Schräg

Zahnersatz selbst gemacht

Wer heute keine Zusatzversicherung hat, zahlt sich bei Zahnersatz dumm und dusselig. Das muss aber nicht sein, denn auch in diesem Bereich lässt sich ordentlich sparen. Mit relativ wenig Know-how und wenigen Handgriffen kann der ambitionierte Heimwerker seinen Zahnersatz ganz leicht selbst herstellen. Werkzeuge wie Extraktionszange, Wurzelheber, Knochenmeissel und alle anderen Materialien gibt's in jedem Baumarkt. Angefangen habe ich zunächst mit einer einfachen Wurzelfüllung bei meiner Oma ...

Zunächst muss der Arbeitsplatz hergerichtet werden. Ein simpler Liegestuhl auf dem Wohnzimmertisch (mit Kurbel) erfüllt seinen Zweck und ist mitunter bequemer, als das Hartpolster in der zahnärztlichen Folterkammer. Bohrgeräte habe ich in der Werkstatt genug. Um eine Zahnhöhle komplett aufzubohren, sollte der Durchmesser des Bohrers keinesfalls 4mm überschreiten! Vor der Arbeit muss unbedingt eine Absauganlage gebastelt werden. Ein Gartenschlauch und die Pumpe der alten Waschmaschine leisten hier hervorragende Dienste.

Im Grunde ist die Wurzelfüllung eine der leichtesten Übungen. Wenn der Nerv gänzlich abgestorben ist, braucht's nicht einmal eine Spritze. Einfach den Zahn aufbohren, anschließend den Nerv mit einem feinen (Hand-)Holzbohrer herausziehen, einige Tage lüften lassen, gut auspülen und mit einer (handgerührten) Spachtelmasse verschliessen. Ein Füllungsmischgerät ist Luxus und somit völlig überflüssig.

Durch den Erfolg motiviert, probierte ich als nächstes die Herstellung meiner ersten Krone. Oma war wieder einverstanden. Im Prinzip ist dies noch einfacher, denn der Zahn bleibt ja am Leben. Mit einer kleinen Flex oder einem Gravurschleifer den Zahn flott abschleifen, Silikon oder Dichtungsmasse in den Abdrucklöffel geben, sofort auf die Zahnreihe legen, drei Minuten antrocknen lassen und schon ist der Abdruck fertig. Jetzt nur noch eine Gipsform herstellen und schon kann die Krone gegossen werden.

Hier gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten - je nach Geschmack und Geldbeutel. Von einer einfachen Kunststoffmasse, über verschiedene Metall-Legierungen bis hin zu edleren Materialien wie Ton, Porzellan, Edelstahl, Blei oder Gold ist alles möglich. Ein geeigneter Schmelzofen sollte vorhanden sein - aber auf dem E-Herd geht es auch. Dauert halt etwas länger ...

Schwieriger wird die Sache bei größeren Prothesen - aber nicht unmöglich. Hier ist Geduld und Präzision erforderlich. Die erste Brücke habe ich meiner Kusine verpasst, und diese hat immerhin 10 Monate gehalten! Fürs erste ganz ordentlich, wie ich meine.

Das ist zehn Jahre her. Meiner Oma gehts gut und meine Kusine hat inzwischen die dritte Prothese. Diesmal aus Aluminium und jetzt hebts! Mein neuestes Werk ist eine Prothese für mich selbst.

 

 

 

 

Zunächst waren die kranken bzw. überflüssigen Zähne zu entfernen (meine Kusine revangierte sich...!). Nach dem Ausheilen der Wunden ist am nächsten Tag, wie oben beschrieben, ein Abdruck herzustellen. Gegenabdruck nicht vergessen! Auf einen Abdrucklöffel kann übrigens verzichtet werden, wenn die gesamte Mundhöhle mit Silikon ausgefüllt wird. (ACHTUNG -Erstickungsgefahr! Die Nasenhöhlen müssen unbedingt frei sein!) Zähne zusammendrücken und drei Minuten nicht bewegen. Anschließend hat man beide benötigten Abdrucke gleichzeitig. Der weiteren Gestaltung sind, wie gesagt, keinerlei Grenzen gesetzt.

 

 

 

 

Passt !!!

 

 

Ob feste oder herausnehmbare Prothese, bleibt ebenfalls jedem selbst überlassen. Ich habe mich für zuletzt genannte Variante entschieden. Ganz besonders stolz bin ich auf meine erste Goldbrücke. Auch dieses Material ist in fast jedem Haushalt zu finden, denn jeder zweite war schon ein bis dreimal verheiratet und hat somit in diversen Schubladen den einen oder anderen ausgedienten Ring herumliegen, der dann einer weiteren und wesentlich sinnvolleren Verwendung zugeführt werden kann ...

Thomas Lawall - 1. April 2007

Eine Gewährleistung für diese Ratschläge kann der Autor dennoch nicht übernehmen!
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Wer meint, er kann dieser Story trau’n,
soll mal auf das Datum schau’n!

 

 

 

 

 

 

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