Der Bauch rollt lasterhaft verrückt,
den Abhang hoch kindesfrisch entzückt,
mit süßen zarten Freuden dicht erbaut,
das Leben ist im Augenblick verstaut.
Man fühl sich gut man fühl sich toll,
man fühl mich rund und schokoladenvoll.
Einem ist nicht schlecht es bleibt ja drin,
sonst wäre fremd der Leidenschaft der Sinn.
Ein Blumenkohl und ein Brokkoli
fuhren gemeinsam in den Bergen Ski.
Der grüne Kopf, der sprach zum weißen:
"Mir ist ganz grün vom vielen Fähren und der Nässe."
"Was willst du mir damit sagen, was soll das heißen?"
antwortete der andere mit der Blässe.
"Ich muss mich übergeben oder setzten!"
"Dann bleib hier! Du musst nicht hetzen,
nur ich tu mit den Brettern weiter fliegen,
damit ich eine schöne Farbe am Kopf kann kriegen."
"Ja, Bruder Blume du bist gar weiß um die Nasen,
geh doch noch ein wenig weiter rasen,
damit dein Kohl mehr Licht und Sonne hat!"
sagte der Brokkoli zum Blumenkohl ganz matt.
So sind die zwei nach erholsamer Zeit,
zurückgekehrt vom Urlaub und sind bereit,
sich in den Kochtopf ein wenig zu wärmen,
und währenddessen vom Urlaub zu schwärmen.
Denn wie Watte berührt der Finger,
davon geworfen tief in einen Zwinger
und wie Sommerregen beben die Lippen,
gestürzt von den allerhöchsten Klippen.
Was muss ein Herz drinnen fühlen,
um sich nicht hinfort zu spülen?
Ein Augenblick der verweilend schwelt.
und Bewegung die, die Stille wählt.
Oder auch manchmal mit lautem Begehren,
gleich dem Jonglieren mit schnappenden Scheren,
die einen zwicken, pieksen und stechen,
denn die Gedankenwelt ist am Zerbrechen,
weil nur der Wunsch nach Wiedersehen
über all den Gedankenwirren kann stehen.
Der Dunst und Schleier der Sehnsucht
steigt wabernd aus einer kleinen Bucht,
die nicht tief und auch nicht weit,
aber trotzdem fort nach Honig schreit,
den man immerzu labend erleben muss,
in der Feuchte von einem tiefen Kuss.
Wasser in den Augen und auf der Haut.
Ein Lächeln und ein Zwinkern das nach einem schaut.
Der Glanz der Gewissheit aus der Seele leuchtet,
das rundum Gefühl zuvorkommend die Lippen befeuchtet.
Dies, zusammen mit dem Herz das rast und hüpft,
nur weil der Honig in jeder Pore von uns schlüpft.
Aber bis dahin hat er noch endlos lange Zeit,
denn es ist Sommer und der Winter ist noch nicht bereit
Und so trinkt er erst einmal zum Kühlen eine Limonade
Denn er findet es nicht gut sondern äußerst Schade,
wenn sein weißer Pelz zu schmelzen beginnt
und ihm das Wasser in die weißen Stiefel rinnt.
Deshalb liegt er im Schatten mit seinem Getränk,
das Kühle spendet und ihn in Gedanken versenkt.
Nun behagt es ihm besser, weil er vom Winter träumt
wie er mit seiner Schneeschaufel die Straße räumt.
oben
Wartend umgeben mit Stumpfsinnen,
fällt die Zeit nicht von den Zinnen.
Es hilft kein Schluchzen oder Klagen,
zu tausend drücken diese Plagen.
Wo ist der Horizont verschwunden?
Warum wird ein Tier geschunden,
das die Last kann nimmer mehr tragen?
Ein kalter Zug am Kragen.
Wo ist dein Glück,
das einst war dein bestes Stück?
Kein End der Schmach in Sicht?
Ob die Dunkelheit bald zusammenbricht?
oben
Rosenberg
Sie wollen sich sonnen und tuscheln,
im Winde sich drehen und kuscheln,
sich aneinander schmiegen
und mit Freuden biegen,
bis der Abendschimmer erlischt
und schläfrige Ruhe sich mit dem Tag vermischt.
Der Bergesrand vom lieblichen Rosenduft getragen,
Busch, Strauch, Blumenwiese neugierig mit den Näschen fragen:
"Wann geht die Sonne auf,
über den Hügeln im Tageslauf,
damit warme Lüfte wehen
und die Nachteskälte wird vergehen."
oben
Der Mond
Der Mondmund sündhaft lecker nach Frische schmeckt.
Das Mondäuglein spielend leicht funkelnd Gefühle weckt.
Der Mondduft die Sinne raubend durch die Gegend rennt.
Die Mondstimme melodisch munter warme Tönen nennt.
Der Mondtau dem Süchtigen immer aufs Neue liebevoll mundet.
Die Mondgestalt weich und zart mit Kraft das Bild lustvoll abrundet.
reifes Mädchen
Weiche Mutterbrust die zärtlich nährt,
sanftes Herz das voll begehrt,
Hintern der zum Sitzen segnet,
Augen aus denen es Radieschen regnet.
wandernde Empfindungen
Immer wieder kehrende Freude die zeitlich Füllig wie der Mond sich
zeigt,
wie ein Baum getragen von der Luft die ihn durchbläst und neigt,
einen wiegen lässt wie Wellen die zum Ufer rennend sich verlaufen,
gleich butterzuckersüßem Gebäcke das duftend sich streckt
zum Kaufen.
Verwirrt nimmt man einen Bissen und dann den nächsten honigvollen um
zu Beglücken.
Man glaubt es würde reichen für eine Zeit die dazwischen liegt
die es gilt zu überbrücken.
Stunden der Gedanken die wiederkehrend sich nicht erneuernd von den alten
berichten.
Belanglose Tätigkeiten mit denen man versucht sich abzulenken um Gefühle
zuzuschichten.
Es rinnt ein Bach dahin und hofft vielleicht ins Meer zu münden.
Man fühlt sich gut und doch nicht sehr man kann es nicht ergründen.
Im Sitzen denkt man daran dem Mond sein volles Gewand wieder zu geben,
um sich wohler zu empfinden in der Weite von dem vertrauten nahen Leben.
Ein Frosch sprang einmal in einen Teich,
der an Pflanzenpracht war sehr reich.
Es platschte kaum und der Frosch tauchte hinunter
In die verzaubernde Tiefe der Welt die immer bunter,
Ihn lockte nicht mehr von ihr ab zu lassen
Und nicht mehr nach oben zu wollen um Atem zu fassen.
Es fiel ihm schwer sich von der Schönheit los zu reißen
Und er spürte im Froschbauch ein tiefes Beißen,
so als wenn er etwas Wertvolles verloren hätte
auf dem Schlachtfelde oder Sterbebette.
