World without End - Dritter Band
Kapitel 8
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Schön, was kann man dazu sagen? Es gibt schlechte Tage und es gibt Tage, die spotten einfach jeder Beschreibung. Tage, die so schlecht sind, dass es dafür keine Worte gibt. Tage, an denen man herausfindet, dass die Möglichkeit besteht, dass kleine graue Männchen dein Zuhause überfallen und niederbrennen werden, jeden töten werden, denn man kennt und gern hat. Tage, an denen man herausfindet, dass das Kind, mit dem man schwanger ist, nicht wirklich das eigene ist, sondern statt dessen das Kind des halb-außerirdischen, weiblichen Mannes, der früher dein Partner war und des halb-verrückten, manchmal Bastards, der dein Ehemann sein sollte oder dein Geliebter oder...oder irgendwas, aber der dich gerade im Moment noch nicht einmal küssen kann, ohne dass es ihn würgt. Es gibt die Tage, für die man sich noch nicht mal die Mühe machen sollte aufzustehen.
"Alex, was ist los?"
Er starrt seit seinem Ausbruch ausdruckslos an mir vorbei, auf irgendeinen entfernten Punkt, als wollte er selbst herausfinden, was dazu geführt hat. Ich bin nicht geduldig genug zu warten, bis er es alles in seinem Kopf aussortiert hat. Ich möchte nicht seine überarbeitete, verdrehte Version hören. Es ist schon lange zu spät für Manipulationen.
"Alex, sag es mir. Sag es mir jetzt. Hör auf, darüber nachzudenken."
"Es...es ist nichts. Es tut mir leid. Wir sollten wirklich zurück gehen."
"Nein. Wir werden nirgendwohin gehen, bis du mir gesagt hast, was mit dir los ist. Du hast mich nicht mehr angefasst, seit wir herausgefunden haben, dass ich schwanger bin. Ich möchte, dass du mir sagst warum."
"Es ist nicht wichtig. Es ist nichts, worüber du dir im Moment Gedanken machen solltest."
Er hat in gewissem Sinne recht. Unsere höchste Priorität sollte es sein, ein Meeting zu organisieren, um die verbleibenden Leute davon zu überzeugen, dass sie die richtige Wahl treffen, wenn sie bei uns bleiben. Zweitens sollten wir herausfinden, warum genau es die richtige Wahl ist. Drittens und bald erstens - das Baby. Wir müssen anfangen, uns auf die Tatsache vorzubereiten, dass ein anderes menschliches Wesen in wenigen Monaten von uns abhängig sein wird. Sex sollte nicht das wichtigste sein, was ich im Moment im Kopf habe.
Es gibt Arbeit zu erledigen, Pläne zu machen. Aber ich weiß nur zu gut, dass wir dazu bestimmt sind, zu versagen, wenn Alex und ich nicht funktionieren, wenn wir nicht völlig als Team funktionieren.
Außerdem bin ich schwanger. Es ist eine allseits bekannte Tatsache, dass schwangere Frauen jede Menge Sex brauchen.
"Du wirst dem Baby nicht weh tun, das weißt du."
"Ich weiß das", nickt er. "Ich habe in der Bibliothek Bücher über Babys gelesen."
"Das hast du?" Der Gedanke sonderbar anrührend, obwohl ich mir sicher bin, dass Doktor Spock nicht viele Erkenntnisse zu unserer speziellen Situation beizutragen hat.
"Ja, ich weiß alles über schwangere Frauen und Sex."
Seine Mundwinkel heben sich ein wenig und er sieht mich endlich an. Ein gutes Zeichen, auch wenn seine Augen schwarz wie Bratpfannen sind.
"Also, was ist es dann?"
"Es ist nur...es ist so blöd, Dana. Ich will dich nicht aufregen."
"Zu spät, Baby."
Versteht er immer noch nicht, dass mich *nichts* mehr aufregt, als wenn er Dinge vor mir verbirgt? Sind wir die zwei am meisten kommunikationsgestörten Menschen in diesem Universum?
"Okay," seufzt er. "Aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt."
Ich klettere von seinem Schoß, um ihm ein bisschen mehr Platz zu geben, aber ich lasse meine Hand auf seinem Oberschenkel, um mit ihm verbunden zu bleiben.
"Ich möchte nicht, dass du denkst, dass hätte irgendetwas mit Vertrauen zu tun," beginnt er und ich kann einen winzigen Schauer nicht unterdrücken. Kann eine Unterhaltung, die so anfängt gut enden?
"Oder etwas mit meinen Gefühlen für dich oder mit deiner Wirkung auf mich oder ... oder irgendetwas mit dir."
Ein bizarrer Gedanke taucht in meinem Hirn auf, fast wie ein Deja vú, als wenn ich das alles schon mal irgendwo gehört hätte. Vielleicht in einem Film. Oder einem Buch. Über...
Nein, das kann nicht sein. Oder? Er stand in der letzten Zeit unter ziemlich großem Stress. Es scheint mir eine dumme Idee zu sein, ihn zu fragen, aber vielleicht würde es für ihn dann leichter sein, es mir zu sagen.
"Bist du, äh... hast du...Probleme...dort?" frage ich vorsichtig und schaue kurz aber gezielt in Richtung seines Schrittes.
"Wovon sprichst du?"
Verdammt. Toller Erfolg. Ich habe wahrscheinlich alles noch hundertmal schlimmer gemacht.
"Ich bin nicht impotent, wenn du das denkst!"
"Okay, okay. Es ist nur... es tut mir Leid. Erzähl einfach weiter. Ich werde dich nicht mehr unterbrechen."
Er atmet tief ein und fängt an, Muster in den Dreck zu zeichnen mit dem gleichen Stock, den ich vorhin verwendet habe. Und dann beginnt er zu sprechen.
"Ich habe nur...ich habe ein paar Schwierigkeiten. In meinem Kopf. Ich denke es fing an, als du mir von Mulder erzählt hast."
Natürlich. Das war die einzige andere Möglichkeit.
"Es ist aber nicht das, was du denkst. Es geht nicht darum, dass ich wütend auf dich bin oder deine Gefühle für mich bezweifle. Es ist nur, dass ich seit diesem Tag, jedes Mal wenn ich versuche, an dich auf ... auf sexuelle Weise zu denken, Probleme habe, irgendetwas anderes zu sehen. Selbst wenn ich mir einen runterhole. Am Anfang versuche ich, an etwas anderes zu denken, aber es läuft immer wieder darauf hinaus."
Oh Gott, er hat recht. Es ist nicht das, was ich annahm. Es ist viel schlimmer. Mit Wut hätte ich viel besser umgehen können. Über Zorn kann man hinwegkommen und ihn vergessen. Aber wie löscht man Bilder aus dem Kopf von jemandem?
"Ich habe einfach Angst, dass das alles sein würde, was ich sehe, wenn wir uns lieben und ich die Augen schließe und dass ich mich einfach daran gewöhne und dass du einfach ... dazu wirst."
"Oh, Alex... ich ... es tut mir so leid."
"Es ist nicht deine Schuld. Es ist mein Problem."
"Nein, es ist unser Problem. Und ich hätte wissen müssen, dass es das sein würde. Es war dumm von mir, zu glauben, dass es dich nicht auf diese Weise belasten würde. Dass du augenblicklich vergeben und vergessen würdest."
Und jetzt, mit dem Baby, wie wird er jemals in der Lage dazu sein können, darüber hinwegzukommen, wenn diese ständige Erinnerung uns jeden Tag begleitet?
"Ich habe dir verziehen, Dana. Ich habe dir gesagt, es hat nichts damit zu tun. In gewisser Weise ist es eigentlich wirklich eine gute Sache, dass du es getan hast. Wenn du es nicht getan hättest, hätten wir jetzt kein Kind."
Ich kann ein Lachen unter meinen Tränen nicht unterdrücken. Er hat diese Gabe, meine negativen Gedanken umzukehren und sie zu etwas Positivem zu machen.
Selbst wenn er durch seine eigene persönliche Hölle geht.
"Okay, du hast vergeben. Aber du hast nicht vergessen, Alex."
Ich drücke leicht sein Bein und er bedeckt meine Hand mit seiner.
"Ich möchte es."
"Dessen bin ich mir sicher."
"Ich weiß nur nicht wie, Dana."
Ich weiß das auch nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es nichts gibt, was ich tun kann. Es scheint mir so, als wäre es der beste Weg, die Sache einfach frontal anzugehen, aber das zu empfehlen, scheint mir der falsche Ansatz zu sein. Das letzte, was er jetzt brauchen kann, ist sich unter Druck gesetzt zu fühlen.
Warum fühle ich mich plötzlich wie ein geiler pubertierender Jüngling, der versucht, seine neue Freundin zum Knutschen auf dem Rücksitz zu überreden?
Weil ich geil bin, verdammt. Gottverdammt noch mal.
Bedauernswerterweise lässt der Gedanke daran, dass dieser Tag ohne Sex enden wird, Tränen der Enttäuschung in meine Augen steigen.
Ich spüre, wie er nach meinen Fingern greift und meinen Namen sagt, aber das alles scheint auf einmal weit weg zu sein. Der Klang seiner Stimme wird von dem Brüllen des Ozeans in meinen Ohren übertönt. Seine Berührung wird abgeschwächt von dem aufdringlichen Pulsieren zwischen meinen Beinen, dem Verlangen nach mehr.
Alles was ich will, ist ein kleiner Quickie. Warum muss das bei uns so verdammt kompliziert sein?
"Djewotschka? Geht es dir gut?"
Ich nicke kurz und wische mir über das Gesicht, versuche in die Realität zurückzukehren und mich daran zu erinnern, wo wir in unserer Unterhaltung stehen geblieben waren. Ein kurzer Blick in seine Augen ist alles, was ich brauche, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen, um zu erkennen, was wirklich wichtig ist.
"Es...es geht mir gut, Alex. Ich bin nur...ich weiß nicht, ob es dir möglich ist zu vergessen. Wenn es das ist, wird es Zeit brauchen. Vielleicht sehr lange..."
Ich höre auf und starre auf unsere Hände, die nun ineinander verflochten sind und mir fällt etwas sehr wichtiges auf. Etwas, an das ich bis jetzt gar nicht so richtig gedacht hatte. Und es kommt so plötzlich über mich, dass ich eine Weile atemlos bin.
Ein kleiner Quickie ist tatsächlich nicht alles, was ich will. Genaugenommen ist er ganz unten auf der Liste, wenn es hart auf hart kommt, egal was mein Körper sagt. Oder schreit.
"Aber Alex, du könntest...du könntest mir sagen, dass es unser ganzes Leben dauern würde und es würde nicht eine Sache ändern. Es würde keine Rolle spielen. Ich meine, das würde es. Es würde mich sehr traurig machen, sehr äh...frustrieren, aber ich würde das hier deswegen nicht weniger wollen."
"Was wollen?"
"Uns. Zusammen. Eine Familie. Ich...ich kann ohne den Sex leben, wenn das bedeutet mit dir zu leben, dieses Kind mit dir großzuziehen. Das ist alles, was ich will, Alex. Es ist alles, was ich brauche."
"Willst du mir sagen, dass es dir egal ist, wenn wir nie wieder Sex haben?"
"Nein, nein, es ist mir nicht egal. Ich möchte es. Aber ich lebe lieber ohne Sex als ohne dich. Ich nehme an...ich nehme an, was ich sagen will ist, dass du bereits mein Leben bist, mein alles. Sex ist nur der Zuckerguss auf der Torte."
Er lächelt und legt seinen Arm um meine Schultern, zieht mich an seine Brust und drückt mich so fest an sich, dass es fast weh tut. Als er wieder spricht ist seine Stimme rau und tränenerstickt.
"Ich fühle auch so, Dana. Aber, mein Gott, ich will mit dir schlafen."
Wir beide lachen amüsiert und bestürzt.
"Es tut mir so leid, Alex. Ich wünschte, ich könnte dafür sorgen, dass das von dir weggeht," flüstere ich in sein Hemd. "Aber das kann ich nicht. Verstehst du?"
"Ich weiß. Ich weiß, dass du das nicht kannst. Deswegen wollte ich es dir erst gar nicht erzählen."
"Ich bin froh, dass du es getan hast. Jetzt verstehe ich es wenigstens."
Wir trennen uns widerwillig voneinander. Es wird jetzt wirklich dunkel. Und sehr kalt. Es ist Zeit zu gehen.
"Bringst du mich nach Hause, Captain?"
Ich stehe auf, strecke meine Hand aus und er nimmt sie und erhebt sich langsam auf seine Füße.
Als wir zum Camp zurücklaufen, Arm in Arm, bin ich eigenartigerweise, unpassenderweise aber ganz ehrlich zufrieden.
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Ich nehme an der Schein kann trügen, aber ich muss sagen, dass Dana im Moment friedvoller aussieht, als ich sie je gesehen habe.
Selbst im Schlaf sieht ihr Gesicht oft gequält aus, voller Sorgenfalten und zerfurcht von den Gedanken aus ihren wachen Stunden, ihr Körper in eine Verteidigungshaltung zusammengerollt. Heute nacht sind ihre Wangen rosig und weich wie die eine Babys, ein kleines Lächeln zupft an ihren Mundwinkeln und sie hat ihre Arme und Beine achtlos quer über das Bett von sich gestreckt.
Ich bin versucht, sie unbedeckt zu lassen und den Rest der Nacht damit zu verbringen, ihre glühende nackte Haut anzusehen, aber diese Haut wird langsam zur Gänsehaut. Es fängt langsam wieder an, nachts kalt zu werden.
Ich ziehe die Decke hoch, wickle uns beide hinein und schmiege mich an sie. Sie seufzt im Schlaf und schlingt einen Arm um meinen Hals.
Ja, hier ist Frieden. Es ist schwer zu verstehen warum, wenn man den Tag bedenkt, den wir hinter uns haben, aber ich wiege mich in dem Glauben, es hätte etwas mit meinen unglaublichen sexuellen Kräften zu tun. Oder etwas derartigem.
Es dauerte nur eine relativ kurze Zeitspanne, bis ich das volle Ausmaß meiner Idiotie erfasst hatte. Es hat mich ganz besonders heftig in dem Moment getroffen, als wir Arm in Arm aus dem Wald nach Hause gelaufen sind.
Die meiste Zeit meines Lebens scheint in einem Nebel aus Erwartungen an mir vorbeizuziehen. Ich verbringe fast all meine Zeit damit, zwei Schritte vor mir selbst zu stehen, planend, erwartend, immer vorwärts schauend. Aber an einem Punkt während dieses Spaziergangs schien meine innere Uhr stillzustehen. Oder wenigstens ein bisschen langsamer zu gehen. Morgen und der Tag darauf schienen zu verschwinden, genauso wie Gestern und der Tag davor. Ein paar gesegnete Momente lang waren Dana, ich und die Bäume alles, was existierte, alles was zählte.
Es wurde mir klar, dass ich trotz allem sehr viel Glück habe. Ich habe Glück, noch am Leben zu sein. Glück, ein Kind zu bekommen. Glück, dass sich die Frau, die ich liebe, dazu entschlossen hat, mit mir zusammen sein zu wollen, in guten und nicht so guten Zeiten. Sich an den Ereignissen einer einzigen Nacht hochzuziehen, erschien mir plötzlich absurd im Angesicht all dessen, was wir gemeinsam durchgemacht haben.
Ich blieb stehen, erschrocken über die Klarheit meiner eben gewonnenen Erkenntnis und Dana sah mich besorgt an.
"Was ist los, Alex? Ein Kojote?"
"Nein, nein. Es ist nur...das ist lächerlich, Dana. Ich möchte mit dir zusammen sein. Ich möchte mit dir schlafen."
Sie lächelte ein wenig und nickte, nicht verstehend.
"Ich weiß. Ich bin da, wann immer du bereit dazu bist, Alex."
"Ich bin jetzt bereit."
Ehrlich, ich war mir nicht ganz sicher, aber auf den besonderen ‚richtigen Moment' zu warten, erschien mir immer mehr wie pure Dummheit. Dieser Moment würde nie kommen, wenn ich nicht dafür sorgen würde und ich habe schon viel zu lange gewartet. Zu hören, dass sie für immer warten würde, hat mich das erkennen lassen.
