| Handelsübliche Theodolite |
Theodolite teilt man in Hinblick auf die Meßgenauigkeit und das Meßverfahren in Bau- (Theo 080), Ingenieur- (Theo 020 B und Theo 015 B) und Sekundentheodolite (Theo 010 B) ein.
Als "Ende der Fahnenstange" sind wohl die "Universalinstrumente"
anzusehen. Das sind Theodolite höchster Genauigkeit, die die
zehntel
Sekunde messen (Wild T4: 0,1'' / 0,2 ''; Theo 002: 0,2'' die
Instrumente wiegen jeweils 60 kg) und damit auch für astronomische
Messungen
brauchbar sind. - Daher "Universal"...
Bei einigen Modellen dieser Klasse gibt es keine Anzeige. Das
Meßergebnis
wird in diesen Fällen photographisch registriert, damit eine
sorgfältigere
Interpretation der Anzeige erfolgen kann.
Während der Sekundentheodolit relativ häufig z. B. bei der
Triangulation II. Ordnung Anwendung findet, sind die
Universalinstrumente
wegen der atmosphärischen Probleme, der aufwendigen Handhabung und
nicht zuletzt wegen ihrer immensen Anschaffungskosten nur für
besondere
Zwecke geeignet, bei denen es auf allerhöchste
Meßgenauigkeit
ankommt, was jedenfalls beim Militär nicht der Fall ist.
Nicht einmal die Landesvermessungsämter sind meines Wissens mit
derartigen Instrumenten bestückt! - Aber man frage danach einmal
in
einer Sternwarte!
In der NVA waren die Typen 080; 020; 020 A; 020 B; 010 und 010 B
jeweils
mit altgradiger und teilweise mit neugradiger Teilung der
Meßkreise
im Einsatz (über die Verwendung des Theo 015 B liegen mir keine
Informationen
vor).
Bei den "B-Typen" handelt es sich um neuere Instrumente (Exportprogramm
von CZJ von 1989), die in einer standardisierten Bauform gefertigt
wurden.
Die Optik ist höherwertig als die der A-Typen. Bei diesen sind
Zielfernrohre mit den Kenndaten 25x36 statt 30x40 montiert.
(Persönlicher Tip: Diese kleinen
Fernrohre
besitzen eine ausgezeichnete Abbildungsqualität, mit der
die
Jenaer Theodoliten mit teuersten Meßgeräteoptiken "von
heute"
ganz locker mithalten, wenn sie diese nicht sogar noch übertreffen.
Theodoliten sind daher für Naturbeobachtungen
geradezu prädestiniert. Wenn man bedenkt, daß man für
ein
kleines Teleskop der Spitzenklasse leicht Euro 1500,-- ausgeben kann,
sollte
man sich lieber nach einem gut erhaltenen Jenaer Theo umsehen, der
bereits
für einen ähnlichen Betrag wenig gebraucht zu bekommen ist.
Damit
erschließt sich einem neben der uneingeschränkten
Verwendbarkeit
als Spektiv ein Nahbereich (Insekten-
und Pflanzenwelt!) der einem
naturinteressierten
Beobachter buchstäblich Augen und Mund offen stehen
läßt...
Aber auch Sportschützen
hätten ihre Freude daran: Mit Hilfe eines Theodoliten kann man die
Treffergebnisse gleich vom Stand aus kontrollieren.
Lästige Hin- und Herfahrerei der Scheibe
- oder gar Lauferei zur Scheibe kann man sich durch dessen Verwendung
ersparen.
In diesen Fällen sind preiswerte Bautheodoliten bereits
völlig
ausreihend!)
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