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Herrscherin der Meere
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Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815 Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802 von Thomas Siebe Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010 Bei AMAZON bestellen Mehr Infos Beispiel-Seiten Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3 |
Kaperfahrt zu fremden Meeren. Die Anson- Story 1740/44.
Horatio Hornblower, 11 Bände
Historischer Schiffsmodellbau
Und genau dieses Bild der
flüchtenden CREOLE und des sich
nähernden Franzosen bot sich gegen 15:00
Leutnant Bulford.
Napoleons gefallene Göttinnen
Frankreichs Seekriege gegen England 1793-1815
Palmer hatte kunstvoll einen Kurs gesteuert, der
ihn zwischen der vermuteten Position des Linienschiffs und
den sich entfernenden Franzosen gehalten hatte. Begünstigt
durch die immer besser werdende Sicht auf den inzwischen vier Meilen
entfernten Gegner hatte der Kommandant der HEBRUS diesen
Drahtseilakt bis zur Fühlungnahme mit der HANNIBAL
aufrechterhalten können.
Das verschollene Schiff
Leutnant Bartholomew Hoare ist der Sherlock Holmes der napoleonischen Ära.
British Napoleonic Ship-Of-The-Line (New Vanguard)
Der Erfolg der Engländer, neben Glück basierend auf waghalsigen Manövern und der Artillerie, ist bemerkenswert, denn die HEBRUS wurde erst einige Wochen vor dem Treffen in Dienst gestellt und verfügte über eine wenig kampferfahrene Besatzung.
The Age of the Ship of the Line: The British and French Navies, 1650-1815
Stephen Biestys Cross-Sections Man-of-War
Copyright © 2007 by Tomas Coladores & Pellewserbe
Oktober 1813: Während der französische Kaiser Napoleon bei
Hanau seine letzte Schlacht auf deutschem Boden schlug und von den
Alliierten nach Frankreich zurückgetrieben wurde, liefen aus
dem Hafen von Nantes zwei Fregatten aus, um den Kreuzerkrieg auf die
englischen Handelsrouten zu tragen.
Der Kommodore des kleinen
Fregattengeschwaders, Kapitän Pierre-Henri Philibert,
kommandierte die ETOILE (40), ein mit 28
Achtzehnpfünder-Kanonen, 14
Vierundzwanzigpfünder-Karronaden und 2
Achtpfünder-Kanonen ausgerüstetes Kriegsschiff. Der
vierzigjährige Philibert war ein erfahrener Mann. 1796 hatte
er an Konteradmiral Serceys berühmter Fahrt nach Ostindien
teilgenommen und an Bord der SEINE in der Fregattenschlacht vor der
Nordspitze Sumatras gekämpft.
Begleitet wurde die ETOILE von
der SULTANE (40), einer Fregatte derselben Klasse. Kommandant
der SULTANE war Georges Dupetit-Thouars (1766-1816), ein Cousin des
berühmten Kapitäns der TONNANT, der bei
Abukir gegen Nelson gekämpft und dabei einen
spektakulären Tod gefunden hatte.
Die
Aktivitäten der beiden französischen Kreuzer bis
Januar 1814 sind nicht überliefert. Man kann aber davon
ausgehen, das Philibert und Dupetit-Thouars im winterlichen Atlantik
nur wenig Prisenglück gehabt haben, denn im Januar 1814 waren
beide Fregattenbesatzungen noch fast auf ihrer Sollstärke von
340 Mann und somit kaum von Prisenkommandos entblößt.
Am
frühen Morgen des 18. Januar 1814 ergab sich dann
aber doch eine Chance für die Franzosen. Ungefähr in
der Höhe des südlichen Nares-Tiefs, also mitten im
Atlantischen Ozean, trafen Philiberts Schiffe auf einen Kurs Nordwest
steuernden englischen Konvoi, der einige Tage zuvor England
mit dem Ziel Bermuda verlassen hatte. Eskortiert wurden die englischen
Schiffe von der Fregatte SEVERN (36 - Kapitän Joseph Nourse),
einem 1813 aus Nadelholz gebauten Kriegsschiff mit 26
Achtzehnpfünder-Kanonen, 14
Zweiunddreissigpfünder-Karronaden und 2
Neunpfünder-Kanonen.
Kapitän Joseph Nourse, dessen
Ausgucks ihn kurz nach Sonnenaufgang auf die verfolgenden Schiffe
aufmerksam machten, näherte sich zunächst den Fremden
und setzte das englische Erkennungssignal. Als die Antwort
ausblieb, ging der englische Kapitän davon aus, das der Konvoi
von Feinden verfolgt wurde, setzte einen Fluchtkurs und warnte die
bereits weit voraus stehenden Schiffe seiner Schutzbefohlenen. Der
Konvoi setzte umgehend Kurs nach Westen und verlor bald den
visuellen Kontakt mit seiner Geleitfregatte.