Keuchend sprang er auf ein Blatt
Schöpfte Atem und fühle sich noch immer matt.
Er legte sich einen Grashalm zum Kühlen auf die Stirne
Wartete noch eine Weile hüpfte an Land fand eine Birne
Und roch sich an ihrem süßen Duft wieder ins hier.
Ihm wurde bewusst, dass er war ein einfaches Tier,
das nicht immer vermochte den Gefühlen zu entsagen,
auch wenn sie tief schmerzen, fordern und plagen.
Er hüpfte zurück zum Teich und tauchte erneut
Und diesmal gab er acht, in seinem Inneren auf die Freud,
damit sie nicht zu groß wird und er sich ihrer erwehren kann.
Dass die Gefahr, nicht sein Leben kostend, ihn schlägt in ihren Bann.
Der Frosch tauchte von nun an jeden Tag auf `s Neue
Ohne Angst vor Zahnschmerzen und ohne Scheue,
Sich zu verletzten oder an der Süße sich zu betrinken
Denn jetzt kann er sich wiederfinden beim Niedersinken.
oben
Geküsste Lippen
Ein Kleiderständer der wie ein Baum wackelt
und Augen aus denen Verzauberung fackelt.
Die Haut die weich wie Samt sich streichelt
der Kuss der süß den Mund labend bespeichelt
und den Küssenden zum Sitzen auffordernd zwingt,
weil das Herz viel zu lebhaft im Inneren springt.
Leute kreuzen die Blicke und sehnen das Gefühl
das heraussticht aus dem alltäglichen Gewühl.
Hinter Mode und sinnigen Farben die erblassen
zwei Augen sich streifen und zärtlichst anfassen.
Sich ertränkend in einander meerestief versenken,
weil die Sekunden die Gefühle wundersam lenken
weil ein Monat sich mit dem Jahr ausdehnend verbündet
und die Empfindung sich wie trockenes Stroh entzündet.
Warme Hände die einen mit Fieberfrost ereilen.
Kühle Nasen die tippend aneinander verweilen.
Berührungen die den pochenden Körper umgeben
Lippen die wartend über den anderen schweben,
damit sie sich im nächsten Moment der Lust ergeben
um nach dem Duft und der Süße des anderen zu streben.
Ihn aufzusaugen tief in die eigene Lunge
Ihn breit schmeckend fühlen auf der Zunge.
Ihn spüren mit den Händen in den Haaren,
die wühlend ein tiefes Gespräch offenbaren.
Sie fügen sich zusammen im Tage
die Mühen stehen außer Frage,
denn man sieht den Glanz vom Licht
das den trägen Alltagläufer bricht.
Verbindungen die ineinander greifen
Berührungen die kreisend aneinander schleifen,
in dem Diessein das sich schneller dreht
und Glücksgefühle mit voller Hand sät.
Die Momente des Gewahrens eilen zu schnell
Der Tag erwacht zu plötzlich, leer und grell.
Wo sind die Blicke der Augen hin die mich fingen,
An denen meine Augen selber Stunden hingen?
Das Rad der Sandspieluhr es dreht sich quer.
Das denken wird zum Felsen dick und schwer.
Die Notdürftigkeit der Nähe kann nicht ausbleiben.
Der blaue kühle Fluss wird zum roten Lavatreiben.
Es Tanz ein kleines Kind mit zartem Fuße
Hüpft vor Freude und winkt zum Gruße
Verspielt spring das fröhliche Bündel um einen Baum.
Ist es hier oder nur außerhalb in einem weiten Traum?
oben
Die kühlen Finger der abendlichen Luft,
greifen in die vielschichtige Kleiderkluft.
Sie blinzelt bewegend angenehm verzückt,
ein Lächeln ihr Gesichte ziert und schmückt.
Die Augen atmen warme tiefe Strahlen.
Die Nasenflügel rote zarte Farben malen.
Sie ist entspannt und man spürt die Nähe
Die Dunkelheit fliegt ein wie eine Krähe.
Ein Mensch plaudert und zustimmend nickt.
Man ist in den Teil der üppigen Menge verstrickt.
Weiße Flocken tanzen vom Himmel nieder
Da, plötzlich erneut das Schlagen der Augenlieder,
das Entzücken und erwachsene Wärme gibt
und sich selbst beruhigend in den Abend wiegt.
Das Gefühl von Verständnis ist geheuer
In den Äuglein brennt ein junges Feuer,
das dem müden Kindlein leuchtet
und die Lippen mit Pfefferminztee befeuchtet.
Den anderen durchdringend gemustert,
sich liebste Gedanken im Herzen zusammengeschustert
und dabei die verrücktesten Märchen geträumt.
und während dessen den Alltag versäumt.
In ein weites Land gezogen,
dabei auf den Intuitionen entflogen,
dicht daneben zum hautnahen Anfassen
sich von Worten berauschen lassen
Augen und Momente die sich häufig trafen.
Sitzend, stehend und beim Schlafen.
Wie ein Federkissen das geschmeidig wärmt
und über dessen Duft man ständig schwärmt.
Nun ist er fort der vertraute Augenblick,
nicht nur teilweise und ein kleiner Tick,
sondern völlig entschwunden in das Vergessen
und man vermag das warum nicht ermessen.
Doch zur Trauer bleibt gar keine Weile,
denn es wartet eine neue liebe Feile,
an der man sein Leben darf schleifen
ganz weich; die Chance sollte man ergreifen
Dir kommt es heute so vor
als flüstert jemand in dein Ohr:
"Ich wünsche einen guten Tag,
mit wenig Müh und Plag!"
Es strömt durch deine Gefühle.
Es unterbricht die Alltagsmühle.
Zwinkernd nimmt es dich bei der Hand
Und führt dich in ein heiteres Land.
Dort gibt es keine Sorgen
und ängstliche Blicke nach morgen,
sondern freudiges tiefes Fühlen,
das dir deinen Stress wird kühlen.
Dann purzeln entspannte nette Gedanken
und Glücksgefühle durch deinen Tag sich ranken,
so dass es dich nicht stört wenn es regnet,
denn du bist für den ganzen Tag gesegnet
Wer schenkt sie dir diese Emotionen?
Warum können sie nicht immer in dir wohnen?
Warum sind sie so schnell verblasst
und zurück kommt die tägliche Last?
Vielleicht müssen wir nur immer suchen,
dass wir aufs Neue finden diesen Apfelkuchen
der uns lieblich süß gebacken mundet
und einen vollkommenen Tag abrundet.
Einmal gebissen in ein Stück
und die tiefe Sucht kehr zurück
Immer zu, total dem Genuss verfallen,
damit Freude gänzlich kann erschallen.
Es regnete heute wüst bei leibe,
kräftig an die durchsichtige Scheibe.
Nur die Fernheizung wärmte,
weshalb das Fenster schwärmte.
"Ganz mollig warm ist meine Seite
erhitzt von deiner fernen Weite
und das feuchte, nasse Regenfallen
kann meine Gefühle nicht verwallen."
