Funktionsüberprüfung des OEM-2

Gelegentlich wurde ich gefragt, wie man vorgehen solle, wenn man sich ein OEM-2 anschaffen möchte. Um nicht alles zu oft aufzuschreiben, habe ich es hier nun einmal ins Netz gestellt.
Dazu würde ich folgendes empfehlen:

Mitnehmen sollte man:
- eine kleine Taschenlampe (sowas wie eine "Mini-Maglite")
- 4 Monozellen (D-Zellen)

1. Vollzähligkeitsprüfung.
Ziel der Vollzähligkeitsprüfung ist es, festzustellen, ob irgendwelches Zubehör fehlt.
Direkt am Meßgerät befinden sich
- 2 Wetterschutzstutzen, oberhalb des Schaltpanels.
- 2 Augenmuscheln, innerhalb der Wetterschutzstutzen
- 2 kleine Behältereinsätze (1x mit 1 Reservebirnchen, 1x leer für Reinigungswatte), wie kleine Chremetöpfe innerhalb der Augenmuscheln.
- 2 Okularschutzkappen, auf den Okularen
- 1 Reinigungsstäbchen (Alu mit Holzspitze), quer im oberen Teil des Panelrahmens - etwas versteckt.

Im Transportbehälter (wichtiges Zubehör rot)
- 1 Lade- und Fremdeinspeisegerät (LF/OEM-2)
- 1 Netzkabel 220 V ~ für Netzeinspeisung
- 1 Einspeisekabel 12/24 V = für Bordspannungseinspeisung (1 Kontakt für KFZ-Steckdosen)
- 1 auffällig kurzes Kabel für die Verbindung des OEM-2 mit dem Batteriefach
- 1 Kabel für die Verbindung LG/OEM-2 zum Batteriefach
- 1 Kabel für die Verbindung LG/OEM-2 zum OEM-2
- 1 Batteriebehälter mit 5 NiCd Akkus - die nach nunmehr über 10 Jahren meist kaputt sind.
Normalerweise gehört noch einer zum Stativ - aber ich habe oft gesehen, daß da keine waren.....
- 1 Spannungsmesser
- 1 Blindzelle
- 1 Leuchtstab (rot-weiße Leuchte, unterhalb des Batteriefaches)
- 1 Schnurlot (kann in den kleinen Haken unterhalb des Batteriefaches eingehängt werden)
- 5 Gestellfußteller aus Gummi
- 3 Tarngurte
- 2 Zuggurte (um die ganze Kiste im Winter hinter sich herzuziehen)
- 1 Schutzhülle für das Meßgerät
- 2 Reinigungstücher (da würde ich mir aber dringend besseres Reinigungszeug besorgen...)
- 1 Flanelltuch
- 1 derber Pinsel für Entgiftung
- 1 Haarpinsel für die Optik
- 2 Reinigungsstäbchen aus Holz
- 10 g Watte
- 1 Öler mit Korrosionsschutzöl
- 1 Döschen Korrosionsschutzfett
- 1 Behälter mit Talkum
- 1 Schraubendreher
- 1 Zapfenschlüssel (Stirnlochschlüssel für die Trockenpatronen und den Batteriebehälter)
- 1 Schlitzschlüssel (Zum Demontieren der Meßkreislinsen)
- 7 Ersatzlampen mit diesem fürchterlichen Kunststoffuß - (Nachschubproblem!)
- 2 Deckel für die Fassungen
- 3 Stecklämpchen
- 6 Sicherungen 3+3
- 2 Augenmuscheln (insgesamt hat man also 4)
- 1 Wetterschutz (insgesamt hat man also 3)
- 5 Trockenpatronen - dazu 5 Dichtungen
- 2 Okularschutzkappen

2. Elektrische Prüfung.
a) Ziel ist es, festzustellen, ob die elektrischen Einrichtungen des Meßgerätes funktionieren.
Diese bestehen aus den Beleuchtungseinrichtungen und dem elektromotorischen Antrieb der Meßlinsenverschiebung.
Zur Prüfung befüllt man den Batteriebehälter mit den 4 mitgebrachten D-Zellen. Die "fehlende" 5. Zelle wird durch den Dummy ersetzt, der in dem Fall zu nutzen ist, in dem man Primärelemente d. h. "normale" Batterien anstatt der normalerweise verwendeten Akkumulatoren verwendet.
Der Dummy befindet sich in dem kleinen Blechbehälter, der neben dem Ladegerät angeordnet ist - so weiß man gleich, daß er da ist.

