|
|
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815 Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802 von Thomas Siebe Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010 Bei AMAZON bestellen Mehr Infos Beispiel-Seiten Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3 | ![]() |
|
|
Der französische Konteradmiral Charles Linois ist bekannt geworden durch seinen Sieg über ein britisches Geschwader in der Schlacht von Algeciras am 6. Juli 1801, aber auch durch sein überdurchschnittlich geringes Kriegsglück, um nicht zu sagen: Pech. So ist er auch das Opfer eines großangelegten Bluffs geworden, der seinerzeit seinen Ruf als Flaggoffizier völlig ruinierte. Linois Geschwader wurde 1804 im südchinesischen Meer von einer Flotte von bewaffneten Handelsschiffen, die sich als Schlachtschiffe getarnt hatten, in die Flucht geschlagen und anschließend sogar gejagt. Die Ostindienfahrerschlacht vor der kleinen malaiischen Insel Pulo Aor aber wurde berühmt und lieferte den Stoff für so manchen Roman. Wie es zu diesem frechen Bluff kam, schildert der folgende Bericht.
Im Indischen Ozean bestimmte in der Zeit der Segelschiffe der wechselnde Monsun die Hauptreisezeiten für bestimmte Routen. Verpasste ein Schiff eine solche Phase, verlor es Monate, im ungünstigsten Fall sogar ein ganzes Jahr. Dies war - auch im beginnenden 19. Jahrhundert - für ein Kriegsschiff ein gewaltiger militärischer Nachteil, für ein Handelsschiff aber geschäftlich eine Katastrophe.
Die Sorge, die günstigen Monsunwinde im Indischen Ozean zu verpassen, plagte im
beginnenden Jahr 1804 in Kanton (China) den Kapitän und Kommodore der Ostindischen
Gesellschaft, Nathaniel Dance und seine Kollegen.
Ein mit Seide, Porzellan, Tee, Gewürzen oder Reis beladener Ostindienfahrer der China Fleet repräsentierte einen sehr hohen Wert und stellte folglich die ultimative Beute, sozusagen den Jackpot, für Piraten oder Kaperschiffe da. Deswegen verfügten alle Ostindienfahrer zu ihrem Schutz auch
über eine größere Artilleriebewaffnung und konnten sich gegen kleinere Kaperschiffe durchaus
wirkungsvoll zur Wehr setzen. Der seit 1790 gebaute größere Schiffstyp der Gesellschaft
ähnelte sogar in Takelage und Aussehen den modernen 74-Kanonen-Schlachtschiffen und
hatte neben Karronaden (Nahkampfkanonen) auch 20 bis 26 Zwölf- und Achtzehn-Pfünder-Kanonen
an Bord. Somit fürchtete der
Konvoi weniger kleinere Kaperschiffe wie z.B. chinesische Piraten, Sorgen bereiteten den
Kapitänen vielmehr jüngste Berichte, wonach ein französisches Geschwader mit
Linienschiffen den Indischen Ozean unsicher machte. Bei einem Treffen mit diesen Schiffen
konnte der Plan des Konvois eigentlich nur heissen, sich so schnell wie möglich aus dem
Staub zu machen, denn das Artillerieduell gegen ein Linienschiff war auch für die großen
Ostindienfahrer aussichtslos. Der Nachteil bei diesem Verhalten war freilich, daß bei einer wilden Flucht eine koordinierte Verteidigung unmöglich wurde und die schnellen französischen Fregatten Schiff um Schiff einholen und erobern würden. Die Ähnlichkeit der größeren Schiffe mit Schlachtschiffen nützend ließ man
einigen Schiffen einen höchst militärischen Anstrich verpassen und sogar Geschützpforten
aufmalen. Damit waren diese Schiffe auf Distanz tatsächlich von 74-Kanonen-Schlachtschiffen bzw. Zweideckern nicht zu unterscheiden. Das diese Fassade selbst für erfahrene Seeleute zur
Täuschung wurde, war auch der Detailtreue der Mimikry geschuldet: In aller Eile hatte man
für eine Handvoll Schiffe zusätzlich Segel nach dem Schnitt der Royal Navy genäht und
angeschlagen. Zusätzlich bekamen diese Schiffe dann auch noch eine entsprechende
Beflaggung. Und wichtiger noch: es gab eine detaillierte Absprache der Manöver für den Fall der
Fälle, denn der Plan des Kommodore fand allgemeine Zustimmung unter seinen Kollegen.
Die Ostindische Kompanie war vom
erneuten Kriegsausbruch zwischen Frankreich und England überrascht worden. Der Konvoi
aus Handelsschiffen, auch als die China Fleet bezeichnet, war zwar vollzählig versammelt und
bereit zur Reise nach Indien bzw. England, doch vergeblich hatte man im Hafen von Kanton auf englische
Kriegsschiffe als Geleitschutz gewartet.