Mit freudigem Gemüte und heiter,
blickte das Fenster sorglos weiter
und lauschte nach dem Heizungsblubbern
und hob die Nase dabei zum Schubbern.
"Heizung wie geht es dir augenblicklich?
Ist das Wandern aus der Ferne schicklich?
Du riechst so unwahrscheinlich welterfahren,
wie ein Kupferkessel beim Kartoffelgaren.
"Hm vielen herzlichen großen Dank
du bist nett wie mein liebster Schrank!
Deine Scharniere die fröhlich munter singen,
bringen meinen Heizkörper zum Schwingen!"
"Es gibt Tage wo das Wasser schlecht fließt
und in mir ein Eiszapfen wächst und sprießt,
doch dann höre ich dein vertrautes Fensterwackeln
und über meinen Rippen beginnt die Luft zu fackeln."
"Ich lausche dir leidenschaftlich im Sitzen
und schnuppere nach deinen windigen Ritzen
Es täte mich mal reizten dir in die Seite zu zwicken
und frech, fröhlich durch deinen Kristall zu blicken.
Beide kundeten dem anderen in vollem Maß,
so dass der eine den anderen niemals vergaß
und sie sich auch noch heute dickst erwärmen
an dem gefühlvollen füreinander Schwärmen.
Im Flammenmeer steht der Krieger,
nur getragen von starkem Bein und Willen,
er wird die Gerechtigkeit erstillen,
denn er gleitet durch die Hitze als Sieger.
Schwerter sind ohne Belang und Ballast,
seine Nähe die Flammen zusammenschraubt,
seine ausströmende Kühle die Hitze raubt
und er kennt weder Eile noch Hast.
Er zieht in Richtung Heimat zum Feste,
die Arbeit ist aufs Gründlichste getan,
denn alles bleibt in kontinuierlicher Bahn.
Auf ihn warten zahlreiche Gäste.
Die versammelte Menge versinkt
in schallendem hochfühlendem Erleben.
Es gibt viel glückliches Herzbeben
und die Ehrerbietung ihm entgegenwinkt.
Das rauschende Fest tafelt Tage.
Es ist angenehm genüsslich
und in keinster Weise verdrüsslich.
Es ist wunderschön keine Frage.
Nicht nur im Felde ist der Krieger berüchtigt;
Nein, er kann auch vollmundig feiern
und eine Posse nach der anderen herunterleiern,
denn er eifert überall erfolgreich tüchtig.
Doch eines Tages entschwindet ihm ein Freund
und er ist zusammengeschnürt wie eingezäunt.
Er verliert sich immer mehr in gefährlichen Spielen,
die er nicht mehr gewinnen kann ohne zu zielen.
Haarscharf entkommt er öfters nur dem Tode,
es wird für ihn so eine Art von Mode,
sich selber und sein Leben zu riskieren
um nicht am Verlust des Freundes zu erfrieren.
Die anderen verbliebenen Freunde um ihn bangen
und sich zusammen setzten ihn zu fangen.
Sie wollen bei ihm Vernunft erzwingen
und zurück seine Freude ihm bringen.
Mit härtestem Begehren sie seine Reisen streichen,
auf denen er sich in höchste Verachtung stürzt
und sein graues Leben mit Gefahren würzt;
ohne von ihm auch nur teilweise etwas zu weichen.
Bewacht schlummert er auf seinem Sessel
um sich zu verändern und zu bessern
die eigene Freude und die der anderen zu wässern
damit Wohltat ausströmt aus dem Wasserkessel.
Sie sehnen den Tag so unsagbar weit,
an dem er sich selber von sich befreit
sein Lachen überall hin strahlend spendet
und sich seinen Freuden wieder zuwendet.
oben
"Hallo!" bezaubernde Schnecke
dachte er angetan weiter,
der Mann, er war ein Reiter
mit der blauen Decke.
Die wundersamen Augen
ihn greifend fangen
und an seinem Herzen saugen;
zart braun ihre Wangen.
Er warf die Blaue
über sein Pferd.
Sie kuckte, die Schlaue
und machte nicht kehrt.
"Warum dieser Schutz?
Kommt Regen heute?"
"Nein, Kälte und Schmutz!
Mein Ross wär leichte Beute."
Er starrte voll Entzücken.
"Wo kommst du her?"
Im Herzen ein Drücken.
"Dort das Haus ist leer!"
Des Mädels Stimme Ton
war fröhlich nah beim Mann.
Sie schien ihm vertraut gewohn
Der Reiter stand in ihrem Bann.
"Darf ich dich besuchen!"
"Hm." Sie nickte
und sich anschickte
"Ich mache einen Kuchen!"
"Morgen, ist es recht?"
Der Reiter fühlte ein Hämmern
im Kopfe wie vom Specht.
Der Abend begann zu dämmern.
Er schlief entspannt und tief.
Das Treffen er fast verpasste,
doch es ging nicht schief.
Als Geschenk eine Quaste.
Beide trafen sich bei Sonne,
einen Apfelkuchen zu essen.
Die gemeinsame Wonne
war sehr groß bemessen.
So begann der Reiter
sie öfters zu besuchen,
auf ein zwei Kuchen
und beide waren heiter
Es weht von hinten in den Rücken,
man dreht sich um mit einem Entzücken
und genießt die warme vertraute Brise,
wie eine blühende weite Blumenwiese.
Es umhüllt den Körper und die Gedanken,
man verliert sich und ist am Schwanken,
die Beine werden leicht und schwer.
Es wird noch intensiver das Blumenmeer.
Man schwimmt mit dieser Wolke mit
und ist behütet dabei auf Schritt und Tritt.
Es umschließt wie eine Honighülle
und die Farben wachsen aus der Fülle.
Es kriecht zu einem unter die Haut
und ist seit jeher da und vertraut,
wie man meint auch wenn es nicht so ist,
weil man den Moment des Daseins vergisst.
Man selber wird zur kandierten Frucht,
die im Inneren kennt nur eine Sucht,
den Wind tief in den Lungen zu quartieren
Ohne sich dabei viel zu orientieren.
Sich ganz nah an den Winde schmiegen.
Im Stehen, Sitzen oder beim Fliegen,
und selber zu flatternder Luft werden.
Die Größe der Menge kann nicht gefährden.
Die Katze fällt auf ihre Füße.
Man schenkt sich die Analyse,
denn der Wind steuert das Verlangen,
sie zu küssen auf die Blumenwangen.
Kommt der Wind sich wieder weiden?
Beginnt erneut das süße Leiden,
das duftend anlächelt und verwirrt,
dass man wird ein Wespennest das schwirrt?
oben
Seefrucht
Sonnenstrahlen berühren die Haut.
Ein Wasserfall küsst die Augen.
Der tiefe Duft ist wie nie vertraut,
am Hals lebhaft weiches Saugen.