Uns beiden das zu verweigern wäre wesentlich qualvoller, als für den Rest meines Lebens mit den verdrehten Bildern zu leben.
"Jetzt sofort?" fragte sie. Ich habe sie am Hinterkopf gepackt und sie zu einem Kuss an mich gezogen um ihr zu zeigen, ja, ich will sie jetzt sofort.
Ihr Lippen öffneten sich sofort für mich und als meine Zunge zart die Rückseite ihrer Kehle berührte, wurden mir durch ihr Stöhnen buchstäblich die Knie weich. Ich war fast augenblicklich hart.
Und sonderbarerweise kamen die Bilder nicht. Es half, meine Augen geöffnet zu halten.
"Ich denke, ich bin das Ganze völlig falsch angegangen", flüsterte ich in ihr Ohr. "Ich brauche einen neuen Ansatz."
"Mmm, klingt interessant. Was schwebt dir vor?"
Ich zog mich zurück und nahm ihr Kinn in die Hand, sah ihr lange in die Augen und spürte zum wiederholten Male die Macht unserer Verbundenheit.
"Ich muss aufhören, die Augen zu schließen und dich mir vorzustellen und einfach ... einfach meine Augen öffnen und dich ansehen, hier, mit mir."
"Ich bin hier, Alex. Für immer."
Mehr als alles andere wollte ich sie einfach an den nächsten Baum drücken und mich in ihr vergraben, aber wir waren immer noch mitten im Wald und wegen der schnell aufziehenden Dunkelheit und dem Fehlen einer Taschenlampe, mussten die Bedürfnisse hinter der Erfordernissen zurückstehen.
"Wer zuerst da ist", flüsterte sie leichfertig in meinen Mund. Sie war schon zwanzig Meter vor mir, bevor ich fragen konnte, ob das eine gute Idee wäre. Sie blieb die ganze Zeit vor mir, aber ich konnte ihr Lachen zu mir schallen hören also nahm ich an, dass es sicher sei.
Als ich es ins Zimmer zurück geschafft hatte, keuchend, überhitzt und mich fragend, ob ich wirklich in so einer guten Kondition sei, wie ich immer geglaubt hatte, saß sie auf dem Bett, völlig nackt und mit normaler Atmung.
"Wie hast du das gemacht?" fragte ich, wischte mir dabei massenweise Schweiß von der Stirn und betete, dass ich jetzt zu mehr fähig wäre, als einfach zusammenzubrechen.
"Muss an diesen Hormonen liegen," grinste sie.
Sie sah so wunderschön aus. Es war das erste Mal, dass ich es mir gestattete, sie so anzusehen, nackt und schwanger und strahlend, und das raubte mir das bisschen Atem, das ich noch übrig hatte.
Sie erhob sich auf ihre Knie und ich drückte ihren weichen, heißen Körper an mich. Ob es die Hormone waren oder einfach nur ein bisschen Übertreibung um meinetwillen weiß ich nicht, aber ihre normalen Reaktionen auf meine Berührungen waren irgendwie vervielfacht. Jeder Kuss und jedes Streicheln entlockte ihr übermäßiges Stöhnen und Schreie des Vergnügens, deren Authentizität mein Verstand in Frage stellte, aber in denen mein Körper schwelgte. Ich habe sehr ernsthaft versucht, meinen Verstand auszuschalten.
Es hat eine Weile funktioniert. Als sie anfing, an meine Sachen zu reißen, brach ihr glaubhafter, ungezügelter Enthusiasmus durch meine Zurückhaltung und erreichte den Teil von mir, der auf sie auf einer rein instinktiven Ebene reagiert.
Wir haben ein bisschen so weiter gemacht, berührend, schmeckend, Empfindungen neu entdeckend, die schon lange im Stich gelassen wurden. Ich küsste mich auf ihrem leicht gerundeten Bauch nach unten und spürte etwas neues. Die Lebenskraft in ihr, die nicht existieren sollte, es jedoch tut. Den winzigen Menschen, den wir genau durch diesen Akt erschaffen haben.
Erst als ich mein Gesicht zwischen ihren Beinen vergrub, erst als ich das erste Mal seit wir begonnen hatten meine Augen schloss, erinnerte ich mich daran, dass wir nicht die einzigen waren, die dieses Leben erschaffen haben.
Im Nachhinein kommt es mir idiotisch vor, aber das sind wohl die meisten mentalen Probleme. Sobald ich sie nicht mehr ansah, kamen die Bilder wieder. Schlimmer als sonst, weil ich sie hören konnte. Stöhnend. Plötzlich war ich es nicht mehr, der sie das fühlen ließ, es war Mulder.
Aber sie war immer noch sie und ich war immer noch erregt. Genau das, wovor ich Angst gehabt hatte.
Ich versuchte sie wieder anzusehen, aber da war es schon zu spät. Sie hatte sich aufgesetzt, gegen das Kopfende gelehnt, ihre Lippen geöffnet und Hände in meinen Haaren vergraben, mich weiter antreibend. Sie war ein Anblick für die Götter, so viel ist sicher. Das Problem war, ihre Augen waren jetzt geschlossen und die kleine Saat der Unsicherheit wuchs in mir zu unglaublichen Ausmaßen. Ich fragte mich, ob ihre Gedanken ebenfalls woanders wären.
Widerwillig - und ich war widerwillig, weil es verdammt nett war - hörte ich mit dem auf, was ich getan hatte und verursachte bei ihr ein frustriertes Brummen.
"Alex....Gott, was ist los?" keuchte sie.
"Sieh mich an."
"Mmmwa?"
"Öffne deine Augen und sieh mich an."
Sie hat es getan. Und ich habe sie ebenfalls angesehen. Und es war, um es mal erbärmlich sentimental auszudrücken, völlige Magie. Plötzlich war es nicht mehr mein Verstand und mein Körper. Es war nur mein Herz. Und meine Zunge.
Wir beobachteten einander, bis sie die Schwelle des Orgasmus erreichte und zu diesem Zeitpunkt informierte sie mich atemlos, "Ich muss jetzt die Augen zumachen."
Während sie kam, rief sie ungefähr zwanzig mal meinen Namen, um das wieder gutzumachen.
Als sie dann auf mir war und sich in einem langsamen, schwachen Rhythmus bewegte, hat es keine Rolle mehr gespielt, dass unsere Augen offen waren. Der letzte Rest meiner Unsicherheit war von ihrer Aufrichtigkeit besiegt worden. Aber ich habe es genossen, ihr dabei zuzusehen, wie sie mir zusieht. Und ich denke sie hat es auch genossen.
Es dauerte nur wenige Minuten, bis sie wieder kam - ein Orgasmus, der uns beide mit seiner Intensität und Geschwindigkeit erschütterte.
"Oh Gott, Sex in der Schwangerschaft ist großartig!" teilte sie mir glücklich mit, als das Beben vorbei war und sie dann damit weitermachte, mich härter und schneller zu reiten, als ich es für menschenmöglich gehalten hätte. Ich musste ihr zustimmen.
Ich versuchte auszuhalten, aber es war schon verdammt lang her, seit ich mir überhaupt einen runtergeholt hatte und sie war einfach erstaunlicher, als man es beschreiben könnte. Glücklicherweise hatte sie noch eine letzte Explosion vor meiner in sich.
Als es vorbei war, rollte sie sich von meinem Körper, streckte sich auf dem Rücken flach auf dem Bett aus.
"Das war so ... oh Gott, Alex, das hat sich so gut angefühlt."
"Uh-huh," war alles, was ich antwortähnliches zustande bringen konnte.
"Mein Gott, es ist als wenn alles einfach so ... ich habe einfach das Gefühl, als wenn alles ... es ist einfach wirklich intensiv."
"Ja." Zugegeben. Ich bin nicht der redseligste post-koitale Gesprächspartner.
"Wie geht es dir, Alex? War es...ich meine, geht es dir gut?"
"Sehr. Sehr gut."
Sie hat gelächelt und mich zart geküsst und dann ist sie schnell in einen herrlichen, festen Schlaf gefallen. Und sie schläft immer noch. Ich glaube, dass ich ihr bald Gesellschaft leisten kann.
Vielleicht der Schlaf der Verdammten, aber warum sollten wir uns beklagen? Wie haben unser Leben und unsere Liebe und wir erwarten ein Kind. Alles andere sind nur Hintergrundgeräusche.
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Ende Kapitel 8
Dritter Band, Kapitel 9
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22. Oktober 2006
Geburtstag ist für mich ein ebenso fremdes Konzept, wie es Liebe einst war.
Vor ein paar Wochen war Mulders Geburtstag und als er mich ich bei einem Festessen nach meinem Geburtsdatum fragte, bemerkte er seinen Fehler fast augenblicklich. Ich wurde nicht geboren. Ich wurde erschaffen, zum Leben erweckt von skrupellosen Wissenschaftlern, an einem Tag, den zu notieren sich niemand die Mühe gemacht hatte. Nein, das stimmt sicher nicht. Es gibt sicher Aufzeichnungen, aber ich war nie berechtigt, diese einzusehen.
Mulder fand das Fehlen meines Geburtstages unaussprechlich traurig, was mich unaussprechlich glücklich machte und so entschieden wir, dass heute, der 22. Oktober, mein Geburtstag wäre. Er sagte, dass würde mich zu einer Waage machen, wie er einer wäre und das schien mir richtig zu sein. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was das bedeutet, aber es klang damals gut. Alles, was uns einander näher bringt, ist etwas Gutes.
Also war heute mein Tag. Wir wollen all das tun, was ich gern tun wollte, aber alles, was ich tun wollte, war in meinem Zimmer zu sitzen und sein Gesicht anzustarren. Ich nehme an er dachte das sei nicht gut genug, weil er mich zu einem Spaziergang im Wald eingeladen hat und mir ein paar Geistergeschichten erzählt hat, von denen er behauptet, sie seien wahr. Er konnte nicht die passenden Zutaten für einen Kuchen finden, aber er hat es fertiggebracht, mir einen albernen Papierhut zu basteln. Und dann sind wir in mein Zimmer zurückgekommen und er hat mir dich geschenkt.
Du bist ein altes, mit Drähten gebundenes Notizbuch, auf dessen Einband getrocknete Blätter und Blüten geklebt sind. Du bist ein Tagebuch und hast die Besonderheit, das einzige Geburtstagsgeschenk zu sein, das ich jemals bekommen habe.
Obwohl du ziemlich schön bist, verwirrt mich deine Existenz. Ich habe ihn gefragt, wozu du nützlich bist.
"Es ist ein Tagebuch", hat er gesagt. "Dort kannst du alle deine Gedanken und Gefühle niederschreiben."
Ich habe nicht verstanden, warum ich diese Dinge schreiben soll, wenn ich schon jeden Tag damit lebe, aber er sagte mir, dass es ein gutes Gefühl sein würde.
Und wenn nicht, dann wäre es eine Chronik.
"Möchtest du nicht, dass zukünftige Generationen erfahren, was wir hier getan haben? All die Arbeit, die du getan hast und all die Dinge, die du erreicht hast?", fragte er. Geschichte. Er wollte, dass ich unsere Geschichte schreibe.
Unglücklicherweise werden meine Hoffnungen, dass eine künftige Generation existieren wird, ganz zu schweigen davon, dass sie das lesen wird, jeden Tag geringer.
Danas Schwangerschaft scheint gut zu verlaufen. Darin liegt Hoffnung. Aber in jeder anderen Sache die passiert liegt eine fast greifbare Bedrohung.
Also, künftige Generation, wenn du irgendwo dort bist - lass mich dir sagen, dass du verdammt viel Glück hast.
Wir haben im letzten Monat noch mehr Leute verloren. Dieser schreckliche alte Mann mit dem britischen Akzent, der Mann, der uns eigentlich "helfen" sollte, hat schließlich mehr als die Hälfte der hier lebenden Leute davon überzeugt, Alex den Rücken zu kehren und seiner Gruppe beizutreten. Sie mussten zwei unserer Laster stehlen, um alle hier weg zu bekommen.
Alex hat eine Bitte an sie gerichtet bevor sie gegangen sind, hat versucht sie davon zu überzeugen, dass sie hier besser dran sind, mit den Menschen, die sie kennen und die sie angefangen haben zu mögen, an dem Ort, der ihr zu Hause geworden ist. Es hat nichts genützt. Gegen Massenpanik kann man schwer argumentieren.
Also sind sie gegangen, haben unsere Gesamtzahl auf lächerliche einhundertundzwei gedrückt. Alex hat fast alle seiner Komiteeleiter verloren und die meisten der Komitees. Wir werden immer weniger, niemals mehr.
Die Menschen, die hier bleiben, bleiben aus zwei Gründen. Entweder sind sie wie ich und Brian, Alex gegenüber aus welchen Gründen auch immer loyal, oder sie haben völlig aufgegeben und denken, dass sie sowieso bald sterben werden und sie deswegen genauso gut hier bleiben können. Die letztere Gruppe ist wesentlich größer.
Die Moral ist so niedrig wie noch nie. Manchmal habe sogar ich das Gefühl, dass es sinnlos ist, für die Zukunft zu planen, weil wir niemals dort ankommen werden.
Die Stimmung ist traurig an meinem Geburtstag, aber das hat mich nicht davon abgehalten, ihn zu genießen. Dank Mulder weiß ich jetzt ein bisschen mehr über Liebe und über Geburtstage. Ich denke, dass ist die einzige Geschichte, die ich heute zu dokumentieren habe.
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4. November
Heute hat jemand meine Schuhe gestohlen.
Ich bin mir nicht sicher, ob es das ist, was Mulder mit Geschichte dokumentieren meinte, aber es scheint mir irgendwie wert, darüber zu schreiben.
Ich hatte sie nur ein paar Minuten lang ausgezogen. Das Wasser war tagelang abgeschaltet gewesen und ich hatte schon seit einer Ewigkeit nicht mehr geduscht. Ich stand im Badezimmer meiner Unterkunft, schaute mich im Spiegel an und fragte mich, ob ich jemals altern würde, ob meine Haare auch grau werden würden, wie die von Mulder, oder ob ich immer so aussehen würde, bis ich eines Tages sterbe.
Aus irgendeinem Grund begann ich geistesabwesend mit dem Wasserhahn zu hantieren und zu meiner großen Überraschung kam Wasser heraus. Aufgeregt und unsicher darüber, wie lange das Glück andauern würde, sprang ich so schnell wie ich konnte unter die Dusche.
Es war die kälteste, kürzeste Dusche meines Lebens und als ich rauskam, mich abtrocknete und meine Sachen wieder anzog, waren meine Schuhe weg.
Irgendjemand hat meine verdammten Schuhe geklaut. Ich habe nur ein Paar.
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5. November
Mulder hat mir ein neues Paar Schuhe besorgt. Stiefel, um genau zu sein. Ich weiß nicht, wo er sie her hat und ich will es auch nicht wissen. Ich fürchte, wenn ich ihn frage wird er mir sagen, dass er sie von jemand anderem gestohlen hat.
So ist es jetzt hier.
Es ist so kalt in meinem Zimmer. In einem Monat oder so wird der Schneefall einsetzen und die Heizung funktioniert nur an zwei Tagen in der Woche. Es wird ein schlimmer Winter werden. Wenn das so weiter geht, werden die Leute bald anfangen zu sterben. Aus Unterkühlung oder Hunger, oder einfach aus Elend, wenn uns die Aliens nicht vorher in die Finger bekommen.
Ich habe heute mit Dana gesprochen. Sie macht sie Sorgen. Über alles. Sie sagt, dass sie mit Alex über die Probleme gesprochen hat, dass er sein Bestes tut und ich weiß, dass es so ist, aber manchmal denke ich, das ist nicht gut genug. Ich weiß, dass er mehr Hilfe braucht, als er erbittet.
Sie sieht allerdings gut aus. Gesund. Wenigstens kümmert er sich um sie.
