Das Trockenmittel Kieselgel (Trockengel®, Silicagel®)

Größten Wert legte man damals bei der NVA auf die Überwachung des Aktivitätsstandes des Trockenmittels in den Trockenpatronen.

Innerhalb hermetisch dichter Räume gibt es immer ein Mikroklima, in dem Mikroorganismen leben - so gibt es Species (Pilze), die auf Glasoberflächen leben und dem Glas Mineralbestandteile entziehen. Die Folge: es kommt zur Trübung.
Von diesem Effekt sind insbesondere optische Gläser befallen.
Für ihren Stoffwechsel benötigen diese Mikroorganismen jedoch auch Wasser - und darauf kann man Einfluß nehmen, indem man die Luftfeuchtigkeit im Innenraum der Instrumente gering hält.
(Zu viel Trockenheit ist auch schädlich:
Es soll Leute geben, die etwa apochromatisch korrigierte Mikroskopobjektive im Exsikkator lagern, der mit entwässertem Kupfersulfat befüllt ist. Mit einer derartigen Trocknung entzieht man jedoch nicht nur den Mikroorganismen das Wasser sondern auch den empfindlichen optischen Gläsern das Kristallwasser. - Auch eine Methode, diese Instrumente zu versauen.)
Die Trockenheit läßt sich besonders gut durch eine Trockenmittelart regulieren, die chemisch mit dem Glas verwandt ist:
Es handelt sich dabei um Kieselgel, einer amorphen Kieselsäure in festem Zustand (es gibt auch elastische, wie sie in Zahnpasten als Bindemittel verwendet werden).
Kielselgel ist chemisch ein kolloides Kieselsäure-Polykondensat. - Also ein großes Makromolekül.
Die Oberfläche solcher Verbindungen kann bis zu 800 m²/g betragen. Kieselgel kann bis zu 300 Wassermoleküle je Siliziumdioxidmolekül als Kristallwasser binden.

Chemisch verwandt sind mit dieser Substanz Kieselgur (Bindemittel für Nitroglycerin im Dynamit) und Opal, dieser hübsch bunt schillernde Edelstein.

Kieselgel ist farblos.

Die gelegentliche blaue Färbung kommt durch eine Zugabe von Kobaltchlorid (CoCl2) zustande, das als Indikator eingesetzt wird:
Wenn das Silicagel mit Wasser gesättigt ist, verfärbt sich auch das Kobaltchlorid blaßrosa (Kobaltchloridhexahydrat CoCl2 · 6H2O) - man erkennt daran, daß das Trockenmittel entwässert "regeneriert"  werden muß.

Dieses erreicht man durch Verdampfen des Wassers im Backofen bei 120° +/- 3° C.

Aber was rede ich hier eigentlich....

Wer zur Konservierung und zu Trockenmitteln genauere Informationen wünscht, ist hier genau richtig !
 
Home Katalog Seitenanfang