![]() |
|
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815 Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802 von Thomas Siebe Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010 Bei AMAZON bestellen Mehr Infos Beispiel-Seiten Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3 |
|

* 26. April 1753 in Autun † 10. August 1836 in Paris
Pierre Cesar de Sercey wurde als Sohn von Jean Jacques de Sercey, Comte du Jeu, und Marie Marguerite Duvrest am 26. April 1753 im Chateau de Jeu nahe Autun (Frankreich) geboren.
Er wurde schon früh zur Vollwaise und ging bereits 1766 im Alter von 13 Jahren als Schiffsjunge 1. Klasse zum erstenmal an Bord eines Kriegschiffes, der LEGERE. Nach einem Abstecher in die Karibik war die LEGERE von 1767 bis 1769 im Indischen Ozean stationiert. Nach dieser Probezeit trat Sercey 1770 in Brest als Offiziersanwärter in die Marine-Garde (gardes marine) ein.
Von 1772 bis 1774 nahm er an Bord der GROS VENTRE an den Expeditionen Kerguelens teil, wobei Serceys Schiff, unbeachtet vom Führer der Expedition, es nur mit knapper Not nach Hause schaffte. 1777 wurde Sercey Fähnrich, 1779 war er mit Beginn des Krieges gegen England zuerst auf der BELLE POULE, im Mai des Jahres dann auf der TRITON im Geschwader von d'Orvilliers.
1780 hatte der Fähnrich Sercey mit dem Kutter SANS PAREIL sein erstes Kommando.
Ob er dann lediglich Zeuge oder doch aktiver Teilnehmer an den Seeschlachten des 17. April 1780 und 15. Mai 1780 zwischen der britischen (Rodney) und der französischen Flotte (Comte de Guichen) vor Domenica wurde, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls wurde er mit der kleinen SANS PAREIL von britischen Schiffen aufgebracht und geriet in Gefangenschaft, wurde aber schnell wieder ausgetauscht und Kommandant des Kutters SERPENT.
Bei der Belagerung des spanischen Pensacola (Florida) im Mai 1781 zeichnete sich Sercey aus und wurde zum Leutnant (lieutenant de vaisseau) befördert.
Als Leutnant auf der Fregatte NYMPHE (36 - Vicomte de Montemart) erlebte er am 16. Februar 1783 das Duell mit der englischen Fregatte ARGO (44 - John Butchart). Gemeinsam mit der AMPHITRITE (32 - St. Ours) gelang der NYMPHE der Sieg, doch Montemart fiel und Sercey übernahm das Kommando.
Nach dem Krieg war Sercey von 1787 bis 1792 als Kommandant der Fregatte ARIEL, später der SURVEILLANTE, in der Karibik stationiert.
1792 wurde er zum Kapitän (capitaine de vaisseau) befördert. Die revolutionären Zeiten sorgten am 1. Januar 1793 für einen direkten Durchmarsch zum Konteradmiral - zu diesem Zeitpunkt war in Frankreich Adel noch kein Synonym für "Feind der Revolution".
Sercey wurde Befehlshaber eines Linienschiffgeschwaders, das in die Karibik bzw. nach St. Domingue (Heute Haiti) segelte, um dort französische Handelschiffe zu einem Konvoi über den Atlantik zu versammeln. Die Schrecken des Sklavenaufstandes in der französischen Kolonie liess sein Geschwader zur Zuflucht von rund 6000 Kolonisten werden. Wegen der sich so ergebenden Versorgungsengpässe konnte er mit seinem 50 Schiffe starkem Konvoi den Atlantik nicht überqueren und mußte sein Geschwader in den USA verproviantieren.
Im Dezember 1793 kehrte Sercey mit einem Bruchteil des Konvois zurück nach Frankreich (Der Rest der Handelsschiffe konnte mit dem großen Konvoi im Schatten der Seeschlacht des 1. Juni 1794 durchbrechen). Dort hatten sich aber die politischen Verhältnisse verschärft: Wegen seiner aristokratischen Herkunft wurde der Konteradmiral verhaftet und sechs Monate lang festgesetzt. In diesem Zeitraum hing sein Leben an einem seidenen Faden.