Ich wünschte, dass Mulder hier wäre. Er ist letzte Nacht bei mir geblieben. Er hat seine Decke mitgebracht und wir haben sie zu meinem Stapel hinzugefügt, uns darunter zusammen gekuschelt und uns gegenseitig warm gehalten. Na ja, das war es zumindestens, was er getan hat. Ich mag weniger edle Motive gehabt haben.
Heute nacht arbeitet er allerdings. Wachdienst. Ich frage mich, ob er auch wie ich denkt, dass wir uns alle voreinander beschützen sollten, anstatt vor äußeren Eindringlingen.
Die Nächte, in denen er bei mir bleibt, sind die einzige Sache, auf die ich mich noch freue.
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25. November
Heute ist Thanksgiving. Wir haben hier keine Truthähne. Nur magere Hühnchen, die schon halb tot sind, bevor wir sie überhaupt essen. Trotzdem denke ich, dass wir für einiges dankbar sein sollten. Wir sind immer noch am Leben.
Ich habe Mulder heute nach dem Abendessen geküsst. Ich denke nicht, dass ich ihn damit allzu sehr erschreckt habe. Er ist nicht fortgelaufen, wie ich es erwartet hatte. Er hat meinen Kuss sogar erwidert. Aber nur ein bisschen. Und obwohl er heute nicht arbeitet, ist er nicht bei mir geblieben.
Manchmal wünschte ich, ich könnte mich mit jemandem über ihn unterhalten, darüber, was ich fühle, aber es gibt niemanden. Der einzige Mensch, der verstehen würde und mir annähernd so etwas wie einen hilfreichen Rat geben könnte ist Dana. Ich kann nicht mit Dana reden. Nicht darüber.
Ich denke es macht mich einfach wütend und ich möchte nicht auf Dana wütend sein. Tatsache ist, dass sie ein großer Teil des Problems ist und es scheint einfach nicht fair zu sein.
Wie kann er sie immer noch lieben? Warum? Sie hat schon jemanden, der sie liebt. Warum sollte sie zwei haben, wenn ich niemanden habe?
Ich habe ihn einmal gefragt, wie es ist, verliebt zu sein. Er sagte, "Es ist wunderbar und es ist schrecklich. Es ist so, als wenn dieser Mensch das wichtigste auf der ganzen Welt ist und du nichts mehr willst, als ihn glücklich zu machen. Es ist so, als wenn du alles geben würdest, um nur eine Minute mit ihm zu verbringen."
Da habe ich erkannt, dass ich ihn liebte und dass er immer noch in sie verliebt war.
Hin und wieder denke ich, dass er vielleicht in der Lage wäre, mich auch zu lieben. Manchmal vielleicht, aber wohl nicht heute Abend.
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13. Dezember
Heute ist jemand erstochen worden. Während eines Streites um eine Decke. Zu müde und zu kalt, um mehr zu schreiben.
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19. Dezember
Morgen ist ein großer Umzug. Alex hat entschieden, dass es das beste wäre, wenn wir alle von nun an im gleichen Gebäude wohnen, um Ressourcen zu sparen.
Wir sollten wenn möglich zu zweit ein Zimmer bewohnen. Es ist eine gute Idee, aber ich fürchte, es ist ein bisschen zu wenig und ein bisschen zu spät.
Er versucht es. Das tut er wirklich, aber es wird so schwer. So angsteinflößend. Und er kann sich nicht vollständig für uns aufopfern, so wie er es früher getan hat. Nicht mit Dana, die im siebten Monat schwanger ist und so viel von ihm für sich braucht.
Jedenfalls werden Mulder und ich von nun an ein Zimmer teilen. Es war seine Idee, was mich überrascht und sehr glücklich gemacht hat.
Vielleicht werde ich bald mal wieder versuchen, ihn zu küssen.
Was auch kommt, ich werde mich sicherer fühlen, wenn er immer bei mir ist.
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26. Dezember
Weihnachten war besser als erwartet. Mulder und ich haben die Cafeteria geschmückt und ein paar von den Küchenleuten haben es fertiggebracht, zur Abwechslung ein ziemlich ordentliches Essen zusammen zu bringen. Es gab genug Essen für jeden und es gab keinen Streit. Abends hat es angefangen zu schneien, aber nur ein bisschen.
Ich habe mir ein Kleid genäht. Es war weiß und sah irgendwie einer Toga ähnlich, aber ich denke Mulder mochte es. Ich habe ihn dabei erwischt, wie er mindestens zwei Mal während des Essens auf meine Brust gesehen hat.
Dana sah hervorragend aus, obwohl gigantisch. Ich denke sie hat mehr als jeder andere gegessen, aber keiner hat sich beschwert. Ich habe mitbekommen, wie Alex zu ihr gesagt hat, "Mein kleines Mädchen ist gar nicht mehr so klein." Es würde mich nicht überraschen, wenn er später dafür ein paar hinter die Ohren bekommen hätte.
Wahrscheinlich macht sie Mulder Sorgen darum, was passieren wird, wenn das Baby geboren ist. Ich muss zugeben, dass ich das auch tue, aber aus anderen Gründen.
Er möchte diesem Kind ein Vater sein, ein richtiger Vater mit allen Rechten und allen Pflichten und obwohl Dana sicher keine Probleme mit seiner Beteiligung haben wird, sind die Konflikte mit Alex abzusehen. Ich bin mir nicht sicher, ob sie überhaupt schon mal miteinander darüber gesprochen haben, wie das funktionieren soll.
Mulder scheint das zu sorgen. Mich nicht. Ich glaube mehr an Alex, als es Mulder tut und ich glaube, dass er letzten Endes das tun möchte, was für sein Kind am besten ist. Außerdem kann ihn Dana zu allem überreden.
Was mich mehr bedrückt, ist die Situation, in der das Baby hineingeboren wird. Nicht zwischen den dreien, sondern an diesem Ort, dieser Welt. Als wir die Schwangerschaft entdeckt haben, konnte ich nicht fassen, was sie in Erwägung gezogen hat. Ich konnte es nicht verstehen. Jetzt tue ich das glaube ich. Ich habe Angst um dieses Baby, dieses kleine unschuldige Leben, mit so viel Potential. Was für eine Existenz können wir ihm bieten? Wie werden wir es beschützen können, wenn wir uns selbst kaum beschützen können?
Ich beginne mich zu fragen, ob es vielleicht besser gewesen wäre, die Schwangerschaft zu beenden, als sie die Chance dazu hatte.
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5. Januar
Es gab eine Zeit, in der ich Führungspersönlichkeiten uneingeschränkt vertraut habe. Als die Tatsache, dass jemand der 'Chef' war bedeutet hat, dass er ohne jeden Zweifel Recht hatte. Als ich in der Zeit davor mit den anderen zusammenlebte, hatten die Ärzte das Sagen. Sie sagten uns wohin wir gehen, wie wir aussehen, uns benehmen und sprechen sollten. Wir haben auf sie gehört, weil sie sich um uns gekümmert haben, aber auch, weil wir es nicht besser wussten. Wir wussten nichts von einer Alternative.
Als die Kolonisation begann, sah ich zu, wie meine Schwestern geopfert wurden, eine nach der anderen, für die Sache. Ich sah, wie sie sich willig in die Hände der Kolonisten begeben haben, weil es ihnen die Ärzte so befohlen hatten. Ich habe meine ganze Familie verloren, weil keine von ihnen wusste, wie man nein sagt, wie man die Autorität der Männer in Frage stellt, die uns geschaffen haben. Durch eine einzige Sache entging ich diesem Schicksal; Alex Krycek.
Er hat mich gerettet, genauso, wie er Dana gerettet hat, obwohl sicherlich aus eigennützigeren Gründen. Er brauchte mich, eine Wissenschaftlerin, einen Klon, jemanden, mit umfassendem Wissen über das Projekt. Bald wurde er auch ein Chef, aber eine andere Sorte Chef, als es die Ärzte waren. Er gab mir Arbeit und er gab mir einen Grund zum Leben, und er gab mir auch die Freiheit. Die Freiheit des Gedanken und des Wortes und der Taten. Ich bin ihm immer noch dankbar dafür und das ist der Grund, dass das hier so verdammt schwer ist.
Alex ist immer noch ein Führer und bis zum heutigen Tag ist in mir eine Spur von Widerwillen, das in Frage zu stellen. Aber noch mehr als das respektiere ich ihn als Menschen und verstehe ihn. Mehr als andere verstehe ich seine Unfähigkeit, jemanden um Hilfe zu bitten, selbst wenn er sie verzweifelt gebrauchen könnte.
Er braucht sie jetzt. Sehr sehr dringend. Und es ist kaum noch jemand übrig, der sie ihm bieten könnte.
Das Gefühl des Ausgeliefertseins ist weiter gewachsen, als der Winter eingesetzt hat. Die Nahrungsmittel sind verzehrt, die Rationen erschöpft, die Vorräte bis zu einem beängstigenden Ausmaß aufgebraucht. Für die Zukunft zu planen ist zu einer lächerlichen Aufgabe geworden. Diese Menschen denken, dass sie sehr sehr bald sterben werden.
Sie haben wahrscheinlich recht.
Alex hat sein bestes getan, aber ein Mann allein kann nicht alles tun.
Morgen werden Mulder und ich zu ihm gehen und verlangen, dass wir ihm dabei helfen können, diesen Ort zu organisieren. Jemand muss es tun und es scheint niemanden sonst wirklich ausreichend zu kümmern.
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6. Januar
Ich habe erwartet, dass er sich angegriffen fühlen würde. Was wir erbeten haben ist eine Menge für so einen stolzen - manch einer würde sagen arroganten - Mann. Was ich nicht erwartet hatte war, dass meine diplomatische Intervention in einen territorialen Piss- Wettkampf ausartet.
Es hat relativ zivil angefangen. Mulder hat still dagesessen und ich habe Alex erzählt, dass wir in Schwierigkeiten sind und dass er beginnen sollte, Verantwortung zu delegieren, die Moral aufzubauen. Er hörte mir eine Weile still zu, sein Gesicht ausdruckslos und ich dachte, dass vielleicht irgendetwas zu ihm durchdringt. Bis er auf die Zettel schaute, die überall auf seinem Schreibtisch verstreut waren und murmelte, "Ich habe keine Zeit dafür", und das in einem besonders nervtötend endgültigen Tonfall.
An diesem Punkt hat Mulder angefangen zu sprechen.
"Spiel uns nicht diesen verärgerten Führer Mist vor, Krycek", hat er fast über den Tisch geschrieen, während er sich melodramatisch von seinem Stuhl erhob. "Das ist etwas, wofür du dir Zeit nehmen musst!" Von da an ging es ziemlich heftig bergab.
Sehr viel albernes Aufgespiele fand statt und Alex brachte das ganze schließlich zum Siedepunkt, als er anfing, von "seinem Kind" zu sprechen und dass das jetzt seine allerhöchste Priorität sein müsste. Abgesehen davon, dass er damit unsere Meinung sehr deutlich bewies, haben seine Possessivpronomen Mulder nur noch weiter gereizt.
"Es ist auch meins, das weißt du!", erinnerte er Alex schließlich sehr laut- "Und lass mich dir eines sagen, wenn du vorhast zu versuchen, mich von diesem Baby fernzuhalten, dann wirst du es bereuen."
Ich hätte das vorhersehen müssen. Im Nachhinein betrachtet war es wahrscheinlich ein Fehler, Mulder überhaupt erst mit her zu bringen. Er und Alex müssen erst mal ihre familiäre Situation klären, bevor sie über irgendetwas anderes diskutieren können.
Das frustrierendste daran ist, dass ich weiß, dass Alex nicht plant, Mulder von dem Baby fernzuhalten. Ich weiß, dass die beiden das klären werden, aber als Alex erst mal in die Ecke gedrängt war, war er nicht willig irgendetwas zu klären.
"Was willst du, Mulder?" hat er gefragt. "Willst du 'Meine zwei postapokalyptischen Väter' spielen? Willst du mein Kind und meinen Job? Ist es das? Wollt ihr beiden diesen Ort selbst leiten? Alle eure großen Pläne umsetzen?"
"Alex, du hörst nicht zu", habe ich gesagt und versucht, dass Thema wieder auf den eigentlichen Grund unseres Besuches zu lenken. "Das ist nicht irgendeine Intrige. Wir wollen dir nur helfen."
"Und ich will dass du die Tatsache einsiehst, dass es unser Kind ist, nicht deines. Was auch immer du von mir persönlich denken magst, du hast kein Recht dazu..."
"Mulder", habe ich ihn unterbrochen und ihn vorsichtig am Arm berührt. "Könntest du uns einen Augenblick allein lassen?"
Ich hoffe, dass ich ihn damit nicht verletzt habe, aber ich hatte eingesehen, dass nichts erreicht werden würde, wenn er da geblieben wäre. Ich denke er hat es auch eingesehen, trotz seines Ärgers und seines Frusts. Er muss es eingesehen habe, weil er ohne zu streiten gegangen ist.
Ich habe mich bei Alex entschuldigt. Nicht weil es mir leid getan hat, sondern weil es der einzige Weg war zu erreichen, dass er mir zuhört.
"Wir müssen hier zusammenarbeiten", habe ich zu ihm gesagt. "Wir müssen alle zusammenarbeiten, wenn das funktionieren soll. Du musst die Menschen an dich heranlassen, zulassen, dass sie dir helfen. Mit der Arbeit und Dana und dem Baby. Diese Menschen brauchen Anleitung und eine Richtung und wenn du im Moment zu beschäftigt bist, das zu leisten, dann musst du es jemand anderen tun lassen. Niemand will die Führung übernehmen. Niemand bedroht deine Position. Alles was wir wollen ist dir zu helfen."
Er seufzte und entspannte sich ein wenig in Mulders Abwesenheit.
"Dana ist diejenige, die mit den Menschen umgehen kann. Sie ist so gut darin. Aber jetzt..."
"Jetzt muss sie sich um sich selbst kümmern und um niemand anderen. Ich weiß. Aber Alex, du hast das früher geschafft, bevor sie herkam. Und du hast es geschafft indem du dich mit Leuten umgeben hast, die wussten, wie man mit den Menschen umgehen muss, die sie organisieren und motivieren konnten, sie für die Dinge begeistern konnten, die sie getan haben. Erinnerst du dich?"
"Ich musste mir damals um kein Kind Gedanken machen. Ich musste mir um nichts weiter Gedanken machen als darüber, am Leben zu bleiben."
"Du musst es aber wieder zu einer Priorität machen, weil wenn du es nicht tust wird niemand mehr da sein, der sich um dein Kind kümmern kann."
Er sah betroffen genug aus, um es als Aufforderung zum Gehen zu verstehen, also stand ich auf. Bevor ich die Tür erreichte, hörte ich wie er sich räusperte und ein paar Papiere hin und her schob. Ich hielt inne, wartete darauf, was er zu sagen hätte und als er es schließlich tat, fühlte es sich wie ein Fortschritt an.
"Roseanne? Kannst du - kannst du für mich nach Dana sehen? Sie wird bald aufwachen und ich habe hier eine Menge zu tun."
Ich lächelte ihn ein bisschen an, versuchte ihm zu zeigen, dass er auf dem richtigen Weg ist und ging um zu tun, worum er mich gebeten hatte.
Ich fand Mulder an Scullys Bett. Sie schlief immer noch und es sah so aus, als wäre sie in guten Händen, also bin ich wieder gegangen. Ich nehme an sie haben einiges, worüber sie reden müssen.
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29. Januar
Ja. Ich habe einen Dienstgrad. Kommunikations- Direktor. Die Tätigkeitsbeschreibung fällt irgendwo zwischen Alex-zu-Englisch Übersetzer und Gemeinschafts - Cheerleader. Ich denke das es das ist, was er braucht. Ich hoffe, dass ich nicht versage. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass er mich überhaupt gefragt hat und das ist alles worauf ich im Moment hoffen kann.
Ich hatte recht was das Baby betrifft. Gestern habe ich mit Dana gesprochen und wenn ich ihr glauben kann, dann werden Mulder und Alex das gleiche Sorgerecht haben, wenn das Kind geboren ist. Und soweit es mich betrifft ist ihr Wort Gesetz. Und was auch immer Alex herausposaunen mag, wenn sie nicht dabei ist, er weiß das auch.
