenmarks
seien zwar der Tastsinn und die Motorik unterbrochen, dennoch seien viele
Hirnfunktionen noch intakt,
wie etwa die Augen- u. Hörnerven.
Die Köpfungsmaschinen
gab es allerdings schon lange vor Dr. Guillotin.
Ähnliche Fallbeile gab es schon im alten Persien und im deutschen Mittelalter,
wo man diese Instrumente als 'Diele' oder 'Hobel' kannte.
Hängen
Gehängt zu werden bedeutet einen langsamen Tod zu erleiden,
der durch die Kompression der Blutgefäße im Hals oder durch die
Behinderung der Atmung eintritt.
Es kam nicht selten vor, das die Gehängten nach der Abnahme vom Galgen
wieder zum Leben erwachten.
1705 hing in England ein Mann bereits seit 15 Minuten am Galgen, als ein Bote
mit seinem Begnadigungsschreiben eintraf.
Man schnitt ihn hastig ab und ließ ihn zur Ader. Er kam wieder zu Bewußtsein
und erholte sich vollständig.
Und eine 1650 in Oxford gehängte Kindsmörderin kam wieder zu Bewußtsein,
als man sie nach einer halben Stunde abnahm, um sie zu sezieren.
Um dies zu verhindern, führte man in England den 'langen Fall' ein. Der
Verurteilte fiel dabei durch eine Falltür.
Durch den Fall brach entweder das Genick oder der Delinquent wurde innerhalb
von Sekunden bewußtlos,
da die Blutversorgung schlagartig unterbrochen wurde.
Dies bedeutete aber nicht in jedem Fall eine Erleichterung der Qualen für
den Angeklagten.
Denn war der Körper zu schwer, riß auch schon mal der Kopf ab;
war der Körper hingegen zu leicht, wurde das Genick nur verrenkt,
was einen noch qualvolleren Tod bedeutete.
Ursprünglich
wurde gehängt,
indem man dem Delinquenten eine Schlinge um den Körper band und ihn den
Naturgewalten auslieferte.
Die Leichname mußten dabei so lange hängen, bis sie sich aufgelöst
hatten.
Die Germanen beispielsweise glaubten, das Wotan, der Sturmgott, sich so seine
Opfer hole.
Pickten Raben, die heiligen Vögel des Wotan,
an dem Gehängten, so galt das als Zeichen, das das Opfer angenommen wurde.
Gehängt wurde nur an Eichen,
den heiligen Bäumen Wotans.
Eine besondere
Variante des Hängens war,
dem Verurteilten ein Seil um den Knöchel zu binden und ihn mit dem Kopf
nach unten zu hängen.
Die Chronik von Schaffhausen berichtet von einem Mann,
der 1585 drei Tage so an einem Galgen hing und dabei mit Frau und Kind sprach.
In Frankfurt überlebte ein so aufgehängter sogar sieben Tage.
Eine weitere Steigerung bestand darin,
einen lebenden Hund links und rechts neben den Verurteilten an den Hinterpfoten
aufgehängen.
Die leidenden Tiere verbissen sich in den Angeklagten.
Hara-kiri
Hara-Kiri, eigentlich bekannt als zeremonieller Selbstmord,
wurde oftmals auch als 'indirekte' Hinrichtungsform eingesetzt.
Der zu Tode verurteilte Edelmann erhielt von seinem Kaiser (oder Mikado) ein
Schreiben, aus dem hervorging,
dass sein Tod erwünscht sei. Meist lag diesem Schreiben ein reich mit
Ornamenten geschmückter Dolch bei.
In dem Schreiben wurde dem Angeklagten noch ein paar Tage zugesprochen, um
seinen Tod vorzubereiten.
Zu diesem Zweck errichtete er im Tempel oder in seinem Haus einen mit roten
Teppichen belegten Podest.