Erst in der Ära von Marineminister Truguet wurde Sercey im Dezember 1795 reaktiviert und bekam das Kommando über ein für den Indischen Ozean bestimmtes Fregattengeschwader bzw. das Oberkommando in der Region. An Bord seines Flaggschiffes FORTE (44 - Beaulieu Le Loup) reisten die Kommissare Baco und Burnel mit dem Auftrag des Direktoriums, die 1794 durch die Nationalversammlung beschlossene Freilassung aller Sklaven in den französischen Kolonien des Indischen Ozeans durchzusetzen. U.a. für diesen Zweck hatte Sercey auch eine starke Truppe Soldaten an Bord. Am 18. Juni 1796 erreichten Serceys Fregatten Port Louis auf Mauritius, den wichtigsten französischen Marinestützpunkt im Indischen Ozean.
|
The Line of Battle: The Sailing Warship 1650-1840 (Conway's History of the Ship Series)
|
|
Storm and Conquest: The Battle for the Indian Ocean, 1808-10
von Stephen Taylor Sprache: Englisch Taschenbuch - 400 Seiten - Faber & Faber Erscheinungsdatum: 2008 |
Sercey hatte schon aus dem Gefecht vor Sumatra lernen müssen, dass die Seetüchtigkeit seines Geschwaders so weit weg von Frankreich bzw. guten Werften sehr schnell am Ende sein konnte. Die Versorgung der Crews bzw. Schiffe musste z.B. durch Aufbringung und den unmittelbaren Verkauf von Prisen finanziert werden. Werftarbeiten mussten ebenfalls bezahlt werden. Nach und nach blieb dem Admiral trotzdem nichts anderes übrig, als eine Fregatte nach der anderen zurück nach Frankreich zu schicken.
Auf Mauritius selbst hatten die Pflanzer und Privatiers bzw. Freibeuter inzwischen mehr Einfluss auf den Seekrieg im Indischen Ozean als der Admiral, dessen militärische Autorität in Port Louis nur noch wenig galt.
Sercey verlegte sein Hauptquartier zu den holländischen Verbündeten nach Batavia, suchte die Kooperation mit den Spaniern auf den Philippinen, doch sein Geschwader schmolz nun auch durch Gefechte mit den Briten, während die Spanier in der Region wenig Lust zeigten, gegen die Briten Krieg zu führen. Am Ende blieb dem französischen Oberkommandierenden im Indischen Ozean nur noch eine kleine Korvette als Flaggschiff und Flotte.
Als Sercey 1802 nach Frankreich zurückkehrte, hing ihm dieser Mißerfolg seiner Mission nach. Namentlich Marineminister Denis Decres signalisierte, dass er den Konteradmiral nicht weiter verwenden würde. So zog sich Sercey 1804 aus dem aktiven Dienst zurück und privatisierte (und heiratete) als Pflanzer auf Mauritius, bis die Briten 1810 die Insel eroberten. Sercey kehrte nach Frankreich zurück und war 1814 einer der französischen Deligierten bei den Friedensverhandungen.
Am 28. Mai 1814 wurde er zum Vizeadmiral befördert.
Sercey wurde 1832 zum Peer von Frankreich gemacht und wurde Mitglied des Parlaments. Aus dem aktiven Dienst zog sich der Admiral zurück.
Am 10. August 1836 starb er in Paris.
|
![]() |
|
![]() |
|
|
SEESCHLACHT.TK - Das Buch
Napoleons gefallene Göttinnen |
|
Nelson's Navy: The Ships, Men, and Organisation, 1793-1815 von Patrick O'Brian (Vorwort), Brian Lavery Sprache: Englisch Taschenbuch - 352 Seiten - Naval Institute Press Erscheinungsdatum: 1. September 2003 |
Copyright © 2010 by T. Coladores