Da die englischen
Handelsschiffe auch außer Sichtweite Philiberts waren,
folgten die Franzosen der SEVERN. Auf diese Weise lenkte Nourse den
Feind von der Spur seiner mögliche Beute ab. Einen
Kampf gegen zwei Gegner konnte Nourse sowieso nicht riskieren, denn die
Zeiten, in denen sich eine englische Fregatte mit genügend
Erfolgsaussichten auf zwei Gegner stürzen konnte,
waren seit 1812 vorbei.
Nourse konnte ja auch noch nicht
wissen, ob seine Verfolger Franzosen oder aber Amerikaner waren. Die
Amerikaner hatten in den Anfangstagen des Krieges von 1812 mit ihren
Superfregatten nacheinander gleich drei englische
Widersacher, nämlich die GUERRIERE (38 - James Dacres), die
MACEDONIAN (38 - John Surman Carden) und die JAVA (38 - Henry
Lambert), in Zweikämpfen geschlagen. Auch aus diesem Grund
war es für die SEVERN ratsam, einem Kampf
aus dem Weg zu gehen.
Gegen 10:30 ließ Kapitän
Nourse das Feuer aus den Jagdgeschützen am Heck
eröffnen und nahm die führende französische
Fregatte ETOILE unter Feuer. Erst am späten
Nachmittag kam diese nahe genug an den Briten heran , um ihrerseits aus
ihren Kanonen am Bug zu schießen. Doch die Distanz zu der
schnellen SEVERN blieb zu groß, die Kugeln erreichten die
englische Fregatte nicht.
Die Franzosen verfolgten Nourse die ganze
Nacht, mußten aber am nächsten Morgen einsehen, das
sie den Briten nicht fangen konnten. Philibert gab -
vermutlich enttäuscht - die Jagd auf und
ließ Kurs auf Afrika setzen.
von Fritz Brustat-Naval
Sprache:Deutsch
Broschiert - Ullstein Taschenbuchverlag
Erscheinungsdatum: 1986
Ziel des Fregatten-Duos waren die Kapverdischen
Inseln, wo die Franzosen ihre Wasser- und Feuerholzvorräte
ergänzen wollten. Dabei pflegten die französischen
Kriegs- und Handelsschiffe von Jahr zu Jahr an unterschiedlichen Orten
Station zu machen. In den Jahren 1813 bis 1815 traf man die aus dem
Atlantik oder Indischen Ozean kommenden Schiffe in einer
kleinen Bucht im Süden der Insel Maio an. Maio lag im
Südosten der Inselgruppe und ermöglichte sowohl einen
guten Rundumblick als auch gegebenenfalls schnelle Flucht. Vermutlich
am Morgen des 22. Januar 1814 erreichten die beiden
Fregatten den französischen Treffpunkt und warfen in der
Bucht Anker. Dort lagen bereits vier
französische Handelsschiffe, die sich nun dem Schutz der
Fregatten anvertrauten.
Zur gleichen Zeit waren zwei englische
Fregatten auf dem Weg zu den Kapverdischen Inseln. Die CREOLE (36 -
Kapitän George Charles McKenzie ) und die ASTREA (36 -
Kapitän John Eveleigh) hatten Anfang Januar einen Konvoi von
England nach Lissabon gebracht und anschließend
einige Tage vor den Kanarischen Inseln
patrouilliert. Nachdem der kleine britische
Verband vor dem senegalesischen
Navy-Stützpunkt Goree Wasser an Bord genommen hatte,
steuerte er die Kapverden an, ohne allerdings von der Präsenz
der Fregatten Philiberts und Dupetit-Thouars zu wissen.
Natürlich hatten McKenzie und Eveleigh Kenntnis davon, das
französische Schiffe die Inselgruppe als Station zum Sprung
nach Europa nutzten und erforschten deswegen aufmerksam jedes Eiland,
als sie am späten Abend des 22. Januar ihr Ziel erreichten.
Es
ist sehr wahrscheinlich, das die Franzosen die englischen Fregatten bei
Sonnenaufgang schon auf große Distanz entdeckten,
während diese sich am Morgen des 23. Januar 1814 der Insel
Maio näherten. Philibert und Dupetit-Thouars konnten kaum mit der Ankunft
französischer Kriegsschiffe rechnen und dürften sich
darauf vorbereitet haben, ihren Ankerplatz schnell zu
verlassen.
