| Das Periskop mit Kamera PK 38241 |
Das PK 38241 ist für das visuelle Beobachten und das fotographische
Erkunden ferner Ziele und Erdbeobachtungspunkte bestimmt. (A 052/1/317
"Pionieraufklärungsgeräte und Pioniervermessungsgeräte"
- Beschreibung und Nutzung von 1980, S. F/1). Aber auch bei den Grenztruppen
der DDR war dieses Instrument im Gebrauch.
Dabei handelt es sich um ein ca. 52 cm hohes Periskop, das von 6-facher
auf 30-fache Vergrößerung umgeschaltet werden kann.
Es kann durch Schwenken eines Prismas wahlweise durch ein Okular beobachtet
oder fotografiert werden.
Als Kamera diente eine russische Zorki-4M; oder (sehr selten) nach
ordonnanzmäßiger
Umrüstung die Exa 1a. Nach meinen Kenntnissen (Hörensagen
und die Art "Handschrift" der qualitativ sehr hochwertigen Verarbeitung),
die ich jedoch noch nicht absolut absichern konnte, handelt es sich bei
dem Periskop um ein Fabrikat des VEB Carl Zeiss Jena.
Im Militärgebrauch wurde es eingesetzt zum:
- Auffinden von Zielen
- Aufklären von Feldbefestigungsanlagen
- Studium von Zielen vor, während und nach dem Beschuß
- Messen von Horizontal- und Vertikalwinkeln
- Messen von Entfernungen zu Zielen, deren Abmessungen bekannt sind.
- Herstellen von Panoramaaufnahmen
- Herstellen von Stereogrammen
-
deren Betrachtung jedoch ein Stereoskop oder
ein besonderes stereoskopisches Projektionsverfahren bzw. eine besondere
trainierbare Betrachtungstechnik voraussetzt.
Fernoptische terrestrische Beobachtung und Fotografie stellen an ein optisches System diametrale Anforderungen.
Mit diesem Gerät wurde jedoch ein gebrauchsfähiger Kompromiß
geschaffen, wie eindrucksvolle Bilder belegen,
die mir Fritz Gehring aus
der Schweiz zukommen ließ. Fritz hatte dazu Aufnahmen einiger
Berggipfel aus bis zu ca. 70 km Entfernung gemacht.
An solchen Sichtweiten können wir hier im Norden Deutschlands
nicht tippen. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was erdkrümmungsbedingt
möglich ist, habe ich hier eine kleine
Tabelle zusammengestellt.
Doch nun zur PK.
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PK 38241 mit Sorki-4 M auf kleinem Stativ.
Diese Spezialausführung der Kamera besitzt keinen eigenen Sucher und ist mit einem Spezialbajonett ausgestattet. Zudem werden auf den Bildrändern pfeilförmige Markierungen abgebildet, deren gedachte Verlängerungen sich im Aufnahmezentrum des Bildes kreuzen. Dieses Aufnahmezentrum sollte mit der Stellung des Kreuzes der Strichplatte (Okularstrahlengang) im Augenblick der Aufnahme identisch sein. An der linken Gehäuseseite des Periskops ist der
geöffnete Kameraanschluß zu sehen.
Photographische Auflösung:
|
| PK okularseitig mit angesetzter Sorki-4M auf
kleinem Stativ.
Links über der Kamera befindet sich der Vergrößerungswahlhebel. In der Mitte unterhalb des Periskopgehäuses ist der Hebel angeordnet, mit dem vom Beobachtungs zum Aufnahmemodus umgeschaltet wird. Dabei wird im Gehäuse ein recht großes Prisma entsprechend gedreht. Links am Periskopgehäuse ist das Okular angeordnet,
das eine sehr große Austrittsöffnung aufweist.
