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Historischer Schiffsmodellbau
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The 50-Gun Ship: A Complete History with Other (Shipshape) (Taschenbuch)
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Die CENTURION (50) trug einen berühmten Namen. Ihre Vorgängerin, ein Schiff vom alten 60-Kanonen-Typ, umsegelte einst im Geschwader Ansons die Welt und bestand berühmte Seeschlachten.
Die CENTURION mit dem Baujahr 1774 war jedoch ein klassisches 50-Kanonen-Schiff, wie es 1766 mit der SALISBURY von Thomas Slade entworfen wurde. Der Zweidecker verfügte über eine Tonnage von 1044 Tonnen, war 146 ft. lang und 40 ft. breit und hatte eine Crewstärke von 338 Mann.
Zur Bewaffnung: Das schwerste Geschütz bestand in 24-Pfünder-Kanonen auf dem unteren Artilleriedeck, 22 an der Zahl. Bis Anfang 1803 trug die CENTURION auf ihrem oberen Artilleriedeck 22 lange 12-Pfünder-Kanonen, die dann in Chatham gegen 32-Pfünder-Karronaden (s.u.) ausgetauscht wurden. Die sechs 6-Pfünder-Kanonen an Deck bzw. auf dem Achterdeck und dem Vorschiff wurden - wahrscheinlich 1798 - um die gleiche Zahl 24-Pfünder-Karronaden ergänzt. Auch auf der Poop wurden Karronaden aufgestellt, das Geschossgewicht und die Anzahl ist mir aber nicht sicher bekannt. Vermutlich handelte es sich um 6 weitere 18-Pfünder-Karronaden.
1774
Die CENTURION wird 1774 in Harwich fertiggestellt.
1776
Kapitän Richard Brathwaite (1728-1805) hat das Kommando über die CENTURION, die bei Ausbruch des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges vor der nordamerikanischen Küste eingesetzt wird.
Mai 1776
Im Mai kreuzt die CENTURION zwischen Kap Sable and Kap Anne.
Juli 1776
Im Juli 1776 wird die CENTURION zur Blockade vor Watering Place bei Staten Island (New York) festgemacht.
Dezember 1776
Ein Geschwader aus 50-Kanonen-Schiffen unter Kommodore Sir Peter Parker mit seinem Flaggschiff CHATHAM (50- Toby Caulfield), mit PRESTON (50 - W. Hotham), CENTURION (50 - Richard Brathwaite), RENOWN (50 - Francis Banks), EXPERIMENT (50 - James Wallace) und acht kleineren Schiffen sowie 7000 Soldaten an Bord verläßt am 1. Dezember 1776 New York, um den amerikanischen Freibeuter-Stützpunkt Newport auf Rhode Island und die Bucht von Narragansett zu besetzen (8. Dezember 1776)
1778
Die Nachricht von der Ankunft der französischen Flotte unter d'Estaing veranlasst Kommodore Charles Feilding in Halifax, die RAISONABLE (64) und die CENTURION (50) nach New York zu schicken, um das Geschwader unter Lord Howe zu verstärken.
11. August 1778
Während der Vorbereitung einer Schlacht mit d'Estaing wird Lord Howes Flotte von einem Sturm zerstreut und schwer angeschlagen. Eine Weile setzt der Admiral seine Flagge auf der CENTURION.
1782...
...übernimmt S. W. Clayton das Kommando ( Nordamerika )
1789 bis 1792
Die CENTURION (50), inzwischen unter dem Kommando von W. A. Otway, ist das Flaggschiff von Konteradmiral P. Affleck in der Karibik bzw. vor dem Hauptstützpunkt der Engländer, Jamaika.
1791
Im Verlaufe des Jahres 1791 wird die CENTURION mehrfach als Versorgungs- und Flüchtlingsschiff in den Häfen des französischen St. Domingue eingesetzt. Im Westteil des späteren Haiti tobt der von beiden Seiten äußerst grausam geführte Befreiungskrieg zwischen Sklaven und Sklavenhaltern.
August 1792
Die CENTURION wird in Plymouth abgemustert.
20. November 1793
Unter dem Kommando von Kapitän Samuel Osborne verläßt die CENTURION im Geschwader von Kommodore Henry Newcome England mit Ziel Indischer Ozean.
1794
Blockade von Mauritius durch ein englisches Geschwader unter Newcome.