Sie hat mich nach Mulder gefragt.
"Du liebst ihn", hat sie gesagt. "Das sehe ich."
Sie war auf der Couch in ihrem Zimmer ausgestreckt und hat eigenartigerweise auf einem Stift gekaut. Ihre Größe hat mich abgelenkt. Es schien so, als wenn sie jeden Tag dicker werden würde. Wenn ich diese Tests nicht selbst durchgeführt hätte, würde ich denken, dass sie Zwillinge bekommt.
"Woher weißt du das?" fragte ich etwas beschämt, aber erleichtert, endlich darüber reden zu können.
"Weil dein Gesicht jedes Mal aufleuchtet, wenn du über ihn sprichst und wenn er in der Nähe ist, du schaust dann niemand anderen an."
Ich wollte sie fragen, wie ich ihn dazu bringen könnte, mich auch zu lieben, aber ich wusste, dass das eine dumme Frage wäre. Man kann niemanden zu bestimmten Gefühlen zwingen.
"Er braucht Liebe, Roseanne", hat sie zu mir gesagt. "Liebe ihn einfach und du wirst ihn sehr glücklich machen. Selbst wenn er abweisend ist oder ängstlich oder ... was auch immer, irgendwann wird ihm klar werden, dass er gefunden hat, wonach er immer suchte."
Mir haben die Ressentiments, der Zorn so leid getan, den ich ihr gegenüber deswegen empfunden hatte. Sie möchte, dass er glücklich ist. Sie möchte, dass ich glücklich bin. Sie liebt uns beide und es war dumm von mir, etwas anderes zu denken.
"Wie lange hat er gebraucht, um sich in dich zu verlieben?" habe ich sie gefragt.
"Keine Ahnung. Es hat Jahre gedauert, bis er mich wirklich an sich herangelassen hat."
Durch diese Worte habe ich mich ein bisschen besser und ein bisschen schlechter gefühlt. Was, wenn wir nicht mehr jahrelang Zeit haben?
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Ende Kapitel 9
World without End - Dritter Band
Kapitel 10
Autor: Rachel Anton
Danksagung: Für dieses Kapitel ist eine spezielle Danksagung notwendig. Als erstes an meine ständigen Quellen der Inspiration, Laura und Cynthia. Und zweitens an mein erstklassiges Team von Muttis, Camille, Kris und Candice. Dieses Kapitel wäre ohne euch großer Mist geworden.
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"Ich fühle mich wie ein gestrandeter Wal."
Mulder lacht. Als wenn ich einen Witz erzählt hätte, versucht hätte komisch zu sein. Ha ha. Ich möchte ihn gerne mal sehen, wie er dieses gigantische Baby aus der Hölle einundvierzig Wochen lang mit sich herumträgt. Dann werden wir sehen, wer hier lacht.
"Was ist mit den Mutterfreuden passiert, Scully?", fragt er. Ich nehme an bei diesem Handel habe ich das mütterliche und er den Spaß abgekriegt. Ich hoffe nur, dass ich eine größere Verbindung zu dem Baby fühlen werden, wenn es geboren ist. Mehr als das Gefühl, dass sich mein Körper in Geiselhaft befindet.
"Ich habe meine Freude vor sieben Monaten erbrochen."
Er lacht wieder und zündet eine weitere Kerze an und setzt sich dann wieder neben mich auf die Couch. Ich ziehe die Decke bis zu meinem Kinn und zittere.
Wir haben heute alles verloren. Der Schneesturm hat unseren Generator zerstört und wir haben seit fast zehn Stunden keine Heizung, kein Licht und keinen Strom. Diesmal denke ich nicht, dass wir das wieder hinbekommen werden.
Ich habe Alex vor ein paar Stunden davon überzeugt zu gehen. Er wollte mich nicht allein lassen, wollte nichts verpassen. Das Baby hat sich vor ein paar Tagen gesenkt und die Wehen änderten sich von gelegentlich zu regelmäßig, wo sie jetzt leider immer noch sind. Der Schmerz des Babys, das gegen meine Lungen und meine Blase drückt ist fast unerträglich geworden und die Tatsache, dass ich es kaum eine halbe Stunde aushalten kann, ohne pinkeln zu müssen ist, obwohl es Alex amüsiert, das nervtötendste, was ich je erlebt habe. Ich denke wenn es nicht bald aus mir rauskommt, werde ich selbst mit einer Schaufel reingehen und es holen.
Alex' größte Angst ist es, dass er nicht hier ist wenn es schließlich soweit ist. Aber ein Baby braucht Wärme und Licht und diese Dinge wieder zu bringen muss heute Abend seine oberste Priorität sein.
Ich habe ihm gesagt, dass er Mulder holen soll, dass Mulder bei mir bleiben würde und das er weiß was er tun muss, wenn es passiert. Er hat sich nicht mit mir gestritten. Er schien sogar fast erleichtert zu sein, dass es eine Lösung gab, irgendeine Art Hilfe.
Und so ist er mit einigen der anderen Männer an die Arbeit gegangen, raus in die kalte, dunkle Nacht um für uns zu retten, was zu retten ist. Gleich nachdem er gegangen war, spürte ich eine Reihe von leichten, aber stoßweisen Schmerzen, die sehr wohl die Anzeichen für Wehen sein können. Oder es könnte auch nur Luft im Darm sein. Jedenfalls geht das jetzt schon seit vier Stunden so. Ich versuche, mir keine Hoffnungen zu machen. Ich versuche nicht in Panik auszubrechen. Ich habe es Mulder nicht erzählt aus Angst davor, er könnte enttäuscht sein, wenn wieder mal kein Baby erscheint.
Meistens glaube ich an das, was ich tue. Manchmal habe ich Angst, dass ich einen furchtbaren Fehler gemacht habe. Heute Abend bewege ich mich irgendwo in der Mitte und bin froh, dass mein Kind nicht zwei, sondern drei, wenn nicht sogar vier Eltern hat, die nichts weiter als ihr Glück und ihre Sicherheit wollen. Zur gleichen Zeit fürchte ich, dass keiner von uns allen in der Lage sein wird, ihr das zu geben.
"Also, was ist, wenn es ein Junge wird?", lächelt Mulder und wickelt sich in einen festen Kokon aus Decken.
"Was wäre wenn?"
Nur Roseanne weiß sicher über das Geschlecht des Babys bescheid und sie hat sich ganz einfach geweigert, es mir zu sagen. Du hast so lange gewartet, hat sie gesagt. Verdirb dir jetzt die Überraschung nicht.
Ich hatte bereits die Überraschung, überfällig zu sein, die Überraschung von zwei falschen Wehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich noch mehr Überraschungen ertragen kann.
"Naja", sagt Mulder, "wir sind davon ausgegangen, dass es ein Mädchen wird weil...warum sind wir eigentlich davon ausgegangen?"
"Alex hat so ein Gefühl."
"Ach ja, stimmt. Kryceks übernatürliche Visionen. Okay, lass uns mal annehmen, einfach nur der Diskussion willen, dass er Unrecht hat."
"Okay..."
"Also, wenn es ein Junge wird, wie werden wir ihn nennen?"
Namen. Er macht sich Gedanken um Namen? Ich mache mir Gedanken darum, dass wir nicht in der Lage sein werden, dass verdammte Ding zu waschen und zu ernähren.
"Keine Ahnung, Adam?"
"Oh Scully, wie schrecklich vorhersehbar."
Nun, was ist deine glänzende Idee, Mister Originalität?"
"Traditionell werden Jungen nach ihren Vätern benannt", stellt er fest. Damit gibt es einige Probleme.
"Also möchtest du, dass ich ihn Falex nenne?"
Wir beide lachen, als ein Windstoß an den Fenstern rüttelt. Ich hoffe Alex ist es nicht allzu kalt da draußen.
"Und, denkst du, du möchtest irgendwann noch eines haben?", frage ich irgendwann. Der überraschte und verwirrte Blick auf seinem Gesicht, voller Panik, ist mir Antwort genug.
"Scu...Scully, ich...willst du nicht erst mal schauen, wie dieses hier wird?"
"Ich meinte nicht mit mir, Mulder."
"Naja, also dann..."
Er starrt mich einige Sekunden ausdruckslos an und ich kämpfe mit meinem Gesichtsausdruck und versuche ihm eine Art Hinweis zu geben. Für jemanden, der so intelligent ist, kann er manchmal schrecklich schwer von Begriff sein.
"Sie mag dich wirklich sehr, Mulder."
"Sprichst...sprichst du von Roseanne?"
"Von wem sonst?"
Das ausdruckslose Starren kehrt zurück, aber wird schnell von einem beschämten Senken des Kopfes ersetzt.
"Scully, ich weiß nicht, was ich mit ihr anfangen soll."
"Naja, dann wirst du wahrscheinlich nicht derjenige sein, der dem Baby das mit den Blumen und den Bienen erzählt."
"Nein, nein ich meine, ich denke einfach, dass sie etwas von mir erwartet, das ich ihr wahrscheinlich nicht geben kann."
"Mulder, alles was sie will, ist in deiner Nähe zu sein. Ich weiß, dass du eine Menge Liebe zu geben hast und ihr beide verdient es, glücklich zu sein. Ich würde es hassen zu sehen...."
Oh Gott, das ist es.
"Hassen was zu sehen? Scully?"
Oh Gott. Oh Gott.
"Mulder, ich..."
Ich will dieses Baby nicht. Was tue ich hier eigentlich? Was zur Hölle denke ich, was ich hier tue?
"Mulder, meine Fruchtblase ist gerade geplatzt."
Wir sind das ganze schon duzende Male durchgegangen. Er weiß, was er tun sollte, aber einen Moment lang ist alles, was ich in seinen Augen sehe Panik und Verwirrung. Kein sehr beruhigender Anblick.
"Deine, äh..."
"Ich denke, dass ich in den letzten Stunden Kontraktionen hatte."
"Du denkst...warum hast du nichts gesagt?"
"Ich war mir nicht sicher. Aber jetzt bin ich ziemlich sicher. Mulder, es wird heute nacht passieren."
Er nickt dümmlich und ich bitte ihn, ich ins Bad zu bringen, so dass ich mich ein wenig saubermachen kann. Es gibt nichts erfreuliches daran, in einer Pfütze aus eiweißhaltiger Flüssigkeit zu sitzen.
Wir prüfen die Farbe der Flüssigkeit, versichern uns, dass alles normal erscheint und ich ziehe das an, was Alex in seinem schlimmsten Ghettoakzent, meine 'Baby-Geburts-Kleidung' genannt hat. Es sieht aus wie ein Zuckersack.
Als ich schließlich zurück zur Couch watschele, hat Mulder offenbar seinen Verstand wiedergefunden. Der Bastard sieht tatsächlich aufgeregt aus.
"Also wie lange denkst du wird es dauern?"
"Ich denke..."
Meine Kehle schnürt sich zusammen, als ich versuche zu sprechen und ein Schluchzen droht sich seinen Weg heraus bahnen. Ich möchte weinen. Ich möchte schreien. Ich möchte meine Fäuste auf den Tisch schlagen und Gott anflehen zu verhindern, dass das passiert, so dass ich nicht diesen kleinen unschuldigen Menschen in unsere kleine beschissene Welt bringen muss. Ich nehme an, dass Mulder das nicht besonders mögen würde.
Verdammt, Alex. Warum musstest du gehen? Ja. Ich weiß. Ich habe es dir gesagt, aber mir war nicht klar, dass ich jemanden brauchen würde, den ich schlagen kann. Wie kann ich in Mulders unschuldiges, nettes, kleines Gesicht schlagen? Wie kann ich meine Nägel in seine Wangen vergraben und verlangen, dass er machen soll, dass es aufhört, wenn er so nervös ist und so glücklich und so lieb? Ich brauche dich Alex. Du musst mein Fels in der Brandung sein.
"Könnte jeden Moment passieren", kriege ich relativ ruhig heraus.
"Wie geht es dir?"
Als wenn die Welt zu Ende geht. Als wenn ich den schrecklichsten Fehler mache, den man sich vorstellen kann. Als wäre ich mitten in einem langen und verdrehten Alptraum und jeden Moment würde mein Monster Baby mitten aus meinem Bauch herausplatzen wie in diesem Alien Film, blutig und krallenbewehrt uns schreiend. Als wenn mir etwas entgeht, weil dies ein glücklicher Moment sein sollte und die meisten Frauen Freuden- statt Angsttränen in den Augen haben. Als wenn ich irgendeine defekte, mutierte Frau bin, die damit beschäftigt war, mit einer Knarre rumzuspielen, als die Mütterlichkeitsgene ausgeteilt wurden.
"Es geht mir gut."
"Du siehst nicht gut aus."
"Es geht mir gut."
Es geht mir gut. Es geht mir gut.
Gott, bitte, Baby, komm nicht raus, bis Alex herkommt, okay? Er will wirklich, wirklich dabei sein. Vielleicht, wenn ich meinen Atem anhalte...
Autsch. Oh Gott. Autsch.
Ich kann ein schmerzvollen Stöhnen nicht zurückhalten, als mich die Wehe trifft. Zu schnell. Das passiert alles viel zu schnell.
"Scully? Scully was ist los?"
"W-we-"
"Wehe?"
Ich nicke und greife nach seinem Arm, drücke fest zu in dem Bedürfnis, den Schmerz zu teilen.
"Scully, atme. Du musst atmen."
Oh Gott. Ich habe vergessen zu atmen.
Was ist das für ein Krach? Mein Gott, was passiert hier?
Roseanne. Es ist Roseanne, die über mir steht und der Schmerz beginnt abzuebben. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis er wiederkommt. Wo ist Roseanne hergekommen?
"Dana, geht es dir gut? Geht es jetzt los?", fragt sie mit sorgenvollem Gesicht.
Ich greife zu ihr hoch, nehme sie an den Schultern und ziehe sie nach unten, so dass ihre Nase fast die meine berührt.
"Roseanne. Hol Alex. Jetzt."
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Ich wusste, dass es so kommen würde. Sie sagte, es würde nicht, aber ich wusste es. Sie sagte, das hier wäre wichtiger, aber ich wusste, dass es das nicht ist. Sie sagte, dass Mulder das schaffen würde und verdammt, es ist mir egal ob er das kann oder nicht.
Schnee. Blöder, verdammter Schnee. Ich kann nichts sehen. Ich kann meine Füße nicht spüren. Wo zur Hölle sind wir.
Ich frage mich, wie lange Roseanne gebraucht hat, um mich zu finden. Sie war außer Atem, als sie mich von den anderen weggezogen hat um mir zu sagen, dass es jetzt losgeht. Sie ist wahrscheinlich gerannt. Aber wir rennen jetzt auch und scheinen trotzdem nirgends hinzukommen. Im Schnee zu rennen, ist wie im Wasser zu rennen. Sie hat bestimmt eine halbe Stunde gebraucht, um bis zum Standort des Generators zu kommen und mich dort in diesem Chaos zu finden hat sicher noch mal eine zehn oder fünfzehn Minuten gekostet.
Sie könnte das Baby genau in dieser Minute bekommen und ich kann mich verdammt noch mal nicht schneller bewegen. Es hat noch nicht einmal Sinn gehabt. Der Strom fehlt immer noch. Die Leute sind immer noch ärgerlich und verängstigt. Ich habe nicht einen einzige verdammte Sache erreicht und wahrscheinlich den wichtigsten Augenblick meines Lebens verpasst.
Mein Gott, wo sind wir?
"Bist du sicher, dass du in die richtige Richtung gehst? Sind wir gerade an der Bibliothek vorbeigekommen?", rufe ich in die Dunkelheit, durch die wirbelnden Böen aus weißem Puder.
"Ja! Ich habe es dir doch gesagt! Ich bin den Spuren gefolgt, die ich vorhin hinterlassen habe. Abgesehen davon war das nicht die Bibliothek. Es war die Cafeteria. Wir sind fast da."
Cafeteria. Fast da. Behalte das im Kopf und vielleicht wird es wahr.
