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SK 1958 Geringswalde

50 Jahre Schach in Geringswalde

Geringswalder Schachgeschichte Teil 2: Vom Betriebssport zum Vereinssport
von Uwe Naumann am 08.05.2008:

In diesem Monat feiert der Schachklub 1958 Geringswalde, rechtskräftiger Nachfolger der Sektion Schach der Betriebssportgemeinschaft (BSG) „Motor“, seinen 50. Geburtstag. Dieses Jubiläum wird am 24. Mai mit einem hochkarätig besetzten Schachturnier gewürdigt und ist zugleich Anlass, ein halbes Jahrhundert Schachgeschichte in Geringswalde zu beleuchten.

Mit gerade einmal 30 Lenzen hatte Bernd Hirsch 1975 die Sektion Schach in Geringswalde übernommen, blieb aber nicht im Schatten seines erfolgreichen Vorgängers Felix Eisermann. Hirschs erster großer Erfolg war ein Simultanturnier 1976 in Geringswalde mit Rolf Romanowski von Lok Karl-Marx-Stadt, einige Jahre später sogar mit dem Internationalen Großmeister Rainer Knaack. 1977 wurde mit Hilfe des BSG-Leiters Rolf Pönisch ein internationaler Schachvergleich mit der Mannschaft von Sokol Touzim (CSSR) organisiert, der in den Folgejahren zum Höhepunkt der Schachspieler wurde. Schließlich übernahm Hirsch 1985 noch die Funktion des Vorsitzenden im neu gegründeten Kreisfachausschuss Schach im Kreis Rochlitz.

Nachdem die Geringswalder Anfang der 80er Jahre für ihre Punktspiele aus dem Kreis Döbeln in den Kreis Hainichen wechselten, feierten sie in der Saison 1985/86 den Erfolg eines Kreismannschaftsmeisters und damit den Aufstieg der ersten Mannschaft in die Kreisliga Karl-Marx-Stadt. Eine zweite und dritte Mannschaft spielte in der Kreisklasse Rochlitz. 1987 konnte mit Uwe Leichsnering einer der wichtigsten Neuzugänge in der fast 30-jährigen Sektionsgeschichte begrüßt werden.

Auch der Nachwuchs war erfolgreich, der seit 1980 von Lothar Naumann und Werner Böhlke gefördert wurde. Uwe Naumann gewann seit 1985 zahlreiche Kreismeistertitel und zwei Bronzemedaillen im Bezirk. Antje Wingeyer schaffte durch einen zweiten Platz im Bezirk sogar die Teilnahme an der DDR-Meisterschaft.

Mit der politischen Wende verabschiedete sich Bernd Hirsch von der Sektionsleitung. Am 27. Oktober 1989 wurde Lothar Naumann an die Spitze gewählt. Durch den Niedergang der BSG entschied eine Mitgliederversammlung 1990, dass die Sektion Schach als eingetragener Verein unter dem Namen „Schachklub 1958 Geringswalde“ weitergeführt werden soll. Die Gründung des Schachklubs war für Naumann ein wichtiger Schritt für den Fortbestand des organisierten Schachs in Geringswalde. Trotzdem mussten Austritte aus dem Klub schmerzlich verkraftet und die Kinderschachgruppe mangels Beteiligung aufgelöst werden. Geringswalde wurde punktspieltechnisch in die zweite Bezirksklasse eingestuft, aus der es 1995 und endgültig dann 1997 in die erste Bezirksklasse aufstieg.

Nach über zehn Jahren Unterbrechung gründete Naumann 2001 mit Hilfe der Grundschule Geringswalde wieder eine AG Kinderschach. Um sich vorwiegend dem Nachwuchs widmen zu können, übergab er im gleichen Jahr die Klubleitung an Achim Stephan. Mit Erfolgen auf Kreisebene qualifizierten sich Geringswalder Kinder und Jugendliche wieder für die Teilnahme an Bezirkseinzelmeisterschaften und geben dem Klub neuerdings die Möglichkeit, eine Vierermannschaft für Punktspiele in der Verbandsliga aufzustellen.

Im Mai 2003 erlebte Stephan mit der Ausrichtung des ersten Schnellschachturniers um den Bergmann-Cup für fast 50 Teilnehmer einen Höhepunkt in der noch jungen Klubleitertätigkeit. Das bevorstehende Jubiläumsturnier am 24. Mai in der „Hundsnase“ in Hoyersdorf werde die damalige Teilnehmerzahl noch übertreffen, so der Klubleiter. Im 50. Jahr des Schachklubs hatte die Geringswalder Mannschaft in der ersten Bezirksklasse durch sehr gute Wettkämpfe erstmals die Chance, aus eigener Kraft den Aufstieg in die Bezirksliga zu schaffen. Am Ende wurde es ein respektabler vierter Tabellenplatz und damit ein hoffnungsvolles Zeichen im Jubiläumsjahr.
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