Das WF 6 X 20

Ob dieses Instrument bei Zeiss Jena gefertigt wurde, ist nicht eindeutig gesichert. Es deuten jedoch Verarbeitungsmerkmale darauf hin.
 
Das Winkelfernrohr WF 6x20 mit Baumschraube, Gegenlichtblende und Ledertasche.

Einen sehr ähnlichen Typ hat es während des 2. Weltkrieges gegeben.
Ein solches Periskop kann im Graben- und Häuserkampf ein sehr wirksames Hilfsmittel sein.

Mir fällt bei der Betrachtung dieser kleinen Optik nur die Erkenntnis ein, daß die NVA mit Sicherheit Meister im um-die-Ecke-gucken war....

Okular und Umkehrsystem.

Außerdem ist hierin eine nicht beleuchtbare Strichplatte (1/6000)  enthalten.

Bei den weitaus meisten  Geräten, die ich in einem Depot in Augenschein nehmen konnte, war die Strichplatte jedoch ausgebaut.


 
Das WF  besteht aus zwei inenander geschobenen Tuben.
Der schwarze Tubus mit dem Umkehrsystem und dem Okular enthält auch das Objektiv. Darüber wird der Tubus mit dem Aussichtskopf, der das Umlenkprisma enthält, geschoben. Dieser ist frei drehbar und kann bis zu der weißen Markierung ausgezogen werden, die dann in einem Schlitz erscheint.

Dieses Instrument ist wahrscheinlich kurz nach dem Kriege gefertigt worden. Der Verschluß der Ledertasche enthält noch den Herstellercode, wie er bei der Wehrmacht verwendet wurde: "frn" = Metallwarenfabrik Rudolf Lang, Brandenburg / Havel.

Ich habe in der NVA-Literatur bislang keine Hinweise auf dieses Instrument gefunden. Möglicherweise waren diese Stücke zum Zeitpunkt der Wende längst nicht mehr offiziell im Einsatz. - Sie sind entsprechend selten.
 

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