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Informationen rund um den Obus - informations about trolleybuses

Reiseberichte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Besuch in Marienbad, Pilsen, Pardubice und Brünn am 17.-19. Sept. 2010

Eine Seminarteilnahme in Berlin am Montag, 20.9.2010 konnte genutzt werden, um den „Tag der offenen Tür“ in Brno am Samstag zuvor zu erleben und die neue Trolleybusstrecke in Plzen zu erfahren. Nach einem frühen Start am Freitag erreichte ich um 10 Uhr Nürnberg. Knapp 50 Minuten Umsteigezeit blieben hier, ehe es mit dem RE weiter nach Cheb ging, am dortigen Grenzbahnhof erfolgte der Umstieg nach Marienbad. In diesem Kurort mit dem kleinen Trolleybusbetrieb (tschechischer Städtename: Mariánské Lázně) war eine Stunde Aufenthalt geplant, um den Einsatz auf den drei Linien 3, 5 und 6 zu sichten. Da die vom Bahnhof aus fahrende Linie 5 nur alle 20 Minuten verkehrte, ging es Richtung Innenstadt zu Fuß bis zur Abzweigung der Linie 6. Auf diesem Weg konnten alle Kurse der drei Linien gesichtet werden: Linie 3 drei Kurse (45, 51, 53), Linie 5 zwei Kurse (52, 57) und Linie 6 ein Kurs (55). Der Wagenpark besteht aus 7 Skoda 24Tr (Nr. 51-57) und 2 Skoda 14Tr (45,49). Die Linie 6 macht einen Umweg über ein Einkaufszentrum ohne Fahrleitung, ein Teil der 2006 beschafften Skoda 24Tr besitzen einen Hilfsmotor, mit dem dieses Stück fahrleitungslos bewältigt wird. Von der Innenstadt nahm ich auf dem Rückweg für die kurze Fahrt den Trolleybus, als Fahrgeld muß man 10 Kronen (ca. 40 ct.) passend in Zahlbox einwerfen. Eine vierte Trolleybuslinie (7) verkehrt erst ab 14:30 Uhr, aber bevor der Trolleybus hier ausrückte, war ich schon wieder auf dem Weg weiter nach Pilsen (tschechischer Städtename: Plzen).  

Link Netzplan:  

http://www.mdml.cz/imag_detail2.php?imagname=./uploads/planLinek.jpg&pagtitle=SCHÉMA LINEK MHD

 

Der Fahrplan wies einen durchgehenden Zug bis Pilsen aus, aber schon eine Station nach Marienbad hieß es: Aussteigen und Umsteigen in bereitstehende Busse, die knapp 30 Minuten bis Stribro fuhren. Dort wartete ein Zug bis Pilsen, der aber wie im Fahrplan angegeben um 15:52 Uhr ankam.

Auf den sieben tagsüber verkehrenden Trolleybuslinien verkehrten ausschließlich Trolleybusse. Auch auf der Linie 14, die nur alle 30 Minuten verkehrt und auf der lange Dieselbusersatzverkehr herrschte, waren zwei Trolleybusse eingesetzt. Dicht befahren wird die Straße Americká, die von allen Trolleybuslinien passiert wird. In der HVZ fahren die Linie 16, 12 sowie die Linien 10 und 13 alle 5 Minuten, die Linie 15 alle 10 Minuten und die Linie 11 alle 15 Minuten. Nur auf der Linie 16 kommen die 21 Gelenkwagen zum Einsatz, insgesamt stehen knapp 100 Trolleybusse zur Verfügung. Leider war der neue Solaris/Skoda 27Tr- Gelenktrolleybus 525 nicht im Einsatz, sechs dieser Gelenkwagen sollen bis Ende des Jahres die Erneuerung des Wagenparks fortsetzen. Neben den erwähnten sieben Linien gibt es noch die Linien 18 und 17, es handelt sich um einrückende Obuskurse, die neue Endhaltstelle der Linie 15 anfahren. Diese Linie 15 wurde am 27.08.2010 eröffnet und erschließt das Industriegebiet Borská Pole elektrisch.