Wenn wir nur Licht hätten. Es ist so verdammt dunkel hier draußen. Ein weiteres Versagen auf der schnell länger werdenden Liste. Ich frage mich, ob mein Baby jemals wissen wird, wie es ist, fließend warmes Wasser zu haben, oder ein warmes Bett zum Schlafen.
Wenigstens habe ich es geschafft, so etwas wie einen sinnvollen Arbeitsplan für jeden aufzustellen, bevor diese neue Krise aufgetreten ist. Die Dinge schienen sich eine Zeit lang etwas verbessert zu haben. Hoffentlich wirft und das jetzt nicht wieder weit zurück.
Allerdings haben wir noch eine Menge Winter vor uns. Eine lange Zeit, um ohne Strom und Heizung und Licht auszuhalten. Eine lange Zeit, um sich um eine Baby zu kümmern, ohne die Bequemlichkeiten des modernen Lebens.
Baby. Heute Nacht wird ein Baby in meinem Zimmer sein. Ein wirkliches, lebendes, atmendes, weinendes, pinkelndes Baby. Was werden wir damit anfangen?
Roseannes Taschenlampe hat aufgehört, sich zu bewegen. Wir sind da. Gott sei Dank.
Ihre Hände zittern, als sie versucht, den Schlüssel zu drehen, um uns in das Gebäude zu lassen. Zu langsam, sie bewegt sich zu verdammt langsam.
Ich schiebe sie aus dem Weg, beende das Aufschließen selbst und stürze zur Treppe. Meine Taschenlampe reicht kaum aus, um mich die drei Stockwerke bis zu unserem Zimmer hinaufzuführen. Ich stolpere, fluche, renne, stolpere wieder, meine Schuhe quietschen auf dem Linoleum, schallen durch die Dunkelheit des fast leeren Gebäudes.
Fast da. Fast da. Warte noch ein kleines bisschen, Baby.
Den Gang hinunter und mir fällt die Zimmernummer nicht ein. In welchem Zimmer wohne ich? Einunddreißig? Dreizehn? Verdammt noch mal.
Dieses hier...dieses mit der schwarzen Delle an der Tür, wo ich sie eingetreten habe, als sie mich mal aus Versehen ausgesperrt hat. Ich brauche alle meine Selbstbeherrschung, um die Tür mit der Hand zu öffnen, anstatt direkt durch das Holz zu rennen.
Der Raum ist dunkel, aber heller als der Flur. Kerzenlicht scheint von den Wänden wider und es ist warm, viel wärmer, als ich es seit langem hatte.
Ich leuchte mit der Taschenlampe hin und her und versuche, ein Lebenszeichen in dieser fast unheimlich friedlichen Umgebung zu finden. Ret, der unter dem Küchentisch schläft, jault wegen der plötzlichen Helligkeit.
"Hier drüben, Alex", flüstert es von der Couch. Mulder, Dana, die nah beieinander sitzen und hinuntersehen auf...
Ich habe es verpasst. Ich habe alles verpasst.
Da ist ein Baby in ihren Armen. Ein winziges, rosafarbenes Baby, eingewickelt in eines meiner alten Flannelhemden. Es ist so leise. So leise. Mein Gott, was ist, wenn es tot ist?
"Dana?"
"Komm her und begrüße deine Tochter, Alex."
Okay, lebt also offenbar. Außer sie ist verrückt geworden.
Ich bewege mich langsam zur Couch, plötzlich verängstigt, mit dem Wunsch, es wäre eine akzeptable Antwort, schreiend wieder aus der Tür zu rennen. Es ist wirklich da.
Mein Herz schlägt immer noch so schnell von dem Adrenalinrausch, der durch den Versuch, rechtzeitig hier herzukommen entstanden ist, dass ich mich nur schwer auf diese neue Realität einstellen kann.
"Alex, bitte, mach die Taschenlampe aus."
Ich tue widerstrebend, worum sie mich gebeten hat. Ich habe das Gefühl, als wenn dies meine einzige Verbindung zu der Welt vor dem Baby wäre. Alles ist so weich hier drin. Ich fühle mich ungeschickt und riesig und laut.
Endlich habe ich es bis zur Couch geschafft, um mich neben Dana zu setzen und sie anzusehen. Sie ist schweißüberströmt, die Haare kleben an ihrem geröteten, verschwollenen Gesicht. Trotzdem wunderschön. Das Baby schläft friedlich in ihrem Arm.
"Dana..."
Gott, ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll, was fragen, was denken. Ich kann nicht aufhören zu zittern, kann meinen Atem nicht unter Kontrolle bringen.
"Sie sieht gesund aus", sagt Dana ruhig, leise. So ruhig. Wie kann sie so ruhig sein?
"Sie hat es auf jeden Fall eilig gehabt rauszukommen", fügt Mulder in einem ähnlich normalen und gelassenen Ton hinzu. Eilig? Sie war fast zwei Wochen überfällig, um Himmels Willen.
"Es...es tut mir Leid, dass ich nicht hier war", versuche ich schwach. Leid tun beschreibt es noch nicht mal annähernd.
"Mir auch, Alex. Aber es war keine komplizierte Geburt. Es ging sehr schnell und Mulder hat alles gut hingekriegt."
Ich schaue das erste mal rüber zu Mulder, sehe seinen freudigen Gesichtsausdruck und seine Stolz und es sollte mich wütend machen, weil ich derjenige hätte sein sollen, der dieses Baby holt, aber das tut es nicht. Ich bin einfach froh, dass überhaupt jemand hier war.
"Danke Mulder. Ich bin froh..."
Ein winziger Seufzer kommt von der eigenartigen Kreatur in Danas Schoß, unterbricht mich und zieht jedermanns Aufmerksamkeit auf sich. Sie ist aufgewacht.
"Ich nehme an, jemand will Hallo sagen", sagt Dana und sie hält das Baby, diesen kleinen, winzigen Menschen in ihrem Arm und hebt sie hoch, so dass ich sie sehen kann, wirklich sehen und sie sieht so... so klein aus. Und faltig. Ihr etwas kegelförmiger Kopf löst einen Moment lang Panik bei mir aus, aber dann erinnere ich mich, was in den Büchern stand. Sie sieht wie ein normales Neugeborenes aus.
"Eva, das ist dein anderer Papa."
"Hallo", sage ich dümmlich und winke. Sie gurgelt erschreckend und Dana lacht leise, als ein Schwung Speichel aus dem Mund des Babys kommt. Großartig. Sie mag mich schon.
"Warum nimmst du sie nicht mal", schlägt Mulder vor. Na klar, tolle Idee. Und wenn ich sie auf den Kopf fallen lasse oder ihre Rippen zerquetsche, dann können wir darüber auch alle herzlich lachen.
"Ja Alex, das solltest du."
Bevor ich mir eine Ausrede ausdenken kann, positioniert Dana schon meinen Arm und legt das Baby, in Decken eingewickelt, an meine Brust. Sobald Eva die Abwesenheit von Danas Arm spürt und komplett in meinem Griff liegt, fängt sie an zu weinen. Ihr Gesicht verzieht sich zu einem entstellten, leidenden roten Ball und ihre Fäustchen wedeln protestierend in der Luft herum.
"Dana, sieh...du musst sie zurücknehmen", fordere ich sie auf und versuche, mir über dieses furchtbare Gebrüll hinweg Gehör zu verschaffen.
"Entspann dich einfach, Alex. Sie spürt wahrscheinlich, dass du nervös bist."
Entspannen? Wie zur Hölle soll ich mich entspannen? Mein Baby hasst mich. Sie weiß, dass ich nicht da war, als sie geboren wurde, dass ich sie schon im Stich gelassen habe. Und es ist ihr wahrscheinlich auch verdammt kalt. Ich bin mir sicher, dass sie irgendwo in ihrem kleinen Baby-Unterbewusstsein weiß, dass das meine Schuld ist.
Dana streicht über meine Haare, legt ihren Kopf auf meine Schulter und flüstert beruhigende Worte in mein Ohr. Zumindest spüre ich, dass sie beruhigend sind. Ich kann sie nicht wirklich verstehen.
"Vielleicht hat sie Hunger", frage ich, verzweifelt bemüht, das Elend des armen Geschöpfes zu beenden.
"Sie hat schon ein wenig gegessen."
Na ja, vielleicht muss sie ja noch ein bisschen mehr essen. Gott, Dana, nun nimm sie schon zurück.
"Halt sie einfach, Alex. Erinnerst du dich an all die Bücher, die du gelesen hast? Du wirst ihr nicht weh tun."
Bücher. Alles klar. Wo zur Hölle bist du, wenn ich dich brauche, Doktor Spock? Du hat mir nie gesagt, dass sie anfangen würde mich anzuspucken und zu schreien, wenn sie mich sieht.
Was habe ich mir überhaupt gedacht? Habe ich wirklich erwartet, dass mich irgendein Buch darauf vorbereiten könnte, auf diese...diese armselige, heulende, hilflose kleine Eva? Kleine Eva, mein kleines Mädchen, die ich beschützen und versorgen und erziehen und lieben sollte und die ich noch nicht einmal richtig halten kann.
Oder vielleicht kann ich das. Ihre Augen fliegen auf und das Weinen hört so plötzlich auf, wie es angefangen hat. Ihre Finger entspannen sich und ihre Hände greifen nach oben, nach meinem Gesicht. Oder vielleicht wedeln sie nur wild herum. Jedenfalls brüllt sie nicht mehr.
Ich bemerke, dass ich nervös mit meinen Beinen gewackelt habe, sie unbewusst auf meine Knien gewiegt habe und vielleicht mag sie das. Vielleicht habe ich etwas richtig gemacht, ohne es überhaupt zu versuchen.
"Siehst du? Du machst das toll, Alex."
"Wie geht es dir?"
Sie lächelt ruhig und sieht fast betäubt aus.
"Gut. Erschöpft, aber gut."
"Hat es weh getan?"
Blöde Frage, ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen. Natürlich hat es wehgetan, du Idiot.
"Du hättest sie schreien hören sollen", kommentiert Mulder. Ja, das hätte ich.
"Es tut mir wirklich Leid, dass ich..."
"Ich weiß, Alex. Ich weiß, dass du es versucht hast. Es ist in Ordnung. Entspann dich einfach und lerne dein wunderschönes Baby kennen."
Mein wunderschönes Baby. Ich sehe sie wieder an und alles andere scheint zu verschwinden, weil sie wunderschön ist. Runzlig und verschmiert und einfach so absolut wunderschön.
Ich rutsche ein bisschen herum, lege sie in die Beuge meines falschen Arms, was sie nicht zu stören scheint oder was sie nicht als ungewöhnlich empfindet, so dass ich sie mit der Hand berühren kann. Aus irgendeinem Grund muss ich ihre Haut spüren, um zu wissen, dass sie ein richtiger Mensch ist.
Ich fasse behutsam nach unten, weil ich nicht will, dass sie in einen erneuten Heulkrampf ausbricht und streichle mit dem Zeigefinger zärtlich ihre kleine Babywange. Ich denke sie ist die zarteste Sache, die ich jemals angefasst habe.
Ich ziehe meine Hand zurück, wackle mit mein Finger in ihrem Sichtfeld und versuche ein erneutes Begrüßungswinken. Und dann, mitten im Winken, greift sie mit ihrer kleinen Hand nach oben und legt sie um meinen Finger.
Irgendwie bringt dies meinen Brustkorb dazu, sich in einer eigenartigen Mischung aus Angst und Bewunderung zusammenzukrampfen. Angst, weil sie so zart ist, so vertrauensvoll und unschuldig, dass ich Angst um sie habe. Bewunderung, weil sie mir gehört und weil sie mich nicht so sehr hasst, wie ich dachte. Nein, sie hasst mich überhaupt nicht. Sie braucht mich und sie liebt mich. Ich kann das fühlen.
Ich werde dich beschützen, Eve. Ich verspreche dir das. Du wirst es niemals bereuen, dass du mir so vertraut hat. Ich werde dein Vertrauen wert sein, ich werde dich wert sein.
"Alex?"
Ich spüre Danas Hand über meine Wange streichen und bemerke, dass ich keine Ahnung habe, wie viel Zeit vergangen ist, wie lange ich das Baby angestarrt habe. Ich bemerke, dass es wärmer wird. Ich kann die Heizung wieder laufen hören und ich höre Mulder schnarchen. Ich bemerke, dass ich weine.
"Du wirst ein wundervoller Vater sein, Alex."
Ich hoffe du hast Recht, Dana. Gott, ich hoffe, du hast Recht.
Ende Kapitel 10
World without End - Kapitel 11
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Am Ende läuft es auf eine Entscheidung hinaus. Nicht widerstehen, sondern dienen. Nicht kämpfen, sondern sterben. Keine Fritten, sondern Zwiebelringe. Nein, nicht ganz so dramatisch. In den letzten vierundzwanzig Stunden hat sich unser Leben auf zwei entmutigende Alternativen reduziert. Den Versuch, unser Zuhause zu verteidigen und in den sicheren Tod zu gehen, oder wegzulaufen und dem fast sicheren Tod entgegenzugehen.
Meine Mutter hat früher viel über Zeit gesprochen. Sie war besessen davon. Die Zeit meiner Pubertät war besonders schwierig für sie.
Als sie sah, wie ich in einer beängstigenden Geschwindigkeit gewachsen bin - fast zwei Zentimeter pro Monat, als ich dreizehn war - hat sie traurig den Kopf geschüttelt und gesagt, "Oh Fox, du wirst zu einem Riesen. Die Zeit geht so schnell vorbei. Bald werde ich tot sein."
Mutter war wirklich ein komischer Typ. Sie hat es sogar fertig gebracht, dass ich mich für mein Wachstum schuldig fühlte. Aber ich muss zugeben, dass sie in einer Hinsicht Recht hatte; wenn man ein Kind hat, scheint die Zeit an einem vorbei zu fliegen.
Es ist schon fast anderthalb Jahre her, seit Eva geboren wurde. Wenn ich jemals meinen Zweck auf dieser Welt hinterfragt habe, dann liegt die Antwort in meiner Tochter.
Die ersten Monate waren schwierig. Keiner von uns hatte praktische Erfahrungen mit Kindererziehung und wir passen uns immer noch an, erforschen die Parameter unserer mutierten Familieneinheit und lernen diese eigenartige neue Person kennen, die uns unauflöslich aneinander bindet.
Ich habe es versucht, trotz des bleibenden Unwohlseins bezüglich der Beziehung zwischen Scully und Krycek, ihnen den Raum zu geben, den sie brauchten, aber ich war von dem verzweifelten Verlangen erfüllt, Zeit mit meinem Kind zu verbringen. Es war ein sensibler und schwieriger Balanceakt. Es gab Streit. Es gab Unbeholfenheit. Aber irgendwie, irgendwann, haben wir es geschafft, über die richtige Formel zu stolpern. Wir mussten es. Für sie.
Sie sind jetzt dankbar für meine Hilfe, froh, dass es jemanden gibt, der Eva liebt und der sie gern einmal für ein paar Tage zu sich nimmt, so dass sie ein wenig Ruhe und Zeit für sich selbst haben. Und ich habe - unglaublich genug - damit angefangen, dankbar für sie beide zu sein, für ihre Liebe zueinander. Ohne sie gäbe es keine Eva. Und sie haben ihr ein gutes Zuhause gegeben, ein unterstützende, liebevolle Umgebung, von der ich glaube, dass weder Krycek noch ich sie hatten, als wir aufwuchsen.
Nenn mich voreingenommen wenn du willst, aber ich denke, dass sie das bemerkenswerteste Kind ist, das je gelebt hat. Sie ist wirklich hübsch, obwohl sie die körperlichen Eigenschaften ihrer beider Väter geerbt hat. Irgendwie scheint die Mischung von dunkelbraunen Haaren, braunen Augen, dunklem Teint und einer riesen Nase bei ihr zu funktionieren. Abgesehen von ihrer überdurchschnittlichen Intelligenz - sie spricht bereits in ganzen Sätzen - und ihrer Bewunderung für Krycek ist sie ein normales und gesundes Kind.
