Geschichte

60 Jahre TTC Schonnebeck 1949 e.V. Genauso alt wie die Bundesrepublik Deutschland und auch 60 Jahre solide und kontinuierliche Vereinsarbeit. Der Verein, der zur Zeit mit der 1.und 2. Mannschaft in der Kreisliga und mit der 3. und 4. Mannschaft in der 3. Kreisklasse spielt, hat seit seiner Gründung alle Höhen und Tiefen erlebt.

Ein Kreis junger Leute gründete im Mai 1949 in der Gaststätte Jägerhof Beerlage, "Auf der Reihe" in Schonnebeck den Verein. Da die Auswirkungen des Krieges noch überall sichtbar waren, versuchten diese Idealisten durch den Sport etwas Abwechslung in den grauen Alltag zu bringen. Intakte Turnhallen gab es so gut wie keine, deshalb wurden die ersten Ballwechsel in Sälen von Gaststätten gespielt. Es erscheint heute wie eine Legende, dass man damals noch an selbst lackierten Tischen begann und die Fahrten zu den Meisterschaftsspielen teils mit Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt wurden.

Nach einiger Zeit kam dann der Verein kurzzeitig in der heute denkmalgeschützten Turnhalle am Schonnebecker Markt unter. Diese musste dann 1956 für die Flüchtlinge des Volksaufstandes in Ungarn geräumt werden. Das war ein Einschnitt, der dem Verein fast die Existenz gekostet hätte, denn als man 1957 wieder in die alte Sportstätte zurück konnte, gab es nach 3 Herren-, 2 Damen- und 2 Jugendmannschaften nur noch eine Herrenmannschaft. Absoluter Tiefpunkt war dann das Jahr 1960. Der TTC Schonnebeck war mit 7 aktiven und 3 passiven Mitgliedern der kleinste Sportverein in Essen. Danach ging es aber wieder sportlich und mitgliedermäßig bergauf, was auch mit dem Umzug in die heutige Sportstätte – Gustav Heinemann Gesamtschule – zu tun hat. Die Mitgliederzahl hat sich nun auf um die 65 eingependelt.

Auch sportliche Erfolge können sich sehen lassen. In der Zeit nach der Gründung spielten die Schonnebecker jahrelang in der Kreisklasse, abgesehen von einem kurzen Gastspiel 1955 in der Bezirksklasse. Nach der Neuordnung der Spielklassen stieg man in der Saison 1979/80 in die Kreisliga, 1983/84 in die Bezirksklasse, 1986/87 in die Bezirksliga und 1987/88 in die Landeliga auf. Ein Jahr danach klopfte der Verein sogar an das Tor der Verbandsliga an. Am späteren Bundesligisten MTG Horst scheiterte man im letzten Meisterschaftsspiel äußerst knapp. Dies war, aus der Sicht des Chronisten, bis heute der größte Erfolg des TTC in seiner Vereinsgeschichte. Zu diesen Erfolgen gehört auch der Gewinn des Kreispokals im Jahr 1956 mit 5:4 gegen VFB Frohnhausen. Wiederholen konnte diesen Erfolg die 2. Mannschaft. Nach 44 Jahren konnte die Mannschaft im 50. Finale dieses traditionellen Wettbewerbs Tus Holsterhausen II mit 9:7 besiegen und machte gleichzeitig gegen den gleichen Gegner nach der Kreisliga-Meisterschaft und dem Aufstieg in die Bezirksklasse den Saisonerfolg komplett. Die 1. Mannschaft konnte in der Saison 2002/2003 mit einem 4:3 Erfolg gegen DJK VFR Saarn den WTTV-Pokal auf Bezirksebene in seinen Besitz bringen.

Die Philosophie des Vereins ist, dass nicht nur der Sport, sondern auch Geselligkeit und Kameradschaft groß geschrieben wird. Kegelabende, Saisonabschlussfahrten, Weihnachtsturniere- und feiern stehen auf dem Programm. Im Rahmen einer solchen Veranstaltung gab es Anlass verdiente Sportkameraden zu ehren. Der Ehrenvorsitzende Friedhelm Burdinski überreichte an Michael Klein für 26-jährige, Josef Siepmann 27-jährige, Heinz Enders 28-jährige, Uwe Maaßen und Siegbert Niedballa je 30-jährige, sowie Thomas Brauckmann und Gerd Jagalski für je 32-jährige Mitgliedschaft Pokale. Höhepunkt war die Ernennung von Werner Driller zum Ehrenmitglied. Zuvor wurde ihm schon während einer Kreisversammlung vom Bezirksvorsitzenden Werner Almesberger für 50-jährige Mitgliedschaft im Verein und im WTTV die goldene Ehrennadel verliehen.

Hinter all diesen Erfolgen und auch manchen Misserfolgen standen immer wieder Sportkameraden, die sich durch Vorstandsarbeit in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Ohne diese Aktivitäten, auch wenn sie noch so nebensächlich schienen oder nur kurz waren, wäre der Verein heute nicht so gut aufgestellt. Damit der Verein weiter eine Zukunft hat, ist es unabdingbar, dass sich weiterhin Mitglieder finden, die Verantwortung übernehmen.

Friedhelm Burdinski, Ergänzungen und Aktualisierungen von Jörn Matzek