Auch die CREOLE und die ASTREA machten gegen 10:00
die Masten der französischen Kriegs- und Handelschiffe aus,
während sie sich aus nördlicher Richtung der
Südwestspitze Maios näherten. Doch es konnte sich bei
den Schiffen in der Bucht noch immer um Spanier oder
Portuguiesen, also um Verbündetete, handeln.
Deswegen ließen die Engländer, während sie
um die Südwestspitze der Insel kamen, die
entsprechenden Erkennungssignale flaggen, erhielten aber keine Antwort.
An Bord der französischen Schiffe herrschte inzwischen
hektische Aktivität: Der Bug der Schiffe wurde in die
windgünstigste Position gedreht, der Anker wurde gelichtet und
die Segel gesetzt. Kommodore Philibert hoffte, die anlaufenden Briten von den Handelsschiffen weg und hinter sich her zu locken.
Als gegen 11:30 die CREOLE und die ASTREA Kurs auf
den Ankerplatz der Franzosen setzten, glitten die ETOILE und die
SULTANE aus der Bucht heraus und nahmen vor einem starken
Wind aus Nordost Fahrt Richtung Südwest auf. Philiberts
Geschwader wurde von den sich nähernden
Engländern sofort verfolgt und konnte damit schon einen
ersten Erfolg verzeichnen. Die französischen Kriegsschiffe
lenkten die Briten durch ihr Manöver weit ins
Lee der in der Bucht verbliebenen Handelsschiffe und gaben diesen die
Gelegenheit, Anker auf zu gehen und unauffällig Maio zu
verlassen.
Dabei hatten die Engländer auch bei der Jagd auf
die Franzosen Pech: Die ASTREA zerriß sich in
einer Bö alle drei Marssegel, so das sie zurück fiel
und die CREOLE in der Verfolgung des Gegners an Vorsprung gewann. Dann
aber holten die Briten sukzessive gegenüber den vor ihn
segelnden Franzosen auf, weil sie mehr Segelfläche riskierten.
Entscheidend war an diesem Tag auch, das die SULTANE sich als
das langsamstes Schiff herausstellte und schon bald mehrere
Kabellängen hinter die ETOILE zurückfiel. Letztere
segelte an der Spitze, hinter ihr folgte in langsam zunehmenden Abstand
Dupetit-Thouars Schiff, dann kam die mehr und mehr aufschließende
CREOLE, die ihrerseits langsam ihren Vorsprung auf die zuvor
noch behinderte, nun aber offenbar schnellste Fregatte des
Quartetts, die ASTREA, einbüßte.
Der
Kampf schien nun unvermeidlich zu sein und schien vom Papier her aussichtsreicher
für die Engländer. Denn wenn auch die englischen
Fregatten etwas kleiner waren als die französischen Schiffe
und nominell für nur 36 Kanonen im Gegensatz zu 40 Kanonen auf
französischer Seite gebaut worden waren, so waren sie
keineswegs schwächer bestückt. Im Gegenteil:
Tatsächlich verfügten CREOLE und ASTREA jeweils
über 26 Achtzehnpfünder-Kanonen im Artilleriedeck und
14 Zweiunddreissigpfünder-Karronaden sowie 4
Neunpfünder-Kanonen an Deck. Der Kalibervorteil bei den
Nahkampfkanonen (Karronaden) gab McKenzie und Eveleigh die
größeren Erfolgsaussichten.
von Cecil S. Forester
Sprache:
Deutsch
Broschiert - SCHERZ-Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2004
Foresters Horatio Hornblower ist der - nach wie vor unübertroffene - Klassiker der marinehistorischen Romane aus der Windjammerepoche.
Gegen
12:45 ließ McKenzie die Flagge hissen und den
ersten herausfordernden Schuß auf die Steuerbord voraus
segelnde SULTANE abgeben. Darufhin kürzte die ETOILE Segel und
beide französischen Fregatten ließen die Trikolore
hissen.
Gegen 13:00 kam es zum Austausch der ersten Breitseiten
zwischen der SULTANE und der CREOLE. Während diese beiden
Fregatten sich beharkten, kreuzte die sich nähernde ASTREA
hinter dem Heck der SULTANE, verpasste ihr aus spitzem Winkel eine
halbe Breitseite ins Heck und nützte die Ladepause
zwischen den Breitseiten der kämpfenden Kontrahenten, um sich
zwischen SULTANE und CREOLE zu schieben.
Für die CREOLE kam
sie damit gerade rechtzeitig, um McKenzies Männern
die Zeit zu geben, ein durch das Duell entstandenes Feuer an Bord zu
löschen. ASTREA und CREOLE tauschten zwei Breitseiten auf
Pistolenschussdistanz, dann löste sich die ASTREA wieder vom Feind, um sich auf
die mit backgestellten Segeln eine halbe Meile vorausliegende ETOILE zu
stürzen.
