Gefahrenpotentiale beim Umgang mit alkalischen Elektrolyten: Kalilauge
- Kaliumhydroxid -

Die für die geschilderten Kleinverbraucher in der NVA verwendeten Spannungsquellen enthalten in der Regel Ni-Cd Akkumulatorsysteme in trockener und nasser Bauweise.

Bei den nassen Systemen handelt es sich um Ni-CD-Stahlsammler mit dem flüssigen alkalischen Elektrolyten Kalilauge, dem etwas Lithiumhydroxid zur Leistungsverbesserung und Steigerung der Lebensdauer beigemengt wurde.
Die Zellenspannung beträgt nominal 1,25 V; die eines Systems das entsprechende Vielfache.
 
 

Achtung!

Kalilauge ist ätzend! Bei Hautkontakt mit viel Wasser abspülen bis es nicht mehr "glitschig" ist 
(gegebenenfalls etwas Küchenessig zur Neutralisation verwenden). 
Bei Augenkontakt ist es ratsam, mindestens 15-20 Minuten mit klarem Wasser zu spülen (an den Augen natürlich nicht mit Essig herumspielen!), danach unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.

Was jedoch selten bedacht wird: Kalilauge ist auch giftig!

Insbesondere KINDER sind gefährdet. - Mit verschlucktem Kaliumhydroxid ist nicht zu Spaßen!
Bereits geringe Mengen (10 -15 ml einer nur 15%igen Kalilauge) können bei ihnen schon tödlich wirken!
(Moeschlin, Sven: Klinik und Therapie der Vergiftungen, 7. A. 1986, S. 270)

Wartungsutensilien für alkalische Stahlsammler sind räumlich streng von Wartungsutensilien für Blei-Schwefelsäuresysteme zu trennen. Selbst leichte Kontamination der jeweiligen Systeme mit Stoffen des anderen Systems mindern die Leistungsfähigkeit ERHEBLICH oder zerstören dieses gänzlich!


Stahlsammler zeichnen sich durch besondere Robustheit aus, was Tiefentladungen anbetrifft. Man kann sich immer irgendwie mit diesen Dingern helfen.
Nachteilig ist, daß man immer mit Kalilauge herumplanscht, die sehr gerne die oft minderwertig abgedichteten Gehäuse östlicher Akkumulatoren verläßt...  ...und dann als Beize die Farbe ablöst...

Dazu kommt, daß in den Nutzungshinweisen für diese Systeme gefordert wird, den Elektrolyten jährlich zu wechseln, was auf die Dauer nervig wird.

Konsequenz:

Ich habe meine Stahlsammler ´rausgeschmissen und durch geschlossene, wartungsarme Blei-Gel-Systeme ersetzt, die sich mit Hilfe eines sehr empfehlenswerten Ladegerätes der Fa. Conrad-Electronic ganz ausgezeichnet über Jahre pflegen lassen. Standardspannung ist bei mir jetzt 6 V.
Alle Beleuchtungseinrichtungen ließen sich wunderbar umrüsten. (Es lebe die "Russentechnik"!  Und bestimmt lebt auch mein Fahrradhändler nicht schlecht, der einen ungeahnten Umsatz mit Rücklichtbirnchen machen knnte ;-)

Zum Schluß noch ein Tip:
Die besten Erfahrungen habe ich mit Blei-Gel-Akkumulatoren der Fa. Panasonic gemacht, die sich durch auffällig geringe Selbstentladung auszeichen. Selbst einen aus Versehen tiefentladenen 6,5er habe ich wieder zu voller Kapazität reanimieren können.
 
Home Katalog Seitenanfang