|
|
Das EM-61 war das erste Raumbildentfernungsmeßgerät
der NVA, das mit einem mechanisch angekoppelten Koordinatenrechner
ausgestattet war.
Mit dessen Hilfe kann man nicht nur Polarkoordinaten (die sich aus Winkel
und Stecke ergeben) sondern auch rechtwinklige (X-Y) Koordinaten ermitteln.
|
EM-61 noch im alten dunklen Originalfarbton, objektivseitig
auf kleinem Stativ mit montierten Meßmarkenbeleuchtungen und aufgesetztem
Leuchtstab.
Der obere Kasten ist der Stromversorgungskasten,
in dem 4 D-Zellen Platz finden. |
| EM-61 okularseitig auf kleinem Stativ.
Der ordonnanzmäßig veränderte Stromversorgungskasten
wurde hier wieder in den Originalzustand versetzt, so daß die Beleuchtungen
für Meßkreis und Koordinatenrechner zeitgleich genutzt werden
können, wie es ursprünglich vorgesehen war. |
|
An diesen Instrumenten ist während ihrer Dienstzeit viel "herumgebastelt"
(umgerüstet) worden, was aufzeigt, daß es sich hier aus militärischer
Sicht um eine veraltete Konstruktion handelt. Das hat letztlich dazu geführt,
das Nachfolgegerät OEM-2 zu entwickeln.
Krönender Abschluß dieser Bastelei war in den späten 80ern
die sogenannte "MI-Umrüstung" zum EM-61-P,
während der man unter anderem die Möglichkeit zum Betrieb des
Koordinatenrechners beseitigte - ein Jammer!
Dabei wurde die Kupplung für den Koordinatenrechner
entfernt und der Gehäusedurchbruch mit einem Blinddeckel verschlossen.
Geländewinkellibelle, Bussole und Signalstab wurden ebenfalls entfernt.
Der Stativkopf wurde vollständig umgebaut. Es verblieb lediglich ein
einfacher Meßkreis. Auch die langen Stativbeine (das eigentliche Stativ)
wurden entfernt, so daß nur eine Art Tischstativ übrig geblieben
ist. EM-61 und EM-61-P waren bis 1990 im Lagerbestand der NVA.
|
Eine Detailaufnahme des "kleinen Statives", das
auf das Dreiben aufgesetzt und mit 3 Handschrauben verschraubt wird.
Zu beachten ist dabei die Übereinstimmung der roten Punkte, so daß eine am kleinen Stativ befindliche Feder in eine korrespondierende Nut auf der Oberseite des Dreibeins eingreifen kann. Die Aufnahme zeigt die abgespreizen Beine des kleinen Statives. Kleines Stativ und Dreibein ergeben das "große Stativ". Die Gummiteller zur Unterlage sind so geformt, daß die spitzen Stativfüßchen in sie einrasten. So kann das Gerät auch von Tischen betrieben werden, ohne daß man deren Oberfläche beschädigt. Alle drei Beine des kleinen Statives sind höhenverstellbar um das Instrument mit der Dosenlibelle zu horizontieren. |
Obwohl das EM-61 im Prinzip veraltet ist, weist es doch für den Liebhaber
gegenüber dem Nachfolgemodell auch einige interessante Eigenschaften
auf, wie zum Beispiel die größere Austrittspupille (4 mm)
und das deutlich ausgeprägtere Raumabbildungsvermögen.
Dieses ist hier so stark, daß man im Vergleich mit dem OEM-2 schon
den Liliputismuseffekt deutlich wahrnehmen
kann.
Wer sich ein EM-61 besorgen möchte, sollte darauf achten, daß
folgende Teile dabei sind:
(Wichtige Teile in grün)
- EM-61.
- Stativ mit dem geeigneten Stativkopf zur Aufnahme
des Koordinatenrechners. Ohne diesen Stativkopf ist der Koordinatenrechner
nicht nutzbar!! Beachten Sie die Ausführungen zum EM-61P.