Die CREOLE näherte sich erneut der SULTANE
und nahm den Zweikampf wieder auf. Und einmal mehr sorgten brennende
Ladepropfen aus französischen Kanonen für ein Feuer
auf der englischen Fregatte. Der schnell gelöschte Brand
behinderte jedoch das Artilleriefeuer des Engländers nicht. Im
Gegenteil: McKenzies Männer revanchierten sich mit einem
Volltreffer auf den Besanmast des Gegners. Der Verlust des Holzes
minderte aber erstaunlicherweise kaum die Kampfkraft der Franzosen, die
das Gefecht mit zwei Masten und unverminderter Heftigkeit fortsetzten.
Inzwischen
hatte die ASTREA die ETOILE erreicht und tauschte rund 15 Minuten nach
ihrem Duell mit der SULTANE die erste Breitseite mit der zweiten
französischen Fregatte.
Und weil Eveleighs Schiff mehr Fahrt
machte, schickten die Engländer sich an, vor den Bug des
Feindes zu kreuzen und sich so in eine vorteilhafte Schussposition zu
bringen. Das Kriegsglück aber wollte, das eine Kugel von der
ETOILE das Steuerrad der ASTREA beschädigte und damit das
aussichtsreiche Manöver im ungünstigsten Moment
scheitern ließ. Die vorübergehend steuerlose ASTREA
taumelte in den Wind zurück und die ETOILE nutzte ihren
Vorteil, indem sie hinter das Heck des Engländers
kreuzte und dem Gegner ihrerseits den gefürchteten
Längsbeschuss zufügte.
Trotz der resultierenden
schweren Schäden an Takellage und Decks gelang es
der Crew der ASTREA, mittels backgestellter Segel die
französische Fregatte wieder vor ihre Breitseite zu holen und
das Duell Seite an Seite fortzusetzen, offensichtlich mit nun
wiederhergestellter Steuerkraft.
Der Zweikampf auf kürzeste Distanz
währte einige Minuten, als das englische Schiff
der nächste harte Schlag traf. Kapitän Eveleigh wurde
von einer Pistolenkugel in die Brust getroffen und mußte -
tödlich getroffen, wie sich herausstellte - unter Deck
getragen werden. Der Erste Offizier der ASTREA, Leutnant John Bulford,
übernahm das Kommando unter schlechten Vorzeichen, denn in
großer Entfernung mußte er erkennen, das die
Schlacht für die CREOLE nicht gut verlaufen war.
Dort
hatte nach dem insgesamt zwei Stunden währenden Gefecht
Kapitän McKenzie eine erschreckende Bilanz ziehen müssen: Alle
drei Masten der CREOLE waren durch Treffer schwer angeschlagen, der
Vormast kurz vor dem Kollaps. Die französischen Kugeln und
Kartätschen hatten zudem schwer in der Takellage
gewütet, insbesondere die Wanten hatten wirkungsvolle Treffer
erhalten.
McKenzie entschloss sich deswegen zum Abbruch des Gefechts, zweifellos
in dem Bewusstsein, das die CREOLE an diesem Tag von der SULTANE
geschlagen worden war und nur knapp vor der Übergabe stand.
Den noch vorhandenen Vorteil dreier Masten gegenüber nurmehr
zwei auf französischer Seite nützend, wendete die
CREOLE und nahm Kurs auf die Insel San Tiago, um dort ihre
Schäden auszubessern.
Die SULTANE verzichtete auf die
wahrscheinlich aussichtslose Verfolgung ihres schnelleren Gegners und nahm Kurs auf die beiden
anderen kämpfenden Kontrahenten.
von Philip Reed
Sprache:
Deutsch
Broschiert - VTH
Der Modellbauer Phillip Reed dokumentiert in diesem Buch anhand von 384 SW-Fotos den Nachbau der bei Abukir beteiligten MAJESTIC (74). Dabei stützt er sich auf alte Pläne und verrät viele Tricks, z.B. wie er Kanonenkugeln anfertigt. Das Buch ist wohl besonders reizvoll für erfahrene Modellbauer, die die MAJESTIC ebenfalls nachbauen wollen und vielleicht den ein oder anderen Kniff noch nicht kennen.
Gerade hatte man an Bord der ASTREA einmal mehr ein Segel
löschen müssen. Offensichtlich spuckten die
französischen Kanonen wesentlich mehr brennende Ladepropfen
als der englische Beschuss auf die französischen Schiffe
schleuderte, denn von Bränden an Bord von Philiberts oder
Dupetit-Thouars Fregatten ist nichts bekannt.
