| Die Infrarot-Aufklärungshilfe |
Bei vielen binokularen optischen Instrumenten aus dem ehemaligen Ostblock findet man an einer Seite eine merkwürdige schwarze Scheibe und ein kleines Hebelchen.
Bei dieser Einrichtung handelt es sich um die Infrarot-Aufklärungshilfe.
Hinter der "schwarzen Scheibe" (ein UV-Filter) befindet sich ein infrarotempfindlicher
Schirm, der einen ganz schwachen bräunlichen Schimmer abgibt, wenn
IR-Wellen der Länge, die bei aktiven Nachtsichtgeräten,
d. h. solchen mit besonderer Lichtquelle, eingesetzt werden, darauf
auftreffen.
Die Scheibe ist ein UV-Filter. Der Schirm wird durch UV-Licht aktiviert,
das etwa am Tage auf das Glas fällt.
Die (zuvor am Tage oder durch Scheinwerfer aktivierte)
IR-Aufklärungshilfe wird bei Dunkelheit in den Strahlengang geschwenkt.
Jetzt beobachtet man mit beiden Augen den zu beobachtenden Geländeabschnitt.
Befindet sich in einer Entfernung von maximal 300
m eine IR-Quelle, so schimmert der Schirm schwach bräunlich,
während das Auge in dem freien Strahlengang nichts bemerkt:
In diesem Augenblick sollte man die Rübeganntz
schnell wegziehen ;-)
Einen kleinen Test kann man mit einer IR-Fernbedienung
vornehmen, wie man sie heute in jedem Wohnzimmer vorfindet:
Man nehme einmal ein DF, das zuvor kurz im Licht lag, damit der Schirm
aktiviert ist und halte vor das Okular eine
Fernbedienung, während man durch das Objektiv
schaut: Dann sieht man deutlich, wie der Schirm diffus-bräunlich
aufflimmert.
IR-Aufklärungshilfen haben z. B. EM-61, OEM-2, DF, EDF, NNP-21.
Diese Aufklärungshilfe war seinerzeit sicher ein wirksames Hilfsmittel,
das es in der Form und weiten Verbreitung in der Bundeswehr nicht gab.
Heutzutage wird sich aber wohl kaum noch jemand mit einem Aktiv-Nachtsichtgerät
in ein Gefecht trauen!
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