Zwar waren zwei britische Linienschiffe, die
SCEPTRE (74) und die ALBION (74), auf dem Weg, konnten aber frühestens vor der Straße
von Malakka zum Konvoi stoßen. Für die Kapitäne der Handelsschiffe stand jedoch viel Geld
auf dem Spiel und wenn ihre Schiffe den Monsunwechsel im Indischen Ozean verpassten,
kostete dies ein Vermögen. Deswegen war es keine Frage, daß der Konvoi zur Not auch ohne
Begleitschutz segeln musste.
Damit konnten diese Schiffe selbst einer großen Fregatte schon Probleme bereiten, wie dies 2
Jahre nach dieser Geschichte die WARREN HASTINGS, ein Schiff aus der China Fleet,
vorführte. Das 1350-Tonnen-Schiff von Kapitän Thomas Larkin verfügte bei rund 200
Mann Besatzung über 26 Achtzehn-Pfünder-Kanonen sowie über 14 Achtzehn-Pfünder-Karronaden und
vier Zwölf-Pfünder-Nahkampfgeschütze. Mit dieser Bewaffnung sollte Larkins Schiff am 21. Juni 1806 der 40-Kanonen-Fregatte
PIEMONTAISE (40 - Jaques Epron) eine blutige Schlacht liefern.
Deswegen bereiteten der dienstälteste Kapitän, Kommodore
Dance und seine Kapitänkollegen, einen frechen Plan B für den Fall einer Begegnung mit den
Franzosen vor.
Ein Ostindienfahrer

Die Linienschiff-Mimikry
Neu, wie viele später behaupteten, war der Plan freilich nicht, sondern lediglich sehr gut vorbereitet, was seinen Grund hatte. Bereits im Januar 1797 hatte nämlich ein Kollege von Dance, Kapitän Charles Lennox von der WOODFORD, östlich von Java ein französisches Fregattengeschwader, bestehend aus immerhin 6 Schiffen unter Konteradmiral Sercey, mit seinen fünf Ostindienfahrern in die Flucht geschlagen. Lennox hatte aus der Not der zufälligen Begegnung heraus geistesgegenwärtig die Stander eines britischen Vizeadmirals gesetzt und war sogar auf das französische Geschwader zugelaufen. Dieser Coup war natürlich kein Geheimnis geblieben und dies erhöhte das Risiko für die China-Fleet.
Das französische Geschwader unter Konteradmiral Linois, dem Sieger von Algeciras 1801,
war jedoch viel näher, als die Kapitäne der China Fleet ahnten.
Linois war mit seinem Flaggschiff MARENGO (74) , einigen Fregatten und Truppentransportern im Juli 1803
ursprünglich in quasi-friedlicher Mission in den Indischen Ozean gekommen, um die nach
dem Friedensvertrag von Amiens 1802 an Frankreich zurückgegebene Stadt Pondicherry und weitere französische Besitzungen
wieder in Besitz zu nehmen.
Der amtierende englische Generalgouverneur von Indien,
Richard Wellesley, hatte jedoch trotz noch bestehenden Friedens und ungeachtet des
Vertrages angeordnet, keinen französischen Soldaten in Indien an Land zu lassen.
Deswegen
wurde der an Bord der MARENGO reisende designierte französische Gouverneur für die
französischen Besitzungen in Indien, General Decaen, nach einer Reise von Brest nach Pondicherry, also nach über 12000 Seemeilen, am Ende auf die letzte verbliebene Präsenz des
späteren französischen Kaiserreichs im Indischen Ozean verschlagen. Linois brachte Decaen auf die Insel Mauritius (Damals: Ile de
France), wo man Ende August die Nachricht vom erneuten Kriegsausbruch bekam. In der Folge benutzte Linois die beiden Häfen der Insel im Indischen Ozean als Basis für den Kreuzerkrieg gegen die Briten in Asien.
Decaen, der Held von Hohenlinden 1800 und ursprünglich Kavallerist, verfügte zweifellos auch über ein grosses strategisches Talent für den Seekrieg. Auf Mauritius begann der allerdings recht selbstherrliche General sogleich ein Konzept für einen ausgedehnten Kreuzerkrieg im Indischen Ozean zu entwerfen und geriet darüber natürlich mit dem eifersüchtig über sein Element wachenden Konteradmiral aneinander. Trotz der aufkeimenden Feindschaft zwischen den beiden Männern waren sie sich jedoch in ihrem ersten grossen Ziel einig: Die Kampanje sollte mit einem großen Coup eröffnet werden, dem Angriff auf die China Fleet.
Am 8. Oktober 1804 hatten Decaen und Linois genügend Informationen gesammelt und alle
Vorbereitungen getroffen. Das Flaggschiff des Konteradmirals, die MARENGO (74 - Joseph-Marie Vrignaud), verließ Mauritius,
gefolgt von den Fregatten SEMILLANTE (36 - Leonard-Bernard Motard) und BELLE
POULE (40 - Alain Bruilhac) sowie der Korvette BERCEAU (22 - Emanuel Halgan). Nach einem kurzen Abstecher auf die naheliegende Insel Reunion, wo er Truppenverstärkungen landete, nahm Linois Kurs auf Sumatra. Dort plünderte er Anfang Dezember den britischen Handelsstützpunkt Bencoolen (Bengkulu), nahm einige Prisen und versorgte sich mit den neusten Informationen.
