| Basislatte BALA |
Bei "der Basislatte" handelt es sich um eine geometrische Basis
für
die trigonometrische
Streckenmessung hoher Genauigkeit mit der Basis
im Ziel, einem waagerecht aufzustellenden Instrument, das (vereinfacht)
im wesentlichen aus einem Rohr und einem Metallstab besteht, an dessen
Enden und in der Mitte sich jeweils Zielmarken befinden. Man muß
sich das wie so eine Art "Urmeter" im Gelände vorstellen.
Zu Transportzwecken ist das Instrument in zwei etwa 1 m lange Teile
mittels Überwurfmutter zerlegbar.
Für die Jenaer Basislatte ist eine Genauigkeit von 1:30.000
angegeben, womit diese Latte in die genaueste Klasse einzuordnen ist.
Sie verfügt über das gleiche Zapfenmaß wie die Jenaer
Theodoliten und ist damit in deren Dreifüße einsetz- und
zwangszentrierbar.
Um mit Hilfe der Bala eine Strecke zu messen, bedarf es eines Sekundentheodoliten,
wie dem Theo 010 B.
Der gemessene Winkel zwischen den beiden Marken der Latte, wird dann
in die Gleichung d = 2 cot/2 eingesetzt. So erhält man rechnerisch
(aus mehreren Messungen gemittelt) die Streckenlänge
(Großmann,
Bd.2 v. 1971, S. 52: "+/- 1 bis 2 cm auf 75 m").
| Bala - Die Mittelzielmarkierung mit
Richtoptik
Die Aufnahme entstand senkrecht auf den
kleinen Kollimator
ausgerichtet, so daß in der Mitte dessen Zielmarkierung, der
weiße
senkrechte Strich, deutlich zu erkennen ist.
Die kleine runde Struktur links oberhalb der Kollimatorlinse ist die Lichtöffnung für das Richtglas, mit dessen Hilfe man die Bala von ihrem Standort aus auf den Theodoliten ausrichten kann.
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| Das Richtglas der Bala. Ansicht von der
Rückseite.
Richtgläser bilden ihre Zielmarke in der
Unendlichebene
ab, so daß sie vor jedem Hintergrund scharf erscheinen.
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| Basislatte zerlegt in ihre beiden
Hälften.
Die Basislatte wird durch eine Überwurfmutter zusammengehalten. Sie ist für den leichteren Transport zerlegbar. Das Herz der Basislatte ist ein sehr genau
abgelängter
"Metallstab".
Das äußere Rohr dient dem Erwärmungschutz und wirkt der Durchbiegung entgegen, es ist zudem Träger für die Beleuchtungskabel des Beleuchtungssatzes und das Kollimatorglas, mit dessen Hilfe die Bala rechtwinklig zum Theodoliten aufgestellt wird. Die polierten Enden des Invarstabes sind auf beiden Bildern zu erkennen. Die polierte Fläche die im Gewindeteil tief verborgen liegt, ist ballig ausgeführt um die Berührung an einem Punkt zu gewährleisten. |
Im zerlegten Zustand erscheint die bewegliche Meßmarke, die unter Federvorspannung steht, des einen Tragarms etwas exzentrisch. Das äußere Schutzrohr kann sich so um den Invarstab herum ausdehnen. Man beachte einmal die fast nicht wahrnehmbaren feinsten Striche in 3.00, 9.00 und 12.00 Uhr am Rande der dunklen runden Fläche.. Diese können mit dem Theodoliten selbst auf 30 m noch ganz locker beobachtet werden. Zum Größenvergleich der grobe, megafeiste Pfennig. |
Das Basislattenverfahren ist im praktischen Einsatz durch die
Verwendung
opto-elektronischer Tachymeter weitestgehend verdrängt worden.
Für Kontrollmessungen oder in Fällen, in denen das Budget
keine Investition im Rahmen mehrerer Zehntausend Mark
zuläßt,
kann die Basislatte jedoch auch heute noch ein interessantes - und vor
allem: robustes - Hilfsmittel darstellen.
Der pädagogische Effekt des "Basislattenverfahrens" dürfte indes unbestritten sein. - Und Spaß macht es auch!
Hier aber noch schnell ein Link zu einer Belegarbeit
über Genauigkeitsbetrachtungen, wenn man einmal wissen
möchte,
was mit der Bala möglich ist.
| Rückseite der Mittelzielmarke
In die große runde Struktur kann eine
elektrische
Beleuchtung eingesetzt werden.
Durch die Milchglasscheibe wird eine hinreichend diffuse Beleuchtung sichergestellt. Die Fokussierung der kleinen Meßmarken mit dem Sekundentheodoliten hat es in sich. Am Tage kann schon ein kleiner Sonnenstrahl das Absehen um Millimeterbruchteile auswandern lassen. Daher empfiehlt es sich, Messungen mit höherem Genauigkeitsanspruch bei Dunkelheit durchzuführen. Die Beleuchtung ist daher ein nicht zu unterschätzendes Zubehör. |
Ich habe es selber eimal ausprobiert, indem ich die
Bala
etwa 25 m vom Theodoliten entfernt aufgestellt habe.
Unter deren Dreibein habe ich ein Lineal gelegt und den
Dreifuß mit einem optischen Lot eingerichtet. Dann habe ich 4
Messungen
mit Umschlag durchgeführt.
Anschließend wieder mit Hilfe des Lotes den
Dreifuß
auf dem Dreibein 10 mm zurückgeschoben. - Danach wieder 4
Messungen
mit Umschlag.
Gemittelt erhielt ich dann eine gemessene Differenz von
8 mm; d. h. einen Fehler von nur 2 mm auf 25 m.
Die Probleme, die sich mir stellten, bestanden darin,
mit dem Theo 010 B zu messen: durch thermische Einflüsse
(schwacher
Sonnenschein) war es sehr schwierig, die feinen Meßmarken der
Bala
exakt anzumessen, da das Strichbild des Theodoliten im Luftgeflimmer
etwas
wanderte. Sowie ich die Meßmarkenbeleuchtungen aufgabeln kann,
werde
ich die Messung bei Dunkelheit wiederholen.
Zudem habe ich festgestellt, daß es mir nicht
möglich
ist, mit dem theo 010 B die Einersekunde (!) exakt zu reproduzieren -
hier
läßt das Koinzidenzfeld für mich noch zu viele
Interpretationsmöglichkeiten.
Bei Instrumenten wie dem Universal Theo-002 wird die
Anzeige daher photografiert, um die Interpretationsmöglichkeiten
einzugrenzen.
Wie ich es den Lehrplänen
vermessungstechnischer
Fakultäten entnehmen konnte, gehört das Messen mit der
Basislatte
zu den standardmäßigen Grundfertigkeiten jedes
Vermessungstechnikers
und wird nach wie vor in den ersten Semestern geübt.
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