Am Tage der Hinrichtung nahm der in zeremoniellen Gewändern gekleidete
Angeklagte,
begleitet von einigen Freunden und Beamten,
auf dem Podest seinen Platz ein. Dort kniete er nieder und betete. Dann nahm
er den Dolch,
gab öffentlich seine Schuld zu und stach sich den Dolch in die linke
Seite seines Unterleibes,
zog ihn langsam bis zur rechten Seite und vollzog einen kleinen Schnitt nach
oben.
Danach wurde der Sterbende von einem Freund enthauptet.
Der blutbefleckte Dolch wurde im Anschluß als Beweis seines Todes an
den Kaiser gesand.
Beging ein Angeklagter aus freien Stücken Hara-kiri,
war damit seine Ehre wiederhergestellt und sein Besitz fiel seiner Familie
zu.
Ordnete der Kaiser den Hara-kiri an, fiel die Hälfte seines Besitzes
an den Staat.
Hexenprobe
Man nahm an, daß eine Hexe, die vom Teufel besessen ist, ihre Seele
verloren hat.
Demzufolge müsse sie leichter sein als andere Menschen.
Man warf die vermeintliche Hexe also - an Händen und Füßen
gefesselt - in das Wasser.
Schwamm sie auf der Oberfläche, dann war sie - "logischerweise"
- eine Hexe und mußte verbrannt werden.
Ging sie unter und ertrank,
war sie zwar unschuldig, aber trotzdem tot.
Kreuzigung
Die Grundidee der Kreuzigung ist es, den Verurteilten hilflos den Elementen
oder Wettergottheiten auszuliefern.
Das Kreuz im christlichen Sinne gab es jedoch kaum als Hinrichtungsinstrument,
da die Errichtung eines Kreuzes profunde Zimmermannskenntnisse verlangte,
über die die meisten Henker aber nicht verfügten.
Im alten Rom wurden die Verurteilten meist an einem einfachen,
etwa zwei Meter hohen Pfahl, dem crux, gebunden oder genagelt.
Manchmal befanden sich auch zwei Verurteilte an einem Pfahl.
In einigen Fällen wurde der Verurteilte auch mit Nägeln oder Seilen
an dem Querbalken (patibulum) festgemacht.
Manchmal mußte er diesen bis zur Richtstätte tragen.
Dort wurde er seiner persönlichen Habe beraubt, welche unter den Henkern
verteilt wurde.
Danach wurde er gefoltert.
Der Querbalken mit dem Delinquenten wurde nun auf den Pfahl hochgezogen und
befestigt.
Die Füße wurden nun ebenfalls genagelt oder gefesselt, manchmal
ließ man sie auch frei baumeln.
In einigen Fällen wurde unter dem Gesäß des Verurteilten ein
kleines Brett, eine Art Sitz, befestigt,
so das der Delinquent sein Körpergewicht verlagern und seine strapazierten
Arme entlasten konnte.
Letztendlich vergrößerte dies aber das Leiden - das Opfer lebte
länger und es dauerte bis zu drei Tagen,
bis er das Bewußtsein verlor.
Was empfindet ein Mensch, der am Kreuz hängt?
Zunächst jagen Wellen des Schmerzes durch seinen Körper.
Wenn er sich schlaff hängen läßt, verkrampfen nach kurzer
Zeit die Armmuskeln.
Wurde er genagelt, kommt der durch die Wunden hervorgerufene Schmerz noch
hinzu,
der durch die Zugkräfte auch noch immer größer wird.
Versucht der Angeklagte seine Arme zu entlasten, indem er sich am Kreuz aufstemmt,
geschieht dasselbe nach kurzer Zeit mit den Beinen.
Der Tod selbst tritt durch einen schleichenden Kreislaufzusammenbruch ein,
da durch die Bewegungslosigkeit der Beine der Blutdruck zu sinken beginnt.
Es droht ein Kreislaufkollaps. Das erlöst das Opfer aber nicht von seinen
Leiden,
da sich der Körper auf die Notsituation einstellt und neue Kräfte
mobilisiert.
