- 30.12.2004 -

Bundespräsident Köhler
ruft zu Spenden für die Menschen in den Katastrophengebieten auf


Mit Entsetzen und Erschütterung verfolge ich die Nachrichten und Bilder von der Flutkatastrophe in Südostasien. Unvorstellbares Leid und Zerstörung sind über die Menschen gekommen.

Diese Katastrophe zeigt uns, dass wir in einer Welt leben, und in der ganzen Welt rücken die Menschen zusammen.

Die Zahl der Opfer übersteigt unser Vorstellungsvermögen. Auch in Deutschland haben viele Menschen Angehörige verloren. Wir bangen mit allen, die in furchtbarer Ungewissheit schweben, weil sie noch nichts von ihren Lieben gehört haben.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Wir fühlen mit ihnen. Viele Menschen in Deutschland beten für sie. Das tue auch ich.

Jetzt geht es darum zu helfen. Die Bundesregierung handelt, und sie tut das Richtige.

In den vergangenen Tagen haben schon viele Menschen in Deutschland gezeigt, wie hilfsbereit sie sind. Ich bin dankbar für jede Spende, die geleistet wird. Ich rufe alle auf: Spenden Sie für die Opfer und für den Wiederaufbau.


- 4.1.2005 -

Eintrag in das online-Gästebuch des Bundespräsidenten

Sehr geehrter Herr Bundespräsident!

Anläßlich Ihres unbedingt zu würdigenden Spendenaufrufs für die Menschen in den asiatischen Katastrophengebieten hielten Sie es für angemessen, der Nation mitzuteilen, daß Sie für die Opfer beten. Es drängt sich allerdings die Frage auf, wer wohl der Adressat Ihrer Gebete sein könnte. Etwa jener "allmächtige", "allgütige" und "allgegenwärtige" Gott, der dieses Unglück mitsamt dem daraus folgenden Leid nicht verhindern konnte oder wollte oder nicht einmal anwesend war, als seine "Gerechtigkeit" so herrlich triumphierte? Was sollte dieses außerdem häufig für unwandelbar gehaltene Wesen bewegen, Ihre Gebete zu erhören? Womöglich Reue oder Scham angesichts einer folgenschweren Fehlleistung? - Bei verschiedenen Gelegenheiten haben Sie betont, Sie würden der Präsident ALLER Deutschen sein wollen. Vermutlich wäre es diesem Anliegen förderlich, auf religiöse Äußerungen zu verzichten, insbesondere, wenn sie auch nur den Anschein von Zynismus gegenüber schwerst leidgeprüften Menschen erwecken könnten.

Mit hochachtungsvollem Gruß und den besten Wünschen für das Jahr 2005,

Thomas Rakow, Berlin