 

Link Netzplan:  

http://www.pmdp.cz/Files/pmdp/Doprava/PMDP-denni-linky-20100828.pdf

 

Am Samstag morgen startete ich schon früh um 6:00 Uhr nach Brno (deutscher Städtename: Brünn), um rechtzeitig von Ende des „Tag der offenen Tür“ dort einzutreffen. Der Fahrplan von Pilsen nach Brünn bot zwar einen Direktzug, der jedoch 6 Std. brauchte, schneller war eine Verbindung über Prag, die aber dort eine Umsteigezeit von knapp einer Stunde vorsah. Aber es bestand auch die Möglichkeit, in Pardubice umzusteigen und dort einen kurzen Eindruck des Trolleybusbetriebs zu gewinnen. Die Trolleybuslinien verkehren hier samstags nur im 20-Minuten-Verkehr, vor dem Bahnhof  (Hlavní nádraží) startet die Überland-Trolleybuslinie 3 und die Linien 2 und 13 passieren den Bahnhofsvorplatz, alle drei Linien fahren von hier in die etwa 1 km östlich gelegene Innenstadt, wo noch weitere Trolleybuslinien verkehren. Auf der Linie 2 konnten zwei „Rennpferde“, auf den Linien 3, 5 und 13 je ein „Rennpferd“ angetroffen werden. Die dreiachsigen Trolleybusse Solaris/Skoda 28Tr (Nr. 400-405) erhielten Taufnamen nach berühmten Rennpferden, die beim Pferderennen in Pardubice in den vergangenen Jahren gewannen. Dabei erhielt das „Rennpferd“ 401 der eine grüne Ganzreklame (auch 400 hat eine Ganzreklame, aber er stand am Samstag nicht im Einsatz) ansonsten sind die 2008/9 beschafften 15m-Trolleybusse in ursprünglicher Lackierung (weiß/rot). Auf den übrigen Kursen der Trolleybuslinien standen nur Niederflurtrolleybusse im Einsatz: 6 der 15 Skoda 21 Tr und 3 der 6 Skoda 24 Tr konnten gesichtet werden, die 28 Skoda 14 Tr kommen offensichtlich am Wochenende nicht zum Einsatz. Leider verkehrte auch ein Erdgasbus um 10:40 Uhr auf der Trolleybuslinie 2.

 

Link Netzplan:  

http://www.dpmp.cz/content/image.php?uid=4c35db173cf63&size=full

 

Der Zug nach Brünn war voll, ich konnte gerade noch einen Sitzplatz erwischen. Nach rund 1½ Stunden Fahrzeit erreichte ich Brünn um 12:21 Uhr. Nach kurzer Besichtigung der Endhaltstelle der Trolleybuslinie 31 und 33 neben dem Bahnhof fuhr ich nach Kauf einer 24h-Fahrkarte für 80 kc. (ca. 3 €) mit der Straßenbahnlinie 1 zum Depot Komin. Hier fand der „Tag der offenen Tür“ im Rahmen des „Tages des Trolleybus“ von TROLLEY Project statt. Das Angebot war überschaubar. In der Halle standen alle fünf Trolleybus-Typen ausgestellt, die im Moment in Betrieb sind, und zwar Wagen 3615 Irisbus/Skoda 25Tr (insgesamt 9 Wagen), 3042 Skoda 21Tr (43), 3604 Skoda 22Tr (8), 3285 Skoda 14Tr (rund 70 Wagen) und 3507 Skoda 15Tr (8). Dazu wurde eine Modellanlage präsentiert und ein kleiner Führerstand fand reges Interesse der jungen Besucher. Zudem wurde eine Fahrt mit einem Skoda 21Tr durch das Werkstattgelände und die Waschstraße geboten. Ein historischer Trolleybus war aber nicht ausgestellt, im Keller des Depots konnte von außen der Skoda 11 Tr (Nr.248, Bj.1967) gesichtet werden, leider unzugänglich!  