Am 10. Dezember 1803 warf das französische Flaggschiff dann vor Batavia auf Java Anker. Batavia war nach wie vor in den Händen der Holländer und somit der Stützpunkt eines französischen Vasallenstaates. Linois füllte Wasser- und Feuerholzvorräte auf und übernahm die batavische Brigg AVENTURIER (16) in sein Geschwader. Das kleine Schiff eignete sich wegen seiner Schnelligkeit und seines geringen Tiefganges vorzüglich als Kundschafterin für die weiteren Unternehmungen des Konteradmirals. In Batavia bekam der Held von Algeciras, angeblich von einem amerikanischen Kapitän, letzte und recht präzise Informationen über den Status der China Fleet. Diese Nachrichten schienen höchst günstig: Die Handelsschiffe hatten in Kanton bislang vergeblich auf ernstzunehmenden Geleitschutz gewartet. Aus bereits beschriebenen Gründen mußten sie aber innerhalb eines gewissen Zeitfensters aufbrechen, mit oder auch ohne die Begleitung grösserer Kriegsschiffe. Dies verhieß für Linois leichte und reiche Beute.
![]() Charles Linois Click Bild für Kurzbiografie |
|
![]() Der Ort der Schlacht |
Am 28. Dezember 1803 verließ das französische Geschwader dann Batavia und segelte nach Norden.
Linois schien bemerkenswert gut informiert. Er wußte, daß der Konvoi bisher
vergeblich auf englische Linienschiffe gewartet hatte, kannte die ungefähre Zahl der Schiffe,
den frühest möglichen Aufbruchtermin und wußte natürlich auch um die meteorologische
Deadline der rot-weißen Flotte.
Wie alt die Informationen waren, die Linois vorlagen, ist aber nicht bekannt. Der Admiral rechnete
jedenfalls keinesfalls mit starkem Geleitschutz des Konvois.
Am 31. Januar 1804 - kein englisches Linienschiff war in Sicht - musste die China Fleet dann den
Hafen von Kanton verlassen und steuerte Südkurs mit dem vorläufigen Ziel Malakka.
16 größere
Ostindienfahrer zwischen 1200 und 1500 Tonnen und 25 kleinere Handelsschiffe boten einen imponierenden Anblick und hätten das Herz eines jeden Piraten oder Kaperfahreres hüpfen lassen... wäre da nicht die doppelte Reihe von Geschützpforten an den Seiten einiger Schiffe gewesen.
Die einzige Eskorte der China Fleet bestand jedoch nur aus der kleinen
gesellschaftseigenen Kriegsbrigg GANGES. Das wußten aber weder Piraten noch Kaperschiffkapitäne.
Was Kommodore Dance und seinen Kollegen wiederum nicht wußten: Die China Fleet lief dem französischen
Geschwader direkt in die Arme.
Linois war klar, daß der Konvoi, sollte er erst einmal die Meeresstrasse von Malakka erreichen, in relativer Sicherheit sein würde, weil diese Region von den Portugiesen und Briten beherrscht wurde. Deswegen lauerte er der China Fleet vor der Ostküste der malaiischen Halbinsel auf, bei einer größeren Inselgruppe, die zwischen dem 104. und 105 Längengrad gelegen ist. In der Nähe der kleinen Insel Pulo Aor (Auch Pulo Aura, Polo Auro oder Poulo Or) ließ er seine Schiffe in weit gefächerter Linie kreuzen und wartete auf die Briten.
Am Morgen des 14. Februar 1804, bei 2 Grad, 27 Minuten nördlicher Breite und 104 Grad, 31 Minuten östlicher Länge, sichtete die AVENTURIER dann einen Wald aus Masten und Leinwand - die China Fleet. Linois nahm Kurs auf einen Wert von rund 8 Millionen Pfund Sterling unter Segeln.
Auf dem Ostindienfahrer ROYAL GEORGE hatte Kapitän John Timmins gerade die
Meldung bekommen, daß die kleine Insel Pulo Aor in West / Südwest in Sicht war, als die
Toppgasten die Segel von vier großen Schiffen in Südwest meldeten. Timmins ließ die
Meldung an Kommodore Dance auf der EARL CAMDEN weitergeben. Dance ahnte sofort,
wer sich da seinem Konvoi näherte, doch zunächst befahl er der ROYAL GEORGE und den
ebenfalls am weitesten südwestlich stehenden Schiffen ALFRED (James Farquharson),
BOMBAY CASTLE (Archibald Hamilton) und HOPE (Jason Pendergrass) auf die
gesichteten Segel zuzuhalten, um Schiffstyp, Nationalität und möglicherweise Identität der
anlaufenden Schiffe zu erkunden.