Warme Finger streichelnd bedecken,
die endlosen gedachten Gedanken.
Küsse den Schlafenden wecken,
das Augenfunkeln lässt schwanken.
Nähe die auf der Nase singt
und Lippen zart beleckt.
Eine vertraute Stimme winkt,
das Ohr das Herze schmeckt.
Im Traum verweilend liegen;
gänsehäutig sie empfinden,
an die Wellen sich schmiegen,
Kopf und Seele entschwinden.
Getrost geschlafen und erwacht,
aus freudig lüsternen Geweben,
die Wolle zündend entfacht,
sich willenlos öffnend ergeben.
Es zergeht auf der Zunge wie Zuckerluft
und schwingt in den Ohren wie Honig.
Es packt und fesselt mit dem Duft;
es ist süß, bescheiden und melonig.
Man nagt, knabbert und ist neugierig;
kommt dabei schnell zum Kern gestoßen.
Es mundet kurzweilig nicht schwierig;
die Geschmacksnerven lassen sich kosen.
Man behält es da wo es momentan ist,
atmet sachte mit einem Kopfbewegen
und weiß genau, es wird vermisst,
würde man es von der Zunge legen.
Es sollte dort immer verweilen,
sich ausbreiten und erzählen
und nicht flüchtig enteilen,
den Mund als Heimat wählen.
Liegt es mal nicht auf der Zunge,
schwebt es dahin sich verkopfend,
wandert mit den Zügen in die Lunge,
bis es hält vor der roten Türe klopfend.
Duft und Geschmack haben sich eingeschlichen,
auf leisen Sohlen den regen Geist umgarnt,
die Sinne sind dabei nicht von der Stell gewichen,
denn man war im Vorfeld nicht gewarnt.
Der Käfer läuft geschwind über den Sand,
er kuckt emsig rechts, links und weiter,
umhüllt die Umgebung mit einem samtigen Band,
strahlt, lächelt, spaziert und ist heiter.
Die fröhlichen Augen scheinen warm,
ein Hauch von Irritation schimmert dort,
bezaubernd verstrickt wirkt der Scharm,
durch ihn bebildert spricht das Wort.
Der Käfer klar voll Gedanken abwesend,
dennoch in einer neuen Situation verweilt,
darin betrachtet er aus den Augen lesend
den anderen vorbeilaufend und enteilt.
Sonne schimmert auf dem Panzer,
der etwas beansprucht sich wellt,
aber nicht brüchig sonder ganzer
kleidet als die für teueres Geld.
Unbefangen zeigt sich der Dialog
mit den Sandkörnen und den Gräsern;
im Banne stehend verfällt man dem Sog,
doch getrunken wird aus blauen Gläsern.
Spät denn früh stützt die Freude,
den Käfer in der losen Körnerzahl,
Zuhause beheimatet im Gebäude
umwickelt ihn der weiche Schal.
Schritte laufen in die falsche Richtung,
Gedanken vermissen das geteilte Denken.
Verweist erscheint man auf der Lichtung;
keine Worte einem ein Flüstern schenken.
Gewidmet der eigenen Gedankenwelt,
lässt man die Augen tiefer schweifen,
in das wandelnde Nebelkleid man verfällt.
Die Meinung im Kopf beginnt zu reifen
Neues hilft Gewohnheiten zu entsorgen,
verworrene Gefühle langsam sich glätten.
Im zur Seitetreten schwant der Morgen;
viele Beschäftigungen über die Zeit retten.
Egal ob es einen jemals vermisst,
es ist nicht da und kann nicht lachen,
der Tag stapft langsam aus dem Triest
denn Wege weisen sich dem Schwachen.
Bunte Pflanzen die Straße beschnipseln,
neue Wege einen wieder überraschen,
es erscheinen die ersten Sonnenwipfel,
die greifend einen schließlich erhaschen!
Wiegend lauscht die Staude gespannt
und lässt sich begießen mit Worten.
Den Mond hat sie bereits benannt;
ihr leichtes Wachstum lässt sich orten.
Fröhlich statisch wackeln ihre Blätter,
das Tomatennäschen atmet in der Ruhe.
Sie wächst bei gutem wie bei schlechtem Wetter;
Rot wie das Näschen tanzen ihre Schuhe.
Winkend schaut ihr Augenpaar
und durch das Grün sie spitzelt.
Sie gleitet durch die Pflanzenschar
und dabei den Gärtner gerne kitzelt.
Rechts und links an ihrer Seite
lehnen viele andre Gewächse.
Der Teppich weitet in die Breite.
Sie fürchtet keine Kräuterhexe.
Reifend gewinnt sie schnell an Höhe
und die Wurzeln forschen tief.
Schützend trotzt sie jeder Böe
mal gerade und dann wieder schief.
Entspannt er dasitzt,
lauscht und spät
und grinst verschmitzt;
den Schnabel mit Worten belädt.
Auf dem Ast hocken mehr.
Er plaudert drauflos,
es fällt ihm nicht schwer.
Die Schar wird riesengroß.
Sie diskutieren über die Welt,
die Nahrung und die Nester.
Die Schar schwindet und schwellt;
dabei kein Kreischen oder Geläster.
Die Stunden verstreichen schnell.
Er gibt Nähe und hört den Problemen.
Eine Weil döst er stehend auf der Stell.
Zum Frühstück plaudern sie die alten Themen.
Wie am Anfang die Stunden gegangen
ziehen jetzt die Tage vorbei.
Ohne, dass Eile und Hetze ihn fangen,
er schnabelt weiter munter und frei.
Als für länger kommt der Regen,
Baut er ein kleines Blätterdach.
Ohne Gespräch den Schlaf sie nicht mehr erwägen.
Unverdrossen verweilt er und wird nicht schwach.
Mit einmal war aus Herbst und Winterschnee
geworden der grüne Frühlingsklee.
Interessiert bekuckt er noch immer die Vogelschar;
im Sommer er sitzt ohne Dach am Kopfe bar.
Die Zeit hindurch kümmert er sich nicht viel
um Essen oder die zukünftige Bleibe.
Manchmal ist Essenssuche sein Ziel,
doch ihm die anderen geben ab eine Scheibe.
Um ihn herum bildert sich erneut des Herbstesrot.
Er schüttelt sein Gefieder und reckt den Kopf.
Höflich bedankt er sich für Unterkunft und Brot
und nickt zufrieden mit dem Federschopf.
"Ich habe mich wohl etwas verplaudert!
Morgen habe ich einen wichtigen Termin
wie mir gestern als ich kam noch schien!";
in Gedanken ihm dabei nicht schaudert.
Gemächlich munter erklimmt er die Lüfte,
dabei atmet er die neuen Düfte
und ist der Vogel der flatternt faltert,
denn er ist in dem Jahr nicht die Spur gealtert.
Farbenlicht im Morgentau
verbreitet Magenflau.
Ohne geweckten Schimmer,
schlummert sie in ihrem Zimmer.
