Er lief zwischen den Regalen durch und suchte. Leicht nach unten gebeugt
wühlte er in einem Regal das mit Soßen überfüllt war.
Langsam schritt er in der gebeugten Haltung nach hinten wobei er mit seiner
Hand tastend das Regal weiter untersuchte. Er zuckte zusammen als er mit seinem
Hinteren gegen etwas stieß; schnell drehte er sich um.
"Hallo"
"Tut mir leid!"
"Macht nichts! Schon okay!"
"Du suchst eine Nudelsoße?"
Sebastian grinste und nickte dann.
"Ich kann dir die empfehlen!" schnell kam sie mit einem Päckchen
wieder, das sie aus dem gleichen Regal etwas weiter vorne gezogen hatte.
"Schmeckt total lecker, wenn du Lauch und Paprika leicht anbrätst
und dann die Soße drüber gießt."
"Hm.. hört sich gut an. Jetzt lass mich mal überlegen ob ich
noch Lauch daheim habe...."
"Wir haben ganz frischen Lauch! Heute erst vom Großmarkt gekommen."
Sie lächelte ihn an
"Wo wohnst du?"
"Äh...." Sie sah ihn verwundert an, weil sie mit der Frage
überhaupt nicht gerechnet hatte.
"Nicht so wichtig. Wo habt ihr den Lauch?"
Noch etwas verblüfft zeigte sie in eine Richtung.
Sebastian lief durch den kleinen Supermarkt mit einem orangefarbenen Korb
in der Hand.
Er nahm einen Büschel mit Lauchzwiebeln und auf dem Weg zur Kasse schnappte
er sich noch andere Dinge.
"So. Das hätte ich!"
Er breitete seinen Korbinhalt aus.
Zügig tippte sie die Preise ein und fragte:
"Tüte?"
"Ja, bitte."
Sebastian zahlte. Langsam sortierte sie das Geld in die Kasse; fast etwas
umständlich. Er wartete. Es dauerte noch.
"Stimmt es?"
Sie zuckte zusammen.
"Was?"
Die Verkäuferin sah ihn etwas gedankenabwesend an. Ihr hübsches
Gesicht wirkte jetzt noch schöner. Ihre blauen Augen waren auf ihn gerichtet.
"Das Geld. Ist es okay?"
"Sie sah auf die paar Münzen die sie noch in der Hand hielt."
Und nickte dann schnell.
"Heute ist nicht Donnerstag!"
Sebastian schob die braune Papiertüte zur Seite die er mit den Sachen
gefüllt hatte.
"Hm..." sie nickte wieder
Jetzt fielen ihm ihre schönen Lippen auf. Sie glänzten zart wie
ein Tautropfen der an einer Erdbeere hing. Geschmeidig wie eine Welle die
sich langsam näherte und dann tosend über einem zusammen brach offenbarten
sie sich ihm. Sebastian schluckte und blickte auf ihre Hände.
Es lag etwas Verlegenheit in der Luft und er hatte sich von ihr anstecken
lassen. Seine Blicke wanderten wieder höher und jetzt betrachtete er
ihren Oberkörper der sich durch den weißen Kittel abzeichnete.
"Sie hat eine knackige Figur." dachte er
"Wo wohnst du nun?"
Sebastian blickte ihr wieder direkt in die Augen.
"Nicht weit von hier. Mit der U-Bahn allerdings."
"Fährst du gerne U-Bahn?"
"Geht so! Hin und wieder macht es große Freude einem Saxophonisten
zu lauschen der im U-Bahnschacht spielt."
"Ja, hört sich echt cool an!"
"Willst du mich besuchten oder warum hast du gefragt?"
"Hm... weiß ich selber nicht mehr. Wahrscheinlich hätte ich
dich auch nach der Uhrzeit fragen können. Vielleicht war es nur eine
Ausflucht. Ich hätte lieber sagen sollen, dass du eine schöne Frau
bist."
Etwas verlegen senkt sie ihren Kopf, aber sah ihn gleich wieder an.
"Heute ist Freitag und ich mache Vertretung!"
Die Verkäuferin legte beide Hände an die braune Tüte, die dabei
knisterte.
"Willst du mich besuchen? Ich koch dir mal was ohne Nudeln!" sie
grinste
"Wir werden sehen. Ich hoffe du bleibst mir hier noch etwas erhalten."
er schnappte sich die Tüte und ging aus dem Supermarkt.
"Schöne Tage!"
"Ciao!"