Ich kann mir mein Leben ohne ihr ansteckendes Lachen, ihren Hang zum Probleme bereiten, ihren verdrehten Sinn für Humor nicht vorstellen. Vor ein paar Tagen hat sie Kryceks Holster gestohlen, oder 'Dads Holler' wie sie es nennt, es sich umgehängt und die beste Krycek-Imitation vorgeführt, die ich je gesehen habe - finsterer Blick, russische Schimpfworte und alles was dazu gehört. Und er hat gelacht.
Sie ist anstrengend aber niemals eine Belastung. Selbst Roseanne ist ihrem Zauber verfallen. Sie behauptet zwar immer noch, dass ihr jegliche Elternfähigkeiten fehlen würden, aber in gewisser Weise ist sie genauso ein Elternteil für Eva, wie wir alle. Das hat mich dazu gebracht mich zu fragen, ob wir irgendwann, wenn Eva ein bisschen älter ist und nicht mehr so viel ständige Fürsorge braucht, ihr vielleicht irgendwann mal zu einem kleinen Halbbruder oder einer Halbschwester verhelfen könnten.
Ich sollte sagen, dass ich mich das gefragt *habe*. Jetzt ist das eine Zukunft fern jeder Realität.
Bis gestern konnte ich ehrlich behaupten, dass ich glücklich war, hoffnungsvoll für die Zukunft und zufrieden in der Gegenwart.
In der Gemeinschaft als ganzes liefen die Dinge den Umständen entsprechend gut. Es wurde wieder mit dem Ackerbau begonnen und die Bestände wurden fair und organisiert verteilt. Die Meuterei Drohungen sind lange vergangen, seit Krycek damit begonnen hatte, Macht und Verantwortung zu teilen. Der Strom ist nie wieder gekommen, aber wir haben gelernt, damit zu leben. Die Dinge waren, relativ betrachtet, wieder normal und sie sind es seit einigen Monaten gewesen.
Und ich - ich hatte alles, was sich ein sechsundvierzigjähriger Mann wünschen kann. Ein hübsches Kind, einige gute Freunde, meine Gesundheit, eine heiße, junge Freundin, die nichts mehr will, als mich glücklich zu machen. Ich habe diese Dinge immer noch und, ganz ehrlich, mein Leben wäre fast verdammt perfekt, wenn es nicht diesen ganzen heraufziehenden Weltuntergang gäbe. Und das Fehlen von Baseball.
Es begann mit einem Wiedersehen.
Als ich die Dronenkolonie vor all diesen Jahren verließ, hat mir Spender geholfen. Er hat mir gesagt, wo Scully war und mich mit allem versorgt was ich brauchte, um dorthin zu kommen. Dafür wäre ich ihm für alle Ewigkeit dankbar gewesen, aber nie, niemals hätte ich damit gerechnet, ihn wiederzusehen um diese Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen.
Gestern ist er buchstäblich auf meiner Türschwelle erschienen und sah dreckig, erschöpft und völlig verstört aus. Seine Ankunft in der Kolonie wurde von wesentlich weniger Fanfarengeschmetter begleitet als meine. Wir haben nicht mehr genug Leute, um jeden Eingang vierundzwanzig Stunden am Tag bewachen zu können, also blieb ihm die Erniedrigung einer Verhaftung durch Schläger und der Vorführung vor dem Königspaar erspart. Er spazierte einfach während der Mittagszeit in die Cafeteria.
Scully und Krycek waren mit Eva zu Hause, aber fast jeder andere war da und der ganze Raum wurde beim Anblick des Fremden totenstill. Ich stand auf und beruhigte sie, versicherte ihnen, dass er ein Freund ist und betete, dass er mir nicht das Gegenteil beweisen würde.
Er hat sich mit mir und Roseanne hingesetzt und wir haben ihm was zu essen gegeben. Ungefähr fünfzehn Minuten, nachdem er wie ein Verhungernder, der er wahrscheinlich auch war, gegessen hatte, fing er an zu sprechen.
"Mein Vater ist tot", war das erste, was er sagte. Das waren nicht gerade schockierende Neuigkeiten, wenn man das Alter und den Gesundheitszustand des Mannes bedenkt und ganz sicher hat mir das keine Träne in die Augen getrieben. Aber da war noch mehr. Viel mehr.
"Die haben ihn beschützt. Es wurde ihm versprochen. Und er hat dich beschützt, hat diesen Ort beschützt. Aber jetzt, jetzt wo sie zu Phase drei übergegangen sind, ist niemand mehr sicher. Die haben ihn umgebracht und die haben alles gefunden, was er verborgen hat. Die wissen, wo ihr seid. Die wissen alles."
"Warte, warte, langsam", habe ich ihn unterbrochen, überwältigt von seinem rasenden Informationserguss. "Dein Vater hat uns beschützt? Wie? Warum?"
"Jesus, Mulder, das ist jetzt nicht mehr wichtig!" Er schlug mit der Faust auf den Tisch und brachte damit das Besteck genauso zum Schwingen, wie meine Nerven. "Das Wichtige ist, das, was du verstehen musst ist, dass du nicht mehr beschützt wirst. Die wissen wo ihr seid und die kommen hierher. Es könnte jetzt jederzeit passieren."
Wir haben das schon mal gehört, von dem Briten, aber das ist fast zwei Jahre her. Ich hatte angefangen zu glauben, dass er geblufft hat, dass er irgendwie versucht hat, Krycek auf seine Seite zu ziehen. Das hätte tatsächlich so sein können. Aber egal wie, ich setze sehr viel Vertrauen in das, was Spender sagt.
"Und Sie sind den ganzen Weg hierher gekommen, nur um uns zu warnen?" fragte Roseanne, verständlicherweise skeptisch. Er war ein Fremder für sie.
"Ich bin hierher gekommen, weil ich irgendwo hin gehen musste. Das ist der einzige Ort den ich kenne, der einzige, der noch übrig ist. Es gibt nichts anderes mehr. Ihr wisst nicht, wie es draußen ist. Ihr müsst einfach..."
Seine gehetzten Augen füllen sich mit Tränen der Angst und der Frustration und jeder Zweifel, den ich gehabt haben könnte verschwand. Er hat uns die Wahrheit erzählt und er war nicht nur verängstigt, er war vollkommen eingeschüchtert.
"Mulder, wenn ihr hier nicht verschwindet, dann steht euch die völlige und sichere Auslöschung bevor."
"Gut, wo sollen wir hingehen?" fragte Roseanne. "Sie haben uns gerade erzählt, dass nichts mehr übrig ist."
"Das spielt keine Rolle. Geht einfach. Irgendwo hin. Lauft weg, so lange ihr noch könnt. Wenn ihr hier bleibt, gibt es keinen Widerstand gegen die. Es gibt überhaupt keinen Widerstand gegen die, aber wenn ihr weglauft könnt ihr euch vielleicht irgendwo verstecken, um ein wenig länger auszuhalten."
"Ich kann nichts ... ich werde das nicht glauben. Es muss irgendetwas geben, was wir tun können", bot ich an, mehr um mich selbst als irgend jemand anderen zu überzeugen.
Spender schüttelte seinen Kopf. "Mulder, es bleibt keine Zeit mehr für deinen Idealismus. Ihr müsst gehen. Wir müssen alle gehen."
Als ich meinem Gegenüber in das Gesicht sah, welches so von reiner, ungezügelter Verzweiflung beherrscht wurde, war mir klar, dass etwas getan werden musste. Und zwar schnell.
Wir haben die Information zuerst Krycek überbracht. Er hat klugerweise entschieden, es jeden sofort wissen zu lassen und jeden die Kampf-oder-Flucht Entscheidung selbst treffen zu lassen. So weit ich weiß hat niemand gewählt zu kämpfen.
Uns allen wurde ein Überlebenspaket mitgegeben - ein paar Nahrungsmittel, ein paar Medikamente, Kleidung, eine Zahnbürste, ein Stück Seife, Wasserreinigungstabletten, all diese grundlegenden Dinge - und wir teilten uns in Gruppen zu sechs bis zehn Personen auf. Jeder Gruppe wurde ein Fahrzeug gegeben, ein Kompass und die Hinweise für die Richtung, in der die Kolonie des Briten liegt. Es ist der einzige Ort, der jedem einfällt, wohin man noch gehen könnte.
Die Evakuierung begann letzte Nacht mit der ersten Gruppe, die unter Brians Kommando wegfuhr. Als ich mich von ihm verabschiedete, hatte ich das grausige Gefühl, dass ich ihn jetzt das letzte Mal sehe.
Unsere Gruppe ist klein - nur Roseanne, Spender, Scully, Krycek, Eva und ich - aber ich denke wir sind stark. Es gibt die sehr reale Möglichkeit, dass dies die einzigen Menschen sind, die ich jemals wiedersehen werde.
Krycek hat entschieden und wir haben alle zugestimmt, dass wir als letzte gehen sollten, so dass wir den anderen bei ihren Vorbereitungen helfen können. Wir haben fast alle Gruppen weggeschickt und unsere Zeit kommt schnell heran. Es war überaus schwierig. Ganz besonders, so wie ich denke, für Krycek.
Ich helfe ihm, sein Büro auszuräumen, alles zusammen zu sammeln, was zukünftig für uns wichtig sein könnte. Sein Verhalten ist noch mürrischer, als mein eigenes.
"Ich würde bleiben", sagt er zu mir, während er den Inhalt des oberen Schubfach seines Aktenschrankes in einen Plastiksack entleert. "Ich würde bleiben und um diesen Ort kämpfen, wenn ... wenn die Dinge anders wären."
Er scheint sich fast zu entschuldigen, als wenn er fürchtet, dass ich ihn dafür verurteilen würde, dass Schiff zu verlassen, sich nicht der Möglichkeit zu stellen und Kryceks letzte Stellung zu verteidigen.
"Wir müssen an Eva denken. An ... an unsere Familie", sage ich ihm. So sehr ich mir selbst wünsche, eine letztes Mal Stärke und Widerstand demonstrieren zu können, verstehe ich, dass dies unsere einzige Möglichkeit ist.
"Ich weiß das, Mulder. Ich hasse es nur, wegzulaufen."
Ich hasse es auch. Mein Gott, und wie ich es hasse.
"Du hast dein Bestes getan, Krycek. Besser, als es von jedem anderen hätte erwartet werden können."
Er hört mit seiner wilden Bürodurchstöberung auf und sieht mich mit einem Gesichtsausdruck an, der erschreckend nahe an Dankbarkeit herankommt. Er streckt seine Hand aus und ich nehme sie, verfalle in einen angenehmen Handschlag. Ich spüre ein eigenartiges Bedürfnis, ihn zu umarmen, aber unter den Umständen würde die Geste wahrscheinlich etwas verwirrt wirken.
"Danke, Mulder", sagt er einfach und wir beenden schweigend das Einpacken.
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Babies packen nicht gerne.
Wir sind viel umgezogen, als ich klein war. San Diego, North Carolina, Virginia, wieder zurück und das gleich noch mal. Ich habe die ersten paar Male geweint. Ich erinnere mich an die Verwirrung, die Angst, an das Gefühl der völligen Orientierungslosigkeit, als meine Sachen von Raum zu Raum geschoben wurden, in Kisten, Autos und Flugzeuge. Nach einer Weile hatte ich mich daran gewöhnt, aber ich habe mir immer geschworen, dass ich, wenn ich ein Kind haben würde, mein möglichstes tun würde, damit dieses Kind an einem Ort bleiben kann. Manchmal spielt das Leben nicht so, wie man es erwartet.
Eva weint. Das ist kein bemerkenswertes Ereignis für die meisten Zweijährigen, aber unsere Eva weint nicht viel. Das hat sie nie getan.
Sie ist ein Schreihals, ein Brüller, ein Fußaufstampfer. In letzter Zeit hat sie angefangen, hochmütig mitzuteilen "Du gehen Hölle!" wenn etwas oder jemand ihr nicht gefällt. Eine weitere liebenswürdige Eigenart, die sie von Alex abgeschaut hat. Aber wir sehen ihr Gesicht selten tränenüberströmt, so wie es jetzt fast den ganzen Nachmittag war.
Sie ist zu klein um zu verstehen, warum ich gerade ihre Sachen zuerst einpacke. Das Märchenbuch, das Alex für sie gemacht hat, Worte auf Notizpapier geschrieben mit etwas, was Schönschrift sein sollte, Bilder, bei denen sie darauf bestanden hat, sie selbst zu malen, weil "Dad kannich malen" - das war das erste, was ich in eine Tasche getan habe, die jetzt überläuft mit Dingen, die Eva gehören. Ihre liebste Kuscheldecke, das "Festkleid", das Roseanne ihr für ihr erstes Weihnachten genäht hat, die Sammlung von Katzenbildern, die sie mit Mulders Hilfe aus der Bibliothek geschmuggelt hat, alle diese Dinge sind gepackt und sie kommen mit uns mit, egal was passiert. Ich habe sie zuerst eingepackt, weil komme was wolle, diese haben meine höchste Priorität.
Die letzte Hürde ist Blumenbär. Blumenbär sieht, soweit es Spielzeuge betrifft, ziemlich erbärmlich aus. Er ist ein Kissenbezug mit Blümchenmuster, wenig überzeugend in die Form eines Teddybären gebracht, mit schwarzen Knopfaugen und einem ballartigen Schwanz, der aus einer alten Sportsocke gemacht wurde.
Ich war nie sonderlich kunsthandwerklich begabt, aber ich habe es versucht und irgendwie ist das einzige Spielzeug, das ich für meine Tochter gemacht habe, ihr allerliebster Besitz geworden.
Sie will ihn mir nicht geben. Sie hat sich in eine fetale Position auf der Couch zusammengerollt, Blumenbär fest in ihrem Griff und jeder Versuch, das ausgestopfte Tier herauszuziehen wird mit noch mehr Tränen und ungehorsamen Geheul begleitet.
"Eva, komm schon. Mami meint es jetzt ernst. Es ist Zeit zu gehen."
Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer sein würde. Ich dachte nicht, irgendetwas könnte so schwer sein.
"Nein! Nein geh weg!" schreit sie, ihre dunklen Locken um sich werfend und die kleine Händchen zu Fäusten geballt. Ich würde am liebsten mit ihr zusammen weinen, jemanden, irgendjemanden anflehen, diesen Alptraum zu beenden und mich hier bleiben zu lassen. Das erste Mal in meinem Leben wünschte ich, ich wäre ein kleines Kind ohne Macht, ohne Verantwortung, ohne Wahl und dass irgendjemand einfach hier rein kommen könnte und mich aufnehmen und mir sagen, was zur Hölle ich tun soll. Ich wünschte ich wüsste nicht, warum das getan werden muss.
"Süße, wir müssen gehen. Es tut mir Leid. Bitte, gib mir einfach den Bär, so dass wir..."
"Mami, Lichter! Schau mal!"
Eva zeigt zum Fenster, plötzlich abgelenkt, gelähmt. Blumenbär fällt auf den Boden, zeitweise vergessen und ich nutze die Möglichkeit, das Spielzeug zu schnappen und in die Tasche zu stopfen. Dann gehe ich zum Fenster.
Es dämmert. Die Sonne hängt niedrig am Himmel, sendet einen goldenen Schein über das Herbstlaub, das an unseren Bäumen hängt.
Die Farben sind kräftig, viel lebendiger und voller als jemals vorher.
In der Ferne, hinter den Gebäuden unseres Geländes, sind die Lichter. Explosionen. Rote und orange Feuerbälle verbrennen den Wald östlich von uns.
Es ist eine wunderschöne Szenerie. Eine, die gegen die eindrucksvollsten Kunstwerke antreten könnte, die bewegendste Symphonie. Es ist unser Weltuntergang.
"Eva, zieh deine Jacke an. Es ist Zeit zu gehen."
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Ende Kapitel 11
World without End, Dritter Band (12/13)
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Irgendeine Nacht, irgendwo, im Truck.
Ich habe dich mitgenommen. Wir konnten nur das Notwendigste mitnehmen - den Inhalt unserer Überlebenspakete - aber jeder hat etwas Zusätzliches eingepackt. Dana hat Evas Spielzeug und Ret. Mulder einige Bücher und ein paar von diesen alten Musikkassetten, die er gefunden hatte. Mir ist nicht klar, wo er erwartet, diese abspielen zu können. Alex hat fast den gesamten Inhalt seines Büros eingepackt. Und ich dich.