Hier ist viel versaubeutelt worden. Es wird gerne versucht, einem
einen EM-61 mit verbasteltem EM-61P-Kopf unterzujubeln.
Das wäre schade. Es ist natürlich eine Sache des Preises.
Sehen Sie die Ausführungen zum Koordinatenrechner,
um eine
Vorstellung davon zu bekommen.
- Wetterstutzen mit Graufilter. Ohne diese
Wetterstutzen ist ein sinnvoller Gebrauch des EM-61 bei Tage nicht gewährleistet.
- Batteriebehälter mit den beiden Potentiometern
zur Helligkeitsregulierung der Meßmarkenbeleuchtungen.
- 2 Meßmarkenbeleuchtungseinrichtungen.
Spezialteile, die man nur schwerlich hinbasteln könnte, die aber für
Freude bei
Dämmerung unerläßlich sind.
- 1 Leuchtstab (rot-weißer mit Bajonettverschluß aufsteckbarer
Stab mit Farbfiltern rot/grün zur Erkennung bei Dunkelheit)
Der Stab wird im Tragegestell befestigt.
- Das Tagegestell, mit dem das EM-61 auf dem Rücken geschleppt werden
kann.
- Das kleine Trainigsgerät: Dabei handelt
es sich um ein kleines Gerät, das an Stelle des (teuren) Koordinatenrechners
an das Stativ
angesteckt werden kann, wenn man mit dem EM in erster Linie Meßübungen
macht (wozu der Rechner nicht notwendig ist).
- Akkuladegerät (diese sind aber wohl durch Umrüstaktionen sämtlich
verhunzt)
- 3 Stativfußteller aus Gummi.
- 1 Strichplattenbeleuchtung für Vertikalmeßkreis
(wird an der Linse am Stativkopf angesteckt)
- 1 Strichplattenbeleuchtung wie eben für
den Koordinatenrechner.
Ohne diese Beleuchtungseinrichtungen fehlt etwas - und sie fehlen
oft. Gerade bei Dunkelheit macht es großen Spaß damit
herumzuspielen. Zur Not paßt hier aber die Strichplattenbeleuchtung
vom Pab-2.
- 2 Paar Augenmuscheln. - Es passen aber auch
die vom OEM-2.
- 2 Plastikdöschen mit Sicherungen und Glühbirnchen. (Standardartikel.
Schön, wenn sie da sind - aber kein Muß.
- Ersatztrockenpatronen. - Aber auch gelegentlich tauschen! (Ich kritisiere
mich hier ganz besonders selber ;-((( )
- Transportkiste. Keine Kleinigkeit - aber ein guter Schutz des empfindlichen
Gerätes vor mechanischen Einwirkungen und Staub.
- Kabelsatz.
| Instrument | Basislänge | Vergrößerung | Mindestfehler MiF in m bei E = 1000m |
Meßbereich |
|---|---|---|---|---|
EM-61 |
90 cm | 14-fach | 400 bis 18.000 m | |
OEM-2 |
52 cm | 14-fach | ± 3,8 m mit Pendel ± 6,8 m ohne Pendel |
400 bis 15.000 m |
EMK-04 |
40 cm | 6-fach | 22,2 m | 50 bis 3000 m |
UMG-Pi |
52 cm | 17-fach | 20 m (Meßfehler) | 15 bis 3000 m |
SDN |
100 cm | 10-fach | 500 bis 6000 m | |
EM 1m R 36 (2.Weltkrieg) |
100 cm | 6-fach | xxx bis xxx m |
Es wurde bei der Artillerie (Artilleriebeobachter) eingesetzt, um Ziele
aufzuklären und das eigene Feuer zu überwachen. Auch dieses Meßgerät
gehört zu den Geräten "unempfindlicher Bauart" mit beweglicher
Meßmarke.
| Home | Katalog | Literatur: DV-41/31 (A 326/1/321) Entfernungsmeßgerät 61, 1965 | Seitenanfang |