Leutnant Bulford beschloss nun im Angesicht der drohend
näherkommenden SULTANE, nicht abzuwarten, bis sein Schiff
mit zwei Gegnern würde kämpfen müssen. Der neue Kommandant der ASTREA erteilte den Befehl, ein Entermanöver einzuleiten. Zum Unglück für die britischen Pläne aber waren
die Bewegungen der Seite an Seite liegenden Gegner zu heftig und der
Raum für die Einleitung eines Salamis-Manövers zu
knapp. Deswegen bot sich der gegen 15:30 auf dem Kampfschauplatz erscheinenden SULTANE ein unverändertes Bild. Die Kontrahenten tauschten nach wie vor Breitseiten auf kürzeste Distanz aus. Bulford hatte seine Enter-Pläne nicht umsetzen können und schien nun, da ihm zwei feindliche Fregatten gegenüberstanden, verloren.
Doch Dupetit-Thouars hatte - wahrscheinlich angesichts des starken Windes und des Zustandes seiner Masten - mit
großen Problemen zu kämpfen, denn es gelang der SULTANE lediglich, sich auf
die Leeseite des verbliebenen Engländers zu schieben. Das
Gefecht mit der CREOLE hatte die SULTANE nicht nur den hintersten Mast
gekostet, die englischen Geschosse hatten natürlich auch
einige Stengen beschädigt und die Belastung des
Weges von der CREOLE zur ASTREA hatte möglicherweise weitere
nautische Restriktionen aufgezeigt.
Immerhin verpasste der
Neuankömmling der ASTREA wenigstens eine unbeantwortete
und wirkungsvolle Breitseite, verlor dann aber zum
Glück der Engländer seine Position und
wurde vor dem Wind weggetragen.
An die Stelle der SULTANE
trat nun wieder die ETOILE, ihrerseits mit schwer angeschlagener
Takelage. Einmal mehr setzte deren Beschuß ein Segel der
Engländer in Brand und während noch englische
Seeleute versuchten, das Toppsegel des Besanmastes zu löschen,
schien das Schicksal der ASTREA erneut besiegelt: Im Angesichts zweier Gegner
fiel ihr hinterster Mast, einige feuerlöschende Matrosen mit
sich reissend, über Bord.
Doch auch die ETOILE konnte sich
nicht an der Seite ihrer Kontrahentin halten, die offenbar gerade durch
den verlorenen Mast und die Geschicklichkeit ihrer Crew dem Druck des
Windes besser begegnen konnte.
Zudem war es wohl zu diesem Zeitpunkt,
das Kommodore Philibert von einem Splitter verwundet wurde. Der
Kommandant der ETOILE blieb zwar trotz der Wunde an Deck, mußte aber hilflos zusehen, wie sein Schiff mehr und mehr Raum gegenüber dem schon fast besiegten Engländer verlor. Es war gegen 16:00, als die Waffen schwiegen.
Im Lee der ASTREA standen die
beiden Franzosen, natürlich eifrig bemüht, ihre
Schäden zu reparieren. Aus eigener Kraft aber schienen
Philibert und Dupetit-Thouars zu diesem Zeitpunkt den Kampf nicht
wieder aufnehmen zu können. Nur noch ein Umschlagen des Windes hätte noch einen französischen Sieg ermöglichen können. Doch bald standen fast vier Meilen
zwischen den Widersachern, die Schlacht war zu Ende.
SEESCHLACHT.TK - Das Buch
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten
von Thomas Siebe
Sprache:
Deutsch
Paperback - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3
Erscheinungsdatum: Mai 2009
Bei AMAZON bestellen Mehr Infos
Die knapp
davongekommene ASTREA war noch ausreichend zu manövrieren, um
Kurs nach Nordwesten zu setzen. Bulford machte sich auf die Suche nach der entschwundenen CREOLE und fand McKenzies Schiff bald darauf in der Bucht von Port Praya. Gegen 18:00 warf die ASTREA neben der CREOLE Anker. Der Leutnant mußte seinem Kommodore berichten, das die ASTREA 9 Tote zu beklagen hatte, unter ihnen Kapitän Eveleigh. 37
Männer hatten Wunden aus dem Kampf davongetragen, was bei 284
Mann einem Prozentsatz von 16% entspricht. Die CREOLE war selbst bei
gleicher Besatzungsstärke nicht besser davon gekommen. 10 Tote
und 26 Verwundete trug Kapitän McKenzie in seine Verlustliste
ein.
An Bord der davonstrebenden Franzosen waren angeblich
rund 40 Männer getötet und 60 verwundet worden, wie der Historiker
William James schreibt.
