Der Sekundentheodolit Theo 010 B

Bei dem Theo 010 B handelt es sich um einen handelsüblichen Sekundentheodoliten für die Triangulation II. Ordnung.  Die Richtungsmeßgenauigkeit (mittlerer Fehler) wird mit +/- 0,3 mgon (+/- 1 ´´) angegeben.
Der Theo 010 B ermöglicht die Messung der Einersekunde mittels optischem Mikrometer und Koinzidenzfeld, in dem mit dem Mikrometertrieb quergeschnittene schwarze Linien in einem kleinen Fenster, das man durch das Ablesemikroskop beobachtet, zur Übereinstimmung (Koinzidenz) gebracht werden.
In dem Vorhandensein dieses optischen Mikrometers liegt das Hauptunterscheidungsmerkmal zum "Skalen- oder Repetitionstheodoliten" Theo 020 B, bei dem die Ablesung im Ablesemikroskop einfach über einen Nonius erfolgt.
Unter anderem der dafür erforderliche konstruktive Mehraufwand rechtfertigt den wesentlich höheren Anschaffungspreis des Theo 010 B, obwohl man das diesem Instrument äußerlich kaum ansieht. - Aber wir befinden uns hier in einer ganz anderen Instrumentenklasse.

Ein optisches Lot in der Alhidade sowie die automatische Stehachsenfehlerkompensation gehören ebenso wie Zwangszentrierbarkeit zur standardmäßigen Grundausstattung dieser Jenaer Instrumente.
Es gibt (gab)  sie mit Grad und Neugrad-Teilung.
 
Ein Theo 010 B mit angesteckter Absehenbeleuchtung (der kleine Kasen links am Vertikalmeßkreis)
Die B-Modelle der Jenaer Theodoliten sind mit der Tragebrücke ausgestattet, deren Befestigung am Gehäuse justiert ist. Hier ist auf Nummerngleichheit zu achten!
Auf der Tragebrücke kann ein Zielstab montiert werden, mit dem es möglich wird, Theodoliten untereinander anzumessen.

Über dem Dreifuß ist der Feintrieb für den Horizontalmeßkreis (in der Alhidade) zu erkennen. 
An der rechten Seite ist über dem Anzeigenwechselschalter der Trieb für den Ablesemikrometer zu sehen, der beim Theo 020 B fehlt.

Bei der großen Libelle handelt es sich um eine 20´´ - beim 020 um eine 30´´-Libelle, was äußerlich nicht zu erkennen ist;
die Dosenlibellen beider Instrumente sind identisch.

Das Ablesemikroskop unterscheidet sich von dem des 020 durch eine geringere Vergrößerung (nur 40x). 
Um eine Verwechselung der äußerlich gleichen Mikroskope zu vermeiden, ist ein kleines Schildchen eingebaut.

Die Anschaffungskosten für einen 010 B für die NVA betrugen 1989 übrigens M 10644,47 (K 042/3/001 von 1989 S. 9 Anforderungsnummer: 38 51 22514; "normative Nutzungsdauer": 18 Jahre).
Der Theo 010 B hat nicht das Spiegelfernrohr, mit dem der Theo 010 häufig in der älteren Literatur auftaucht.
Vielmehr hat bei ihm das gleiche Zielfernrohr Verwendung gefunden, das auch bei dem Typ 020 B Verwendung findet.

Um mit Hilfe der Basislatte Bala eine Strecke zu messen, bedarf es eines Sekundentheodoliten; in unserem Falle des genannten Theo 010 B.
 
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