Räkelnd in die Breite
streckt sich ihre Weite.
Fußend in die Länge
wachsen ihre Fänge.
Sanft wandern ihre Haar
in gekreuzter Schar
hinauf den Kopf,
zu einem losen Zopf.
Die zarte Matte
schwimmt wie Watte
auf der weichen Haut
und Straßen mit Nestern baut.
Ihr Bein mit Bewegung
zeigt die Regung
und ihre Schenkel straffen
die süßen Zuckerwaffe(l)n.
Atmend zuckt die Nase.
Blüten duften von der Vase.
Die Finger unters Kissen kriechen.
Lust kann Freude riechen.
Ihre Zehen sich biegen
der Hintern zuckt im Liegen.
Ein Seufzer entflieht dem Munde.
Sie murmelt tief die Gesunde.
Ein Lächeln auf ihre Lippen hüpft,
das aus ihrem Herzen schlüpft.
Es verbreitet schluchten Schauer
auf dem Körper in langdehn Dauer.
Atmend hebt sich ihre Brust.
Flüsternd geht die Lust.
Träumend sie die Stirne runzelt.
Der Betrachter freudig schmunzelt.
Hinläufig im Moment verheddert,
den Kopf von jetzt auf da geschreddert,
gefühlsbeduselt vom Zug gestreift,
der Körper sich mehr und mehr versteift.
Beschwingt fließt ein Plätscherfuß,
ein Augenschlag ruft zum Gruß,
malend pinselt sich das Wiegen,
dazu die Lippen zärtlich schwiegen.
Wärmewand wächst mit Stil,
in der Augenwiese grazil,
breit geschmückt und apfelrund,
trocknet sie aus Zung und Mund.
Der Duftstrom gänzlich umschlingt
und rückseitig die Erscheinung winkt.
Weich entfernender, gleitender Gang;
leise tönt raschelnder Kleiderklang.
Geladene spürbare Nähe,
ein Knistern von Nase bis Zehe,
ein Wolkenmeer in der Berührung,
erhellt die Höhlenführung.
Wallend stetes Pegelsteigen,
die Flucht im Kopf zur Seite neigen,
verhindert nicht des Herzensdrücken,
die Himbeerblüte doch zu pflücken.
Schneeflocken tänzeln wild herbei,
über den weißen Hang tönt ein Schrei.
Kinder in den Stöbermassen toben,
wobei sie Schnee zu Häusern schoben.
Feuchte Hosen und klamme Hände,
schleichen um die Häuserwände.
Das Läuten öffnet ihnen das Heim,
wärme schmilzt den weißen Leim.
Die nassen Klamotten zu Boden fallen,
die kleinen Händchen sich Plätzchen krallen
und die kalten Näschen in der Stube tauen,
während sie aus dem Fenster schauen.
Aus der Stadt lockt ein Schimmern.
Lichter auf der dichten Hülle flimmern.
Lampen und Sterne die Straßen zieren;
in der Wärme muss keiner frieren.
Der Weihnachtsmarkt fröhlich riecht,
Bratwurst und Punsch in die Bäuche kriecht.
Warme Luft schlängelt durch die Ritzen,
Zweige und Schnee die Buden schnitzen.
Flauschige Mützen durch die Gassen wiegen,
die Temperatur verstärkt das Flockenfliegen.
Mantelkragen sich schützend stellen,
Kleidung und Träger sich fröstelnd wellen.
Eng gehalten wärmen sich die Hände.
Der Weihnachtsmarkt geht bald zu Ende.
In den Augen leuchtet ein ganzer Baum.
Verzückt genießt man diesen Weihnachtstraum.
Ein Urwald zum augenfälligen Schrecken,
denn Kopf und Schwanz lassen sich beliebig strecken,
das Halten an Haltestellen ist beschildert,
ein Auto gepflegt dagegen wildert.
Zu viel dort langsam gelesen,
gleich einem struppigen Besen,
hat der Igel erschleichend die Neugierde geweckt
und beim Abbiegen es auf der Straße erschreckt.
Bloß blau und grün im Leuchtermeer,
genügt nicht mehr dem Schriftenbär,
denn wo man bereits breitgesessen,
verweilt man auch zum nächste Essen.
Futterstuben über die Straßen kippen,
dass Besucher kraftlos schippen,
denn üppig drückt das Kuhgewissen,
man schluckt die letzten Bissen.
Wo ist das Schild nur wieder hin?
Zum Automat geschnellt es zu ziehen;
doch nur sägemehlbeschnipselt,
dann Übelkeit in einen Brechreiz wipfelt.
Gewunken eilt die Taxe flink herbei,
gebückt zu Boden hört er den Schrei.
Türen schlagen, ein Menschenentfernen,
Knotenschauen an den Himmelsternen.
Boden gleicht dem Oben?
Das Auto fährt geschoben.
Langsam und doch schnell.
Es bewegt sich von der Stell.
Augen blitzen neonlastig,
Hellschwerz brenn fast garstig,
denn der kristallene Farbenmost,
blendet die tief geglaubte Post.
Die Schattengrauen das Auge mildern.
Die Gedanken beginnen im Gehabten zu wildern.
Schlingernd hält die knappe Kutsche,
die Straßentreppe wird zur Rutsche.
Am Geländer hoch gehievt,
genießt er im Treppenhaus den Mief.
Er nüchtert die zerrissenen Augen.
Kein Schildlicht schleicht mit Laugensaugen.
Durch die Tür gebrochen,
beginnt das Herz im Kopfe zu pochen.
Da ist das Heim zum kühlen Duft,
getürmt häuft sich die Kleiderkluft.
Ins Bett gestürzt wiegt die Jalousie,
das hüpfend ausgebremste Federvieh.
Nackt verfallen in die Träume schief,
katert aus der Träumer tief.
Lebendig gesteckt in die Tiefen
kräuselt sich die Frisur,
sie glänzt wie gepresste Oliven;
umwildert die Maske aus Velours.
Ohrensausen wird zum Flüstern,
Nasenjucken zum Gebären,
die Gedanken schweifend Lüstern,
und das Leuchten wird sich mehren.
Die Schulter steckt im Wissen,
die Füße ruhen holzig,
die Zähne neu gebissen,
in Stahlgestelle stehend bolzig.
Ernährt mit Schläuchen,
dämmert die Zeit im Lauf,
zusammen mit den Gebräuchen
steht er feil zum Kauf.
Geboten wird mit Kristallen,
Verkauft, geschoben und verladen,
enger rücken Gürtelschnallen,
in den Kisten sitzen Maden.
Verschifft über weite Fluten,
gereiht an Kettenschlägen;
den Passagieren ist zumuten
als hören sie die Plattersägen.
Dahingerafft im näher Laufen,
beginnt ankernd das Umschlagen,
mit Ziegel, Ziegen, Menschenhaufen
Füllen sich der Käufer Wagen.