Darüber erkennt man den Vertikaltrieb, der die Stellung des Planspiegels im Periskopkopf verändert. Wer übrigens einmal versucht ist, an dem Gerät herumzuschrauben, sollte immer darauf achten, daß optische Spiegel zur Erreichung der Totalreflexion an der Oberfläche bedampft und damit äußerst empfindlich gegen Berührungen sind. Auflösungsvermögen bei der Beobachtung:
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Empfehlenswerte Literatur: Kuhn, Gerhard: "Stereofotografie und Raumbildprojektion" 1992; ISBN: 3-88955-042-8
Hier in aller Kürze:
Stereogramme werden im Prinzip ganz einfach gefertigt:
Man sucht sich in unendlicher Entfernung ein Hilfsziel, das
man "von zwei Seiten" aufnimmt. Etwa eine Kirchturmspitze am Horizont.
Einmal aufnehmen; einen kleinen Schritt zur Seite gehen und die selbe Aufnahme
mit unveränderter Kameraeinstellung noch einmal machen - fettich.
Man hat nun ein um den Parallaxwinkel verschiedenes Bildpaar, so daß
jedem Auge "sein" Bild zugeordnet werden kann.
Für die Betrachtung braucht man entweder ein Stereoskop
- oder man hält die Bilder so nebeneinander, daß man zwei Bildausschnitte
gleichzeitig sehen kann. Wenn man so schielt, daß bei dieser gleichzeitigen
Betrachtung der zwei Bilder in der Mitte ein Drittes Bild zu sehen glaubt,
"schmilzt" es irgendwann, wenn man es "begriffen" hat, zusammen - und man
bekommt einen kurzen Augenblick eine leichte Gänsehaut....
Das Problem: Die "Nahfokussierung" der Augen ist an die Entfernung
gekoppelt: bei annähernder Parallelstellung der Sichtachsen der Augen
fokussieren diese auf unendlich- dagegen kann man jedoch etwas trainieren.
Für die Erstellung von Stereogrammen ist bei der PK das Absehen
im Beobachtungsstrahlengang sehr hilfreich.
Wenn es irgend geht, sollte man darauf achten, daß man keine
bewegten Objekte im Motiv hat, da dieses bei der Betrachtung im Stereoskop
sofort als sehr unruhig auffällt. Das eine Auge sieht dann etwas,
was das andere Auge nicht sieht. Im Militärgebrauch spielt das keine
Rolle.
Im Gegenteil: Dort will man ja gerade sehen, ob sich irgendetwas im
Gelände unnatürlich verändert - und man sieht das unter
dem Stereoskop mehr als deutlich. Es springt einem regelrecht ins Auge,
wenn sich nur ein Grashalm irgendwo "anders" zwischen den Aufnahmen bewegt
hat.
Auch in der Astronomie macht man sich diesen Effekt daher zu Nutze,
wenn man sehen möchte, ob etwa ein neuer Himmelskörper (Meteorit)
"dazugekommen" ist. Dort sind solche Instrumente als "Blinkkomparatoren"
bekannt.
Will man Stereogramme von bewegten Objekten fertigen, kommt man nicht umhin, zwei synchron auslösende Kameras - oder gleich richtige Stereokameras zu verwenden (Günstige: Die russische FED für Kleinbildfilm und die russische SPUTNIK im Mittelformat. Diese Kameras waren allerdings nicht in der NVA im Einsatz).
Das Gerätebuch zur PK enthält eine Tabelle über die zu
verwendenden Basisbreiten bei 30-facher ( = 1500 mm Brennweite)Vergrößerung,
die ich unten einmal wiedergebe.
Je kleiner die Brennweite, desto größer ist die erforderliche
Basisweite. Hier würde ich vorschlagen, die Tabellenwerte mit 5 zu
multiplizieren, um die Basisweiten für die alternative 6-fache Vergrößerung
zu erhalten.
