Das Entfernungsmeßgerät DDI-3

Das DDI-3 ist ein Schnittbildentfernungsmeßgerät zum Messen von Strecken bis 400 m, das in Verbindung mit dem Artillerierichtkreis PAB-2 betrieben wurde und der Vermessung des Festlegepunktes diente.
Das Gerät war bis 1990 im Lagerbestand der NVA, wenngleich ich den Eindruck habe, daß es zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon durch ein kleines Laser-Entfernungsmeßgerät, über das ich zur Zeit keine genaueren Informationen habe, ersetzt worden sein müßte.
- Allerdings datiert meine "Beschreibung und Nutzung" (A 326/1/337) von 1990.

 


 
 


 
 

Vergrößerung: 20 - fach.
Basisbreite: 0,55 m
Streckenmessung mit einfachem Parallaxwinkel: 50 bis 100 m
Streckenmessung mit doppeltem Parallaxwinkel: 100 bis 400 m
 

PAB-2 auf eingeschobenem Stativmitaufgesetztem  DDI-3

An dem Entfernungsmeßgerät ist der Astigmator mit Beleuchtung angebracht.
Es handelt sich dabei um eine kleine optische Baugruppe, die Bestandteil der Beleuchtung ist. Ist die Beleuchtung aufgesetzt, befindet sich der Astigmator unmittelbar vor der Objektivöffnung des DDI-3. Er bewirkt, daß eine kleine, punktförmige Lichtquelle in einen vertikalen Strich verwandelt wird, was für das Funktionsprinzip der Schnittbildmessung ein sehr großer Vorteil ist:
Aus den beiden Markenpunkten werden zwei Striche, die zur Koinzidenz gebracht werden müssen; einer Leistung, für die das menschliche Auge besonders sensibel ist. (Daher bedient man sich des gleichen Prinzips auch bei der Ablesung des Mikrometers im Theo 010 B)
Die Folge: Es kann so eine sehr hohe Einstellgenauigkeit erzielt werden.
Der elektrische Anschluß wurde an eine Einheits-Stpannungsquelle angeschlossen.

Im Vordergrund liegt der Beleuchtungssatz für den PAB-2 - hier in dreiteliger Form mit dem Leuchtstab zur Markierung des Standortes des Richtkreises.

Sehr häufig trifft man die zweiteilige Ausführung an, die ohne diesen Leuchtstab ausgestattet ist - also nur Strichplattenbeleuchtung und Handlämpchen mit Blaufilter enthält.
 


Basislatte zum DDI-3 mit Einheitsspannungsquelle - die jedoch einen anderen Anschluß hat, als die Beleuchtung des Richtkreises. :-((

Zur Verdeutlichung sind hier die Streulichtblenden aufgesetzt und die Zielmarkenbeleuchtungen eingeschaltet - man sieht die gelben Punkte.
Betätigt man den Druckschalter, der hier wie ein kleines schwarzes Viereck erscheint, so erlöschen die Zielmarkenlampen und die mittlere Lampe in dem Quadrat leuchtet auf.
Auf diese Weise ist das Auffinden der kleinen Basislatte in der Nacht ein Kinderspiel.

Im Hintergrund steht der gelb-schwarze Fluchtstab, an dessen oberen Ende mit einem Bajonett eine Beleuchtung (grün) angebracht wird, um den Festlegepunkt zu markieren.

 

Man kann zwar auch mit Hilfe der Strichplatte des PAB-2 und der Entfernungsmeßlatte die Streckenlänge bestimmen, jedoch ist dieses Verfahren einmal ungenauer als das Verfahren mit dem DDI-3 und es ist nicht in der Nacht anzuwenden.

Was allerdings nicht sehr einfach bzw. praktikabel ist, ist, daß die Strecke nicht gleich abgelesen werden kann, sondern daß der abgelesene Wert lediglich ein Argument in einer Rechnung darstellt.
Dieses Argument war in "Meßprotokolle" = Rechenzettel einzutragen, die für das Arbeiten mit dem DDI-3 unerläßlich sind.

Das Einrichten eines Festlegepnktes mit Hilfe des DDI-3 bei Dunkelheit ist übrigens ein ganz interessantes Verfahren.
Wer gerne mit Beleuchtungen, beleuchteten Strichplatten, Lichteffekten und Geometrie experimentiert, kommt dabei voll auf seine Kosten.

Notwendige Voraussetzung für eine genaue Messung mit dem DDI-3 ist die Kenntnis des gerätespezifischen Fehlerkoeffizienten, der vierteljährlich zu ermitteln war.
Das Verfahren ist in der "A 326/1/337 - Entfernungsmeßgerät DDI-3 - Beschreibung und Nutzung 1990 S. 25 f."  beschrieben.


 
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