5. Mai 1794
Die CENTURION (50 - Samuel Osborne ), die ORPHEUS (32 - Henry Newcome) und die RESISTANCE (44 - Edward Pakenham) erobern in einem blutigen Gefecht vor Mauritius die DUGUAY TROUIN (34 - Pierre-Julien Treouart)
16. Mai 1794
Das englische Geschwader, inzwischen um die DIOMEDE (44- Matthew Smith) erweitert und mit den beiden Prisen DUGUAY TROUIN und der dänischen DOROTHEA ELISABETH, erreicht das französisch beherrschte Mahe auf den Seychellen. Dort werden mit der Brigg OLIVETTE und dem Sklavenhändler DEUX ANDRES zwei weitere Prise aufgebracht. In Mahe wird die englische Flagge gehisst, die Engländer lassen jedoch keine Truppen dort.
22. Oktober 1794
Die CENTURION (50 - Samuel Osborne ) und die DIOMEDE (44 - Matthew Smith) kämpfen in einem unentschiedenen Gefecht vor Serpent Island (Mauritius) gegen die französischen PRUDENTE (36 - Kommodore Renaud ), die CYBELE (40 - Treouart), JEAN-BART (20 - Leutnant Garaud) und COURIER (14)
August 1795
Nachdem die Nachricht vom Krieg zwischen England und der Batavischen Republik (Niederlande) Ostindien erreicht hat, ankert am 1. August 1795 ein englisches Geschwader, bestehend aus SUFFOLK (74 - Konteradmiral Peter Rainier), CENTURION (50), DIOMEDE (50), der Fregatte HEROINE und Truppentransportern mit 3000 Mann in der Back Bay vor Trincomalee (Ceylon). Am 3. August 1795 beginnt ohne holländischen Widerstand die Landung der Truppen und Artillerie unter Colonel Stuart und wird wegen dem starken Wind und der Brandung 10 Tage dauern. Am 23. August hat Stuart endlich seine Position in Trincomalee befestigt.
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27. September 1795
Die CENTURION, das HEIC-Schiff BOMBAY und einige kleinere Schiff, die am 24. September Trincomalee verlassen haben, landen Truppen zur erfolgreichen Eroberung des strategisch wichtigen Jaffnapatam (Nord-Ceylon).
16. September 1796
Die CENTURION (50 - Samuel Osborne), RESISTANCE (44 - Edward Pakenham), ORHPEUS (32 - Henry Newcome), SWIFT (16 - James Sprat Rainier) und einige kleinere Schiffe unter der Führung von Vizeadmiral Peter Rainiers Flaggschiff SUFFOLK (74 - Robert Lambert) landen auf Amboyna, der Hauptinsel der niederländisch besetzen Molukken, Truppen und erobern diesen wertvollen Handelsstützpunkt ohne Widerstand.
Dezember 1797
Kapitän zur See John Sprat Rainier, Neffe des in Ostindien kommandierenden Konteradmirals und mit einem Leutnantspatent von 1794 (!), übernimmt die CENTURION (50)
7. September 1798
Die CENTURION (50 - J. S. Rainier) erreicht die Seychellen. Wieder einmal müssen die Franzosen dort die englische Flagge hissen, Rainier beschlagnahmt in Mahe die Kasse des Präfekten und plündert die Fleischvorräte.
Er trifft im Hafen auf das unter dänischer Flagge segelnde Sklavenschiff LOUISA, das 260 Sklaven an Bord hat. Kapitän ist der Franzose Baudin. Pech für Baudin, denn Dänemark ist in einer Marineschutzallianz mit Frankreich vereint und so wird die LOUISA Prise der CENTURION. Pech auch für die Sklaven, sie sind englische Beute. Erst 1807 hätte man sie wegen der Anti-Sklaverei-Politik Englands frei gelassen.
17. September 1798
Die CENTURION macht sich via Ceylon wieder auf den Weg nach Bombay. Die LOUSIA setzt mit ihrer Prisenbesatzung Kurs auf Capetown (Kap der Guten Hoffnung). Rainier freut sich jedoch zu früh über das Prisengeld, denn Baudin und seine Männer überwältigen wenig später die 20 Engländer an Bord und bringen die LOUISA nach Mauritius. Den Sklaven an Bord ist es vermutlich egal, denn sie bleiben natürlich Sklaven. Die englische Prisenbesatzung aber geht in Kriegsgefangenschaft. Zwei Briten treten jedoch in französische Dienste, um diesem Schicksal zu entgehen. So auch der Seemann Tring von der CENTURION, der mit seinem namentlich unbekannten Schicksalgenossen an Bord der französischen Fregatte PRUDENTE (36) Dienst tut.