Der Navy-Offizier Leutnant Robert Fowler, Passagier an
Bord der EARL CAMDEN und erster Offizier unter Matthew Flinders, bot sich an, sich auf der kleinen
armierten Brigg GANGES den Kundschaftern anzuschließen und eilte dann mit Dances
Erlaubnis der Erkundungs-Expedition hinterher.

30 Minuten banges Warten für Dance und den Konvoi folgten, dann war sich Fowler sicher.
Die Kundschafter schwenkten auf ihren alten Kurs ein und signalisierten dem Konvoi das
alarmierende Ergebnis ihrer Beobachtungen: Ein Linienschiff, zwei Fregatten und zwei
kleinere Schiffe näherten sich der China Fleet. Das unbekannte Geschwader stand noch weit in Lee des Konvois,
arbeitete sich aber bereits fleissig auf die Luvseite des voraussichtlichen britischen Kurses vor.
Der Kommodore der Ostindischen Kompanie hatte wenig Zweifel, daß es sich um das
französische Geschwader handelte, doch zunächst beließ er die vorgepreschten Schiffe auf
ihrem Beobachterposten.
Linois beabsichtigte, seinen räumlichen Vorsprung in eine Luvposition gegenüber den
nahenden Schiffen umzumünzen. Obwohl seine Informationen die Präsenz größere
Kriegsschiffe nicht erwarten ließ, war der Konteradmiral zu erfahren, um sich auf See vom
Gegenteil überraschen zu lassen und dann im Lee englischer Linienschiffe zu stehen.
Linois
zeigte sich hier von seiner besten Seite, als umsichtiger und taktisch geschickt operierender
Kommandant.
Gegen Mittag verdichtete sich die Nationalität der Kriegsschiffe für die Briten zur Gewißheit. Die 16 großen Handelsschiffe formten sich nun zu einer
gewaltigen Schlachtlinie, machten ihre Schiffe klar zum Gefecht und präsentierten an ihren
Breitseiten in der Summe immerhin weit über 200 Kanonen, wobei diese durch die
aufgemalten Stückpforten-Fakes noch wesentlich mächtiger aussahen.
Dance ließ das Rückrufsignal für die vier Frontschiffe hissen und dann folgendes Signal
übermitteln:
Form line of battle in close order and prepare for action.
Gleichzeitig ließ er
die wehenden weiß-rot gestreiften Embleme der Ostindischen Kompanie gegen das Blau und
Rot der Royal Navy austauschen.
Alle Schiffe in der
Linie ließen nun Flaggen der Royal Navy wehen, die vier vordersten Segler trugen sogar den
Wimpel eines Konteradmirals im Topp und manövrierten genau so , wie es Kriegsschiffe
unter diesen Umständen getan hätten:
Im Schutz der Schlachtlinie ließen sie in einer
zweiten und dritten Reihe die schwächeren und kleinen Schiffe segeln, während sie zu
anderen Seite dem Gegner ihrer Breitseiten präsentierten und stur ihren Kurs verfolgten, ohne
Anzeichen von Furcht und Flucht.
Der sich nähernde französische Konteradmiral war schon zuvor überrascht worden, denn er
stieß auf wesentlich mehr Schiffe als erwartet.
Trotzdem stellte sich Linois
bei dem sich ihm bietenden Anblick natürlich sofort die Frage, ob die englischen Linienschiffe nicht doch
noch rechtzeitig zum Geleitschutz herangekommen waren. Auf größere Distanz war dies aber
unmöglich zu entscheiden. Auf
beiden Seiten ließ man den Gegner keine Sekunde lang aus den Augen, kein Fernglas auf
beiden Seiten, das nicht im Gebrauch gewesen wäre. Selbst ältere Kapitäne in der China Fleet waren
aufgeentert, um zu beobachten, was die Franzosen tun würden. Die Sonne sank am Horizont und schließlich hatte das französische
Geschwader seine Angriffsposition im Luv der englischen Linie erreicht, wendete und lag
nun auf gleichem Kurs.
Noch überraschender aber war für ihn nun der
Anblick der Schlachtlinie, denn natürlich hatten die Franzosen erwartet, daß die
Handelsschiffe flüchten würden. Auch der höchst kriegerische Anblick der Linie verblüffte
Linois, machte ihn aber gleichzeitig auch mißtrauisch. Eine große englische Flotte von
Linienschiffen war in diesen Breiten natürlich höchst unwahrscheinlich und der Bluff auf See
wie zum Beispiel das Hissen von fremden Flaggen war schon immer eine beliebte Kriegslist
gewesen. Serceys Schlappe anno 1797 war natürlich auch Linois bekannt.
Vorsichtig näherte sich deswegen das französische Geschwader, darauf
bedacht, gegenüber den Briten ins Luv und damit in die Manöverdominanz zu gelangen.