Da das Blut langsamer durch die Adern fließt, bilden sich Thrombosen.
Werden von diesen Blutklümpchen wichtige Blutgefäße verstopft,
droht eine Unterbrechung der Blutzufuhr zu den Lungen.
Zu den Leiden des Opfers kommen nun auch noch die durch Erstickungsanfälle
und Atemnot hervorgerufene Panikattacken hinzu.
Zu all dem war das Opfer auch noch nackt und hilflos Wind, Sonne und nächtlicher
Kälte ausgeliefert.
Das Sterben dauerte meist mehrere Tage.
Das Leiden konnte verkürzt werden, wenn die Henker ihren Opfern vorher
die Beine brachen.
Durch diese Aktion konnte der Verurteilte sich nicht mehr am Kreuz aufrichten
und der Kreislauf brach schneller zusammen.
Die Verurteilten bleiben am Kreuz hängen, bis sie von wilden Tieren gefressen
worden waren.
Dadurch sollte den Verurteilten der Zugang ins Totenreich verwehrt werden.
Dies war für die Verurteilten eine zusätzliche psychische Belastung.
Eine Ausnahme wurde nur für die Juden gemacht, da die Römer auf
die jüdische Gesetz Rücksicht nahmen,
wonach ein Gehängter bis zum Sonnenuntergang bestattet werden mußte.
Gekreuzigt
wurde meist auf Anhöhen vor der Stadt.
Die Kreuzigung galt in Rom als schimpfliche Strafe und blieb Sklaven,
Raubmördern und Rebellen vorbehalten. Freie Bürger oder Frauen wurden
nicht gekreuzigt.
Lebend begraben
Bei dieser alten Hinrichtungsform soll der Verurteilte den Unterweltgöttern
geopfert werden.
Im alten Rom wurde der Verurteilte vor dem Zuschütten der Grube mit Dornengestrüpp
überdeckt,
damit seine Seele nicht entweichen und Rache üben kann.
Lebendig begraben wurden hauptsächlich Ehebrecherinnen.
Der am Ehebruch beteiligte Mann wurde schlimmstenfalls entmannt,
meist aber nur ausgepeitscht und aus der Stadt verwiesen.
In einigen Staaten wird diese Todesstrafe auch heute noch praktiziert.
Lebendig verbrühen ('Sieden')
Unter Heinrich VIII wurde ein Gesetz erlassen, demzufolge Giftmörder
zu Tode gebrüht werden sollten.
Dazu wurde das Opfer gefesselt in einen Kessel voll Wasser gesteckt, unter
dem ein Feuer entzündet wurde.
Little Ease
Bei dieser Methode wurde das Opfer in kleines,
einer Waschmaschinentrommel ähnliches Loch gesteckt, in dem jede Bewegung
unmöglich war.
Der Verurteilte starb an den Krämpfen.
Phälen
Durch den Sohn des Vlad Dracul erlangte diese Hinrichtungsart traurigen Weltruhm.
Dracula (Sohn des Dracul) herrschte in der Wallachei und verteidigte das Land
gegen die osmanischen Angreifer.
Er setzte auf die Strategie der verbrannten Erde und galt als Meister der
psychologischen Kriegführung.
Zur Abschreckung errichtete er einen 'Wald der Gepfählten',
bestehend aus 20.000 türkischen Kriegsgefangenen und Oppositionellen
aus den eigenen Reihen.
Den Gefangenen wurde ein spitzer Pfahl durch den Leib getrieben und dann senkrecht
aufgestellt.
Der Sultan zog sich bei diesem Anblick trotz dreifacher Überlegenheit
zurück,
Dracula wurde seitdem Vlad Tepes - der Pfähler - genannt.
Rädern
Bei dieser Vollstreckungsart wurden dem Verurteilten zuerst die Arm- und Beinknochen
gebrochen.