Nach Rücksprache mit Dalibor Šimka, den stellvertretenden Betriebsleiter besäße die Verkehrsbetriebe keinen betriebsfähigen Trolleybus und man verwies auf das Museum Dorpravy. Weiter gab er einige Erläuterungen zum Projekt TROLLEY, die zuständige Projektleiterin war leider nicht anwesend. Im Rahmen des Projekts ist die Anbindung eines neuen Haltepunkts der Eisenbahn durch Verlängerung der Linie 25 über Osava (die westliche Endhaltestelle) hinaus geplant.

 

Dalibor Šimka nannte auch ein paar Eckdaten des Betriebs: Von rund 150 Trolleybussen kommen im Spitzenverkehr 130 auf den 13 Linien zum Einsatz, an Samstagen und Sonntagen in einem 20-Minuten-Verkehr jedoch lediglich 39 Trolleybusse. Ein Rahmenvertrag über neue Trolleybusse wird voraussichtlich nächstes Jahr ausgeschrieben, ab 2012 erhofft man Mittel zur Beschaffung von jährlich sieben Trolleybusse. Dieses sah auch der letzte Vertrag vor, jedoch konnten nur drei Mal drei Trolleybusse beschafft werden.

 

Das Projekt „Europsky Tyden Mobility den Civitas“, ein Investitionsprojekt für den Nahverkehr allgemein, sollte zeitgleich in der Innenstadt vorgestellt werden. Dort wäre auch Projektleiterin des Projekt TROLLEY, die mir mehr Informationen geben könnte. Ein sofortiger Aufbruch in die Innenstadt folgte mit der Trolleybuslinie 36, aber die Veranstaltung konnte ich nicht finden, lediglich ein Weinfest fand in der Innenstadt statt. Aber anstelle Wein zu genießen ging es weiter mit der Straßenbahnlinie 4 zur Pension, wo ich erstmal die Tasche deponierte.  

 

Die über HRS gebuchte Pension (Penzion Derivia) war eine positive Überraschung. Im Gegensatz zum Hotel in Plzen gab es hier für 27 Euro ein hier eigenes WC und Bad, das  Zimmer war wie ein Appartment geschnitten und gerade neu renoviert. Vor der Pension war sogar Oberleitung zu finden, es handelt sich jedoch nur um die Betriebsstrecke zum Depot Husovice.

Allgemein gibt es zum umfangreichen Netz in Brünn viele Betriebsstrecken, das Netz besteht aus den gut frequentierten Linien 25 und 26, die mit Gelenkwagen alle 10 Minuten von Ost nach West tangential um die Innenstadt verkehren. Samstags und Sonntags fahren sie gemeinsam im 10-Minuten-Verkehr. Die in einer Richtung rund 15 km langen Linien benötigen eine Fahrzeit von knapp einer Stunde. Auf einem Teilabschnitt verkehren Montags-Freitags in HVZ sogar zum 5-Min-Takt zusätzliche Doppelwagen!

Am Rande der Innenstadt haben weitere Linien ihren Startpunkt, so die die Linie 37 ab Mendlovo Namesti, die Linie 38, 39 ab Komenskeho Namesti und 29, 32, 34 und 36 ab Ceska sowie die Linien 31 und 33 ab Bahnhof. Diese sind nur mit Betriebsstrecke verbunden, die anderen Linien kreuzen die Linien 25/26

Die 13 Straßenbahnlinien verkehren auch alle 10-Min-Takt, zeitweise verdichtet auf einen 5 Minuten-Takt.

 

Bei meinen letzten Besuchen hatte ich die Linie 38/39 noch nicht kennen gelernt und mir dieses für Samstag abend vorgenommen. Sie führen in ein Neubaugebiet der 30er Jahre. Drei Kurse sind für beide Linien erforderlich, die Wagen wechseln an Endhaltestelle in Innenstadt auf die jeweils andere Linie, jede Linie hat 10 Minuten Fahrzeit. Damit die Fahrer an den Endhaltestellen eine länger pausieren können, ohne den Wagen zu wechseln, kam ab 19 Uhr ein Dieselbus für eine Runde zum Einsatz.

