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Der Sekundentheodolit
Theo 010 Ein Beitrag von Bruce Mayo |
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Ein Theodolit "Theo 010" mit
aufgesetzter Horrebow-Libelle. Während die meisten Theo 010 dunkelgrün angestrichen waren, erschienen die Instrumente der letzten Serie, aus der das abgebildete Instrument stammt, in grau. Die gedrungene Bauform des Spiegelfernrohres ist deutlich zu erkennen. Ganz links oben ist das "Schnittbild" der Horrebow-Libelle, die hier als Koinzidenzlibelle ausgeführt ist, deutlich zu erkennen. Die beiden Blasenhälften sind nicht ganz eingespielt. Auf die beiden Okulare für das Fernrohr und für das Ablesemikroskop sind Steilsichtprismen aufgesetzt. Horrebow-Libelle Astronomische Messungen der Längen- und Breitengrade spielten in den fünfziger Jahren noch eine wichtige Rolle in der Landesvermessung, z. B. in den Kolonialgebieten in Afrika und Asien, wo die Vermesser oft zu Fuß und auf Pferd unterwegs waren. Die meisten Theodoliten für astronomische Messungen waren relativ schwer und umständlich zu transportieren. Ein Wild T-3 wiegt zweimal so viel wie dieser Theo 010, und ein Askania TPR fast sechsmal so viel (vgl. Deumlich, "Instrumentenkunde der Vermessungstechnik" VEB Bauwesen, 1980). Mit dem Theo 010 hatte man einen nur 5,3 kg schweren Theodolit, mit dem man terrestrische und astronomische Messungen mit hoher Genauigkeit (bis zur zweithöchsten Ordnung) durchführen konnte. Für astronomische Messungen konnte ein Beobachter die hier gezeigte Horrebow-Libelle auf Bruchteile einer Bogensekunde lesen, ohne den Kopf vom Fernrohrokular weit entfernen zu müssen (dank der Koinzidenzablesung; siehe gespaltenes Bild der Libellenblase, oben links). In seiner Auflösung übertraf das Spiegellinsenfernrohr alle vergleichbaren Instrumente. Für Sternbeobachtungen gab es eine besondere Strichplatte mit 8 parallel gezogenen Linien, womit man die Zeit einer Sternkoinzidenz aus 8 nacheinander folgenden Strichdeckungen mitteln konnte. So konnten sorgfältige astronomische Positionsmessugen mit dem Theo 010 eine Genauigkeit von 60 Metern erreichen. |
| Vorderansicht. Mitten in der Fernrohröffnung ist eine silberne Scheibe sichtbar; dies ist der zweite (sekundär-) Spiegel eines Spiegelteleskops. Das Spiegellinsen-Fernrohr des Theo 010 war wohl der letzte grosse Innovationssprung in der Geschichte der rein optischen Theodolite. Aber ausser VEB Carl Zeiss hat nur Kern, mit dem DKM3-F, ein solches Fernrohr je in einen Theodolit eingebaut, und auch die späteren Zeiss-Modelle Theo 010A und 010B zeigen diese Fernrohrkonstruktion nicht mehr. Die Gründe liegen sowohl in den Herstellungskosten des Fernrohrs, die relativ hoch waren, als auch in der verschwundenen Nachfrage nach kleinen Präzisionsinstrumenten, die für terrestrische und astronomische Messungen gleichermassen geeignet gewesen wären. In "Die Fernrohre und Entferungsmesser" (Springer, 1959) stellt Köhler dieses Fernrohr als eine Weiterentwicklung des aus der Astronomie bekannten Schmidt-Teleskops dar; es ähnelt äusserlich sehr der Maksutov-Cassegrain-Konstruktion, die für kleine astronomische Teleskope und für Fotoobjektive verwendet wird. Aus der wissenschaftlichen Literatur der fünfziger und sechziger Jahre kann man schließen, dass das neue Fernrohr dem Theo 010 auch bei terrestrischen Messungen eine Zielgenauigkeit gab, die bedeutend höher war, als die aller anderen vergleichbaren Instrumente. Die Fernrohrkonstruktion wurde von Horst Köhler berechnet, der später nach Oberkochen, zum 'kapitalistischen' Zeiss-Betrieb wechselte. |
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Im Vergleich mit den besten Instrumenten seiner Zeit waren die vertikale Achsenführung und die Genauigkeit der Kreisablesung nur 'auch gut'.Tragweise des "Leichtgewichts" im geschulterten Transportbehälter aus Holz.
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