Linois auf der anderen Seite
suchte Indizien für einen Bluff, während er und seine Crews versuchten, Linienschiffe zu
identifizieren.
Immer näher rückte ihre kleine Schlachtlinie den englischen Schiffen
und nach und nach konnten die französischen Seeleute Schiff um Schiff als Handelsschiff
identifizieren. Lediglich die vier vordersten Engländer in der Linie, die dem 74-Kanonen-Linienschifftyp so ähnelten, waren auch bei abnehmender Entfernung nicht sicher einzuordnen.
Der
Höhepunkt der Spannung war nun erreicht: Würde sich Linois wirklich bluffen lassen ?
|
|
|
|
Bei einem Angriff waren die Engländer zwar entschlossen, zu kämpfen, doch verfügten die
großen Handelsschiffe weder über ausgebildete Geschützbedienungen noch über die gegen
ein Linienschiff notwendigen schweren Kaliber wie 24 oder 32 Pfünder. Dem Rumpf der
MARENGO vermochten zumindest die Zwölfpfünder der Briten kaum Schaden zu zufügen. Der Ausgang eines solchen Kampfes lag auf der Hand.
Doch Linois, der nun auf eine Distanz von rund 1 Seemeile herangekommen war, freilich bei
schwindendem Licht des ausgehenden Tages, konnte nach wie vor nicht sicher sein, ob er
gegen englische Linienschiffe würde kämpfen müssen. Mit jeder Minute
nachlassenden Tageslichtes aber löste sich die Spannung auf den englischen Schiffen, wurde
die Identität der martialisch aufgemachten Ostindienfahrer bei den Franzosen zumindest in
Frage gestellt. Ohne Zweifel zog der französische Admiral die Möglichkeit einer
Täuschung nach wie vor in Betracht. Er rechnete aber damit, daß die Briten in diesem Fall kaum
die Nerven haben würden, in der Nacht ihren Kurs neben einem französischen Geschwader
zu halten. Auf englischer Seite war man freilich der gleichen Meinung: Flucht würde den Bluff
auffliegen lassen und den Konvoi zerstreuen.
Um dem französischen Geschwader deutlich zu machen, daß kein Schiff flüchtete, demonstrierten
Dance und seine Männer ihren Gegnern unverdrossen ihre Präsenz. An Bord der MARENGO
konnte man die ganze Nacht die militärisch korrekt postierten blauen Nachtlichter der
englischen Schiffe beobachten, die man am ehesten für Linienschiffe halten konnte. Für die Franzosen waren diese Schiffe aber nur als Lichtpünktchen und Schemen zu erkennen. Die Engländer
benahmen sich aber sichtlich genau so, als hätten sie von der MARENGO oder den französischen
Fregatten gar nichts zu befürchten, während sie andererseits auch keinen übertriebenen
Lichterzauber präsentierten, wie die Legende des Treffens da und dort zum Besten gibt.
The Oxford History of the British Empire. The Eighteenth Century
In der Morgendämmerung des 15. Februar waren alle englischen Schiffe noch vollzählig
versammelt. Linois schrieb in seinem Bericht, daß dies für ihn ein deutliches Indiz für die
Anwesenheit von englischen Linienschiffen war. Sonst hätten seiner Meinung nach die
Briten versucht, von der Nacht zu profitieren, um sich abzusetzen. Das französische Geschwader lag in der günstigen Luvposition und konnte sich deswegen
trotz der befürchteten feindlichen Schlachtschiffe bei konstantem Wind relativ risikolos den
Briten nähern. Im Falle eines Angriffs der vermeintlichen Übermacht hätte der vorsichtige
Linois sich leicht zurückziehen können. Das Risiko bestand allerdings - wie immer auf See -
darin, daß der Wind umschlagen konnte, wonach es freilich nicht aussah. Auf beiden Seiten wurden nun wieder die Flaggen gehißt, was allgemein als Herausforderung
und die Bereitschaft zum Gefecht verstanden werden konnte. Nach einer guten
Stunde nahmen die Briten ihren alten Kurs wieder auf und kreuzten in langen Schlägen
Richtung Süden. Dies war die große Stunde des James Timmins, der mit der ROYAL GEORGE die Linie der "verkleideten" Ostindienfahrer
anführte. Er erkannte die Strategie des französischen Geschwaders und wandte sich mit einem folgenschweren Vorschlag an seinen Kommodore. Merkwürdigerweise ist dieser sein Verdienst später unter den Tisch gefallen Wer den Bluff vermutlich erfunden hatte, ist ja bereits oben erwähnt worden. Wenn das Täuschungsmanöver damals
tatsächlich neu war - man darf das übrigens stark bezweifeln - so ist er Lennox Manövern gegen Sercey 1797 zuzuschreiben. Timmins signalisierte also Dance und schlug
vor, den Poker bis zu Äußersten zu treiben, zu wenden und das Gefecht mit den französischen Kriegsschiffen zu suchen ! Der