Dabei handelt es sich aber offensichtlich um
eine auf der späteren Besatzungsstärke der ETOILE basierende
Schätzung. Das zwischen der geschilderten Seeschlacht und der
nächsten Zahlenangabe der französischen Crews zwei
Monate liegen, macht James Schätzung aber recht
willkürlich. Immerhin könnten die Franzosen nach der
Begegnung mit McKenzies Schiffen sowohl Männer
ergänzt als auch durch Krankheiten verloren haben.
Wohin Philibert sein kleines Geschwader nun führte, ist
nämlich nicht bekannt. Da aber größere
Schäden an den Schiffen entstanden waren, muss man davon
ausgehen, das die französischen Fregatten einen der wenigen
verbliebenen und schlecht versorgten Stützpunkte des
Kaiserreichs an der afrikanischen Westküste anliefen.
Die
CREOLE und ASTREA machten sich nach notdürftiger Reparatur
ihrer Schäden auf die Suche nach den beiden
französischen Schiffen und patrouillierten die
westafrikanische Küste bis Sierra Leone, doch Philiberts
Schiffe fanden sie nicht.
Erst zwei Monate
später tauchten die ETOILE und die SULTANE dann vor der
französischen Westküste wieder auf,
offensichtlich auf der Heimreise.
Während Kaiser Napoleon in
Frankreich die letzten Schlachten gegen Russen, Preußen und
Österreicher schlug und nur wenige Tage, bevor die Alliierten
in Paris einmarschierten, versuchten Philibert und Dupetit-Thouars,
ihre Fregatten endlich nach Hause zu bringen. Der schwerste Teil dieses
Vorhabens stand ihnen aber noch bevor, denn obwohl sie Frankreich so nah
waren, mußten sie noch durch die Seeblockade der
Engländer schlüpfen.
Für die lahm
geschossene SULTANE, die auch zwei Monate nach der Seeschlacht vor den
Kapverden noch mit einem Hilfsbesanmast und Hilfstoppmasten unterwegs
war, war die Gefahr, von feindlichen Kriegsschiffen gestellt zu werden,
besonders groß.
Am frühen Morgen des 26.
März 1814 standen SULTANE und ETOILE einige Meilen
nordwestlich der Ile de Bas und steuerten St. Malo an. Nebel behinderte
die Sicht, der Wind kam mäßig aus Südwest
und die Voraussetzungen schienen gut, ungesehen den heimatlichen Hafen
zu erreichen. Doch eine plötzliche Begegnung im Nebel machte
diese Hoffnungen wieder zunichte.
Es war die
englische Kriegsbrigg SPARROW (16) unter dem Befehl von Commander
Fransis Erskine Loch, die gegen 9:00 auf das französische
Geschwader stieß. Die Begegnung war wegen des noch
vorherrschenden Nebels eine böse Überraschung
für Commander Loch. Auf französischer Seite
war man offensichtlich auf derartige Überraschungen gefasst,
denn im Passieren trafen mehrere Kugeln, vielleicht sogar eine richtige
Breitseite das kleinere englische Kriegsschiff. Neben erheblichen
Schänden in der Rigg forderte dieses unverhoffte Treffen mit
dem Feind auch einen Toten und einen Verwundeten auf englischer Seite.
Die SPARROW flüchtete sich indessen zu ihrer Begleitung, die
sich bald darauf aus dem Nebel schälte: Die
Achtzehnpfünder-Fregatte HEBRUS (36) unter Kapitän
Edmund Palmer kam auf dem entgegengesetzten Schlag heran und verlor
keine Zeit, ihre Kanonen abzufeuern. Eine Breitseite aus
größerer Distanz war auf die französischen
Fregatten gerichtet, die Breitseite zur anderen Seite war als Signal
für den dritten Engländer im Bunde, das Linienschiff
HANNIBAL (74 - Sir Michael Seymour), gedacht.
Die HEBRUS, bewaffnet wie
die SEVERN {click}, und die kleine SPARROW allein konnten das
französische Geschwader kaum schlagen. Kommodore Philibert
konnte sich aber denken, das da noch weitere englische Schiffe im Nebel
herumstreiften und suchte folgerichtig mit seinem Geschwader das Heil
in der Flucht.