Tabelle: Erforderliche Größe der Basis (in m) bei stereoskopischen
Aufnahmen mit 30-facher Vergrößerung-
Blau: Entfernung zu den entferntesten Gegenständen
Gelb: Entfernung zu den nächsten Gegenständen
| - | 240 | 300 | 360 | 400 | 450 | 500 | 600 | 700 | 800 | 1000 | 1300 | 2000 | 4000 | > 4000 |
| 200 | 0,4 | 0,2 | 0,15 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| 240 | - | 0,4 | 0,25 | 0,20 | 0,15 | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| 300 | - | - | 0,6 | 0,4 | 0,3 | 0,25 | 0,2 | 0,2 | 0,15 | - | - | - | - | - |
| 360 | - | - | - | 1,2 | 0,6 | 0,5 | 0,3 | 0,25 | 0,2 | 0,2 | 0,14 | 0,15 | - | - |
| 400 | - | - | - | - | 1,2 | 0,7 | 0,4 | 0,3 | 0,3 | 0,25 | 0,2 | 0,15 | 0,15 | 0,15 |
| 450 | - | - | - | - | - | 1,5 | 0,6 | 0,4 | 0,35 | 0,3 | 0,25 | 0,2 | 0,15 | 0,15 |
| 500 | - | - | - | - | - | - | 1,0 | 0,6 | 0,5 | 0,35 | 0,3 | 0,25 | 0,2 | 0,15 |
| 600 | - | - | - | - | - | - | - | 1,4 | 0,8 | 0,5 | 0,4 | 0,3 | 0,25 | 0,2 |
| 700 | - | - | - | - | - | - | - | - | 2,0 | 1,8 | 0,5 | 0,4 | 0,3 | 0,25 |
| 800 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 1,3 | 1,8 | 0,5 | 0,4 | 0,3 |
| 1000 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 1,5 | 0,7 | 0,5 | 0,35 |
| 1300 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 1,3 | 0,7 | 0,5 |
| 2000 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 1,4 | 0,7 |
| 4000 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 1,4 |
Panoramaaufnahmen.
Voraussetzungen:
- Ein mit der Libelle gut horizontiertes Gerät,
weil sich die Aufnahmen sonst schlecht abdecken!
- Gleiche Belichtunszeiten.
Eine andere Möglichkeit, die die PK bietet, ist die Herstellung
von Panoramaaufnahmen, was erforderlich wird, wenn der zu fotografierende
Geländeabschnitt größer ist, als der Bildausschnitt (vgl.
Tabelle ganz unten).
Dazu wird im Gerätebuch ausgeführt:
"Um ein Panorama zu erhalten, müssen die roten Zahlen des
Feintriebes des Horizontalmeßkreises (1, 2, 3 und 4 auf jeder Seite
oder Einer) bei 30-facher Vergrößerung verwendet werden.
Bei 6-facher Vergrößerung wird die Skale auf dem Winkelteilungskörper
verwendet (mit den Zahlen 1, 3, 5 u. s. w. bis 19 in jeder Richtung der
Einer)."
Man beginnt am günstigsten am rechten Ende des aufzunehmenden
Sektors, so daß die Bilder auf dem Film nebeneinander angeordnet
bleiben.
Panoramaaufnahmen mit 6-facher Vergrößerung:
Erstes Bild mit der Schnecke einstellen, durch das Okular beobachten
und den Nullstrich der Winkelteilungsskale auf den roten Strich mit der
Zahl 1 stellen - die rot ausgelegte Skale befindet sich auf dem Winkelteilungskörper.
Dann Hebel auf "Aufnahme" stellen und aufnehmen,
Danach durch Drehen des Feintriebs den Nullstrich der Winkelteilungsskala
nacheinander auf jeden Skalenstrich am Winkelteilungskörper einstellen
und eine Aufnahme machen.
Panoramaaufnahmen mit 30-facher Vergrößerung:
Mit Skalentrommel und Schnecke das erste Panoramabild einstellen;
Feintrieb auf Null stellen. Dann Auf "Aufnahme" und Bild machen.
Hinterher durch Drehen des Feintriebes nacheinander die Zahlen 2, 3,
4, 3, 2, 1 einstellen und bei jeder Einstellung eine Aufnahme machen.
Die Einstellungen entsprechen 0-17, 0-33, 0-50, 0-67, 0-83 u. s. w..
Orientierungstabelle für die Breitenausdehnung des Objekts auf
Kleinbildnegativen (Ca. - Werte):
| Entfernung in m | Breitenausdehnung in m bei G = 30 x | Breitenausdehnung in m bei G = 6 x |
| 10 000 | 220 | 1 100 |
| 4 000 | 90 | 450 |
| 2 000 | 45 | 225 |
| 1 000 | 22 | 110 |
| 500 | 11 | 55 |
| 200 | 4,5 | 22 |
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