Kommodore der Ostindischen Kompanie stimmte nach kurzer Überlegung zu. Linois musste nun beobachteten, wie die
vermeintlichen Linienschiffe ihm entgegenkamen und, sein Geschwader passierend, sich vor
die Handelsschiffe schoben. Überrascht hat ihn das vermutlich nicht mehr und schließlich befahl er eine geringe Kurskorrektur, die ihn vor einem Nahgefecht bewahrte. Timmins setzte dadurch ermutigt den
kritischen Kurs auch nach Kräften in Szene, so daß es am Ende der französische
Konteradmiral war, der immer weiter abhalten ließ, um nicht das Risiko zu gehen, von drei oder vier
englischen Linienschiffen auf Nahkampfdistanz zusammengeschoßen zu werden. Auf eine Distanz von ca. einer Viertelmeile trafen sich dann ungefähr um 13:15 die MARENGO
und die Ostindienfahrer, die nun einer nach dem anderen wendeten. Dies war m.E. der kritische Moment, denn bei einem genauen französischen Blick auf die ROYAL GEORGE hätte man bei der ersten Breitseite eigentlich selbst auf die Distanz sehen können, daß das Feuer nur aus der oberen Geschützpforten kam. Da aber die unteren Batteriedecks die schweren Kaliber beherbergen, muß eine solche Beobachtung einen Angreifer misstrauisch machen. Offensichtlich aber haben die französischen Beobachter damals davon nichts bemerkt. Als sich dann auch alle anderen bewaffneten
Ostindienfahrer dem allgemeinen Feuer anschloßen, produzierte die englische Linie eine
gewaltige Menge Pulverqualm und war sicherlich ein höchst abschreckender Anblick... soweit man die Schiffe hinter dieser Wolke noch sehen konnte.
Krieg unter Segeln: Die Seemächte Europas im Kampf um die Meere
Dance und seine Kollegen mußten jedoch damit rechnen, daß den Franzosen bei längerem
Beschuß auffallen mußte, wer da was für Kanonen auf britischer Seite abfeuerte, nämlich daß
Zivilisten mit relativ kleinem Kaliber Löcher in die Luft schossen. Hinter der gewaltigen
Pulverwolke hofften die Handelsskipper in größter Spannung, daß der beispiellos freche,
schon fast verzweifelte Bluff gelingen möge, was mit zunehmender Gefechtsdauer natürlich
unwahrscheinlicher wurde. Auch an Bord der EARL CAMDEN beobachtete man in höchster
Anspannung die Bewegungen des Feindes. Hatte man den Bogen doch überspannt ? Würden
die Franzosen durch das mangelhafte artilleristische Geschick der englischen Besatzungen
den Bluff erkennen ? Endlich, nach unendlichen 45 Minuten und ca. 8 Breitseiten, begannen die französischen
Schiffe tatsächlich abzudrehen. Auf den Schiffen des Konvois brauste bereits der Jubelsturm der
Besatzungen auf , doch die Anspannung der Kommandanten löste sich noch lange nicht. Sie
wußten, daß der Poker noch nicht beendet war. Wie bereits erwähnt, kann man als heutiger Beobachter zwar davon ausgehen, daß Linois
bezüglich der Identität der feuerspeienden Schiffe bereits sein Urteil gefällt hatte. Auf Basis
dieses "Vorurteils" beging der Konteradmiral den wohl größten Fehler seiner Karriere und
ließ sein Geschwader abdrehen. Ich will aber nicht ganz ausschließen, daß es sich bei diesem Rückzug um einen letzten Test
handelte. Linois Schiffe hatten bisher noch keinen nennenswerten Treffer bekommen.
Vielleicht schrieb er dies der großen Distanz zu den vermeintlichen englischen
Schlachtschiffen zu. Andererseits kannte der Held von Algeciras 1801 aus eigener Erfahrung
die Trefferquote englischer Artillerie auf größere Entfernung. Der Beschuß des Jahres 1804
hätte ihn natürlich besonders stutzig machen müssen und hat es vielleicht auch getan. Sein
Abdrehen war möglicherweise lediglich ein letzter Test. Und wenn nun nicht geschehen
wäre, was dann geschah, wer weiß...? Denn das Gefecht war noch nicht zu Ende. Auf den Ostindienfahrern konnten die
Kommandanten nämlich noch immer nicht sicher sein, ob der Rückzug der Franzosen nicht
lediglich eine weitere Prüfung ihrer vorgetäuschten Identität darstellte. Aus diesem Grund -
bestechend folgerichtig - signalisierte nun Kommodore Dance seinen Schiffen general
chase : Jagt die französischen Schiffe ! Die nach Osten abziehenden Franzosen sahen aber erwartungsgemäß den Wald von
englischen Segeln auf sich zu kommen. Mit einem Schlag waren die Rollen
vertauscht, englische Ostindienfahrer verfolgten ein französisches Linienschiff, zwei
Fregatten, eine Korvette und eine Brigg und näherten sich derartig drohend, daß Linois
bereits befürchtete, umzingelt zu werden und sich in einem Jagdgefecht gegen die
Annäherung wehrte.