Gezogen von den Muskelbergen
Treffen sie auf ihre Bleibe,
gehorsam harren aus die Schergen,
bis verholen winkt das Weibe.
Neu gezüchtet wächst die Brut,
in Erde, Torf, Moor und Dunst
gegossen mit der heißen Glut,
wird das Überlaufen eine Kunst.
Berufen vor den Stuhl
pflichtet man den Taten,
gehört vom Richterpfuhl
schippt man mit dem Spaten.
Zurück gekehrt trocknen die Haare,
und das Nasenjucken verschwindet.
Man hüpft vergnüglich von der Bahre,
denn das Nichts einen wieder bindet.
Mirabellensaft
Wippend schlägt des Hutes Saum,
Sandblumen wachsen wie aus Schaum,
heiter werden Grenzen durchbrochen;
sie hat die Bergesluft gerochen.
Schreitend in der Landschaft findend,
in den Honigbächlein durch die Wiesen windend,
genießt sie das klare Wasser in den Quellen,
vom Wind getragen sich ihre Haare wellen.
Versammelt beim Speisen pflegt sie das Reden,
Gespräche und Geselligkeit spannen Fäden,
sie plaudert fröhlich und munter;
die Umtrugsrunde wird immer bunter.
Zuhause murmelt sie sich mit Pinseln ein,
genießt dabei im Fenster den Mondenschein,
flüstert gerne in Gedanken mit den Wänden,
die bemalt mit Farben ausgelassen blenden.
Herzlich liegt die Reiselust im Schlummer,
sie packt präzise ohne Hast und Kummer,
denn die Ziele riechen neu,
zwinkernd wie Hundeaugen treu.
Sie liegt entspannt unter den Bäumen,
die geschmückt mit duftenden Träumen,
streichelnd ihre zarten Wangen berühren
und sie dabei sanft verspielt verführen.
Brockenbollwerk
Berstend knirscht das Rückenfell,
aus den Ritzen schleichen Schwaden,
hustend, fauchend, atmend schnell
ziehen dunkle Kreise um die Waden.
Beschwert heben sich die Füße,
zielend auf die formenden Blasen,
getreten platzt das blubbernde Gemüse,
auf dem grauen Wasserspiegelrasen.
Hinfort stapfen die Trümmer,
über den grauen, starren Spalt,
der wachsend immer krümmer,
leblos winkt im Magmawald.
Erweckt die Tore zur Seite brausen,
und die Staubwolken beiseite schieben,
das Wasser kann im Berge hausen,
geschützt vor Magmadieben.
Blasenreste der Dunst verschlingt,
ächzend die Geröllmasse sich bückt,
und mit dem Streustrahl ringt,
denn der Wasserkegel es zu Boden drückt.
Müde von dem regen Treiben,
torkelt der Basaltstein in den Gängen,
Suchend forschend nach den Bleiben,
die sich schattenlos durcheinander drängen.
Grünlich, schilfig locken Liegen,
die sich der Ruhe Schlafes leihen,
wo sich größte Brocken biegen,
bis die Wächter wieder schreien.
oben
Im Schatten der Torbogen prangt
und grazil eine Blüte daran rankt.
Augen über den Platze tasten,
durchsehend durch die Menschenlasten.
Ein Lächeln sie dem Bewunderer schickt
ihr Kopf dezent in eine Gasse nickt,
in der sie gleich leitend verschindet
und den Betrachter verdutzt an sich bindet.
Die Gasse dient dem Gänger,
denn sie wird nicht breiter sondern enger.
Nah beisammen stehen Gerüche,
es klimpert ein Topf aus einer Küche.
Durch ein Rinnsal springt ein Hund;
eine Katze ist der Beutefund.
Jagend er sie um die Stände hetzt,
und einen Vorhang dabei zerfetzt
Die Frau gleitet in den Hauseingang
und hölzern tönt der Treppenklang.
Die Stufen wiegend tritt sie empor,
dem Verfolger pocht das Herz im Ohr.
Sein Mund frisst dürrste Trockenheit,
denn kein Regen wüstet weit und breit.
Sein Puls vernimmt ein Morseklopfen.
Die Gedanken selbständig sich verkopfen.
Ein heimlich leises Schlüsselklirren,
die Tür beginnt nach innen zu schwirren,
das nickende Geleit verschwindet dort,
seine Beklemmung schleicht nicht hinfort.
Zögernd tappst er folgsam hinterdrein,
durch die Jalousien dringt leichter Sonnenschein.
Auf dem Boden ruht die Zeitung belesen;
verschollen scheint das schöne Wesen.
Aber im selben Augenblick,
der Mann zuckend erschrickt,
denn die Schönheit bei der Türe steht
und der Wind ihr Haar zu ihm weht.
Ein leichtes Lächelt, als tät sie irren,
im Suchen bei den Menschenwirren.
Doch dann deutet sie zur Blumenvase;
kleine Wasserperlen zieren ihre Nase.
Verwundert folgt sein Blicken,
ihrem richtungsweisenden Nicken,
wobei er ihre kleinen Perlen zählt,
bevor er die große Blume wählt.
Sie stolziert zu einem Fensterspalt.
Ihre Körperform krallt ihn heiß und kalt.
Die runden Kurven sich wieder zu ihm richten
und dabei tippend die Haare zueinander schichten.
Durchforstend den dünnen Stoff des Kleides,
sehend und doch nicht gelingt ihm beides,
da das Muster vom Schweiß getränkt,
im viel und gar nichts schenkt.
Ihre Hand beginnt zu fächeln,
innerlich drückt ihn Atemhecheln,
da die Bewegung wie aus Unachtsamkeit,
ihre Schulter vom Träger des Kleides befreit.
Der Stoff beginnt sich dort zu wellen,
Blutdruck lässt die Zweifel schwellen,
ob es vielleicht war aus Versehen,
verursacht vom durchs Fenster Wehen.
Das Kleid im Irren fällt zum Papier,
Lust, Freude, Nähe keine Gier.
Er verweilt außerhalb der Gedanken.
Zum Bett sie geht, das lässt ihn schwanken.
Lockend steht sie bei den Laken,
und wickelt wie hundert Kraken,
ihn ein mit nur einem Finger;
ihrem sanften Botschaftsbringer.
Der Anblick ihn gleich zweimal dürstet,
da der Liebreiz seinen Nacken bürstet.
Der Mund ihm nach dem ihren drängt,
und er sich dabei mehr und mehr verfängt.
Sie lässt sich in die Laken fallen.
Wippend ihre Haare ins Gesicht ihr wallen.
Schimmernd glänzt beperlt die Haut;
er versteinert zu der Blüte schaut.
Ihr Lächeln beschreibt sein Tasten,
übers Laken beim Näherhasten.
Die Haut gespürt lässt ihn zusammenzucken.
Jetzt sind sie ganz nah im Aneinanderkucken.