Mulder hat mir dich geschenkt, so dass ich meine Geschichte aufzeichnen kann und diese Geschichte ist jetzt noch nicht vorbei. Nicht so lange ich immer noch atme.
Ich weiß nicht, wie lange wir schon gefahren sind. Es ist dunkel draußen und Alex ist am Steuer, seit heute morgen die Sonne aufging, aber ich habe aufgehört zu zählen, wie oft wir die Sonne durch die Fenster des Trucks auf- und untergehen sahen, in unserem neuen mobilen Zuhause.
Wir haben ein paar Mal angehalten - immer wenn wir einen verlassenen Tankstelle oder Raststätte gesehen haben. Es gibt immer noch Benzin und Mulder hat immer noch die Zugangskarte, die ihm Spender vor all den Jahren gegeben hat.
Spender ist tot. Er war der einzige in unserer kleinen Gruppe, der es nicht lebend geschafft hat. Wir sahen ihn sterben, verbrannt zu einem Haufen rauchender Asche. Er war so nahe am Truck, aber nicht nah genug. Sein Rucksack war schon da, auf dem Boden vor den Rücksitzen und dort ist er immer noch, zwischen Mulders Beinen. Keiner von uns hat ihn geöffnet.
Wir haben es fast nicht geschafft. Ehrlich, ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben. Es war ein Nebel von Angst und Schrecken, zusehen zu müssen, wie unser Zuhause bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde und fliehen zu müssen. Alles was ich weiß ist, dass der Rest von uns es rechtzeitig lebend in den Truck geschafft hat und dass Dana schneller als der Teufel fahren kann, wenn sie um ihr Leben rennt.
Der Karte nach zu urteilen sind wir sehr nahe an der Kolonie des Briten. Die anderen scheinen Hoffnung zu haben. Jeder scheint daran zu glauben, dass unsere Freunde dort auf uns warten werden und dass wir wissen werden, was zu tun ist, wenn wir erst einmal dort sind. Ich bin da nicht so hoffnungsvoll.
Aus irgendeinem Grund fürchte ich, was wir in der anderen Kolonie finden werden. Nachdem ich die Zerstörung meines eigenen Zuhause mitangesehen habe, kann ich mich nur fragen, ob es den anderen besser ergangen ist.
Jetzt jedenfalls bin ich trotzdem erst mal froh, dass wir alle leben und zusammen sind.
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Ein weiterer Tag.
Wir haben Smiths Kolonie am Morgen erreicht, kurz nach Sonnenaufgang. Ich bin traurig feststellen zu müssen, dass mein Pessimismus gerechtfertigt war. Die Gebäude sind niedergebrannt und es ist nicht die Spur von Leben mehr übrig.
Während wir durch die Asche liefen, stolperten wir über die Reste von furchtbar verkohlten Knochen. Dana identifizierte die meisten davon als menschlich, aber einige waren außerirdisch.
Es ergab keinen Sinn.
"Wie konnte das passieren?", fragte Alex und hielt einen zerbröselnden Alienschädel in der Hand. "Wie konnten sie sterben?"
Keiner hat einen Antwort. Wir haben immer geglaubt, sie seien unaufhaltbar, unzerstörbar. Feuer reicht mit Sicherheit nicht aus, sie zu töten.
Wir haben die Kolonie vor einigen Stunden verlassen und wir fahren nach Süden, keine bestimmte Richtung vor Augen. Vor ein paar Meilen sind wir an einem Gebäude an der Straße vorbeigekommen, das wie eine Art Kontrollpunkt ausgesehen hat. Wir waren nervös als wir an der Wachhütte ankamen, aber als wir sie erreichten sahen wir etwas sehr seltsames. Eine weitere Alien-Leiche, diese völlig intakt, auf einem Plastikstuhl sitzend.
Dana wollte sie untersuchen, aber Alex war dagegen. Wir können nicht wissen, welcher Sache sie ausgesetzt waren, was für Gefahren wir uns selbst aussetzen würden, wenn wir ihnen zu nahe kommen.
Erleichtert aber verwirrt fuhren wir weiter.
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Ein weiterer Tag.
Es ist viele Tage her, seit wir die Kolonie des Briten gefunden haben. In dieser Zeit haben wir noch mehr Alien-Leichen gefunden, in der Landschaft verteilt.
Letzte Nacht, des kurzen Dösens im fahrenden Truck überdrüssig, haben wir uns dazu entschlossen, im Wald zu kampieren. Unsere Angst davor, festgenommen und getötet zu werden kann von Tag zu Tag abgenommen und wir fühlten uns relativ sicher, unser Lager im Freien aufzuschlagen.
Von meinem Schlafsack aus sah in Lichter, die vom Himmel fielen. Erst dachte ich, es seien Sternschnuppen, aber sie waren viel zu groß und zu bunt. Ich weckte Mulder und wir beobachteten sie gemeinsam.
"Denkst du, es sind Schiffe?", fragte ich ihn.
"Vielleicht. Es scheint so, als wenn alle hier unten sterben würden", sagte er.
Ich habe sehr viel Ahnung, wahrscheinlich mehr als einer von den anderen, von der komplizierten symbiotischen Beziehung zwischen der Physiologie und der Technologie der Aliens. Es ist logisch, dass wenn eines dieser beiden Dinge ausfällt, stirbt, das andere folgen würde. Als das außerirdische Leben auf der Erde verfiel, hörten die Maschinen, die so lange über uns geschwebt haben auf zu funktionieren.
Die einzige Frage ist - warum? Warum starben sie?
Dana glaubt, dass die Aliens mitten in ihrem Werk der Zerstörung, die einzige Sache freigesetzt haben, die die Macht hatte, sie zu zerstören. Sie glaubt dass irgendjemand, irgendwo die Bio-Waffe perfektioniert hatte, an der wir alle so hart gearbeitet hatte.
Alex besteht darauf, dass die letzte Hoffnung auf diese Bio-Waffe bei dem Überfall auf das Hauptquartier der Rebellen zerstört wurden, dass es eine andere Erklärung geben muss. Ich denke es macht ihm zu schaffen, dass sie vernichtet sind und er nicht derjenige war, der sie besiegt hat.
Meine einzige Sorge ist, dass wir Unrecht damit haben, dass sie alle tot sind. Es scheint fast zu schön um wahr zu sein.
Und dann ist da die Frage nach anderen Menschen.
Die Welt fühlt sich sehr leer an. Ich weiß nicht, wie viele Tage wir gefahren sind, aber ich weiß wie weit: fast 2000 Meilen. Ich habe beobachtet, wie sie auf dem Tachometer weiter gedreht wurden. Während aller dieser Meilen haben wir kein weiteres Lebenszeichen gesehen, Alien oder menschlich. Tiere und verlassene Gebäude sind alles, was übrig ist.
Wir fahren weiter nach Süden. Es wird wärmer. Bald wird uns die Straße ausgehen. Ich weiß nicht, was wir alle dann tun werden. Zwei Männer, eine Frau, ein Klon, ein Kind und ein Hund. Kann das alles sein, was übrig ist?
Der Gedanke scheint alle anderen zu ängstigen. Alex hat seit sehr langer Zeit nicht gesprochen. Dana hat Eva auf ihrem Schoß gehalten, sie getröstet und beruhigt und dabei stand ihr nackte Angst in den Augen. Mulder hat meine Hand gehalten. Seine Handflächen sind schon seit Tagen verschwitzt.
Jeden Tag war ich dankbar, dass wir noch am Leben sind, aber jetzt fange ich an mich zu fragen, ob wir die einzigen sind.
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Eine weitere Nacht.
Mulder hat mich heute gefragt, als wir auf einem leeren Parkplatz Dosenmais aßen, ob ich es glaube.
"Denkst du, dass wir wirklich allein sind?", fragte er. "Sind wir die einzigen, die auf diesem Planeten übrig sind?" Er sah so aus, als wenn er anfangen würde zu weinen.
"Vielleicht", sagte ich. "Ich weiß es nicht. Ehrlich gesagt ist es für mich nicht so wichtig. Alles was ich liebe ist in diesem Truck."
Er küsste mich und ich war glücklich, aber er sah sehr traurig aus.
Die Räder rollen weiter und die Nacht wird lang. Jeder schläft außer Alex und mir. Während ich das hier blind im Dunkeln schreibe, frage ich mich, ob es am Morgen lesbar sein wird. Ich frage mich, ob in zehn oder zwanzig Jahren irgendjemand am Leben sein wird, der es liest.
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Vor langer Zeit, in einer fernen Galaxie, habe ich ein Schauspiel über die Hölle gelesen. Die Menschen dort wussten nicht, dass sie in der Hölle waren. Es waren drei, in einen Raum gesperrt, gezwungen Small Talk miteinander zu machen, während sie darum rangen heraus zu finden, wie sie dort hineingekommen sind und wie sie wieder herauskommen würden. Zwei Frauen, ein Mann. Eine der Frauen war lesbisch. Die Lesbe wollte die andere Frau, die den Mann wollte, der die Lesbe wollte.
Die Hölle, nach Jean Paul Sartre, sind die anderen Leute.
Ich habe in den letzten Tagen nicht viel geschlafen, aber wenn, dann war mein Schlaf traumlos. Dies ist einer der Faktoren der zu meiner Meinung beiträgt, dass ich überhaupt nicht wirklich hier bin. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich tot bin.
Das könnte sehr wohl die Hölle sein, aber zumindest sind wir zu viert.
Die Sonne geht wieder auf, genau so, wie sie es jeden Tag meines Lebens getan hat, aber ich bin willens zu wetten, dass es in der Hölle eine Sonne gibt. Sollte es nicht heiß sein? Es wird jeden Tag heißer in diesem Truck ohne Klimaanlage.
Krycek fährt auf einen Parkplatz, so dass wir Plätze tauschen können. Ich bin mit fahren dran. Ich steige aus dem Truck aus, strecke meine Glieder und sehe mich um.
Der Parkplatz ist fast leer. Fast. Es gibt ein anderes Fahrzeug, ganz in der Nähe der ausgebrannten Reste eines Gebäudes und ich laufe in blinder Hoffnung darauf zu. Dumme Hoffnung. Als ich nahe genug heran bin, um die Spinnweben im Inneren wachsen zu sehen, die sich um die Skelettreste auf dem Fahrersitz schlingen, drehe ich mich um und steige wieder in den Truck.
Das war früher mal ein McDonalds. Das Gebäude ist fast verschwunden, aber das gigantische M steht immer noch. Ich frage mich, ob es noch irgendwelche Zutaten dort drin gibt. Ich könnte jetzt wirklich ein Happy Meal vertragen.
"Was war in dem Auto, Mulder?", fragt Scully mich vom Beifahrersitz aus. Eva hüpft auf ihrem Schoß herum, lächelt und streckt ihre Hände in der Luft, versucht, nach den Sonnenstrahlen zu greifen, die durch die Windschutzscheibe fallen.
"Nicht. Nur ... nichts."
Und dann sind wir wieder auf der Straße. Ich und Scully, wieder in einem Auto, auf einem weiteren Highway. Nur diesmal zerkrümelt der Asphalt unter uns und es gibt keinen Fall, den wir schnell lösen müssen. Tatsächlich haben wir überhaupt keine Eile. Das passt natürlich, dass wenn wir ein einziges Mal nicht in Eile sind, überhaupt kein Verkehr ist. Nicht ein einziges verdammtes Auto auf der Straße.
Wir fahren an Ausfahrten vorbei, die behaupten zum Holiday Inn zu führen, zu Pizza Hut, Long John Silvers, aber die Zeichen sind staubig und voller Lügen. Eines von ihnen behauptet, dass wir fast in Disney World sind. Das Bild von dieser verdammten Maus ist auf einem Anschlag und ich finde das so verdammt komisch, die Dinge, die überlebt haben.
"Guck ma! Was das?", fragt Eva, ihre Stimme aufgeregt und neugierig. Sie zeigt auf das Schild als wir daran vorbeifahren und zappelt auf Scullys Beinen herum. Ich denke, dass es lustig gewesen wäre, mit meiner Tochter Disney World zu besuchen. Ich frage mich, was davon übrig ist.
"Das ist Mickey Maus", sagt Scully. "Magst du ihn?"
Eva ist eine lange Zeit still, denkt über die Frage nach. So ein nachdenkliches Kind, so verdammt klug. Zu was für einem Leben haben wir sie verurteilt?
"Äh, nein", entscheidet sie schließlich. "Mausen sind schrecklich."
Vom Rücksitz höre ich Lachen. Krycek.
Ich nehme an es ist ziemlich komisch. Von all den schrecklichen Sachen, der verfluchten alptraumhaften Horrorshow, der dieses Kind ausgesetzt war, Dingen, denen sie mit einer ruhigen Sorglosigkeit gegenübergestanden hat, um die wir alle sie beneidet haben, hat sie Angst vor der verdammten Mickey Maus.
Mein Gott, ich liebe dieses Kind. Wir können nicht in der Hölle sein. Eva ist hier.
Vielleicht ist es nur das Fegefeuer.
Wie auch immer, mein Bedürfnis, nach Disney World zu fahren ist durch Evas Abneigung bezwungen worden. Wir fahren an der Ausfahrt vorbei und ist nur ein weiteres blaues Zeichen, ein weiterer Punkt auf dem endlosen Highway.
Ich schaue in den Rückspiegel und sehe Roseanne, die mich ansieht, ein Lächeln auf dem Gesicht. Sie war fast so ruhig wie Eva durch all diese ... diese Dinge, dieses Weltuntergangs Blitzkrieg Szenario, durch das wir gefahren sind. Vor langer Zeit hat sie mir erzählt, dass sie sich davor fürchtet, aber jetzt, wo es passiert ist sie fast sorglos.
Manchmal verstehe ich sie überhaupt nicht. Die Tatsache, dass ich das möchte ist so etwas wie eine Offenbarung. So lange Zeit gab es nur Scully, nur Scully in meinem Kopf und in meinem Herzen. Sie ist natürlich immer noch dort und ich weiß, dass ich auch in ihrem Herzen bin, aber jedweder romantische Gedanke, den ich von einer einzigen wahren Liebe gehabt haben mag, scheint hier fehl am Platze zu sein.
Ich liebe Roseanne. Ich weiß nicht, ob es eine romantische Liebe ist, aber ich bin mir nicht sicher, ob das eine Rolle spielt. Ich würde gern ein Kind mit ihr haben und gerade jetzt scheint mir das eine sehr wichtige Sache zu sein.
Die Welt wieder zu bevölkern mit einem so limitierten Genpool ist eine ein wenig aussichtslose Sache, aber ich nehme an, wir müssen irgendwo anfangen. Es ist die einzige Hoffnung, die wir haben.
Wir fahren weiter und weiter. Ich und mein Karass, der, so wie sich herausstellte, die ganze Zeit dazu bestimmt war, die letzten Menschen auf der Erde zu sein. Als wir eine Straßengabelung erreichen, entscheide ich mich dafür, nach Osten zu fahren. Der Ozean scheint mir vielversprechender, als der Golf.
Vielleicht können wir schwimmen gehen, wenn wir dort sind. Hey, zumindest würde der Strand nicht zu voll sein.
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Ende Kapitel 12
World without End, Band Drei
Kapitel 13
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Meine liebste Eva,
ich schreibe dir dies auf einem Blatt Papier, dass ich von einem Ort namens 7-11 gestohlen habe. Es war in der Zeit vorher ein Tante Emma Laden. In der Zeit vor der Zeit vorher.
Oh mein Gott. Das wird noch viel schwieriger werden, als ich befürchtet hatte. Ich bin mir nicht sicher, ob du die Möglichkeit haben wirst, unsere Geschichte aus einer anderen Quelle zu lernen und es gibt so vieles, von dem ich möchte, dass du es weißt und verstehst. Ich möchte dass du weißt, wie die Welt war, bevor du geboren wurdest. Ich möchte dir erzählen, wer deine Eltern waren, wer wir sind und warum wir uns entschieden haben, dich zu bekommen. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wo ich anfangen soll.
