| Erfahrungen mit dem EDF von Uwe Petzold |
Rein äusserlich, vom Finish her, ist das DF
das schoenere Glas, die Lackierung ist deutlich besser und es wirkt auch
in der Gesamtverarbeitung
hochwertiger; letzteres aber nur a.d. 1. Blick. Beim zweiten Hinsehen
stellt sich das rauhere Aeussere d. EDF eher als
Kompromisslosigkeit dar.
Ich denke da an das nicht eingfraeste Knickgelenk und das im Gegensatz
zum DF nicht per Rundmutter sondern mit Blechplatte und
Schlitzschrauben gehaltene UV - Filter. Ebenso die simplen 3 Strichmarken
fuer d. Augenabstand.
Die Befestigung d. Gummiarmierung durch die Metallstifte beim DF wirkt
auch edler im Vergleich zu den Blechklammern beim EDF.
Das EDF hat schon fast die lakonische Nuechternheit von US - Mil -
Geraet; was kein Werturteil ist, aber was mit Flair zu tun hat. Ich hab
z.b. gerade
bei der russischen Funktechnik immer etwas das Gefuehl von Spuren sproeder
Eleganz im Design.
Ausserdem empfinde ich das DF als ergonomischer. Ich habe das
Gefuehl, es liegt etwas ruhiger in der Hand, was eigentlich kaum den 200
g
Mehrgewicht geschuldet sein kann, eher der Form.
Auch ist der IR - Detektor d. EDF eigenwillig zu bedienen.
Man muss naemlich d. linke Okular ueber eine leichte Raste (kaum fuehlbar)
hinaus bis fast zum Anschlag (nach -- ) eindrehen, lt. Anleitung das
Glas nach links kippen, wobei dann mit leisem Klick der Schirm vors
Okular faellt und anschliessend d. Okular wieder
ueber die Raste hinweg ausschrauben, damit er auch da bleibt.
Ausschwenken geht auf die naemliche Art, nur kippt man hier nach rechts.
Immerhin reicht es i.d. Praxis,das Glas in Beobachtungs- stellung zu
halten,um den Detektor einschwenken zu lassen. Jedenfalls muss man
immer aus der Scharfeinstellung raus.
Allerdings ist der Ir-Detektor deutlich
empfindlicher als der alte. Einmal ist der alte, ohne Bezug auf die Leistung
d. IR -Quelle, mit einer Max. -
Reichweite v. 300 m angegeben, der neue dagegen mit 1500 m, bezogen
auf einen Abblendscheinwerfer 45 W.
Zum anderen: man sieht's ganz einfach.
Interessant: Im voellig Dunklen, also dunkles Zimmer und Objektivkappe
aufgesetzt, leuchtet der Schirm mindestens 10 Min.deutlich nach (der alte
gar nicht)!
Zur Optik:
Als erstes faellt die Mehrschichtverguetung (Farbe) auf. (Ich
gehe in allen Punkten nur auf Unterschiede ein.) Beim Durchsehen hat das
Glas einen
sehr deutlichen Gelbgruenstich; das alte war ja nur leicht gelblich,
wie uebrigens viele Russenoptiken auch. Es wirkt im Vergleich dunkler als
d. DF,
vielleicht wegen des Farbstiches. Das aendert sich aber bei starker
Daemmerung!.
Da wirkt das EDF ploetzlich heller und liefert auch besseren Kontrast.
Auch tagsueber scheint das Bild d. EDF noch einen Tick
"knackiger" als das des Vorgaengers. Die Bildfeldwoelbung scheint mir
ebenfalls geringer zu sein, was aber vielleicht mit dem nicht ganz soweit
ausgenutzten Blickfeld zu tun hat; s. techn. Daten. Weiterhin ist die
Tiefenschaerfe merklich groesser, die ja beim DF auch schon sehr gut war.
Gerade jetzt habe ich bemerkt, dass das DF zumindest auf der Strichplattenseite
im Gegenlicht (Vollmond) _deutlich_ mehr Reflektionen hat als das
EDF. Beim DF sind sie in diesem Falle schon stoerend, waerend man sie
beim EDF kaum bemerkt.
Die Strichplatte ist noch etwas besser bzw feiner.
Nebenbei: die Entfernungskala ist lt Unterlagen nicht auf 1,75 m sondern
auf 2,5 m ausgelegt! Das
macht evtl. auch Sinn, die durchschnittlich Hoehe des "Gemeinen Kampfpanzers"
bewegt sich naemlich meist zwischen 2,2 u. 2,8 m (Ausnahme M
60; ueber 3 m) lt. Ari - Handbuch.
Uebrigens ist die Verringerung der Bildplastik tatsaechlich merkbar, allerdings nur in einem bestimmten Entfernungsbereich. Ich hatte es anfaenglich nicht mitgekriegt, aber als ich dann auf groessere Distanzen ging, war es signifikant. Bei noch groesseren bemerkt man dann wieder nichts mehr. Bemerkenswert bei beiden Glaesern finde ich den bis zu knapp 4 m gehenden Naheinstell- bereich.
Fazit:
Ich empfinde dieses Glas trotz einiger Kinken
als einen merklichen Fortschitt und ein recht ungewoehnliches und faszinierendes
optisches Geraet, das, glaube ich, von d. optischen Leistung auch heute
noch Masstaebe setzt.
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