November 1798
Weil das Gerücht nach Bombay dringt, Napoleons Ägypten-Armee habe bei ihrer Invasion die Elementarbauteile einiger Kriegsschiffe nach Suez gebracht, um dort Linienschiffe und / oder Fregatten für den Einsatz im Indischen Ozean zu bauen, wird die CENTURION ins Rote Meer geschickt, um der Sache auf den Grund zu gehen. In Mokka trifft die CENTURION auf die englische Brigg ALBATROSS, mit der sie die Erkundungsmission fortsetzt.
27. April 1799
Die CENTURION und die ALBATROSS kreuzen vor Suez und erfassen den Norden des Roten Meeres kartographisch. Die Landung einer kleinen Truppe unter Lieutenant Colonel Murray wird allerdings von französischen Truppen zurückgeschlagen.
Juli 1799
Die CENTURION und die ALBATROSS treffen in Mokka auf eine englische Expedition unter Konteradmiral John Blankett mit seinem Flaggschiff LEOPARD (50 - Thomas Surridge), den Fregatten FOX (32 - Henry Stuart) und DAEDALUS (32 - Henry Lidgbird Ball) sowie Truppen unter Sir David Baird, die anhand der Informationen Rainiers beschließen, den französischen Stützpunkt Kosseir im Südwesten des Roten Meeres anzugreifen. Der Angriff Mitte August scheitert jedoch 1.
21. Januar 1800
Der ehemalige Matrose von der CENTURION, Tring, wird an Bord der SUFFOLK im Hafen von Bombay gehängt. Tring war am 9. Februar 1799 mit der französischen Fregatte PRUDENTE (36 - Emanuel-Hippolite Le Joliff) in die Hände der DAEDALUS (32 - Henry Lidgbird Ball) gefallen (Siehe hier), hatte sich als Amerikaner ausgegeben und war Crewmitglied der englischen Fregatte geworden. Der zweite englische Deserteur von der CENTURION war an Bord der PRUDENTE gefallen. Doch auch Trings Tage waren gezählt: Als die DAEDALUS im Roten Meer die CENTURION traf, wurde Tring wiedererkannt und wegen Desertion angeklagt.
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Gefangene der Piraten
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Sommer 1800
Die CENTURION und die drei Fregatten DAEDALUS (32 - Henry Lidgbird Ball), BRAAVE (40 - Thomas Alexander) und SYBILLE (44 - C. Adams) unter Kommodore Ball blockieren den Hafen von Batavia (Holländisch-Java).
23. August 1800
Englische Landungstruppen erobern das Arsenal von Onrust. Das Geschwader Balls macht 5 Prisen und zerstört 22 Handelsschiffe. Eine der Prisen, eine Brigg, die ADMIRAL RAINIER (16) getauft wurde, kommt unter des Kommando von Leutnant William Dobbie, dem ersten Offizier der CENTURION. Dobbie und seine schnelle Brigg werden während der Blockede Batavias zum Schrecken der Holländer, weil sie den Handel an der Küste Javas praktisch zum Erliegen bringen. Mit einem Unternehmen z.B fährt Dobbie mit sieben armierten Booten den Carawang-Fluss hinauf und zerstört bzw. plündert holländische Handelsstützpunkte.
1801
Mit Beginn des ersten Marathen-Krieges rief der englische Generalgouverneur Richard Wellesley das Blockadegeschwader von Java zurück nach Indien, sehr zum Ärger von Vizeadmiral Peter Rainier, der inzwischen Verträge mit javanischen Fürsten ausgehandelt hatte, um mit ihrer Unterstützung Batavia zu erobern.
1802
Frieden von Amiens auch im Indischen Ozean. Rainier setzt seine Flagge auf der CENTURION.
4. Dezember 1802
Während Rainier in Madras Vorbereitungen zu seiner Ablösung und Heimreise nach England trifft, gerät die CENTURION von Ceylon kommend in einen schweren Sturm, der das Schiff entmastet und beinahe vernichtet. Die Crew muß alle Kanonen über Bord werfen und kommt mit knapper Not davon. Mit Notmasten läuft die CENTURION nach Bombay, bekommt dort neue Masten eingesetzt und macht sich auf den Weg nach England.