Ich möchte dir erzählen, wir dein Mulder und ich uns getroffen habe, aber wie kann ich anfangen, die X-Akten zu erklären, wenn das Konzept einer Bundespolizei für dich wahrscheinlich genauso fremd ist, wie das eines Tante Emma Ladens? Es fühlt sich so sinnlos an, wie einem Blinden die Farbe Blau zu erklären.
Vielleicht ist das meiste an der Geschichte gar nicht so wichtig. Vielleicht ist das meiste davon zu düster, zu kompliziert, zu unschön, um es hier wieder aufzuzählen. Wie du entstanden bist ist sekundär, die Details werde ich dir mitteilen, wenn du dich entschließt zu fragen, die aber, wenn ich genau darüber nachdenke, weniger wichtig sind.
Das, was du wissen musst, der Grund, aus dem ich dir diesen Brief schreibe ... du hast uns gerettet, Eva. In jeder möglichen Hinsicht. Ich glaube nicht, dass wir heute noch am Leben wären, wenn es nicht deinetwegen wäre.
Ich hatte immer Schwierigkeiten damit, an Schicksal zu glauben, aber heute mit der Realität konfrontiert habe ich keine andere Wahl, als zu glauben. Was für eine andere Erklärung gäbe es dafür? Schicksal hat uns dich gebracht und Schicksal hat uns die Aufgabe überlassen, eine völlig neue Welt für dich zu beginnen. Ohne dich hätte ich nicht die Kraft weiterzumachen. Ich hätte jetzt nicht mehr die Kraft weiter zu leben und weiter zu kämpfen.
Die Dinge erscheinen jetzt so kahl, so leer, fast hoffnungslos, aber ich werde von dem Bedürfnis getrieben, vielleicht einem biologischen Imperativ, zu finden, was immer an Essenzen des Lebens übriggeblieben ist, um es wieder aufzubauen.
Mulder hat uns an den Ozean gefahren. Ich sehe dich im Sand, wie du mit Roseanne, Mulder und Ret spielst, wie deine nackten Füße in die Wellen tauchen. Du siehst jetzt glücklich aus, aber ich frage mich, wie viel von der Zerstörung, die du gesehen hast in dein Bewusstsein gesunken ist. An wie viel wirst du dich erinnern? Wirst du uns dafür hassen, dich in diese Welt gebracht zu haben? Wirst du jemals ein anderes Kind haben, mit dem du spielen kannst?
Was auch immer passiert, Eva, bitte sei dir bewusst, dass deine Mutter dich mehr liebt, als sie jemals irgendetwas anderes geliebt hat und dass sie gewillt ist, dir ein Leben zu geben, das lebenswert ist.
"Was schreibst du?", fragt Alex und ich lege den Stift und den Zettel hin, auf die Motorhaube des Trucks. Ich nehme seine Hand in meine Hände, stehe auf und sehe ihn an.
"Einen Brief an Eva. Ich versuche zu ... erklären."
Seine Lippen kräuseln sich zu einem kleinen Lächeln und seine Finger legen sich um meine.
"Ich denke sie versteht."
"Oh Alex, wie könnte sie? Wie können wir ... Gott, was haben wir getan?"
Tränen beginnen meine Wangen herunter zu laufen und ich wische sie genervt weg. Dies ist nicht die richtige Zeit, um zusammenzubrechen. Aber wann, wenn nicht jetzt?
"Sie weiß, dass wir sie lieben, Djewotschka", flüstert er und hebt seine Hand um meine Wange zu umfassen. "Sie weiß, dass wir uns lieben."
"Ist das genug? Wie kann das genug sein? Wo sollen wir leben, Alex? Wie? Wie können wir leben, wenn keine anderen Menschen irgendwo sind?" Was geschieht mit ihr, wenn wir sterben. Ich kann diese Frage noch nicht einmal laut aussprechen. Ich bin schon fast hysterisch.
"Wir werden einen Weg finden. Wir werden andere Menschen finden. Sie sind irgendwo, dessen bin ich mir sicher."
"Wie? Wie kannst du da sicher sein?" Ich schreie jetzt. Benehme mich dumm, kindischer, als meine zwei Jahre alte Tochter.
"Sch, Djewotschka, schh", summt er in mein Ohr, zieht mich in eine beruhigende Umarmung. Ich denke ich bin über den Punkt hinweg, mich beruhigen zu lassen. Ich schlage meine Fäuste auf seine Brust und er lässt mich. Er lässt mich weinen und ihn schlagen und er steht einfach da, hält mich und sagt mir, dass alles gut werden wird, aber wie kann es jemals wieder gut werden? Wie?
"Ich versuche es, Alex", schluchze ich und sinke gegen ihn. "Ich versuche es so sehr, so stark für sie zu sein, aber ich weiß einfach nicht, was zur Hölle wir tun sollen!"
"Ich weiß. Ich weiß. Ich weiß es auch nicht. Alles was ich weiß ist, dass wir nicht aufgeben können. Wir müssen es einfach ... weiter versuchen."
Seine Stimme ist dunkel und als ich mich zurückziehe um ihn anzuschauen, sehe ich, dass er auch weint. Ich schlinge meine Arme um ihn, lege meinen Kopf unter sein Kinn und er hält mich weiter. Fest.
Nach einer langen Zeit sagt er, "vielleicht sollten wir noch ein Baby bekommen."
"Wir können nicht, Alex. Ich müsste ... mit Mulder."
"Ich denke, ich könnte es dieses Mal verwinden, Dana."
Ich lache ein wenig und weine ein wenig mehr. Er hat recht. Die alten Regeln zählen nicht mehr und Monogamie erscheint ein Ideal zu sein, dass zu sinnlos ist, um es anzustreben. Unsere eigenen selbstsüchtigen Bedürfnisse, ob sie nun auf Liebe beruhen oder nicht, müssen jetzt hinten an stehen. Es sind hier größere Dinge am Werk, als die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau.
Tatsache ist trotzdem, dass ich jeden Tag älter werde und es für mich bald keine Babies mehr gibt.
"Vielleicht werden Mulder und Roseanne ein Baby bekommen", biete ich hoffnungsvoll an. Roseanne hat sich als ziemlich alterslos erwiesen. Wenn sie fähig ist, sich zu reproduzieren, sollte ihr diese Fähigkeit eine lange Zeit erhalten bleiben.
"Und vielleicht werden ich und Roseanne auch eines haben."
Ich mag diesen Gedanken nicht besonders, aber ich denke, wenn er den Schmerz für den Erhalt der Menschheit aushalten kann, dann kann ich das auch.
"Alex, wenn alle unsere Kinder miteinander Kinder haben, werden sie deformiert sein."
"Nun", seufzt er, "wir müssen irgendwo anfangen."
"Ich liebe dich, Alex."
Er lächelt und er küsst mich und vielleicht ist das schließlich genug. Vielleicht ist es das.
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Früher wollte ich der König der Welt sein. Um zu herrschen und zu erobern und zu besitzen. Ich weiß, dass es ein stolzes Ziel war und dass ich, bevor ich es erreichen würde mich zunächst darauf konzentrieren musste, am Leben zu bleiben.
Überleben ist eine starke Triebkraft. Es hat mich durch vieles hindurchgeführt und bald war meine Zeit gekommen. Die Kolonisierung hat mich zum König meiner eigenen Welt gemacht und eine Weile lang war das genug. Als sie dann kam, wurden die Dinge kompliziert. Gedanken an Liebe, an Treue, Ehrlichkeit und Loyalität begannen durchzusickern und mein Bewusstsein zu erreichen. Unordentliche Gedanken.
Die Welt ist jetzt sehr klein und es gibt hier keinen König. Aber trotzdem ist der Drang zu überleben immer noch sehr mächtig in mir. Das Bedürfnis bleibt und genauso bleiben die unordentlichen Gedanken. Meine Angst ist, dass beide in dieser neuen Welt nicht koexistieren können.
Trotzdem gibt es Hoffnung. Es gibt Eva. Mehr als Selbsterhaltung, mehr als Ehre, mehr als die persönliche Befriedigung einer erfüllten romantischen Liebe, mehr als jede andere verdammte Sache ist Eva. Ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich alles opfern würde, um ihr eine Zukunft zu geben.
Die gesamte Zukunft der Welt hängt davon ab.
Außerdem gibt es unsere gemeinsame Stärke. Roseanne ist ein lebendes Lexikon voller Wissen und mit der computerartigen Fähigkeit, Informationen zu speichern, zu priorisieren und zu verarbeiten. Mulder, mit seiner teilweise außerirdischen Physiologie ist mit erstaunlicher Körperkraft und Durchhaltevermögen gesegnet. Ich denke dass es möglich ist, dass er ewig leben kann. Dana hat das Herz, die Güte und die Liebe, uns alle zusammen zu halten. Ich denke dass ich mich als fähig erwiesen habe, einigermaßen kompetent zu führen. Und Eva gibt uns den Grund, die Motivation weiterzumachen und die Kraft, es fertig zu bringen.
Schicksal, oder vielleicht Gott, hat uns dazu auserwählt. Vielleicht habe ich nicht eigenhändig die außerirdischen Bedrohung von der Erde verbannt. Vielleicht habe ich nicht den Planeten gerettet, aber sie sind weg und wir sind hier. Wie auch immer es passiert sein mag, wir sind jetzt mit der einzigartigen Möglichkeit konfrontiert, eine völlig neue Zivilisation aufzubauen, mit nichts anderem in unserem Weg, als unseren eigenen Ängsten und Gefühlen der Isolation. In gewisser Weise ist das fast befreiend.
Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass sie zurückkommen. Das die, die hier zu Grunde gegangen sind nur der Anfang waren. Aber ich kann mir nicht erlauben, dies ernsthafter in Betracht zu ziehen, als ich die Möglichkeit unseres Scheiterns in Betracht ziehen kann.
Ich gehe mit Dana hinunter zum Wasser, um mich zu Eva, Mulder und Roseanne zu gesellen. Ret rennt auf Dana zu und sie streichelt ihn und füttert ihm chemisch konserviertes Hundefutter. Ich nehme Evas Hand und beobachte die Wellen. Nur ein weiterer Tag am Strand.
"Wass da 'rüben?", fragt sich mich und zeigt auf das Meer.
"Das ist der Ozean."
"Nein, nein, wass auf der andern Seite?"
Die andere Seite. Wie kann sie wissen, dass es eine andere Seite gibt? Wenn ich aus dieser Perspektive auf das Wasser sehe, kann ich verstehen, warum unsere Vorfahren glaubten, dass die Erde flach wäre und man herunterfallen würde, wenn man zu weit segelt. Sie sieht gewaltig und kreisförmig aus. Es sieht so aus, als wäre es ein pfannkuchenförmiger Planet.
"Es gibt einen anderen Kontinent auf der anderen Seite. Land wie dieses."
"Leben Leute da 'rüben?"
Eine sehr gute Frage. Ich sehe nach unten, in ihre großen und neugierigen Augen und dann wieder zum Wasser und dem Versprechen, das es birgt.
"Ich denke das tun sie, Eva. Ich denke wirklich, dass sie das tun."
Mulder läuft auf uns zu und hält Spenders verwaistes Überlebenspaket. Wir haben die Lebensmittel ausgeleert und alles was von Jeffrey Spender übrig bleibt ist ein lascher Rucksack.
"Ich denke wir sollten so etwas wie, äh...", quält sich Mulder, während er den Beutel hält und ihn eigenartig anstarrt.
"Ein Begräbnis?", biete ich an.
"Ja, ich nehme an, das ist das richtige Wort."
"Er hat uns gerettet, auf eine Art."
Mulder nickt und wir laufen zu Dana und Roseanne an den Rand des Wassers. Wir stellen uns eng zusammen, eine schmutzige, durchnässte und erschöpfte Gruppe. Mulder hält den Beutel eine Weile schweigend und beginnt dann seine Trauerrede.
"Es erscheint eigenartig, eine Trauerfeier für eine Person abzuhalten, wenn so viele gestorben sind, aber Jeffrey Spender war ... ja, er war ein wahrer Freund. Er hat mir auf so vielen Wegen geholfen. Er hat es mir möglich gemacht, euch zu finden, euch alle. Und dann kam er, um uns zu warnen ... er hat uns gerettet. Er hat uns alle gerettet."
Er sieht auf den Rucksack und sagt, "Danke, Jeffrey." Dann wirft er den Beutel in das Meer. Wir sehen ihm zu wie er treibt und hüpft.
Ich schaue hinüber zu Dana. Sie hat wieder Tränen in den Augen und ihre Hand liegt auf ihrem Kreuz. Erstaunlich, dass sie es immer noch hat, nach alle dem. Es lässt sich mir wieder die Frage über Gott stellen und ob wir wirklich die Auserwählten sind. Ich frage mich, ob Dana mehr Briefe schreiben sollte, ob sie Moses sein sollte und die Geschichte unseres kleinen Stammes für weitere Generationen aufzeichnen sollte. Oder für die Kinder, die vielleicht "da 'rüben" wohnen. Vielleicht ist das mein Job.
Wie geht man überhaupt daran, eine Gesellschaft aufzubauen? Das klingt für mich wie der Anfang eines Monthy-Pythons Sketches. Ich kann John Cleese fast hören, wie er die Liste der Dinge herunterbetet, die ich zu tun haben werde.
Ist es jetzt mein Job, meine Aufgabe als Mensch, Religion, Kultur und Tradition wieder aufzubauen? Welche meiner alten Ideale sind wichtig genug, um sie zu erhalten? Welchen moralischen Kodex sollte ich an meine eigene Tochter weitergeben? Wie haben die es am Anfang gemacht? Habe ich überhaupt einen moralischen Kodex?
Wenn man den Mythen glaubt, hat Gott zu diesen Menschen gesprochen. Wird Gott zu mir sprechen? Zu Dana? Wird der Geist von John Cleese zu uns herabsteigen und uns mit der verzauberten Schriftrolle einen Besuch abstatten? Ich denke wir könnten die Hilfe wirklich gebrauchen.
Ich sehe in den Himmel, in das tiefe Blau und die Wolken und die Sonne und ich erinnere mich an eine Nacht vor langer Zeit, als Dana mir von dem Zauber in den Sternen erzählte. Ich dachte es war eigenartig, ja geradezu verrückt von ihr, Schönheit darin zu sehen, wenn solcher Schrecken aus dem Himmel gekommen war. Jetzt denke ich, dass ich endlich verstehe, was sie dort oben gesehen hat.
Ich bitte still um Führung, um Weisheit von oben, aber es gibt kein blendendes, helles Licht oder gewichtige Wort in meinem Kopf. Alles was ich weiß ist, was ich in mir fühle, die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde und das Bedürfnis, meine Familie zu beschützen.
Vielleicht hat Gott nie wirklich richtig zu irgendjemandem gesprochen. Vielleicht war das was sie hörten die Stimmen in ihren eigenen Köpfen, die ihnen sagten, was getan werden musste, warum sie eine wunderbare Welt für ihre Kinder erschaffen mussten.
Ich sehe wieder zu Dana und frage mich, ob sie an Gott denkt. Sie hat immer geglaubt, durch all den Schrecken und Streit. Glaubt sie jetzt? Fühlt sie, wie ich, dass eine höhere Macht für unser Überleben und unsere Stärke verantwortlich sein muss?
Vor langer Zeit hat mir mal jemand erzählt, dass es keinen Gott gibt, dass das, was wir für Gott halten nur außerirdisch ist. Ich kann das jetzt nicht glauben. Ich werde es nicht glauben.
Dana erwidert meinen Blick und öffnet ihren Mund zum sprechen. Der Wind bläst ihre Haare in ihr Gesicht, in ihren Mund. Sie sieht klein und müde aus und wunderschön in dem hellen Sonnenlicht. Ihre Stimme bricht. Sie schluckt, schließt ihre Augen und beginnt leise zu beten.
"Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen" *)
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ENDE
*) der Gebetstext im Original:
Glory be to the Father, the Son, and the Holy Spirit. As it was in the beginning is now and ever shall be, world without end. Amen.