So konnte er nackt in ein Wagenrad eingeflochten werden. Nachdem der Henker
mehrfach ein neues,
schweres Wagenrad auf den Delinquenten fallen ließ,
wurde das Rad mit einem Pfahl aufgerichtet und der Delinquent unter großen
Qualen Wind,
Wetter und den Vögeln des Himmels ausgesetzt.
Das Rad wurde erst nach vollständiger Verwesung des Leichnams abgenommen.
Gnädige Henker ließen das Wagenrad oder auf die Herzgegend ihres
Opfers fallen,
so das sie sofort starben und nicht weiter leiden mußten.
Das Rädern war eine klassische Strafe bei Mord oder Raub und wurde in
Deutschland letztmalig im Jahre 1823 angewandt.
Spießen
Das Spießen war eine in Europa selten angewandte Hinrichtungsart.
Der Delinquent wurde dazu auf einen angespitzten Pfahl gesetzt und mit Gewichten
behangen.
Der Pfahl konnte so langsam durch den Körper bis zum Herzen wandern.
Steinigung
Die Steinigung ist eine weitere, von 'gesamter Hand' vollstreckte Hinrichtungsart,
bei der der Verurteilte durch Steinwürfe zu Tode kommen soll.
Zum Vollzug muß der Kläger den ersten Stein werfen, dann folgen
die Zeugen und der Richter.
Anschließend wirft die ganze Gemeinschaft. Die Steine sollen dabei so
groß sein, dass sie das Opfer zwar verletzen,
aber nicht schon bei den ersten Würfen töten. Artikel 119 des Islamischen
Strafgesetzbuches bestimmt: '
Die Steine, die bei der Steinigung verwandt werden, dürfen nicht so groß
sein, daß die Person,
wenn sie von einem oder zwei Steinen getroffen wird,
stirbt; sie dürfen nicht so klein sein, daß man sie nicht mehr
als Steine bezeichnen kann.'
Das Steinigen ist ein töten aus der Ferne, die Peiniger müssen die
Leiden nicht allzu genau mit ansehen.
Der Leichnam verschwindet allmählich unter einen Steinhaufen. Er ist
den Unterweltgottheiten geopfert worden.
Die Steinigung ist heute noch eine gängige Hinrichtungsart.
In einigen islamischen Staaten werden Ehebrecherinnen noch auf dieser Weise
hingerichtet.
Im Januar 1998 stand in den Zeitungen zu lesen,
dass ein Geschäftsmann aus Norddeutschland im Irak zu Tode verurteilt
wurde,
da er als Ungläubiger ein sexuelles Verhältnis mit einer unverheirateten
Muslima hatte. Im droht nun die Steinigung.
Zu diesm Zweck wird das Opfer in einem Sack verpackt und bis zu den Schultern
in der Erde eingegraben.
Dann wird um das Opfer eine Linie gezogen, die von den Vollstreckern nicht
übertreten werden darf.
Der Journalist Freidoune Sahebjam hat eine 1986 stattgefundene Steinigung
einer Ehebrecherin im Iran dokumentiert:
'Kopf und Oberkörper waren nur noch ein Haufen blutigen Fleisches. Ihre
Kopfhaut war eine einzige klaffende Wunde.
Augen und Nase waren zerschmettert, der Kiefer gebrochen.
Der Kopf baumelte wie eine groteske Karnevalsmaske an den Resten der rechten
Schulter. Doch weil sie immer noch lebte,
schlug man ihr mit einem Ziegelstein den Kopf ein: Der Schädel zersprang,
und das Gehirn spritzte auf die Erde.
Was von der gesteinigten Frau übrigblieb, wurde vor die Dorfgrenzen gekarrt
und an die streunenden Hunde verfüttert.'
Verbrennen
Das Feuer galt als starkes Läuterungsmittel, dem kein Zauber oder unheilvolle
Kraft gewachsen war.