Tatsächlich hörte man an
Bord des englischen Schlachtschiffes HANNIBAL das Geschützfeuer und sah
vielleicht auch die Mündungsfeuer durch den sich
auflösenden Nebel. Kommodore Sir Michael Seymour begab sich
mit der HANNIBAL sofort auf die Suche nach der Quelle des
Artilleriefeuers und bekam gegen 9:45 tatsächlich die HEBRUS
in Sicht.
von Dieter Wenzlik
Sprache:
Deutsch
gebundene Ausgabe
- 240 Seiten - VRZ Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 1999
Kaum hatte Palmer den
Kontakt mit seinem Kommodore hergestellt, nahm er auch schon
die Jagd auf Philiberts Geschwader auf, gefolgt von dem
heranstürmenden Linienschiff. Und ein weiteres Mal
lächelte den Briten an diesem Tag das Glück, denn
gegen 11:00 drehte der Wind und begünstigte stark die
Verfolger. Philibert und Dupetit-Thouars, auf diese Weise um die
Früchte ihrer Mühen betrogen, griffen nun zum letzten
taktischen Mittel, um ihren Verfolgern die Jagd zu erschweren: Sie
trennten sich und segelten in verschiedene Richtungen davon.
Die
Engländer ließen sich aber von diesem
Manöver nicht beeindrucken, sie hatten in den letzten 23 Jahren
unzählige derartige Verfolgungsjagden gemeistert und
profitierten von diesen Erfahrungen. Der schnellste Engländer,
die HEBRUS, sowie die SPARROW folgten der
ETOILE, während die HANNIBAL die langsame SULTANE aufs Korn
nahm.
Michael Seymour, ein ausgewiesener Fregattenkiller,
einst Sieger über die THETIS, später
über die NIEMEN, benötigte nur rund 4
Stunden, um die HANNIBAL auf Schußweite an die SULTANE heran
zu bringen. In dem Bewusstsein der Aussichtslosigkeit eines Kampfes
gegen ein Schlachtschiff ließ Dupetit-Thouars eine
symbolische Breitseite abfeuern, um nicht völlig kampflos die
Waffen zu strecken. Dann aber ließ er die Flagge niederholen,
die Feindfahrt der SULTANE war beendet.
Die HEBRUS hatte
inzwischen die SPARROW so weit hinter sich gelassen, das der Kontakt
zur Brigg schließlich abriss. Palmer verlor jedoch Philibert nicht aus den Augen. Die Verfolgungsjagd setzte sich fort
bis in die Nacht zum 27. März 1814, als beide Fregatten die
Höhe der Kanalinsel Aldernay erreichten.
Je
näher die ETOILE dem Festland kam, desto halsbrecherischer
gestaltete sich die Verfolgung.
Gegen 1:35 rundete Philibert Kap Jobourg und zwar so
knapp, das die ETOILE schon in Reichweite der Brandung kam. Nur 10
Minuten hinter hier folgte Palmer mit der HEBRUS dem Kurs der
französischen Fregatte, die ihm auf ihrem Schlag um
die Landzunge herum entgegen kam und das Feuer eröffnete. Auf
gleicher Höhe ließ Palmer das Feuer erwidern, konnte
jedoch nicht hoffen, mit nur einer Breitseite die ETOILE aufzuhalten
und an der Flucht nach St. Malo zu hindern.
Deswegen griff er,
begünstigt von einer abflauenden Brise, zu einem
waghalsigen Manöver, ließ das Ruder legen und glitt
äußerst knapp hinter dem Heck der ETOILE vorbei, so
knapp, das der Klüverbaum der HEBRUS über der Reling
der ETOILE stand. Unter dem Kiel der HEBRUS war kaum noch Wasser und
die Distanz bis zum Ufer betrug keine 100 Meter mehr.
Palmer
hatte jedoch durch sein Manöver die Distanz zu
seinem Gegner entscheidend verkürzt und damit den Zweikampf
forciert. Zunächst mußten die Briten jedoch den
Gegner vor ihrem Bug vorbei ziehen lassen und eine schwere Breitseite
schlucken, die den vorderen Toppmast und die Topprahe der
HEBRUS herunterholte, Wirkungstreffer an Hauptmast und
Bugspriet erzielte und auch ansonsten die Rigg in Mitleidenschaft
zog.
Philibert hatte jedoch das ausgesprochene Pech, das er
und seine erfolgreichen Kanoniere angesichts der zunehmenden Flaute
kaum vom Erfolg ihrer Schießkünste profitieren konnten. Unter normalen
Windbedingungen hätten die ETOILE sicherlich einen Vorteil gehabt, sei
es für die Fortsetzung des Duells, sei es für die Flucht. Doch der
fehlende Wind legte beide Schiffe zunächst einmal lahm.
Und dann, als hätten die Franzosen das Pech an den Segeln kleben,
erreichte eine leichte Brise zuerst die HEBRUS. Diesen unverhofften Vorteil nützte Kapitän Palmer
erbarmungslos aus. Er brachte die HEBRUS in eine gute Schussposition und beharkte den vorübergehend wehrlosen Gegner der Länge nach.
