Repetitionstheodolit Theo 020 B

Bei dem Theo 020 B handelt es sich um einen handelsüblichen Repetitionstheodoliten mit automatischem Höhenindex und optischem Lot in der Alhidade.
Die B-Serie war die letzte Serie, die bis zur Wiedervereinigung und wohl auch noch eine gewisse Zeit darüber hinaus gefertigt wurde.
Instrumente dieser Serie waren weit teurer, als etwa die älteren Theo 020 und 020 a.

Solche "Zivilinstrumente" sind um  Klassen genauer, als die taktischen Instrumente.
So war es zur Vermeidung von Ungenauigkeiten verboten, Mess           ungen zu unternehmen, bei denen man sich teilweise etwa des PAB-2 und teilweise eines Theodoliten bediente. Diese Systeme waren streng zu trennen.
Die Anwendung ziviler Meßinstrumente erfolgt im Militärgebrauch in vielfältiger Weise: wenn man etwa über katastermäßige Koordinaten von Geländepunkten verfügt und sein Artilleriesystem in dieses zivile Netz einhängen will - oder im Transportwege- und Stellungsbau.

Die zivilen Instrumente des VEB-Carl Zeiss Jena wurden in der Zeit der Fertigung dieser Instrumente gelb lackiert ausgeliefert.
Die grüne Lackierung für die NVA war eine Sonderausführung.

Theo 020 B gab es ebenfalls mit neugradiger (gon) Teilung.
 
 
Theo 020 B

Technische Daten:

Mittlerer Fehler bei zwei Lagen: +/- 3"; bei 3-facher Repetition: +/- 1".
Bildlage: Aufrecht und seitenrichtig.
Vergrößerung: 30 x.
Freier Objektivdurchmesser: 40 mm.
Länge des Fernrohres: 180 mm.
Sehfeld auf 1 km: 23 m.
Kürzeste Zielweite: 1,5 m.
Größte Zielweite bei Latte mit cm-Teilung: 120 m (Schätzung +/- 0,5 mm.).
Für Ablesung auf 0,5 cm: 500 m.
Multiplikationskonstante: 100.
Additionskonstante: 0.
Arbeitsbereich des Pendels: +/- 4´.
Mittlerer Einspielfehler: +/ 1".
Stehachslibelle: 2 mm entspr. 30 ".
Dosenlibelle: 2mm entspr. 8´.
Vergrößerung des Ablesemikroskops: 70 x /58 x.
Vergrößerung d. optischen Lots: 2,1 x.
Fokussierbereich: 0,5 m bis unendlich.
Zentriergenauigkeit auf 1,5 m: +/- 0,3 mm

Anwendung:
- Polygonierungen Über- und Untertage
- Kleintriangulation, geodätische Festpunktbestimmungen
- Geodätisch-Astronomische Anschlußmessungen
- Paßpunktbestimmungen
- Trassierungen
- Deformationsmessungen
- Einrichtarbeiten
- Trigonometrische Höhenbestimmung (Berge und Gebäude)

Gut zu erkennen ist hier die Gehäuseform des Vertikalmeßkreises.
Gleich darunter an der Außenseite das Fenster für die Beleuchtung der Ablesefelder.
Der Spiegel. der Tageslicht einspiegelt, ist hier leicht geöffnet.
Unten an der Alhidade erkennt man die silberne Repetitionsklemme.



An der linken Außenseite sind die Stellräder zu erkennen.
Mit dem oberen Rad wird die Vertikalkreisablesung abgedunkelt.
Die "Wäscheklammer" im Hintergrund kuppelt den Antrieb für die Meßkreise ein (Reibradkupplung).
Das untere, doppelte Handrad treibt die Meßkreise an: klein im Vordergrund: Horizontalkreis; dahinter das größere für den Vertikalkreis.
Schräg rechts darüber das Okular des optischen Lotes.
Im Vordergrund des Fernrohres ist hier das Ablesemikroskop zu erkennen, mit dem die Anzeigefelder der Meßkreise betrachtet werden.
Theo 020 B, 015 B und 010 B haben jeweils unterschiedlich vergrößernde Mikroskope. Diese drfen daher nicht vertauscht werden.
Man erkennt sie an einem kleinen Täfelchen.

Ausschnitt des Zenitokulares mit der Kennung für Theo 020 (in dem kleinen, runden Fensterchen).

Das selbe Instrument von der anderen Seite.


 
 


 
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