 

Am Sonntag stand die Besichtigung der Überlandlinie 31 in die Nachbargemeinde Slapanice auf dem Programm. Bis zum Ortsteil Slatina war es die erste Linie, die 1949 als Linie 21 eröffnet wurde, und dann 1954 bis zur 3 km entfernten Slapanice. Vom Bahnhof benötigt die Linie 31 24 Min. Fahrzeit. Am Ortsausgang von Slatina an der Kirche ging ich zu Fuß ein Stück der Überlandstrecke entlang, auf der Brücke über die Autobahn entstand folgende Aufnahme:

 

Zu Fuß ging es zurück zur Kirche und von hier mit der Linie 78 nach Novolisenska zur Endhaltestellen der Linie 25/26, vorbei am „Muzeum Dopravy“. Jedoch konnte ich hier nur eine geschlossene Halle mit zwei Flugzeugen davor sichten.

 

Link Netzplan:  

http://www.idsjmk.cz/mapa/Plan-site-Brno.gif

 

Um 12:35 Uhr startete ich Richtung Berlin, wiederum mit einem kurzen Zwischenhalt in Pardubice. Dort waren auch am Sonntag zahlreiche „Rennpferde“ im Einsatz, neben 401 und 403 auf der Linie 3, war auch Wagen 400 nun auf Linie 2 im Einsatz.

Die Rückfahrt ging dann vorbei an Usti, zuerst hatte ich mit einem Halt hier geliebäugelt, aber dafür war ich zu spät in Brno losgefahren. Vielleicht war es auch gut so, denn bei Durchfahrt konnte ich nur einen Dieselbus auf der Linie 57 sichten. Um 21:20 Uhr kam ich pünktlich am Berliner Hbf. an, bis zum Hotel im Ostbahnhof war es dann nur noch ein kurzes Stück mit einem RE.  

 

Für einige Fotoeindrücke von der Reise bitte folgenden Link klicken:

http://www.arcor.de/palb/einladung_accept.jsp?key=IJHVH84CZDN%2FAGyrMq6MOHlh%2BKg4N6vW%2BVOemhVIeJKj1VY%2BV16yDA%3D%3D

 

Fotounterschriften:

1670328: Einige von den 7 Skoda 24Tr (Wagenkasten: Irisbus) besitzen einen Hilfsantrieb und automatische Stangenabzugs- und anlegevorrichtung, hier Obus 55 beim Anlegen der Stangen in Marienbad.

 

1670355: Skoda 15Tr-Gelenkwgen wurden von 1988 bis 2003 gebaut, der Wagenkasten wurde von der Firma Skoda in einem Werk in Ostrov nad Ohří, knapp 100 km nördlich von Pilsen gebaut, hier in der Nähe des Bahnhofs in Pilsen, gefolgt von einem Skoda 24Tr.

 

1670439: Die Solowagen Skoda 14 Tr wurden von 1982 bis 1998 gebaut, in Pilsen erhielten sie vor kurzen eine Klimaanlage für den Fahrerplatz wie hier gut sichtbar auf Wagen 411 vom Bj.1987.

 

1670511: Dreiachser Solaris/Skoda 28Tr Nr. 402 ist Rennpferd „Rudi“ (Sieger von 1879), der Taufname ist unterhalb des Fahrerfensters groß angebracht.

 

1670548: Museumsobus Skoda 11Tr im Keller versteckt

 

1670566: Die Gelenkwagen Skoda 25 Tr sind die Gelenkwagenversion der Irisbus-Karrosserie, neun Einheiten wurden in den letzten drei Jahren in Brno beschafft.

 

1670626: Skoda 21 Tr 3023 kommt aus Brno, die Stadt ist im Hintergrund zu erahnen, die Hochhäuser gehören zum Vorort Slatina. Die Skoda 21Tr waren die ersten Niederflurtrolleybusse in der Tschechei, die von 1996 bis 2004 gebaut wurden.

 

1670627: Der Nachschuß vom passierenden Trolleybus 3023 zeigt den langen Weg über freies Land bis nach Šlapanice.

 

1670672: Zwei Rennpferde am Bahnhof Pardubice: der inzwischen grün gewordene „Brigand“ (Sieger 1875, 1877, 1878) Nr. 401 und „Good Morning“ (Sieger 1880) Nr.403.

 

 

 

 

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