Der Kampf wurde nun zu einem von den Briten dominierten Duell Seite
an Seite, in dessen Verlauf die ETOILE bald ihren Besanmast verlor und
damit jede Aussicht, sich noch aus dem Zweikampf
zurückzuziehen.
Zum Feuer aus den Breitseiten beider Schiffe
kamen nun auch noch Geschosse von Land her. Eine
Geschützbatterieaus der voraus liegenden Bucht feuerte trotz
der Dunkelheit und der offensichtlichen französischen
Provinienz einer der Duellanten auf beide Schiffe und erleichterte das
Los der ETOILE dabei nicht.
Außerdem trieben beide Schiffe
mehr und mehr unter Land und der bereits stark eingeschränkten
und mehrfach unter der Wasserlinie getroffenen ETOILE drohte alsbald
die Strandung.
Nach insgesamt 2,5 Stunden Gefecht und mit vier
Fuß Wasser im Schiff blieb Philibert schließlich keine Wahl
mehr. Der Kapitän der ETOILE ließ das Feuer
einstellen und rief die HEBRUS an, um seine Kapitulation zu
übermitteln.
Das an Bord kommende englische Prisenkommando
brachte die niedergekämpfte französische Fregatte
dann gerade noch rechtzeitig mit der ablaufenden Flut aus der Bucht
heraus.
An Bord der ETOILE waren vor der Begegnung mit der
HEBRUS 327 Mann gewesen, darunter noch 12 Verletzte aus der
Seeschlacht vor den Kapverden. Das Duell vor Kap Jobourg kostete das
Schiff nun 40 Tote und 73 Verwundete. Damit hatte die kämpfende französische Crew eine Verlustquote von 36 %. An Bord der HEBRUS verloren demgegenüber "nur" 13 von 284
Männer ihr Leben, 25 wurden verwundet (13%).
von Wilder Perkins
Sprache:
Deutsch
Broschiert - 283 Seiten - Goldmann
Erscheinungsdatum:2002
Mit dem Handicap einer versagenden Stimme, dafür aber mit einem messerscharfen Verstand ausgerüstet löst Hoare den Fall des verschwundenen Schiffes,
während der Autor dem Leser einen wunderbaren Einblick in diese Ära gibt.
von Angus Konstam, Tony Bryan
Sprache:
Englisch
Taschenbuch - 48 Seiten - Osprey Publishing (UK)
Erscheinungsdatum: 1. November 2001
Dem englischen Prisenkommando bereitete es einige Mühe, das eroberte Schiff in einen sicheren Hafen nach England zu bringen, denn die Kugeln der HEBRUS hatten den Rumpf der ETOILE derartig perforiert, das die geschlagene Fregatte bis nahe an die Seeuntüchtigkeit leckte. Der älteste Leutnant der HEBRUS und wenig später Commander der Royal Navy, Robert Milborne Jackson, sollte seine Prise ursprünglich wie die SULTANE nach Portsmouth bringen, war aber froh, mit dem fast absaufenden Schiff schließlich Plymouth zu erreichen. Beide eroberten Fregatten wurden später in die Navy integriert, die SULTANE unter ihrem Namen, während man die ETOILE in TOPAZE umbenannte.
Die ETOILE sollte die letzte französische Fregatte der napoleonischen Kriege sein, die den Briten durch ein Fregattenduell in die Hände fiel. Am 30. März 1814 marschierten die Alliierten in Paris ein und am 6. April 1814 dankte Kaiser Napoleon ab.
Kapitän Palmer wurde - wie üblich bei Zweikampfsiegen zur See - mit Ehrungen überhäuft und bewährte sich bald darauf auf dem anderen englischen Kriegsschauplatz gegen die USA. Höchstwahrscheinlich wurde er Zeuge des brennenden Weissen Hauses in Washington.
Kapitän McKenzie von der CREOLE zog sich nach dem Krieg ins Privatleben zurück und verlebte seinen Ruhestand in Schottland.
Für Kapitän Philibert war der Krieg vorbei. Er machte später mit einer Forschungsreise von sich reden und zeichnet dafür verantwortlich, wenn wir heute - z.B. in unserem Eisbecher - Bourbon-Vanille genießen. Philibert brachte damals diese Pflanze erstmalig auf die Ile de Bourbon bzw. nach Reunion.


von Jonathan R. Dull
Sprache:
Englisch
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- Univ of Nebraska
- 268 Seiten
Erscheinungsdatum: Juni 2009
von Stephen Biesty
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Englisch Format : 35,6 x 26,7 x 1,5 cm -
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Erscheinungsdatum: 1993 - 32 Seiten
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