(Inhalt [i] ) überspringen
Arbeitsbedingungen in China
Zwangsbedingungen und unbezahlte Überstunden
Organisationen, die sich außerhalb des chinesischen Festlands mit der Situation von Arbeitern in China befassen, berichten von deren schweren und weitverbreiteten Problemen. Internationale Standards und auch das chinesische Arbeitsrechte werden missachtet. Erschreckende Arbeitsbedingungen, die eine Gefahr für Gesundheit und Sicherheit darstellen, führen häufig zu schweren Verletzungen und Todesfällen. Arbeiterinnen und Arbeiter werden dazu gezwungen, Überstunden zu leisten und das oft, ohne dafür bezahlt zu werden. Es ist üblich, dass Arbeiter mit Schuldscheinen bezahlt werden. Mitarbeitern kann die Heirat verboten werden.
Harte Regeln und Strafen
Arbeiter haben unter Umständen nicht die Freiheit, das Betriebsgelände zu verlassen. Dies gilt manchmal auch nach Ende der Arbeit. Zum Teil wird ihnen das Sprechen verboten und zwar sogar während des Essens. Zu häufige Besuche auf der Toilette können geahndet werden. Verstöße gegen diese Regeln werden mit Entlassung, Geldbußen oder sogar körperliche Misshandlung geahndet. Wie auch andernorts sind Wanderarbeiter besonders ungeschützt gegen solche Fälle von Missbrauch.
Wachsende Einkommensschere
Die chinesische Wirtschaft verzeichnete während der vergangenen Jahrzehnte hohe Wachstumsraten. Das Land befindet sich im Übergang zu einer privaten "Marktwirtschaft" und bemüht sich um die Integration in das internationale Wirtschaftssystem und Aufnahme in die Welthandelsorganisation (WTO). Zur gleichen Zeit öffnet sich die Schere zwischen arm und reich, insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt, nachdem das Wirtschaftswachstum zurückgegangen ist.
Ja zu Investoren, nein zu unabhängigen Gewerkschaften
Um für ausländische Investoren attraktiv zu werden, konzentriert sich die Volksrepublik China darauf, das Handels- und Vertragsrecht zu reformieren. Nicht reformiert werden dagegen jene Gesetze durch die die zivilen, politischen und sozialen Rechte der eigenen Bürger eingeschränkt werden. Während sich das Land öffnet für Einzelunternehmer und ausländische Geschäftsleute, verneint die Führung die Freiheit zur Gründung unabhängiger Gewerkschaften und Menschenrechtsgruppen und verweigert damit anderen Bereichen der Gesellschaft die Öffnung.
Arbeitslosigkeit und Unruhen
Viele Staatsbetriebe sind bankrott, Millionen von Arbeiter ohne Arbeit, eine soziale Sicherung für die Arbeitslosen fehlt. Dies führte zu zahlreichen Demonstrationen, bei denen zum Teil tausende Arbeiter gegen die fehlenden Sozialleistungen und die Korruption der Behörden protestieren. Arbeiterunruhen werden von der chinesischen Regierung gefürchtet.
Keine Freiheit zur Vereinigung
Ohne unabhängige Vertretung und ohne die Freiheit zu haben, sich zu organisieren und die eigene Meinung kundzutun, sind Arbeiter nicht in der Lage, Maßnahmen zu diskutieren, wie sie ihren Arbeitsplatz und ihr Einkommen schützen oder wie sie gegebenenfalls soziale Unterstützung im Falle der Arbeitslosigkeit bekommen können.
Gewerkschaften in China
Im Oktober 1997 unterzeichnete die chinesische Regierung den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Dieser Pakt garantiert: ein jeder hat das Recht, "Gewerkschaften zu bilden oder einer Gewerkschaft eigener Wahl beizutreten". Ähnliches garantiert auch der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, den die Volksrepublik China 1998 unterschrieb.
Unabhängige Gewerkschaften sind in China jedoch illegal. Die offizielle Gewerkschaft, der Allchinesische Gewerkschaftsverband, wird direkt von der herrschenden kommunistischen Partei kontrolliert, die die Besetzung der Schlüsselpositionen des Verbandes bestimmt. Das Streikrecht, den der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte garantiert, wurde 1982 aus der chinesischen Verfassung gestrichen. Die Begründung dafür lautet, das politische System habe "die Probleme zwischen Proletariat und Unternehmensbesitzern aufgehoben".
Arbeitslager
Menschen, die in der Volksrepublik China versuchen, unabhängige gewerkschaftliche Aktionen zu organisieren, droht Festnahme und Inhaftierung zur "Umerziehung durch Arbeit" in Arbeitslager. In der Haft werden Gewerkschafter manchmal, wie auch andere politische Häftlinge, besonders hart behandelt. Sie werden zusammengeschlagen, oder ihnen wird eine medizinische Versorgung verweigert.
zuletzt geändert am 12.05.2006