Behutsam zieht sie seine Hand,
gegriffen wie ein Freundschaftsband,
als wolle huldvoll sie ihn ehren
und mit Diamantenperlen beschweren.
Zart spürt er ihre süßen Lippen.
Ihr Oberkörper fängt an zu wippen,
als sie ihn umdrehend entkleidet,
und daran sättigend ihre Augen weidet.
Ganz nah körpert ihre Nähe lange,
anfangs beiden etwas bange,
zu ungewiss die Wörter zum Sprechen,
um das feurige Eis sanft zu brechen.
"Weder tags noch nachts gelebt,
hab ich zu dir zu tiefst gestrebt,
gleich einem Bär an Honigwaben,
will ich dich mit allen Gaben."
Gekrönt den brüchigen
Asphalt
rankt das Ende durch einen Spalt,
die leuchtend, schimmernd rote Frucht,
entwuchs der breiten Häuserschlucht.
Pflücker stehen im fieberhaften Eifer,
Beeren zu finden mehr als reifer,
denn Waagen ermitteln den Gewinn;
schnellstes Sammeln, groß der Sinn.
Gepflückt in viele Taschen,
gestopft in tiefe Flaschen,
tropft der Beerensaft in den Straßen;
dicke Luft umschließt die Nasen.
Busch und Sammler verschmelzen,
bei der Suche durch Grünzeugspelzen.
Die Früchte pieken mit Stechhaaren,
im Biss lugen unbedachte Gefahren.
Gehetzt zu den Straßenrissen gesprungen,
gereizt vibrieren die verengten Lungen,
es wird im Ungewissen zeitig geendet,
der Verlust die Marmelade spendet.
Müßig die rote Traube quält,
Haut sich von den Fingern schält,
denn Schmerzen liegen im Gieren;
der Mensch ist haltlos am Mutieren.
Allmählich prangt die Wüste abgeweidet,
und niemand der nicht leidet,
findet sich mit einem anderen im Vergleich,
denn alle verschnaufen geschunden totenbleich.
Saftbehälter werden zusammengetragen,
das Ergebnis drück auf den Magen,
denn das Gefühl verläuft im Leeren,
die Stacheln die Waage beschweren.
Ein Gewinner leuchtet in fahler Pracht,
zu Ende ist die Beerenschlacht,
die im Nachhinein bitter schmeckt,
da dahinter die Entbehrung steckt.
Von Hosen, Flaschen und Westen,
wird Marmelade gekocht aus den Resten,
die gegossen zur Siegtrophäe,
symbolisiert in unwirkliche Nähe.
Zerstochen, zerkratzt, im Kopfe leer,
findet wohl kaum einer mehr,
daran gefallen an jener Tat,
sich zu ergeben im Beerenbad.
Licht die Dunkelheit ablöst,
ein Mann müde am Fenster döst,
seine Lieder mit den Lampen zucken,
Konturen seine Augen schlucken.
Das Papier raschelt aufgeweckt,
sein Kopf nun in der Zeitung steckt.
Doch halb er das nahe Murmeln hört;
ein klares Lachen die Gedanken stört.
Weiche Stimmen sprechen leise
und berühren auf angenehme Weise.
Verwundert gerutscht aus der Zeile,
verharrt er hörend eine Weile.
Im Lauschen döst er wieder ein,
sein Geist verfällt dem roten Schein,
der durchs Fenster zu ihm springt
und die Dämmerung zum Flackernden bringt.
Erwachend er in die Höhe schreckt,
hastig seine Zeitung in die Tasche steckt,
zum Ausgang sich schleunigst begibt
und die Türe öffnend zur Seite schiebt.
Falsch der Bahnsteig den Mann empfängt,
der zurück in die U-Bahn schwenkt,
auf einen nahen Patz sich setzt,
und die restliche Zeit abschätzt.
Die Neugier zum Gegenüber schweift
und die Kleidung und höher greift.
Eine Frau alleine seine Blicke tauscht,
sie hat er vorhin im Gespräch belauscht.
Wie Trockenbrot er bröselnd zerfällt,
denn zu ihm ihre Wärme schnellt
und beide verdutzt im Moment verharren;
um im Herz des anderen zu scharren.
Ihre Augen treffen sich wieder,
zu flattern beginnen die Augenlieder,
die Hände bewegen sich wie gesteuert,
Lichtblitz der eine zum andern feuert.
Unachtsam sich ihre Knie stellen,
erschreckt zurück sie schnellen.
Die Sekunden werden länger,
beide ergeben sich dem Fänger.
Interessiert jeder den anderen mustert
und sich daraus ein Bild zusammenschustert,
das nicht Bestätigung durch Worte findet.
Das traute Sein von dannen schwindet.
Ein letzter Blick zum Gegenüber,
wie es scheint ist die Zeit vorüber.
Aufstehend er die Wagentür erreicht,
Verdrängen zum Vergessen schleicht.
Stille beginnt sich in den Köpfen auszubreiten,
seine Schritte auf dem Bahnsteig schreiten.
Das Entfernen die Augen feuchtet.
Die Lampe bei der Türe leuchtet.
Ein Piepsen in den Ohren,
die Frau ist fast zu Eis gefroren,
erwacht springt sie mit großer Hast,
denn auch sie hat die Station verpasst.
Nun steht die Frau neben den Gleisen
und überlegt wohin zu reisen,
denn Zuhause wartet kein Empfang,
kein Feuerwerk mit Glockenklang.
Leise vernimmt sie noch ein dünnes Hallen,
seine Augen ihr ins Gedächtnis fallen.
Stürmisch rennt sie los ihn zu finden,
denn die Gefühle ihre Beine binden.
Spähend sucht sie seine Richtung,
rastet etwas auf einer Wegeslichtung,
um das Geräusch besser zu orten,
dann verlässt sie die U-Bahnpforten.
Im abendlichen Schein der Boden leuchtet,
nieselnder Regen die Straße befeuchtet.
Sie lugt nach dem Zugesgatten,
vor ihr läuft des Mannes Schatten.
So schnell sie kann rennt sie herbei,
sie fühlt sich rundum selig frei
und doch wie ein Paket geschnürt;
sie ihre Beine nicht mehr spürt.
Sie erlangt Zuflucht in seinem Rücken.
nah vor ihr steht er zum Pflücken,
doch der Mut scheint ihr zu schwinden,
wie soll sie die rechten Worte finden.
Plötzlich sie im Näherhasten stolpert
und mit einem Aufschrei in ihn poltert,
doch so war es nicht gedacht,
beide liegen nahe einem Abluftschacht.
Erstaunt schaut er in ihr Gesicht,
spiegelnd liegt dort eine Wasserschicht.
Trocknend er ihre Wange streicht,
dabei die Frau nicht von der Seite weicht.
Helfend er sie auf die Füße stellt,
Nässe aus ihrer Kleidung fällt.
Sanft zieht er sie bei der Hand,
froh, dass er sie wieder fand.