Kritische Stellen:
- Batteriefach - hier kann man sich mit dem Meßgerät gut helfen, indem man die Batteriespannung am Flachstecker prüft.
- Schleifring des Meßgerätes - mit dem Meßgerät die Batteriespannung an der Steckdose für den Leuchtstab (linker Tragarm ganz oben am Meßgerät) prüfen, nachdem man das OEM-2 am Batteriefach angeschlossen hat.

Wenn diese Prüfungen zufriedenstellend ausgefallen sind, kann man kurz am Meßkreis den großen Drehschalter auf "KR" (Koordinatenrechner) bzw. auf "MK" (Meßkreis) stellen - eventuell muß man bei Tageslicht diese "Fensterchen" etwas abschatten.

Die Meßmarken- und Strichplattenbeleuchtungen sollte  man prüfen, nachdem man zuvor die Augen etwas an schwache Beleuchtung gewöhnt hat.
- Einfach die Pbjektivdeckel schließen und kurz ins Dunkle schauen.
Bald erkennt man dann die Anzeigeelemente. Die Meßmarkenhelligkeit muß über das jeweilige Potentiometer am Panel einzeln regelbar sein.
Die "Normalstrichplattenbeleuchtung" aktiviert man, indem man einmal am Panel auf "E-Skale" schaltet - zudem jedoch noch an der linken Außenseite des Tragarms den kleinen Hebel umlegt.
Es wird dann "das Rechenpapiermuster" sichtbar.

Durch achsialen Druck auf den Knopf am Meßrad setzt man die elektische Meßlinsenverschiebung in Betrieb. Wenn man nicht "geübter Stereotelemetrist" ist - in der Schweizer Armee hießen die E-Meßleute "Telemetristen" - erkennt man überhaupt nicht worum es geht....
Es genügt, wenn man das Motorengeräusch wahrnimmt - es ist unüberhörbar.
Den Drehknopf an der Unterseite des rechten Tragarmes sollte man übrigens immer auf "1" stellen (Transportstellung).
Das kann man bei dieser Gelegenheit gleich mitprüfen.

b) Weiterhin sollte man noch die Funktionsfähigkeit des LF/OEM-2 überprüfen.
Dazu sollte man es einmal kurz ans Netz anschließen und sehen, ob die Kontroll-Lampe leuchtet.
Ist dies der Fall, ist das Gerät in Ordnung.

3. Optische Prüfung.
Hier kann man nur prüfen, ob die Glasflächen OK sind.
Wenn man mit der mitgebrachten Lampe in die Okulare leuchtet und durch die Objektive schaut (man muß sich etwas verrenken) kann man, wenn man etwas mit den Augen spielt, sehr viele Glasflächen im System sehen.
Hierbei ist darauf zu achten, daß sich nicht irgendwelche Anomalien (Trübungen; Ablagerungen, sonstige Merkwürdigkeiten oder sichtbare Verunreinigungen) auf den Flächen befinden.
Hauptfeind optischer Instrumente sind Mikroorganismen, die auf den Glasflächen leben. Bei gedeihlichem Klima kann das auf Dauer zum Verdruß führen....

Letztlich muß man noch einmal durch das Gerät schauen. Das Einblickverhalten eines OEM ist ein Genuß. Wenn man jedoch merkt, daß die Augen hier irgendwie angestrengt werden, einem das Einblickverhalten "irgendwie komisch" vorkommt, ist höchste Vorsicht geboten: So etwas kann auf eine Dejustage zurückzuführen sein, die man ohne JGOEM-2 nicht beheben kann.
Leider wurden diese Instrumente nicht immer von Liebhabern betreut!

Da OEM-2 wegen ihrer Größe und grünen Farbe auch gerne wie Gartengeräte "irgendwo im Schuppen" gelagert werden, ist zudem damit zu rechnen, daß die Trockenpatronen gesättigt (rosa) sind.
Das geschieht schon oft dadurch, daß deren Dichtungen nicht ganz astrein sind.
Die Regenerierung sollte die erste Maßnahme des neuen Eigentümers werden.
 
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