Das Panzerzielfernrohr Tsch-2b aus dem mittleren Kampfpanzer T-54

Panzerzielfernrohre sind wohl die kompliziertesten Zielfernrohre überhaupt.

Bei dem Tsch-2b handelt es sich um eine Art monokulares "Scharnier-Panzerzielfernrohr", dessen Ausblick quasi achsparallel zur 100 mm Kanone durch die Turmblende geführt wird. Es dient zum direkten Richten der Panzerkanone und des Turm-MG und ist mit der Strichplatte TSch2B-32PW ausgestattet, die Flugbahnkompensationsskalen für 4 verschiedene Geschoßarten der Panzerkanone, einer Skale für das MG sowie eine Reihe Zielstachel für seitenbewegte Ziele und eine Entfernungsschätzskale aufweist. Das Zielfernrohr ist mit einem Scheibenwischer und einer Objektivheizung ausgestattet.

Vergrößerungen: 3,5x und 7x (Sehfeld dann jeweils 19° und 9°)
Austrittspupille 5,4 bzw. 2,7 mm
Betriebsspannung für Beleuchtung und Heizung: 24 V (Bordspannung beim Panzer)


Tsch-2b von der Seite.
Links ist die verstellbare Stirnanlage an der Okularbaugruppe zu erkennen. Im Vordergrund der Verlauf der Kardanwelle für den Scheibenwischer.

Konstruktive Besonderheit eines solchen Zielfernrohres ist, daß es sich um eine Art "Scharnier-Zielfernrohr" handelt, d.h. daß der Strahlengang durch ein Gelenk geteilt wird, da die Ziellinie des ZF mit der Flugbahn der Granate nur an einem Punkt zusammentrifft.
 


Das Ojektiv des Tsch-2b.
hier ist der mit einer Kardanwelle angetriebene "Scheibenwischer" sehr schön zu erkennen. Hinter der Objektivbaugruppe ist das Hauptgelenk zu erkennen.
 
 
 


Ein seitlicher Blick auf das Objektiv mit dem Prisma.
Darunter ist eine der Kardanwellen zu erkennen, mit der.....
 
 
Die (beleuchtbare) Strichplatte des Tsch-2b.

Von links nach rechts die Skalen für die verschiedenen Granaten:
(die Buchstaben sind auf der Strichplatte kyrillisch).

OF/POLN: Splittersprenggranate (volle Ladung)
BR/412 D: Panzergranate L´Spur
BK: Hohlladungsgranate
GT/T: Schweres Geschoß für Turm-MG.
Es gibt noch Strichplatten (Tsch-2B-32P) mit einer Skale für
PODK: Unterkalibergranate.

Der waagerechte Strich zeigt die Stellung des notwendigen Erhöhungswinkels für die jeweiliger Entfernung (hier in Hektometern) an.
Es handelt sich dabei um einen Platinfaden.
Dieser wird entsprechend der Entfernungsermittlung durch das Entfernungsmeßgerät mit dem Höhenrichtwerk der Kanone eingestellt.

Daunter der große Pfeil als Mittelmarke für unbewegte Ziele.
Die kleinen Pfeile sind Vorhaltehilfen für bewegte Ziele. Der Abstand von Hauptstachel zu Nebenstachel beträgt 0-08 (Strich).

Rechts darunter die Hilfsskale zum Entfernungsschätzen. Sie bezieht sich auf eine Höhe des Zieles von 2,7 m. Wir kennen diese Skala auch vom EDF. Sie reicht von 800m bis 2800 m.

Home Katalog Literatur: A 051/1/133 S. 95 f. Seitenanfang Abbildungen und Informationen von Peter Geyer