Beide genießen die Berührung,
und begeben sich auf eine Führung,
die sie durch die Gassen spült
und ihre Sinne wild durchwühlt.
Zusammen sie dem nächsten frönen,
indem sie sich gemeinsam föhnen
und herrlich innig schwatzen,
bis sie fast vor Freude platzen.
Wellen wickeln Wasserfäden,
flüsternd ihre Zungen reden,
stürzend weiße Finger greifen,
Nägel an den Steinen schleifen.
Wogental getürmt zur Spitze,
überfällt die Steinzeugritze
und tiefe Sorgenfalten wischt,
mit schäumender spritzender Gischt.
Ruhend ein Mann dem Meere lauscht,
sich mit den Körnerkörpern tauscht,
und träumend einen Schlag vernimmt,
von Kopf bis Fuß das Wasser schwimmt.
Nass verdutzt sieht er sich tropfen,
Hände nach dem Wasser klopfen,
ein Strandgut fußend angespült,
es harrend sein Gebein befühlt.
Stark beginnend neu zu gieren,
muss er auf die Strandlast stieren,
sie erkundend in den Flecken,
seine Hände nach ihr strecken.
Der Schläfer mit den Augen rollt,
fesselnd er ihr Gedanken zollt,
das Paket sich windet und zuckt,
die Frau Algen und Wasser spuckt.
Wie vom hohen Zaun gefallen,
Wellenkronen zu um wallen,
und flott geschwind herbei er eilt;
der Beschenkte beim Schwemmgut weilt,
Blinzelnd ihre Augen schlagen,
die dünne Stimme stellt ihm Fragen,
doch er ist nicht ganz bei Geiste,
denn zu viel der Mann schon reiste.
Und so kommt nur Unsinn herbei,
erfüllt quasselt er auf befreit,
fern ab von Vernunft und Segen,
kam ihm mehr das Meer gelegen.
Verwundert lauscht sie erkräftet,
die Schwemmfrucht sich an ihn heftet.
und sich klamm zum Trocknen begibt,
indem er sanft sie zur Sonne schiebt.
Wärmend sich die Augen schauen,
tiefer, tiefer sie sich trauen,
zügellos verharrt im andern,
durch den Frohsinn beide wandern.
Bewusst erkannt von Irrgeleit,
zwirbeln sie beide Seit an Seit
und spinnen fleißig nasse Schnüre,
gegründet auf zarte Schwüre.
Freitags kam 's so zu den Dingen,
wie sich einst die Körner fingen,
als sie aus den Steinen brochen
und zum feuchten Meere krochen.
Denn wer will nicht selbst sich spülen,
und sich diesseits dabei fühlen,
labend an den Meereswellen,
sich dem eignen Schicksal stellen.
Im Synchronismus tief verzahnt,
hingestreckt geistig erlahmt,
erschlagen durch die Wand,
spielend mit der Schaufel Sand.
Im Spiegelbild suchend gefunden,
in Zehntelsekunden gebunden,
an einen Strauß mit roten Stecken,
zu wahr um daran zu erschrecken.
Fingernd Gestiken erwidern,
entschlüpfend aus den Kinderliedern,
die säuselnd frohe Botschaft kunden,
dass sie sich ans Herz gebunden.
Wartend lacht die Pause,
über diesen dummen Strauße,
der die Sinne narrend Namen nennt,
obwohl er gar keine beim Namen kennt.
Ihm ist nur wohl im Spinnen,
wenn die Wege auseinander rinnen,
doch zu schnell soll es nicht enteilen,
sondern im Bewusstsein weilen.
Nächte wachend darauf gelegen,
sich Zuspruch erhofft vom hohen Segen,
der mit stummen Munde lauscht,
im Blätterwerk das leiser rauscht.
Zeitig die Flüsslein kühlen,
kein Protest spricht von den Stühlen,
lahmend sie sich in die Ecken stellen
und sich mit dem Staub gesellen.
Nächste Schwaden ziehen bauschig,
und ein dicker Nebel wickelt flauschig,
in dem matter schimmernden Licht,
das von dem Wolkenzauber spricht.
müde Fährmannsmütze
Im Wasser wühlen kleine Hände,
Grünschilf wandert nach den Seiten,
Wispernd schmiegen sich die Wände,
um das Segelboot von weitem.
Fröhlich feuchte Finger klatschen,
Segel von dem Wind geleitet,
Ärmchen die das Flüsschen patschen,
und das Boot im Wasser reitet.
Es schaukelnd um den Jungen kreist,
der knietief im Wasser hüpft,
glücklich das Schiff nach oben reißt
und es erneut ins Flüsschen schlüpft.
Ringe in dem Nass sich schreiben,
Hände tätscheln ihm den Schopfe,
die dann an den Schultern reiben,
denn kühl zieht der Wind am Kopfe.
Den müden Schiffer trägt die Frau,
liebend gedrückt an ihre Brust,
der Himmel düster wird zu grau,
im Nu hinfort die Fährmannslust.
Im Wettlauf mit Sturm und Regen,
läuft sie zu einem nahen Zelt,
der Windschutz kommt ihr gelegen
und die Frau sich unterstellt.
Häupter sich zum Gruße neigen,
ihr jeder seine Nase schenkt.
Kurz getaucht in weites Schweigen,
mit Freuden man sie dort empfängt.
Die Reife sie hier lobpreisen,
von dem Eigner Hüttengeher,
der hier wohnt auf seinen Reisen,
denn er ist ein ferner Seher.
Er oft aus der Welt berichtet;
die Bewohner labt mit Wissen,
das träumend Gedanken lichtet,
darum will ihn keiner missen.
Wärmend strahlt das nahe Feuer,
fröhlich klappern volle Kannen,
seine Worte werden treuer
und die Bilder alle bannen.
Üppige Kost wird dort gereicht.
Worte in die Köpfe greifen,
und Glückseligkeit sie beschleicht,
dass sie an dem Leben reifen.
Draußen heftig Stürme pfeifen,
an das Zelt sie grapschend gieren,
ihre Münder raspelnd schleifen,
und in Ritzen schnüffelnd stieren.
Die Plane wellend um sich schlägt,
um dem Würger zu entrinnen,
die Stammeskraft das Zupfen trägt,
doch die Böen tobend spinnen.
Brechend in die Tücherfalte,
steckt der Zauser seine Nase,
pfeifend bläht die weite Spalte,
eine nasse große Blase.
Geknotet trocknet die Beule,
von flinken Finger schnell geknüpft,
hinfort mit lautem Geheule,
gekränkt der Wind von dannen hüpft.
Sie im Beisein aller schmausen,
liebestoll von kühnen Plänen,
und zusammen trächtig hausen,
weil sie sich zum Andern wähnen.
Müde gähnt des Fährmannsmütze,
als er sich zusammenwuschelt,
schippernd auf der roten Grütze,
die mit seinen Träumen kuschelt.