Die rückwärtigen Jagdgeschütze der MARENGO und ihrer Fregatten nahmen die Verfolger auf´s Korn, so daß Timmins und Dance, die bisher kaum Treffer bekommen hatten, nun äußerst bedrohlich die Kugeln um die Ohren flogen. Der Bluff war gelungen, die
Schlacht war gewonnen, die fliehenden Franzosen hielten ihren Kurs.
Duell vor Sumatra
Dance, Timmins und ihren Kollegen war einer der spektakulärsten Bluffs der Marinehistorie gelungen, die Geschichte
der Ostindienfahrerschlacht von Pulo Aor sollte berühmt, ja, geradezu legendär werden und später in der
marinehistorischen Literatur auch Rahmen von Romanhandlungen werden. Die China Fleet traf am 19. Februar 1804 vor der Einfahrt in die Meeresstrasse von Malakka
auf die englischen Linienschiffe SCEPTRE und ALBION und erreichte den Indischen Ozean
rechtzeitig für die günstigen Monsunwinde. 6 Monate später war Kommodore Nathaniel
Dance dann in England und wurde als Held empfangen. Vom König zum Ritter geschlagen
erfuhr er viele weitere Ehrungen und bekam wie seine Kollegen natürlich hohe Geldsummen
sowohl als Belohnung als auch als Anteil an der erfolgreichen Reise. Konteradmiral Linois verpasste vor Pulo Aor eine riesige Chance, der ostindischen
Kompanie und den Briten einen vernichtenden Schlag zuzufügen. Den Held von Algeciras
sollte die Ostindienfahrerschlacht seinen guten Ruf kosten. Obwohl er danach in der
englischen Handelsschiffahrt des Indischen Ozeans mit seinem Geschwader noch grossen
Schaden anrichten sollte und das ein oder andere Schiff aus der China Fleet später doch noch erwischte, ward daheim in Frankreich sein Schicksal bereits besiegelt, als der
ungünstige Bericht des mit Linois verfeindeten Gouverneurs Decaen über den Mißerfolg
eintraf. Möglicherweise erwies es sich für den Konteradmiral sogar als nicht ungünstig, das er am 13. März 1806
auf dem Heimweg nach Frankreich mit der MARENGO vor den Kanaren von der englischen
LONDON (98) unter Sir Harry Neale geschlagen wurde und in englische Gefangenschaft
ging, wo er vor der Wut des französischen Kaisers sicher war und bis zur Abdankung Napoleons 1814 verblieb.
Copyright © 2006 by T. Coladores
Um dies definitiv feststellen zu können, hätte
er wahrscheinlich ein längeres Gefecht oder ein Gefecht auf kürzeste Distanz riskieren
müssen.
Sicherlich hätte es ihn mißtrauisch machen müssen, daß die Engländer typischerweise
noch nicht versucht hatten, sein Geschwader in die Zange zu nehmen.
Immerhin aber
konnte der immer misstrauische französische Geschwaderführer die Passivität der vermeintlichen Kriegsschiffe natürlich als Falle deuten. Die MARENGO und ihre Begleiterinnen hatten schließlich den Windvorteil und waren deswegen kaum in die Enge zu treiben.
Der leichte Wind schlug indessen von Nordosten weiter nach Osten um und
die Franzosen mußten sich noch weiter nach Westen vorarbeiten, um im Luv der englischen
Flotte zu bleiben.
Linois beschloss deswegen, weitere Erkundungen und einen möglichen Angriff vorerst zu verschieben. Er orientierte sich mit
hereinbrechender Nacht auf den hinteren Teil des Konvois, um seine Fregatten vielleicht auf
einen englischen Nachzügler anzusetzen, der eventuell aus der Reihe tanzte.
Vielmehr rechnete man auf Seiten der Franzosen allgemein damit, daß die
Ostindienfahrer dann versuchen würden, die Dunkelheit zur Flucht zu nützen.
Dance und seine Kollegen hatten wohl selbst
einen solchen Fall eingeplant und liessen schließlich ihre Flotte beidrehen, um die Nacht
abzuwarten. Um den Kurs beizubehalten, hätte man ansonsten kreuzen müßen. Dabei wäre es
Linois aber nur allzu leicht gefallen, Schiffe der Nachhut abzufangen.
Auch die
anderen Segler blieben weiter im Konvoi, ganz so, als ständen sie unter dem Schutz der Royal
Navy.
von P. J. Marshall
Sprache:
Englisch
Gebunden- 800 Seiten - Oxford University Press
Erscheinungsdatum: Mai 1998
Volume II of the Oxford History of the British Empire examines the history of British worldwide expansion from the Glorious Revolution of 1689 to the end of the Napoleonic Wars, a crucial phase in the creation of the modern British Empire. This is the age of General Wolfe, Clive of India, and Captain Cook. The international team of experts deploy the latest scholarly research to trace and analyse development and expansion over more than a century. They show how trade, warfare, and migration created an Empire, at first overwhelmingly in the Americas but later increasingly in Asia.
