Die "Sichtweite" des Horizonts

Gelegentlich werde ich gefragt, "wie weit man denn" mit dem einen oder anderen Instrument sehen könne.
Das ist immer eine schwierige Frage.
Sind es nun 7.000.000.000 oder 8.000.000.000.000.000 Lichtjahre oder nur einige Meter?

Das hängt jeweils einerseits von von den atmosphärischen Gegebenheiten (Dunst, Refraktion (Mittlerer Refraktionskoeffizient in unseren Breiten beträgt K = 0,13, was zu einer Erhöhung der Sichtweite um ca. 8% führt)) ab - andererseits wirkt sich viel wesentlicher die Erdkrümmung sichtbeschränkend aus.
Daher habe ich hier einmal zwei Tabellen abgepinselt (8.13 "Grenzsichtreichweiten" aus: "Militärtopografie, 1. Auflage 1982, Berlin; Militärverlag der DDR S. 201), um zu zeigen, welche Sichtweiten allein unter Berücksichtigung der Erdkrümmung möglich sind (ca.-Werte).
 
Höhe des Beobachters in m Entfernung  des sichtbaren Horizontes in km Höhe des Beobachters in m Entfernung  des sichtbaren Horizontes in km
1 4 50 27
2 5 100 38
3 7 300 67
4 8 500 86
5 9 700 101
6 10 1 000 121
9 12 2 000 171
15 15 3 000 210
20 17 4 000 242
25 19 5 000 271
30 21 10 000 383
40 24 20 000 542

Die Senkung des Horizonts beträgt:
 
Beobachtungsentfernung in km Senkung des Horizonts in m
2 0,3
3 0,6
4 1
5 1,8
6 2,5
7 3,4
8 4,4
9 5,7
10 7,0
11 8,4
12 9,9
13 11,8
(Q:  a. a. O., 8.14,  S. 202)

Man kann also sagen, daß in etwa 13 km Entfernung ein Einfamilienhaus hinter der Erdkrümmung verschwindet.
Dieser Effekt läßt sich an der See recht gut beobachten. Dort wird auch deutlich, weshalb damals auf den Kriegsschiffen große Entfernungsmeßgeräte auf turmartigen Erhöhungen angeordnet waren. Man muß sich nur vergegenwärtigen, daß die Reichweite von Marinerohrartillerie bis zu einer Größenordnung von 30 - 40 km betragen konnte.

Daß diese Daten in erster Linie daher für maritime Unternehmungen interessant sind, liegt auf der Hand. Genauere Angaben zu den Größen entnimmt man daher zweckmäßigerweise aktuellen nautischen Jahrbüchern.
 
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