Daher war die Verbrennung die Strafe für besonders gefährlich angesehene
Verbrecher wie Zauberer, Hexen oder Ketzer.
Zur Vollstreckung wurde der oder die Verurteilte an Pfahl gebunden, dann wurde
um das Opfer herum Holz,
Stroh und Reisig aufgeschichtet und in Brand gesteckt.
Der Tod
auf dem Scheiterhaufen galt als besonders qualvoll.
Besonders gnädige Henker erstachen oder erdrosselten vorher ihr Opfer,
wovon das Volk freilich nichts merken durfte.
Oftmals wurden im Mittelalter bis zu 400 Menschen gleichzeitig verbrannt.
Nach der Vollstreckung wurde die Asche der Verurteilten verstreut, da von
ihnen nichts zurückbleiben durfte.
Das Prominenteste Opfer des Feuers war Jeanne d' Arc, welche am 30.5. 1431
auf dem Scheiterhaufen starb.
Ihre Asche wurde nach ihrem Tod in der Seine verstreut.
Vergiften
1924 wurde im US-Staat Nevada die erste Gaskammer eingerichtet.
Der Verurteilte in dieser auf einen Stuhl gefesselt, unter dessen Sitz sich
ein Behälter mit schwefliger Säure befindet.
Durch die Betätigung eines Hebels fällt ein Gazebeutel mit Natriumzyanidkugeln
in die Säure.
Beide Chemikalien verbinden sich und bilden Blausäure, deren Dämpfe
die Zellatmung des Verurteilten lähmen sollen.
Der Tod tritt durch innere Erstickung ein.
Auch beim Vergiften hängt die Länge und die Qual des Sterbens im
hohen Maße von der Konstitution des Delinquenten ab.
Im Hinrichtungsprotokoll des am 2. Mai 1960 in San Quentin hingerichteten
Caryl Chessman heißt es:
'Um 10.03 Uhr fielen die Zyanidkapseln in den Säuretank. Tödliche
Blausäuredämpfe stiegen hoch.
Caryl Chessman atmete zwanzig Sekunden lang ruhig. Dann starrte er zur Decke.
Um 10.05 Uhr begann er zu keuchen.
Eine Minute später trat ihm Schweiß auf die Stirn, Speichel tropfte
aus seinem Mund. Er fiel nach vorn in die Gurte, weinte,
sein Körper bäumte sich auf. Um 10.12 war er tot.'
Auf der
Suche nach der 'humansten' Todesart greift man neuerdings wieder auf eine
alte Methode zurück: dem Vergiften.
Nur ist aus dem Schierlingsbecher heute die Giftspritze geworden. Der Gipfel
des Zynismus ist dabei der vollautomatische,
computergesteuerte Injektionsautomat:
Der Kandidat wird dabei auf eine Liege geschnallt und bekommt computergesteuert
eine Injektion verpaßt.
Vierteilen
Das Vierteilen war im späten Mittelalter hauptsächlich für
Verräter bestimmt.
Der Todeskandidat wurde mit den Gliedmaßen an vier Pferde gebunden und
von diesen in Stücke gerissen.
Auch bei dieser grausamen Hinrichtungsart waren 'Pannen' möglich.
Robert F. Damiens, der Ludwig XV durch einen Messerstich
leicht verletzt hatte und im Jahre 1757 zum Tode durch Vierteilen verurteilt
wurde,
starb nicht, weil es den Pferden nicht gelang,
ihm die Glieder auszureißen. Schließlich mußte der Scharfrichter
ihm die Gliedmaßen mit dem Messer abtrennen.
Er selber wurde wegen Versagens mit Gefängnis bestraft.
Zersägen
Das Opfer wurde mit dem Kopf nach unten und mit gespreizten Beinen
an zwei parallel stehende Pfosten festgebunden.
Anschließend wurde er mit einem langen Sägeblatt in der Mitte durchgesägt.