Junge Spieler holen die Titel
von Uwe Naumann am 26.05.2008:
Dresdner Paul Hoffmann gewinnt Bergmann-Pokal – Hainichener Marcel Gehmlich erster Schachmeister Mittelsachsens

Die Sieger des 2. Bergmann-Cups und der 1. Mittelsachsenmeisterschaft im Schnellschach - von links:
Marcel Gehmlich (SV Motor Hainichen 1949, 2. Platz Bergmann-Cup, 1. Platz Mittelsachsenmeisterschaft),
Günter Sobeck (USG Chemnitz, 3. Platz Bergmann-Cup),
Robert Wetzel (SV Grün-Weiß Niederwiesa, 2. Platz Mittelsachsenmeisterschaft),
Uwe Leichsnering (SK 1958 Geringswalde, 3. Platz Mittelsachsenmeisterschaft
Der Dresdner Fide-Meister Paul Hoffmann hat am 24.05.2008 das Jubiläumsturnier des Geringswalder Schachklubs um den zweiten Bergmann-Pokal gewonnen. Mit sechs Punkten aus sieben Partien erkämpfte der 23-jährige Student in der Hoyersdorfer Gaststätte „Hundsnase“ einen halben Punkt mehr als seine fünf ärgsten Kontrahenten. „Ich habe zwar einige Fehler gemacht, aber die haben meine Gegner meist übersehen“, lächelte der Pokalsieger und Gewinner von 150 Euro Preisgeld zufrieden.
Zweiter des mit 72 Männern und Frauen aus 20 Vereinen sehr gut besetzten Turniers wurde der Hainichener Marcel Gehmlich. Der 25-Jährige sicherte sich damit zugleich den Titel des ersten Mittelsachsenmeisters im Schnellschach – und als Einziger zwei Pokale. Dritter wurde der punktgleiche Chemnitzer Günter Sobeck.
Die Entscheidung über die Spitzenplätze war bis zur letzten Runde des Turniers noch nicht gefallen. Keiner der Fide- und Großmeister oder der anderen Spitzenspieler dominierte das aus Sachsen und Bayern bestehende Teilnehmerfeld, was dem Wettkampf eine großartige Spannung verlieh.
So kristallisierten sich an den 36 Brettern im großen Saal der „Hundsnase“ erst in den letzten maximal 40 Schachminuten die Turniersieger und Platzierten heraus, wobei sich die Überraschungen – auch insgesamt – in Grenzen hielten. Den größten Sprung nach vorn schaffte der an Platz 50 gesetzte Harthaer Daniel Bernhardt mit dem 16. Platz. Im Nachwuchsbereich erspielte sich die mehrfache Deutsche Meisterin Filiz Osmanodja aus Dresden den Jugendpokal und kam auf Platz 20. Ihre Vereinskameradin und ebenfalls mehrfache Deutsche Meisterin Elena Winkelmann war auf Platz 12 die beste weibliche Teilnehmerin.
Der Pokalverteidiger Alexander Schenk dagegen lag durch zwei Niederlagen schon nach fünf Runden hinter seinen Erwartungen zurück und wurde Neunter. Der mitfavorisierte Schachgroßmeister Lutz Espig hatte in der sechsten Runde seine Titelhoffnungen begraben müssen, denn gegen den Niederwiesaer Robert Wetzel war der Plauener unterlegen. „Ich habe hier keine Chancen mehr, habe einfach schlecht gespielt“, ärgerte sich der 59-jährige Espig (9. Platz) vor der letzten Runde. Der Sieger aber freute sich über eine gelungene Revanche: „Ich hatte noch eine offene Rechnung mit Espig vom Brauhaus-Cup.“ Wetzel (5. Platz) behauptete sich unter anderem durch diesen Erfolg im Spitzenfeld und wurde Zweitbester von Mittelsachsen.
Auch die gastgebenden Geringswalder konnten neben einem rundum gelungenen Turnier noch einen sportlichen Erfolg für sich verbuchen: Uwe Leichsnering belegte als 13. den dritten Platz in der Mittelsachsenmeisterschaft und zeigte sich mit diesem Resultat sehr zufrieden.
Das in der 50-jährigen Geschichte des Geringswalder Schachklubs sowie für die Mittweidaer Schachprovinz in seiner Größe und Besetzung einmalige Turnier war trotz der Klassenunterschiede der Teilnehmer geprägt von sportlicher Fairness und freundschaftlichen Begegnungen. „Von der Kreisklasse bis zur Bundesliga haben sich alle gut verstanden“, freute sich der gastgebende Klubvorsitzende Achim Stephan nach dem siebenstündigen Schachmarathon über ein würdiges 50-jähriges Jubiläum. Einzig das Fernbleiben von Vertretern fast aller Vereine des Landkreises Freiberg trübte das Bild. „Mittelsachsen lebt mit Döbeln und Mittweida“, resümierte Stephan, „Freiberg ist noch ein Fremdkörper.“