Historische Schiffsmodelle von Wolfram zu Mondfeld Sprache: Deutsch Gebundene Ausgabe - 384 Seiten - Orbis Erscheinungsdatum: 1. August 2003 Die Bibel für Modellbauer historischer Schiffe ! |
Historische Schiffsmodelle von Klaus Krick Sprache: Deutsch Broschiert - Neckar-Verlag Erscheinungsdatum: Februar 2003 Dieses Buch ist für Anfänger empfehlenswert. |
Zunächst waren 1812 die Amerikaner überlegen, weil die Briten lediglich kleinere Schiffe mit Karronaden, also Nahkampfkanonen mit geringer Reichweite, aufbieten konnten, während die Amerikaner aus langen, weit reichenden Kanonenrohren schießen konnten. Also rüsteten die Briten bei den Kanonen auf und bauten größere Schiffe. Die Amerikaner zogen nach und es begann ein Wettrüsten, daß schließlich im Bau eines Linienschiffes gipfelte, das der englische Oberkommandierende Kommodore Sir James Yeo in Kingston am Lake Ontario bauen ließ.
Die ST. LAWRENCE wurde von William Bell als ein Dreidecker bzw. Schlachtschiff erster Klasse ("first rate") mit 112 Kanonen entworfen. Sie war allein für den Dienst auf dem Lake Ontario gebaut worden. Weil sie nicht für den Transport großer Vorräte oder Lasten konstruiert werden mußte - sie konnte infolge ihres Tiefganges von rund 6 Metern niemals das Meer erreichen - war sie etwas kleiner gebaut als ihre Linienschiffschwestern auf den Weltmeeren. Sie wog lediglich 2300 Tonnen gegenüber rund 2500 Tonnen eines vergleichbaren Ozeanschlachtschiffes und war bis zu 16 Metern breit, während ihr Deckslänge rund 59 Meter betrug. Trotzdem verfügte die ST. LAWRENCE über drei Artilleriedecks und eine gewaltige Feuerkraft aus 112 Kanonen und 14 Karronaden, die vergleichsweise die der berühmten VICTORY (100) übertraf. Auf ihrem untersten Artilleriedeck führte das Süßwasserschlachtschiff gewaltige Zweiundvierzigpfünder-Kanonen, ein Kaliber, daß man in der Regel nicht auf See, sondern nur in Küstenbefestigungen an Land fand. Ebenfalls auf dem untersten Deck sowie in der mittleren "Etage" standen Zweiunddreissigpfünder, während auf den oberen Decks Zwölfpfünder und Karronaden drohten.
Trotzdem sollte die ST. LAWRENCE niemals ihre Breitseiten abfeuern, denn nachdem das Linienschiff am 15. Oktober 1814 zum ersten Mal auf dem See segelte, stellte sich ihr kein Gegner mehr entgegen. 1815 war dann der Krieg zwischen England und den USA beendet. Die englischen Steuerzahler hatten 500000 $ für das monströse Süßwasserschlachtschiff aufbringen müßen, umgerechnet auf die heutigen Verhältnisse rund 20 Millionen Dollar.
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