Tatsächlich nehme ich an,
daß der französische Konteradmiral - und nicht nur er - zu diesem Zeitpunkt bereits davon
überzeugt war, in der Nähe eines englischen Linienschiffgeschwaders zu liegen.
Dies ist
verständlich, denn die Briten hatten sich bei ihrem grandiosen Bluff
bis zu diesem Zeitpunkt keine Blösse gegeben und keinen Fehler gemacht. Trotzdem gaben
die französischen Kommandanten natürlich die Hoffnung auf Prisen nicht auf.
Das französische Geschwader
kam weiter näher und die Briten warfen sich in Abwehrpose.
Linois zögerte, diesmal aus
taktischen Gründen. Entweder mußten die Briten ihn nun angreifen und gaben sich dabei
möglicherweise eine Blösse oder der Konvoi mußte weitermarschieren.
Das französische Geschwader reagierte sofort und begann auf dem
entgegengesetzten Schlag zu kreuzen. Linois plante, seinen Turn so zu timen, daß er sich mit
dem englischen Weg an einem bestimmten Punkt traf. Dort beabsichtigte er vor den Augen
der dann durch die unsichtbare Wand des Windes hilflosen "Linienschiffe" die Nachhut der
Linie abzuschneiden.
Die Schlacht
Die
britischen Manöver bis zu diesem Punkt waren auf die gute Absprache zwischen den Kommandanten
zurückzuführen.
Doch die folgende Frechheit ist ganz allein durch Initiative des Kapitäns
des führenden Ostindienfahrers, der ROYAL GEORGE zustande gekommen, der Linois Plan durchschaute und wußte,
daß der französische Konteradmiral mit dem erfolgreichen Zugriff auf die Nachhut der großen
Täuschung ein Ende bereiten würde.
Dies war ungefähr um 13:00. Im vollen
Bewußtsein, daß er sich damit auf ein Artillerieduell mit dem französischen Geschwader
einließ, befahl Dance den Schiffen an der Spitze der Linie zu wenden, um mit der
MARENGO und ihren Fregatten am Kreuzpunkt der beiden Schläge auf eine Höhe zu
kommen.
Dabei betonte er, die Franzosen möglichst nah anzusteuern, denn natürlich wäre
Linois durch jede Halbherzigkeit auf britischer Seite ermutigt worden.
Die
französischen Fregatten hielten sich nun geschützt weit im Luv auf, jenseits ihres Flaggschiffes, denn
schon eine Breitseite der schweren Kaliber eines Linienschiffes hätte eine Fregatte außer
Gefecht setzen können.
Während die
MARENGO das Feuer eröffnete, rollten auch die ersten Breitseiten der ROYAL GEORGE,
wenig später setzten auch die Kanonen der EARL CAMDEN ein, schließlich feuerten
auch die WARLEY und die ALFRED.
von Hans J. Alpers , Karin König
Sprache:
Deutsch
Gebundene Ausgabe - 255 Seiten - Area
Erscheinungsdatum: Januar 2005
Aus dem Pulverdampf heraus flogen die
meisten englischen Kugeln weit über die Franzosen hinweg oder sausten da und dort durch
die Takellage. Das britische Feuer lag selbst auf diese große Schussdistanz viel zu hoch, aber
Linois vermutete, daß die MARENGO entmastet werden sollte.
Englische Linienschiffe hätten unter diesen
Umständen jedenfalls versucht, die Franzosen zu stellen. Auch ein bereits gebluffter Linois
wäre vielleicht wieder mißtrauisch geworden, wenn er nicht verfolgt worden wäre.
Das Feuer der MARENGO forderte dann die ersten und einzigen Opfer
der Schlacht, ein Volltreffer auf der führenden ROYAL GEORGE tötete zwei Männer. Die Kugel verfehlte Kapitän Timmins nur knapp.
Doch Dance und seine Kollegen blieben am Gegner und verfolgten das französische Geschwader weiter. Zwei Stunden lang schienen die Briten zu versuchen, die Franzosen in die Zange zu nehmen. Dann ließ Dance seine Schiffe die Verfolgung abbrechen, weil seine Flotte sich von ihrem eigentlichen Ziel entfernte.
von Patrick O'Brian
Sprache:
Deutsch
Broschiert - 384 Seiten - Ullstein Tb
Erscheinungsdatum: August 2001
Captain Jack Aubrey muß sich wieder einmal gegen Vorgesetzte, Kollegen und Feinde behaupten. Er nimmt den Auftrag an, einen britischen Botschafter auf eine ostindische Insel zu befördern. In diesem Band spielt die hier geschilderte Schlacht eine Rolle.
Danach
Zu diesem Zeitpunkt hörte man auf Mauritius zum ersten Mal überhaupt gerüchteweise von einem Bluff.

