Der VEB Carl Zeiss Jena

Wer sich für optische Geräte interessiert, wird auch immer wieder mit verschiedenen Firmengeschichten konfrontiert.
Ich habe hier einmal damit begonnen, einen Überblick über den VEB CZJ zu schaffen.
Wer diese Seite liest und Fehler feststellt oder meint, daß hier etwas berichtigt werden müßte, schreibe mir bitte eine E-Mail, damit diese Seite weiter wachsen kann.

Der ehemalige VEB mit seinen insgesamt wohl über 60.000 Beschäftigten bestand also, soweit ich heute (27.01.2001) weiß, aus folgenden Teilbetrieben:

- CZJ Betrieb für Optischen Präzisionsgerätebau
- CZJ Betrieb Göschwitz (hier wurde das UMG-Pi entwickelt - mehr dazu unten)
- CZJ Betrieb für physikalisch-optische und mikroskopische Geräte
- CZJ Betrieb für Optik
- CZJ Betrieb für Zulieferungen
- CZJ Betrieb für Anlagen und Rationalisierungsmittelbau
- CZJ Betrieb Saalfeld
- CZJ Betrieb Eisfeld (Ferngläser und Zielfernrohre)
- CZJ Betrieb Lommatzsch
- CZJ Forschungszentrum
- CZJ Außenhandelsbetrieb
- VEB Rathenower optische Werke. Einst Rathenower Optische Werke Hermann Duncker; vormals Emil Busch Rathenow
- VEB Augenoptik Hermann Duncker
- VEB Freiberger Präzisionsmechanik
- VEB Jenaer Glaswerk Schott und Genossen
- VEB Feinmeß Dresden
- VEB Feinmeßzeugfabrik Suhl
- VEB Pentacon-Dresden
- Kamerafabrik Freital
- Feinoptik Görlitz (Vormals Meyer Görlitz)
- Hochvakuum Dresden (HVD)
- Zentrum Mikroelektronik Dresden (ZMD)

Der uns im Rahmen dieser Darstellung besonders interessierende Betriebsteil war, wie mir ein ehemaliger Mitarbeiter mitteilte, der unter der internen Betriebsbezeichnung "Betrieb U" bekannte Betriebsteil in Jena / Göschwitz, einem kleinen Vorort von Jena.
In diesem Betriebsteil, dem etwa 3000 Beschäftigte angehörten, wurde die Militärtechnik, Raumfahrttechnik und später Ausrüstungen für Halbleiterindustrie entwickelt und teilweise gebaut.
VEB-Robotron - Wir bauen den größten Mikrochip der Welt!  :-))
Da haben "die Wessis" immer herzlich gelacht - und wahrscheinlich die Maschinen für ihre Superchips dann in Dresden gekauft.
Daß AMD dort heute die leistungsfähigsten Prozessoren baut und Intel zur Gewinnwarnung bringt, ist wohl nicht rein zufällig.
Der Produktionsbetrieb für militärische Ausrüstungen war im wesentlichen der Betriebsteil in Gera (interne Bezeichnung Betrieb D), heute Gewerbepark.
Ebenso wurde im Betrieb für Optischen Präzisionsgerätebau direkt in Jena miltärisch produziert, das OEM-2 zum Beispiel - oder der Vorgänger EM-61.
Im Saalfelder Bertrieb wurde in den 60er und 70er Jahren ein bei Zeiss Jena komplett entwickeltes Nachtsichtgerät NSG-66 produziert.
1989 waren bei einer Warenproduktion von über 5 Miliarden Mark, ca 1/3 militärische Güter dabei.

Nach der Wende:
Der Name Zeiss repräsentiert heute die Fa. ZEISS in Oberkochen, dem führenden Unternehmen für wahre Superoptiken.
So ist man dort etwa in der Lage, "Fehler in der Form von Linsen mit einem Ionenstrahl Atomlage für Atomlage" zu beseitigen....
(FAZ Nr. 174 vom 30.07.1997, Beilage "Natur und Technik", S. N2).
Die Hauptoptik des Hubble-Teleskops stammt meines Wissens auch von dort.

Der Kern des ehemaligen VEB Carl Zeiss Jena existiert heute nach gründlicher Umstrukturierung als JENOPTIK weiter, hat mit der obengenannten Fa. Zeiss-Oberkochen jedoch nichts zu tun.

Aus der Unternehmensaufspaltung sind weiterhin hervorgegangen:
- die Analytikjena AG
- die Zeiss Oberkochen
- die Schott-Gruppe
 
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