Anfang 1803
Die CENTURION wird in Chatham überholt. U.a. werden die 12-Pfünder-Kanonen im oberen Artilleriedeck gegen 32-Pfünder-Karronaden ersetzt.
Juni 1803
Die CENTURION ist zurück in Ostindien
11. Juli 1803
Konteradmiral Linois erreicht mit der MARENGO, SEMILLANTE und ATALANTE Pondicherry (Ostindien). Er hat General Decaen an Bord, den französischen Gouverneur für Ostindien. Dieser soll die nach dem Friedensvertrag von Amiens an Frankreich zurückgegebene Stadt und das Hinterland wieder in Besitz nehmen.
Vor Pondicherry liegen seit dem 5. Juli bereits die vier britische Linienschiffe CENTURION (50 - John Sprat Rainier) , TREMENDOUS (74 - John Osborn), TRIDENT (64 - Thomas Surridge) und LANCASTER (64 - William Fothergill) ] plus vier Fregatten [SHEERNESS (44 en flute),CONCORDE, DEDAIGNEUSE, FOX] sowie die Sloop VICTOR unter Vizeadmiral Peter Rainier und halten die französische Fregatte BELLE POULE, die Linois vorausgesegelt war, in Schach. Rainier hat Anweisungen, die Franzosen nicht an Land zu lassen.
12. Juli 1803
Die französische Korvette BELIER - am 16. März aus Brest abgereist - bringt Nachrichten über den nahenden Krieg und Befehle für Linois, sich ggf. nach Mauritius zurückzuziehen. In der Nacht zum 13. Juli setzt sich Linois heimlich von den Briten ab, gegen die Proteste Decaens. Ein später eintreffender Truppentransporter wird von den Briten zunächst interniert, am 24. Juli dann aber nach Mauritius geleitet und abgeliefert.
1804
Kapitän James Lind springt als Kommandant der CENTURION für den lebensgefährlich erkrankten Kapitän John Sprat Rainier ein
15. September 1804
Linois´ MARENGO (74) und ihre beiden Fregatten ATALANTE (44 - Camille-Charles-Alexis Beauchene) und SEMILLANTE (36 - Leonard-Bernard Motard) greifen auf der Reede von Vizagapatam die CENTURION und zwei Ostindienfahrer an. Den Franzosen gelingt es, einen Ostindienfahrer zu erobern und den anderen in die Brandung zu treiben, wo er verloren geht. Die drei französischen Kriegsschiff können jedoch das englische 50-Kanonen-Schiff CENTURION unter Leutnant Philips und später unter Kapitän Lind nicht bezwingen ! (Siehe hier)
7. November 1804
Die CENTURION ist in Bombay
1805
Die CENTURION kehrt nach England zurück und wird in Chatham überholt.
25. bis 27. Dezember 1807
Die CENTURION (50 - Douglas), aus der Karibik kommend, ist als Eskorte eines Konvois auf dem Weg nach England, als sie in einen schweren Sturm gerät und ihre Schutzbefohlenen aus den Augen verliert.
4. Januar 1808
Die CENTURION (50 - Douglas) erreicht Portsmouth
17. August 1808
Die CENTURION (50) segelt als Versorgungsschiff unter dem Kommando von Kapitän G. P. Monke mit einem Konvoi nach Halifax. In Halifax wird aus ihr eine Hulk, die als Kaserne und Befehlsstand dient.
1809
Die CENTURION wird zum Hospitalschiff umgerüstet
1824
Die CENTURION sinkt oder wird versenkt, wird später aber wieder gehoben und...
1825
...abgewrackt
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Fußnote 1 = Vom 14. bis zum 16. August 1799 feuerten die beiden Fregatten FOX (32 - Henry Stuart) und DAEDALUS (32 - Henry Lidgbird Ball) 6000 Kanonenkugeln - 75 % ihres gesamten Vorrates - auf das Fort von Kosseir ab. Ihre zwei Landungsversuche wurden jedoch jeweils zurückgeschlagen. Am Ende gab es auf beiden Seiten geringe Verluste, dafür gewaltigen Munitionsnachschub für die Franzosen und eine Menge kaputt geschossener Steine.
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